Wirtschaft Kölns

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Handel, Industrie, Kultur: Skulptur auf dem Kölner Messeturm

Köln ist einer der bedeutenden Wirtschaftsstandorte Deutschlands. Die Anbindung an den Rhein, die verkehrsgünstige Lage (Autobahnknoten, Eisenbahnknoten), die Nähe zum Ruhrgebiet und den Benelux-Staaten bestimmen seit jeher das wirtschaftliche Bild Kölns, das durch eine starke Diversifizierung vieler Branchen gekennzeichnet ist.

Historische Wirtschaftszweige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gründung im Jahre 50 ist die Geschichte Kölns verbunden mit Handel und Handwerk. Der Rhein als Handelsweg sichert in Köln die Geschäfte über Import, Export und Zollnahme. Im Jahr 150 wird Glas aus Kölner Manufakturen zum Exporterfolg im römischen Reich.

Im Mittelalter war Köln Hansestadt. Die Stadt entwickelte sich nicht zuletzt wegen ihrer Rheinanbindung zum zentralen Umschlagplatz für Waren.

Wirtschaftsstrukturdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Köln hat eine sehr diversifizierte Wirtschaftsstruktur, die schrumpfende Branchen ebenso wie Wachstumsbranchen beinhaltet. Der Beitrag aller Sektoren der Kölner Wirtschaft zum Gesamtumsatz im Land NRW macht die Stadt zu einer der deutschen Wirtschaftsmetropolen. Eine besondere Stellung nehmen traditionell der Automobilbau und die Energie- und Wasserversorgung ein, auch die Chemische Industrie, die Nahrungsmittelindustrie und das Verlagsgewerbe gehören zu den wesentlichen Sektoren. Insbesondere das Versicherungsgewerbe behauptete sich gegen den Bundestrend und stärkte so Kölns Position als eine der großen Versicherungsstandorte Deutschlands. Im Sektor Finanz- und Versicherungsdienstleistungen arbeiteten 6 % aller Beschäftigten, während 5,5 % im Sektor Information/Kommunikation beschäftigt waren (Stand 2010). Seit 1987 verstärkt Köln die Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen und entwickelt sich mit rund 200 chinesischen Unternehmen zum bundesdeutschen China-Zentrum.

Im Jahre 2010 arbeiteten der IHK Köln zufolge[1] insgesamt in der Kölner Wirtschaftsregion 13,6 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des Landes NRW. Mit 82,4 % dominiert dabei das Dienstleistungsgewerbe, der Rest entfällt auf das produzierende Gewerbe. Innerhalb des Dienstleistungssektors sind die meisten im Handel beschäftigt (15 %), gefolgt von Verkehr/Lagerhaltung mit 5,4 %. Gemessen an der Bruttowertschöpfung von 61 Milliarden Euro (Stand 2008) liegt der Dienstleistungssektor in Köln mit knapp 52 % Anteil an erster Stelle, gefolgt vom Finanzierungs- und Vermietungsgewerbe (23 %) und Handel/Gastgewerbe/Verkehr mit 13 %. Selbst der kleinste Sektor, das produzierende Gewerbe, erzielte in Köln mit 26,5 Milliarden Euro (Stand 2010) 8,8 % vom Gesamtumsatz dieses Sektors in NRW. Stark vertreten ist darin der Fahrzeugbau mit einem Umsatzanteil von 56 % in Köln. Die Wirtschaftsmetropole liegt mit einer Exportquote von 58 % deutlich über dem Durchschnitt des Landes NRW von 43 %.

Lokale Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohe Straße in Köln (Einkaufsstraße)

Wirtschaftskraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Million Einwohner, zusätzlich noch über 220.000 Pendler, darüber hinaus auch Touristen und Geschäftsreisende erbringen für die Stadt hohe Steuereinnahmen und Kaufkraft. In der Region wurde 2009 ein Bruttoinlandsprodukt von 40.942 Euro pro Einwohner erwirtschaftet, weit über dem NRW-Durchschnitt von 29.220 Euro und dem Bundesdurchschnitt (29.278 Euro).[2] Hieran beteiligt waren im Jahre 2010 im Einzelhandel mehr als 21.000 Kleingewerbe und über 4.000 handelsregisterlich erfasste Großhandelsfirmen. Traditionell dominierend sind mithin in der Stadt mittelständische und Kleinbetriebe. Viele davon befinden sich in der Innenstadt, die geprägt ist von Kultur und Einkaufsstraßen; die Schildergasse und Hohe Straße gehören zu den meistfrequentierten Einkaufsmeilen Europas.

1953 bis 1967 verwendetes Emblem der Ford-Werke AG in Köln

Viele Kölner Unternehmen zeigen auch in ihren Firmennamen und Logos den Bezug zu ihrer Stadt, es gibt 57 Firmen mit dem Namen Colonia, andere Firmen tragen die beiden Kirchturmspitzen des Kölner Doms oder das Kölner Wappen in ihrem Firmensignet.

Wesentliche wirtschaftspolitische Interessen der Stadt Köln, wie etwa die Gründung des Mediaparks, werden über die Beteiligungen der Stadt Köln wahrgenommen, insbesondere über die Sparkasse KölnBonn und der Koelnmesse; daneben auch über andere städtische Beteiligungen, die unter dem Dach der Stadtwerke Köln und ihrer Konzernmutter GEW Köln organisiert sind.

Unternehmensgrößen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den größten Arbeitgebern der Stadt Köln gehören nach Angaben der IHK die Ford-Werke (17.300 Beschäftigte), die Stadtwerke Köln (11.600 Beschäftigte) und die Rewe Group (10.100 Beschäftigte). In der Wirtschaftsregion Köln, die neben der Stadt Köln auch die Stadt Leverkusen sowie die drei Kreise Oberberg, Rhein-Berg und Rhein-Erft umfasst, zählt auch Bayer (15.500 Beschäftigte) dazu.

Unter den größten Arbeitgebern der Stadt Köln mit mehr als 2.000 Beschäftigten befinden sich zwei Unternehmen aus dem Fahrzeugbau (Ford-Werke, Deutz), zwei Handelsunternehmen (Rewe, Galeria Kaufhof), vier Versicherungsgesellschaften (Axa, Gothaer, Talanx, Generali), drei Transportunternehmen (KVB, Lufthansa, UPS), zwei Energieversorger (RWE Power, Rheinenergie), zwei Medienunternehmen (WDR, RTL Group), zwei Banken (Sparkasse KölnBonn und Kreissparkasse Köln), zwei Chemie-Unternehmen (Lanxess, Ineos Köln) sowie der TÜV Rheinland und die Kliniken der Stadt Köln.[3]

Handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Köln ist eine alte Handelsstadt. Diese Tradition wird heute von folgenden Unternehmen fortgeführt, die noch ihren Sitz in Köln haben:

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

P.Krücken GmbH & Co.KG (gegründet 1855)[4]

Automobilhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Automobilhandelsunternehmen haben ihre deutschen Zentralen in der Region Köln:

Chemie / Pharma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parfum / Kosmetik / Pharma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

J. M. Farina, gegründet 1709

Seit 1709 besteht Farina gegenüber, das älteste noch existierende Unternehmen Kölns. Seinem Gründer Johann Maria Farina (1685–1766) verdankt Köln sein bekanntestes Produkt Eau de Cologne. Im 19. Jahrhundert wurde daraus die deutsche Bezeichnung Kölnisch Wasser. Farina gegenüber mit der roten Tulpe und Mäurer+Wirtz mit der Marke 4711 sind heute die beiden Produzenten des Kölnisch Wassers in Köln, welches im Ausland als Original Eau de Cologne das bekannteste Produkt Kölns ist.

Chemische Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Motor der nordrhein-westfälischen Wirtschaft ist die chemische Industrie. Die chemische Industrie in Köln und im Kölner Umland hat sich größtenteils schon im 19. Jahrhundert entwickelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem damit verbundenen Wiederaufbau sowie in den Jahren des „Wirtschaftswunders“ wuchs der Industriezweig am stärksten. Heute ist Köln gewissermaßen die Hauptstadt der nordrhein-westfälischen Chemieindustrie. Knapp 12 Mrd. Euro Umsatz erzielte der Industriezweig auf dem Gebiet des IHK-Bezirks Köln.[5] Das sind mehr als 25 % des Gesamtumsatzes der chemischen Industrie in NRW und immerhin 8 % des gesamtdeutschen Chemieumsatzes. Rheinaufwärts befindet sich auf der Stadtgrenze zu Wesseling die Rheinland Raffinerie der Shell, welche die größte in ganz Deutschland ist. Darüber hinaus haben zahlreiche global agierende Unternehmen einen Produktionsstandort im Kölner Chemiegürtel zwischen Leverkusen und dem Rhein-Erftkreis. Die bekanntesten sind Akzo Nobel, Bayer CropScience, Braskem, CABB, Clariant, Covestro, dralon GmbH, Evonik Industries AG, Ineos Köln, Lanxess und Novasep.

Viele dieser Unternehmen sind in einem der Chemieparks des Kölner Chemiegürtels ansässig. So stehen in den Chemparks in Leverkusen und Dormagen, dem Chemiepark Knapsack, dem Chemiepark Köln-Merkenich und dem Evonik-Standort in Lülsdorf noch Freiflächen zur Verfügung, wo sich weitere Unternehmen ansiedeln können. Diese Chemieparks prägen nun das Bild. Die Initiative ChemCologne ist das Netzwerk der chemischen Industrie in Köln und vermarktet die Region als starken Investitionsstandort.[6]

Die Chemische Fabrik Kalk musste 1993 ihre Produktion einstellen.

Biotechnologie und Life-Science[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BioRegio Rheinland mit dem Zentrum Köln hat sich als eine der führenden Biotech- und Life-Science-Regionen in Europa positioniert. Köln verfügt über eine ausgeprägte und hochwertige Forschungs- und Hochschullandschaft in der medizinischen und der biotechnologischen Forschung. Mit mehr als 20 Unternehmen alleine in der Biotechnologiebranche im Stadtgebiet und mehr als 40 in der Region steht Köln exemplarisch für die erfolgreiche Entwicklung einer jungen Branche. Anknüpfungspunkte existieren zur nahegelegenen Pharma- und Chemieindustrie des sogenannten „Kölner Chemiegürtels“.[7]

Besondere Standorte sind:

  • BioCampusCologne
  • Technologiepark Köln-Braunsfeld
  • Rechtsrheinisches Technologie- und Gründerzentrum Köln (RTZ)
  • BioFactory Cologne auf dem HagenCampus
  • Pharmazentrum Köln
  • Cell-Center Cologne

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrzeugbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Automobilindustrie hat eine lange Tradition in Köln. Bereits in den Anfängen hatten Automobilhersteller hier ihre Unternehmen oder deutsche Niederlassung. Genau genommen lässt sich die Automobilgeschichte gar nicht ohne die Stadt Köln schreiben, da hier die erste reine Motorenfabrik der Welt entstand, die N. A. Otto Cie., die der Entwickler des Otto-Motors Nikolaus Otto gemeinsam mit Eugen Langen 1864 gründete. Die beiden holten sich Karl Maybach und Gottlieb Daimler als Mechaniker nach Köln. Später hieß das Unternehmen nach dem Ortsteil, in dem sie ansässig war, Gasmotorenfabrik Deutz, aus der 1938 die Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD) hervorging. KHD gehörte mit seinen Lastwagen und Omnibussen der Marke Magirus-Deutz in den 1950er- bis 70er-Jahren zu den größten Nutzfahrzeugherstellern Deutschlands. Die Westwaggon, ein ebenfalls in Deutz angesiedeltes Unternehmen, wurde 1959 von KHD übernommen. Aus KHD entstand später die heutige Deutz AG.

Weiter gründete zum Beispiel August Horch 1899 in Köln-Ehrenfeld die Firma Horch (A. Horch & Cie.), in der 1901 das erste Serienfahrzeug die Fabrik verließ. Später entwickelte sich daraus mit Zwischenstationen die Firma Audi.

Es befanden sich rund 25 Motorradbauer und Dreiradhersteller sowie über 20 Personenwagenhersteller nebst Lastkraftwagen- und Omnibusfabriken in Köln.[8] Sie versuchten, die Straßen mit Elektro-Benzinantrieb oder mit kombinierten Hybridantrieben zu erobern. Weitere bekannte Pioniere waren Ettore Bugatti (Mülheim), Bernhard und Heinrich Scheele (Bickendorf), Wilhelm Karmann (Melaten) und Ernst Heinrich Geist. Arthur Delfosse war nicht nur Automobilpionier, sondern auch Pionier im Flugzeugwesen und im Industriebereich. Er gründete in Köln-Riehl die erste Flugmotorenfabrik in Deutschland, 1919 folgte die Gründung der Kölner Industrie-Werke und der Kauf des Geländes der Helios AG in Köln-Ehrenfeld für die Produktion von Elektromotoren und Werkzeugmaschinen.

Die Citroën Automobil AG wurde am 8. Januar 1927 in das Handelsregister der Stadt Köln eingetragen und begann in einem Werk in Poll mit der Montage von Autos. Ab 1935 begann durch Handelsbeschränkungen der Nazizeit der Niedergang, ab 1936 bestand nur ein Reparaturwerk, das 1939 als „Feindvermögen“ beschlagnahmt wurde. Das Werk wurde 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ab 1950 startete Citroën zunächst mit einer Verkaufsgesellschaft im Maison Belge; über Gelände an der Sülzburgstraße und Aachener Straße konnte es sich 1959 im Tausch gegen das Gelände in Poll in Porz-Westhoven ansiedeln, das 1975 von Köln eingemeindet wurde.[9] Bis heute ist hier die deutsche Zentrale.

Der größte Arbeitgeber in Köln ist die Ford of Europe GmbH. 1931 verlagerte sie ihren Sitz von Berlin nach Köln, wo sie in Köln-Niehl ein neues Werk unmittelbar am Rhein errichtet hatte. Dieses wurde nach dem Krieg kontinuierlich ausgebaut. Hier ist heute Sitz der Europa-Zentrale. Mit etwa 20.000 Mitarbeitern ist Ford der größte Arbeitgeber der Stadt und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Neben verschiedenen Werken in Köln-Niehl ist hier auch die Entwicklung eines der großen europäischen Ersatzteillager in Köln-Merkenich beheimatet.

Im Jahre 1954 schließlich verlagerte Renault seine Deutschland-Zentrale nach Köln, von wo die Firma 1962 an die Kölner Stadtgrenze nach Brühl umzog.

Seit dem 9. Oktober 1970 befindet sich die Toyota-Vertrieb Gesellschaft (später Toyota Deutschland GmbH) in Köln-Marsdorf. Neben der Zentrale war hier bis Ende 2009 auch der Formel-1-Rennstall Toyota Racing beheimatet. Der Bereich wird fortgeführt von der Toyota Motorsport GmbH (TMG) als ein auf Hochtechnologie spezialisiertes Test- und Entwicklungsunternehmen.[10]

Maschinenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Maschinenbau ist nach der chemischen Industrie und dem Fahrzeugbau die umsatzstärkste Säule im Wirtschaftsraum Köln. Dieser Wirtschaftszweig hat im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Köln derzeit über 17.000 Beschäftigte in über 100 Betrieben und erzielt einen Jahresumsatz von über 3,2 Milliarden Euro.[11]

Seit 1876, als der Otto-Motor in Köln erfunden wurde und sich daraus u. a. die Deutz AG entwickelte, ist Köln Sitz bedeutender Maschinenbauunternehmen. In einigen Bereichen weltweit führend ist die Alfred H. Schütte GmbH & Co KG mit Sitz in Köln-Poll als Hersteller von Werkzeugmaschinen. Die Produkte werden über Tochtergesellschaften und Vertriebspartner weltweit angeboten. In Deutschland vertreibt die Firma auch Produkte ausländischer Werkzeugmaschinenhersteller.

Die Kölnische Maschinenbau AG in Bayenthal wurde am 15. Februar 1856 als erste Aktiengesellschaft des rheinischen Maschinenbaus gegründet.[12] Sie baute u. a. die eiserne Dachkonstruktion für den Kölner Dom, die Flora und den Kölner Hauptbahnhof. Später stellte sie auch Gasbehälter her und wurde deshalb „Laternenfabrik“ genannt.

Über 15 Flugzeugkonstrukteure, Fabrikanten und Flugzeugmotorenbauer zog ab den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts der ehemals größte Flugplatz Deutschlands nach Berlin, der Butzweilerhof, nach Köln an.[13]

Weitere Unternehmen:

Medienwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der 1980er-Jahre setzte in Köln im Maschinenbauwesen und in der Chemie-Industrie eine Wirtschaftskrise ein. Die Arbeitslosigkeit stieg immer mehr an, weshalb die Stadt Köln auf medien- und technologieorientierte Unternehmen setzte. Köln besitzt mit über 30 % den höchsten Produktionsanteil am Fernsehprogramm in Deutschland, alleine der WDR beliefert die ARD mit einem Programmanteil von 21,25 %. Somit ist Köln in der Geschichte des Fernsehens Deutschlands bedeutendste Medienstadt.

So etablierten sich Zentren wie der MediaPark, das Coloneum und die TV-Studios an der Stadtgrenze zu Hürth. Im Bereich Ausbildung in Medien gibt es die Kölner Journalistenschule, die RTL Journalistenschule für TV und Multimedia und eine Außenstelle der Hochschule Fresenius.

Buchverlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Köln ansässige Buchverlage sind Kiepenheuer & Witsch, Bastei Lübbe und VUB Printmedia.

Printmedien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auflagenstärkste Kölner Tageszeitungen sind der überregional bekannte und oft zitierte Kölner Stadt-Anzeiger (321.000 Exemplare) und die Kölnische Rundschau (148.000), beide herausgegeben von der Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg. Mit einer verkauften Auflage von 181.000 Exemplaren ist die Kölner Boulevardzeitung Express die auflagenstärkste Lokalzeitung der Stadt, gefolgt von Bild Köln mit 58.000. Tägliche Kölner Lokalteile finden sich zudem in der taz und in WELT kompakt. Das StadtRevue und die Kölner Illustrierte sind Monatszeitschriften mit Lifestyle- und Kulturinhalten, die Intro ist eine kostenlose, werbefinanzierte Musikzeitschrift. Daneben gibt es diverse Stadtteilzeitungen wie vom Kölner Anzeigenblatt.

Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archivgebäude des WDR in Köln

Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat seit 1926 seinen Sitz in Köln. Er nannte sich zuerst Westdeutsche Funkstunde AG (Wefag) und wurde am 15. September 1924 in Münster gegründet, benannte sich aber dann in „Westdeutsche Rundfunk AG“ (WERAG) um. Seine Hörfunk- und Fernsehstudios befinden sich an mehreren Orten im Stadtgebiet. Der WDR sendet von Köln aus seine Hörfunkprogramme wie das Jugendradio Eins Live. Mit über 3.700 Beschäftigten ist er das größte Medien- und Rundfunkunternehmen der Stadt und die größte Rundfunkanstalt Deutschlands, größer als das ZDF.

Das Deutschlandradio produziert im Funkhaus die bundesweiten Hörfunkprogramme Deutschlandfunk und DRadio Wissen. Der Lokalsender Radio Köln, ein Ableger von Radio NRW, ist mit einem Marktanteil von 20,6 % (Stand 2012) der Marktführer, gefolgt von Eins Live und WDR 2. Das Domradio vom Erzbistum Köln sendet ebenfalls aus Köln und die Privatsender bigFM und RPR 1 aus Rheinland-Pfalz betreiben Studios in der Stadt.

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1988 der private Fernsehsender RTL und seine später hinzugekommenen Töchter RTL 2 und Super RTL sowie der Nachrichtensender n-tv und VOX in Köln sind, sammeln sich Produktionsfirmen wie Brainpool, Bonito TV und Endemol Deutschland mit ihren Studios in Köln. Die Produktionsfirma Magic Media Company in Hürth gehört zu Europas größten TV- und Film-Produktionsgesellschaften und liegt an der Kölner Stadtgrenze.

So entstehen in Köln zahlreiche Fernsehserien wie die Lindenstraße (welche aber in München spielt), Die Anrheiner, Unter uns, Verbotene Liebe und Alles was zählt. Bekannte Shows, die in Köln aufgezeichnet oder live gesendet werden sind unter anderem Deutschland sucht den Superstar, Let’s Dance, stern TV, Wer wird Millionär?, Clever oder Schillerstraße. Auch die TV-Show von Big Brother wird in Köln-Ossendorf aufgezeichnet.[14] Neben diesen stationären Produktionsstandorten ist Köln auch einer der Drehorte für die Krimiserie Tatort mit ständig wechselnden Filmsets sowie für andere Serien. Köln besitzt mit über 30 % den höchsten Produktionsanteil am Fernsehprogramm in Deutschland, alleine der WDR beliefert die ARD mit einem Programmanteil von 21,25 %. Köln ist damit Deutschlands bedeutendste Medienstadt.[15]

Die Infrastruktur mit „Medienzulieferern“ und, wie in der Branche üblich, der großen Anzahl freiberuflicher Medienschaffender und die Kölner Kulturszene, zogen auch 1993 VIVA (seit 1995 mit VIVA PLUS, damals noch VIVA ZWEI) an den Standort Köln. Mittlerweile hat VIVA den Besitzer gewechselt und wird stark umstrukturiert in Berlin weitergeführt. Die Fernsehproduktionsfirma AZ Media TV, die für RTL die trend-Magazine produziert, sitzt ebenfalls in Köln. M. DuMont Schauberg betreibt den Stadtfernsehsender Köln.tv (früher center.tv). Die 1992 gegründete Action Concept Film- und Stuntproduktion GmbH in Hürth ist mittlerweile eine der größten Full-Service-Filmproduktionen für Actionformate (Cobra 11). BBC Germany, das Deutschland-Studio der britischen BBC, befindet sich im MediaPark.

Insgesamt sind in Köln rund 350 Film- und Fernsehproduktionsfirmen sowie mehr als 600 Zulieferunternehmen angesiedelt. Zusammen mit den Fernsehsendern beschäftigen sie rund 25.000 Personen.

Plattenlabels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche in Köln ansässige Firmen (u. a. Sony Music, Zomba Records, Jive uvm.) sind mittlerweile nach Berlin abgewandert, wie auch die Fachmesse für Musik und Entertainment „Popkomm“. Als teilweiser Nachfolger der Popkomm gilt die c/o pop, die sich hauptsächlich der elektronischen Musik verschrieben hat und, wie die Popkomm, parallel zum bis 2005 stattfindenden Ringfest abgehalten wird. Im zentral gelegenen MediaPark hatte bis 2010 die EMI-Tochter Electrola, eines der fünf Major Labels, ihren Hauptsitz; sie zog dann in den Kölner Westen um. Zum Repertoire des Labels gehören unter anderem Bands wie die Beatles. Das kleine Plattenlabel Eigelstein Musikproduktion wurde 1979 gegründet und ist insbesondere bekannt geworden durch seine Veröffentlichungen der Kölner Rockband BAP. Insgesamt sind in der Stadt 20 Plattenfirmen beheimatet.[16]

Finanzwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kölner Finanzwirtschaft setzt sich insbesondere aus Kreditinstituten, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistern zusammen und macht Köln deutschland- und europaweit zu den bedeutendsten Finanzzentren. Banken und Versicherungen sind für die Kölner Wirtschaft bedeutende Wirtschaftszweige. Vom Gewerbesteuer-Anordnungs-Soll in Höhe von 816,4 Millionen Euro (2012) entfielen 131,5 Millionen (oder 16,1 %) auf Versicherungen und 70,95 Millionen Euro auf Banken (8,7 %).

Versicherungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Köln sind rund 26.000 Beschäftigte in der Versicherungswirtschaft tätig. Damit ist Köln nach München der zweitgrößte Versicherungsstandort Deutschlands. Die Versicherungswirtschaft gehört mit rund 17 Prozent des Gesamtsteueraufkommens zu den drei größten Gewerbesteuerzahler in Köln.[17]

Viele Versicherungen haben ihren deutschen Hauptsitz in Köln:

ehemalige:

Kreditinstitute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kölner Banken betreuen heute Kunden mit Sitz in der Region zwischen Aachen und Gummersbach und zwischen Monheim am Rhein und Trier. Köln ist einer der wichtigsten deutschen Standorte für Autobanken, auch alle übrigen Banktypen sind am Bankplatz Köln vertreten. Darunter befinden sich die Filialen der Großbanken und zweier Großsparkassen als Universalbanken, Privatbanken, Spezialbanken, eine Entwicklungsbank und die Filiale der Bundesbank. Allein in der Straße und Umgebung von Unter Sachsenhausen befinden sich 11 Banken oder banknahe Institute. Im Jahre 2013 gab es in Köln 68 Kreditinstitute mit knapp 1.000 Filialen und 14.811 Beschäftigten.[18] Allein die beiden Kölner Großsparkassen gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt.

Dienstleistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Telekommunikation/IT[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logistik/Transport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beratungsleistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tourismus ist für Köln eine wichtige Branche; Köln gehört zu den 25 beliebtesten Städtereisezielen in Europa.[19] Die Stadt verfügt über mehr als 30.000 Betten in rund 300 Beherbergungsbetrieben. Pro Jahr wird Köln von über 5,7 Millionen Gästen besucht, die über 3 Millionen Hotelübernachtungen in der Stadt buchen – und dabei im Mittel 1,7 Tage in der Stadt bleiben.[20] Der Dom allein verzeichnet jährlich mehr als 6 Millionen Besucher.[21] Mehr als 3,5 Millionen Gäste besuchten die Veranstaltungen in Köln (Events, Kulturveranstaltungen und Messen).[22]

Konsumgüter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Textil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebensmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebrauchsgüter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handwerkserzeugnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Energiewirtschaft/Versorger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E WIE EINFACH, bundesweiter Strom- und Gasanbieter
  • RWE Power (früher: Rheinbraun; rd. 5.200 Mitarbeiter in Köln)
  • RheinEnergie (rd. 3.100 Mitarbeiter in Köln)
  • Yello, bundesweiter Strom- und Gasanbieter

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch als Forschungsstandort ist Köln bekannt. Die Max-Planck-Gesellschaft betreibt in Köln vier Institute: für Gesellschaftsforschung, für neurologische Forschung und für Pflanzenzüchtungsforschung. Das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns hat 2013 auf dem Gelände der Universitätsklinik sein neues Institutsgebäude bezogen; es ist eingebunden in das Regionale Life Science Cluster, das sich auf die Erforschung des Alters und altersassoziierter Erkrankungen konzentriert.

Das Institut der deutschen Wirtschaft ist seit 1951 in Köln angesiedelt. Das arbeitgebernahe Wirtschaftsforschungsinstitut leistet in 11 Wissenschaftsfeldern Forschungsarbeit, dabei unter anderem im Bereich Internationale Wirtschaftsordnung, Finanzmärkte und Tarifpolitik. Außerdem hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit zahlreichen Forschungseinrichtungen seinen Hauptsitz im Kölner Südosten, im Stadtteil Porz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Hillen, Peter Rothenhöfer, Ulrich Soénius: Kleine Illustrierte Wirtschaftsgeschichte der Stadt Köln. Köln 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IHK Köln: Wirtschaftsregion Köln 2011 – Statistischer Überblick (Memento des Originals vom 11. Mai 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ihk-koeln.de (PDF; 292 kB)
  2. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: VGRdL Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder. Februar 2011 (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)
  3. IHK Köln: Die beschäftigungsstärksten Unternehmen im IHK Bezirk Köln 2014 (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ihk-koeln.de
  4. P.Krücken GmbH & Co KG. In: www.kruecken.com. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  5. Wirtschaftsregion Köln 2014 (Memento des Originals vom 10. Juli 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ihk-koeln.de. Website der IHK Köln. Abgerufen am 11. Juli 2014.
  6. Daniel Wauben, Die Kölner Chemieregion. Gesamtwerk: Wirtschaftsstandort Köln, Verlag Kommunikation Wirtschaft GmbH, Oldenburg, ohne ISBN , Seite 36 f.
  7. Stadt Köln, Wirtschaftsstandort, Biotechnologie und Life-Science
  8. Technikmuseum Köln: Geschichte
  9. Immo Mikloweit: 125 Jahre Automobiles aus Köln Autos: Motorräder & Flugzeuge. Bachem, Köln 2002, ISBN 3-7616-1344-X, S. 119.
  10. Toyota Motorsport GmbH
  11. Stadt Köln, Wirtschaftsstandort, Maschinen- und Anlagenbau
  12. Albert Gieseler, Dampf- und Kraftmaschinen,Kölnische Maschinenbau AG
  13. Immo Mikloweit: 125 Jahre Automobiles aus Köln Autos: Motorräder & Flugzeuge., S. 156ff, Bachem, Köln 2002, ISBN 3-7616-1344-X.
  14. Über Ehrenfeld
  15. Kulturwirtschaftsbericht Köln – Ausgewählte Branchen und Märkte – „Medien“. S. 20 (PDF; 1,4 MB)
  16. Kölner Branchen, Artikel-Auskunft Plattenfirmen
  17. Daten von 2014, Kölner Rundschau: Köln bleibt zweitgrößter Versicherungsstandort
  18. Industrie- und Handelskammer zu Köln, Branchenprofil: Banken und Versicherungen, Januar 2015
  19. Kölntourismus 2014
  20. Zahlen jeweils für 2014. Kölntourismus 2014
  21. IHK Köln: Wirtschaftsregion Köln 2015, S. 3
  22. Koelntourismus 2014