Olang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Olang
(ital.: Valdaora)
Wappen von Olang
Olang (Südtirol)
Olang
Olang
Lage von Olang in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Pustertal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
3.115/3.099
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
96,47 % deutsch
3,18 % italienisch
0,34 % ladinisch
Koordinaten 46° 46′ N, 12° 2′ O46.76666666666712.0333333333331048Koordinaten: 46° 46′ N, 12° 2′ O
Meereshöhe: 981–2567 m s.l.m. (Zentrum: 1048 m s.l.m.)
Fläche: 48,95 km²
Dauersiedlungsraum: 9,0 km²
Fraktionen: Geiselsberg, Mitterolang, Niederolang, Oberolang
Nachbargemeinden: Bruneck, Enneberg, Prags, Rasen-Antholz, Welsberg-Taisten
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021106
Steuernummer: 81003030210
Politik
Bürgermeister (2010): Reinhard Bachmann (SVP)

Olang (italienisch Valdaora, Dialekt Oaling) ist eine Gemeinde mit 3099 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Nähe von Bruneck im Osten Südtirols (Italien). Das Ortszentrum liegt auf einer Seehöhe von rund 1080 m.

Geographie[Bearbeiten]

Blick von Norden auf Olang: im Vordergrund rechts Mitterolang, links Oberolang; im Hintergrund von links nach rechts Piz da Peres, Furkelpass und Kronplatz

Die Gemeinde Olang befindet sich im von Ost nach West verlaufenden Pustertal. Ihre Hauptsiedlungsflächen liegen im Olanger Becken, einer Talweitung östlich von Bruneck. Südlich davon erhebt sich das insgesamt 48,95 km² große Gemeindegebiet zu den Bergen der Pragser Dolomiten.

Inmitten der Wiesen und Felder des Talgrunds liegen in enger Nachbarschaft – von Nordwest nach Südost – die drei Fraktionen Niederolang (980–1040 m s.l.m.), Mitterolang (1040–1060 m) und Oberolang (1050–1100 m). Die nördlich vorbeifließende Rienz bildet streckenweise die Gemeindegrenze zu Rasen-Antholz. Östlich der drei Ortschaften befindet sich – teilweise schon zur Nachbargemeinde Welsberg-Taisten gehörend – der Olanger Stausee (1055 m).

Gegen Südwesten steigt das Gelände zum Kronplatz (2275 m) an, auf dessen Olang zugewandten Hängen der kleine Ortskern der Fraktion Geiselsberg (1340–1410 m) sowie weitere Weiler und Höfe verstreut sind. Südlich des Olanger Beckens erhebt sich das Gelände zu einer vom Kronplatz durch den Furkelpass (1789 m) getrennten Bergkette. Diese trägt unter anderem den Piz da Peres (2507 m) und die Dreifingerspitze (2479 m) und ist Teil des Naturparks Fanes-Sennes-Prags.

Für den Straßenverkehr erschlossen ist Olang über die Pustertalstraße. Daneben besteht auch eine Passstraße über den Furkelpass ins südwestlich gelegene Enneberg und weiter ins Gadertal. Außerdem besitzt Olang einen Bahnhof an der Pustertalbahn.

Wappen[Bearbeiten]

In Silber ein grüner Schrägrechtsbalken, darin drei goldene Wagenräder. Der grüne Balken zeigt die aufsteigende Flur an, in welcher die drei Orte Nieder-, Mitter- und Oberolang liegen, bezeichnet durch die drei Wagenräder. Verleihung durch Dekret der Regionalregierung Trentino-Südtirols vom 10. Januar 1968.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 985 und 993 wurde Olang als Ôlaga im Traditionsbuch des Hochstifts Brixen erstmals urkundlich erwähnt.[1] Laut Sprachwissenschaftler Egon Kühebacher ist der Name keltischen Ursprungs und bedeutet „Besitz eines Aulos“.[2] Zwischen 1142 und 1155 wurde im Traditionsbuch des Augustinerstifts Neustift bei Brixen die Namensform Olagen bezeugt.[3] 1460 wurde in den Olanger Fluren das „Spitzige Stöckl“ als Pestmahnmal zur Erinnerung an die Pest von 1448 errichtet.

1809 gab es einen Volksaufstand gegen Franzosen und Bayern, der Schützenleutnant Peter Sigmayr wurde am 14. Januar 1810 als Rebell hingerichtet. Die Pustertaler Eisenbahn wurde 1871 als Netzbestandteil der österreichischen Südbahngesellschaft erbaut, was positive Auswirkungen auf den beginnenden Fremdenverkehr hatte. Um 1900 erlebte Olang einen wirtschaftlichen Aufschwung, erste touristische Erfolge waren auf die Heilbäder Bergfall und Schartl sowie einige Gastwirte zurückzuführen. Ein Großbrand vernichtete 1904 fast das ganze Dorf Mitterolang. 1910 wurde das Peter-Sigmayr-Denkmal eingeweiht.

Die erste Aufstiegsanlage der „Olanger Seilbahnen AG“ wurde 1966 am Kronplatz gebaut. 1971 fand die Rennrodel-Weltmeisterschaft auf der Kunstbahn in Olang statt, im selben Jahr wurde das Kongresshaus errichtet. Der Naturpark Fanes-Sennes-Prags wurde 1980 eingerichtet. Im Jahr 2000 fand eine Rodelweltmeisterschaft auf der Olanger Naturbahn statt.

Bildung[Bearbeiten]

In Olang gibt es zwei Kindergärten (Mitterolang, Niederolang) sowie drei Grundschulen (Oberolang, Niederolang, Geiselsberg) und eine Mittelschule (Mitterolang), in die auch die Schüler aus der Nachbargemeinde Rasen-Antholz kommen. In Mitterolang befindet sich auch die Öffentliche Bibliothek Olang, welche über einen großen Bestand an Büchern, Zeitschriften und neuen Medien sowie über öffentliche Internet-Arbeitsplätze verfügt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Marienkirche Oberolang stammt aus dem 15. Jahrhundert, ihr heutiges Äußeres ist auf Umbauten (zuletzt um 1900) zurückzuführen. Die Ägidiuskirche Mitterolang wurde im Jahre 1138 errichtet. Sie birgt eine Reihe bedeutender Kunstwerke aus der Zeit der Spätgotik: Das Hochaltarbild mit der Anbetung der Könige sowie das Christophorus-Fresko an der Außenwand stammen von dem Brunecker Maler Friedrich Pacher; die Fresken an der linken Langhauswand (Letztes Abendmahl, Johannes auf Patmos, Heilige Petrus und Paulus) malte im Jahr 1481 Friedrich Pachers Schüler Simon von Taisten. Weitere Kirchen in Olang sind die neugotische Kirche zum Hl. Wolfgang in Geiselsberg und die Pfarrkirche in Niederolang. 1907 wurde der Bau der jetzigen Pfarrkirche begonnen, bei diesem barocken Umbau handelt es sich um eine Erweiterung der alten romanischen und gotischen Pfarrkirche.

Das Peter-Sigmayr-Denkmal und die Peter-Sigmayr-Gedenkkapelle in Mitterolang erinnern an den Olanger Freiheitskämpfer. Weiters verfügt die Ortschaft über eine Schwefelquelle und den Naturrundweg Schornsteig. Das Peststöckl erinnert an die Pest von 1543.

Sport[Bearbeiten]

Olang ist international als Rodelhochburg bekannt. Der Sportclub Olang wurde 1952 gegründet. Ein großes Ereignis für den S.C. Olang war die WM der Kunstbahnrodler, welche 1971 in Olang ausgetragen wurde. In den 1970er und 1980er Jahren wurden auch dreimal die Europameisterschaften veranstaltet. Man machte sich damit einen Namen in der Rodelszene. Nach weiteren Naturbahnrodelweltcups und der Weltmeisterschaft 2000 wurde vom 15. bis 17. Februar 2008 die Europameisterschaft im Naturbahnrodeln veranstaltet.

Im März 2005 fand die erste Bock-WM am Kronplatz statt, im Jahr 2013 wurde dieses Spektakel zum zweiten Mal in Olang ausgetragen. Beim Rennböckl (auch Rennbock oder Bock) handelt es sich um ein Gefährt, welches in Olang erfunden wurde und aus eine Sitzplatte mit zwei seitlich montierten Griffen besteht, die auf eine Art Kufe oder auf einen abgeschnittenen Ski montiert ist. Gesteuert wird einfach durch Gewichtsverlagerung bzw. auch mit den Beinen.

Im Februar 2014 wurde das actionreiche Red Bull Skicross zum 3. Mal auf der Olanger Seite des Kronplatzes ausgetragen.

Zu den Olanger Sportanlagen zählen unter anderem ein öffentliches Freischwimmbad, vier Tennisplätze, zwei Fußballplätze (Rasen- und Kunstrasenplatz) und eine Driving Range für Golfer. Weiters verfügt Olang über ein Beachvolleyball-Feld, zwei Reiterhöfe, einen Trimm-Dich-Pfad, den Nordic Walking-Park „Kronplatz-Dolomiti“, sowie einen 3D-Bogenparkour.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Theobald Innerhofer: Olang: Eine Gemeinde im Wandel der Zeiten. Bruneck 1984.
  • Hannes Obermair: Bedrohtes Kulturgut vor Ort: Archivbericht aus Geiselsberg, Gemeinde Olang. In: Denkmalpflege in Südtirol 1996, Bozen: Athesia 1997, S. 173-184.
  • Helmut Stampfer: Simon von Taisten und Friedrich Pacher: Überlegungen zu Neufunden in Olang. In: Der Schlern 81, 2007, S. 40-47.
  • Francesco Pozzato: Olang: Impression Eisenbahn. Bozen: Athesia 2007. ISBN 978-88-6011-070-1.
  • Reinhard Bachmann: Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der AVS-Sektion Olang (1958-2008). Olang 2008.
  • Claudia Plaikner, Christian Egger: 100 Jahre Musikkapelle "Peter Sigmair" Olang (1908-2008). Olang 2008.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oswald Redlich: Acta Tirolensia I, Innsbruck 1886, Nr. 17.
  2. Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte, Bd. 1, Bozen 1995, S. 293f.
  3. Max Schrott: Liber testamentorum conventus Neocellensis, Bozen 1967, Nr. 11, 35.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien