Barbian

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Dieser Artikel beschreibt die Südtiroler Gemeinde. Für weitere Bedeutungen siehe Barbian (Begriffsklärung).
Barbian
(ital.: Barbiano)
Wappen von Barbian
Barbian (Südtirol)
Barbian
Barbian
Lage von Barbian in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Eisacktal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
1.596/1.629
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
97,53 % deutsch
1,87 % italienisch
0,60 % ladinisch
Koordinaten 46° 36′ N, 11° 31′ O46.611.516666666667830Koordinaten: 46° 36′ N, 11° 31′ O
Meereshöhe: 453–2259 m s.l.m. (Zentrum: 830 m s.l.m.)
Fläche: 24,4 km²
Dauersiedlungsraum: 4,2 km²
Fraktionen: Barbian, Kollmann, Saubach, St. Gertraud
Nachbargemeinden: Kastelruth, Lajen, Ritten, Villanders, Waidbruck
Partnerschaft mit: Kolsass (A)
Postleitzahl: 39040
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021007
Steuernummer: 80005810215
Politik
Bürgermeister (2010): Alfons Klammsteiner (SVP)

Barbian (italienisch Barbiano) ist eine italienische Gemeinde mit 1629 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) im Eisacktal in Südtirol (Region Trentino-Südtirol).

Geographie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Talsohle (auf der Höhe von Kollmann) bis hinauf zum Rittner Horn, welcher der Hausberg Barbians ist und noch im Gemeindegebiet liegt. Neben dem Hauptort, welcher auf einer Hangterrasse auf der rechten Seite des Eisacktals liegt, befinden sich im Gemeindegebiet noch die Ortschaft Kollmann sowie die beiden Weiler Saubach und St. Gertraud.

Geschichte[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Der Name Barbian leitet sich wahrscheinlich vom römischen Landgutbesitzer „Barbius“ ab.[1]

Entstehung[Bearbeiten]

Wann Barbian gegründet wurde, ist nicht bekannt. Durch archäologische Funde wurde aber festgestellt, dass bereits vor den Römern Menschen durch das Gebiet Barbian zogen und sich dort niederließen.[2]

Hochwasserkatastrophe des Jahres 1891 in Kollmann[Bearbeiten]

In der Nacht vom 17. auf den 18. August 1891 wurde die Fraktion Kollmann von dem sonst ruhigen Bach überschwemmt. Durch Hochgewitter im Quellgebiet führte der Bach immer wieder kurzzeitig mehr Wasser als üblich, in dieser Nacht verursachte der Bach jedoch Schäden in ungewohntem Ausmaß. 39 Bewohner kamen ums Leben, etwa 15 weitere Einwohner verloren ihre Höfe. Viele Bewohner von Kollmann verloren ihren ganzen Besitz. Heute gibt es eine Gedenktafel für die Opfer der Katastrophe in Kollmann. [3]

Wasserstreit zwischen den Gemeinden Barbian und Ritten[Bearbeiten]

Schon in den 1930er Jahren gab es Streit um das Wasser, da die Gemeinde Ritten Anspruch auf die Pennleger-Quelle erhob, welche sich auf dem Gemeindegebiet von Barbian befindet. Der Streit um die Quelle begann, als die Pennleger-Quelle „öffentlich“ wurde. Darauf wurde der Gemeinde Barbian versichert, sie müsse sich keine Sorgen um die Quelle machen und suchte nicht um das Wasserrecht an. 1939 suchte die Gemeinde Ritten um die Ableitung der Pennleger-Quelle an. Darauf wehrten sich die Barbianer. Durch den Zweiten Weltkrieg blieb diese Angelegenheit lange Zeit liegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit reichte Barbian das Ansuchen zur Wasserableitung ein, worauf die Streitereien wieder von vorne begannen. Der „Oberste Rat des Ministerium für öffentliche Arbeiten“ entschied, dass 60 % des Wassers an Ritten gehen sollen und 40 % an Barbian. Die Streitigkeiten um das Wasser hörten trotzdem nicht auf. Barbian war mit 40 % des Wassers zufrieden, Ritten wollte jedoch das gesamte Wasser für sich. Beide Gemeinden beanspruchten die Hilfe eines Politikers. Durch den Landesrat Michl Laimer fiel die Entscheidung schnell. Barbian meldete daraufhin wieder Rekurs an und legte die Entscheidung in die Hände der Landesregierung. Durch die Landesregierung kam es zu einem akzeptablen Kompromiss für beide Gemeinden. Die Gemeinde Ritten stellte sich bald darauf gegen diese Entscheidung. Sie beantragte einen Rekurs des Urteils. Diesem wurde aber vom Kassationsgericht nicht stattgegeben und somit war der Wasserstreit vorerst beendet.[4]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen Barbians zeigt drei aneinandergereihte Kirchen auf grün-schwarzem Hintergrund. Der untere Teil des Wappens stellt die frühere Zollstation in Kollmann, mit einem schwarzen Hintergrund dar.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister von Barbian seit 1952[5]
Bürgermeister Von Bis
Anton Rabensteiner 1952 1960
Ambros Rabensteiner 1960 1964
Hermann Rabanser 1964 1969
Anton Rabenstein 1969 1974
Hermann Rabanser 1974 1980
Anton Krapf 1980 2000
Isidor Puntaier 2000 2009
Alfons Klammsteiner 2009 heute

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • der schiefe Kirchturm (bei einer Turmhöhe von etwa 37 m ist die Spitze 1,57 m aus dem Lot)
  • Bad Dreikirchen, kleiner Weiler, in welchem sich drei aneinandergebaute kleine Kirchen befinden
  • Wasserfall (86m im freien Fall)
  • das Heiliggrabkirchlein, unterhalb der Straße von Waidbruck nach Barbian, in der Nähe des Wohlaufhofes
  • die, ursprünglich 1480 unter Erzherzog Sigmund dem Münzreichen als Zollstätte errichtete Friedburg in Kollmann
  • Gotteshaus der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in der Fraktion Kollmann, sie wurde 1588 mit dem Zollhaus errichtet und mehrfach umgebaut, der neugotische Hochaltar von 1894 konnte trotz des Dorfbrandes vom Februar 1938 bis heute erhalten werden
  • in Dreikirchen befinden sich zwei gut erhaltene Häuser des Architekten Lois Welzenbacher

Jakinger[Bearbeiten]

Jakinger heißt die Gemeindezeitung von Barbian. Der Name Jakinger setzt sich aus den Namensanfängen der alten Fraktionen St. Jakob, St. Ingenuin und St. Gertraud zusammen. Er erschien das erste Mal im Jahr 2009. Seitdem wird er jedes Jahr einmal im Januar, April, Juli und Oktober veröffentlicht. Der Jakinger berichtet über Ereignisse und Neuigkeiten in der Gemeinde Barbian. Er wird in der Kirche ausgelegt und kann von dort kostenlos mitgenommen werden.[6]

Vereine[Bearbeiten]

Das Gemeindeleben wird von zahlreichen Vereinen und Ortsgruppen gestaltet. Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über das Vereinsangebot:

  • Alminteressentschaft Mearlboden
  • Amateursportclub ASC Barbian
  • Amateutrsportclub Kollmann ASV
  • AVS Ortsgruppe Barbian
  • Bergrettung Ritten/Barbian
  • Freiwillige Feuerwehr Barbian
  • Imkerverein Barbian
  • Jägerschaft
  • Jugenddienst Klausen
  • Katholische Frauenbewegung KFB Kollmann
  • KJS Kath. Jungschar Südtirol
  • KVW Katholischer Verband der Werktätigen – Barbian
  • KVW Katholischer Verband der Werktätigen – Kollmann
  • Musikkapelle Barbian
  • Musikkapelle Kollmann
  • Seniorenclub Barbian
  • Seniorenclub Kollmann
  • Südt. Katholische Jugend
  • Südt. Kriegs- und Frontkämpfer
  • Südtiroler Bäuerinnenorganisation Barbian
  • Südtiroler Bauernjugend Barbian
  • SVP Ortsgruppe Barbian
  • SVP Ortsgruppe Kollmann
  • Verband der Krippenfreunde Barbian
  • Volksbühne Barbian VB[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barbian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.barbiano.eu/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=221159632&detailonr=221158112
  2. http://www.barbiano.eu/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=221159632&detailonr=221158112
  3. Gafriller, M., Die Hochwasserkatastrophe des Jahres 1891, in: Barbian eine Gemeinde stellt sich vor, S. 115-120, Gemeinde Barbian 2003.
  4. Dorfmann, H., Der Wasserstreit zwischen den Gemeinden Barbian und Ritten, in: Barbian eine Gemeinde stellt sich vor, S. 181-184, Gemeinde Barbian 2003.
  5. Moser, H., Übersicht über die Verwaltung der Gemeinde Barbian von 1942 bis heute, in: Barbian eine Gemeinde stellt sich vor, S. 185-187, Gemeinde Barbian 2003.
  6. http://www.barbian.eu/system/web/zeitung.aspx?menuonr=220693676
  7. http://www.barbiano.eu/system/web/gelbeseite.aspx?typ=8&cmd=az&menuonr=220693639