Brenner (Gemeinde)

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Brenner
(ital.: Brennero)
Wappen von Brenner
Brenner (Südtirol)
Brenner
Brenner
Lage von Brenner in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Wipptal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2011)
2.089/2.114
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
80,86 % deutsch
18,64 % italienisch
0,50 % ladinisch
Koordinaten 47° 0′ N, 11° 30′ O4711.51098Koordinaten: 47° 0′ N, 11° 30′ O
Meereshöhe: 1057–3267 m s.l.m. (Zentrum: 1098 m s.l.m.)
Fläche: 114,3 km²
Dauersiedlungsraum: 6,1 km²
Fraktionen: Brenner, Brennerbad, Giggelberg, Gossensaß, Pflersch, Pontigl
Nachbargemeinden: Gries am Brenner (A), Gschnitz (A), Neustift im Stubaital (A), Obernberg am Brenner (A), Pfitsch, Ratschings, Sterzing
Partnerschaft mit: Hechendorf am Pilsensee (D) mit der Fraktion Gossensaß
Postleitzahl: 39041
Vorwahl: 0472
ISTAT-Nummer: 021010
Steuernummer: 81006650212
Politik
Bürgermeister (2009): Dr. Franz Kompatscher

Brenner (italienisch Brennero) ist eine italienische Gemeinde mit 2114 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011) in Südtirol, an der Grenze Italiens zu Tirol. Hauptort der Gemeinde ist Gossensaß (italienisch Colle Isarco).

Inhaltsverzeichnis

Name[Bearbeiten]

Weder aus der Römerzeit, noch aus dem frühen Mittelalter ist für den Brenner ein Name überliefert. Das Gebiet hieß einfach „per alpes Rhaeticas” oder „per alpes Noricas”. Das heutige Dorf Brenner hieß im 13. Jahrhundert noch „Mittenwald”. Seit 1288 ist urkundlich „der Hof eines Prennerius” bekannt, 1299 nennt sich der Baumann des Hofes „Chunradus Prenner de Mittenwalde”. Von ihm erhielt das Gebiet den Namen „Prenner”.

Geschichte[Bearbeiten]

Sicht auf das alte Brenner

Der Brennerpass wurde nachweislich seit der Bronzezeit begangen, der Brennerraum um 1000 n. Chr. dauerhaft besiedelt. Um 1400 wurde auch das Brennerbad erstmals urkundlich erwähnt, welches an einer alkalisch eisenhaltigen Thermalquelle errichtet wurde. Durch Zerstörungen infolge von Muren und Lawinen wurde der Betrieb 150 Jahre später aufgelassen. 1607 wurde die Quelle reaktiviert und Zacharias Geizkofler stiftete zwei Badehäuser und eine Kapelle. Erst mit der Anbindung an die Brennerbahn 1869 wurde auch das Badhaus technisiert.

1867 wurde die Brennerbahn fertig gestellt, wodurch der Transit über den Pass einen erneuten Aufschwung nahm. Dem Ingenieur hinter diesem Projekt, Ing. Karl von Etzel, wurde im Bahnhof ein Denkmal gesetzt.

Die Gemeinde Brenner war Teil des Gerichtsbezirkes Sterzing, welches bis zum nördlich des Passes gelegenen Weiler Brennersee reichte. Zollstationen waren in nördlicher Richtung der Luegg, im Süden Lurgges, womit deutlich wird, dass der Pass historisch niemals als Grenze fungierte.

Erstmals im Jahre 1848 wurde von italienischen Nationalisten unter Führung von Giuseppe Mazzini die Forderung nach der Brennergrenze erhoben. Infolge der italienischen Einigung wurden Gebietsforderungen unter dem Schlagwort „vom Brenner bis Triest“ postuliert.

Gossensaß prägen zwei Wirtschaftsperioden im Laufe der Jahrhunderte: der Bergbau im 15. Jhdt. und der Nobeltourismus, durch den Bau der Eisenbahn (1863-1867) angeregt.

Das Pflerschtal prägt seit Jahrhunderten die Landwirtschaft, der Bergbau brachte im Mittelalter Arbeit und Wohlstand in das Tal.

1910 hatte die Gemeinde eine Fläche von 5494 ha und 461 Einwohner.

Nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Grenzstein zwischen Italien und Österreich 47.00646311.505885

Obwohl Italien mit Deutschland und Österreich zu Beginn des Ersten Weltkrieges verbündet war, verhielten sich die Italiener neutral. 1915 wurde von der Entente mit Italien der Londoner Geheimvertrag geschlossen, dessen wichtigster Punkt die Abtretung Südtirols im Falle eines Sieges darstellte. Im Friedensvertrag von St. Germain en Laye wurde schließlich Südtirol bis zur Wasserscheide der rätischen Alpen Italien zugesprochen und im Jahre 1920 annektierte das Königreich das Territorium.

Aufgrund eines Regierungsdekretes wurden im Jahre 1929 die bis dahin selbständigen Gemeinden Brenner, Gossensaß und Pflersch zur Gemeinde Brenner mit Sitz in Gossensaß zusammengelegt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Brenner und die Bahnstrecke stark bombardiert, um die deutschen Truppen in Italien von ihrem Nachschub abzuschneiden.

Wegfall der Zollschranken[Bearbeiten]

Seit dem EU-Beitritt Österreichs, also auch des nördlichen Tiroler Landesteiles, hat die Gemeinde Brenner durch den Abzug der Zollbeamten den Verlust ertragreicher Geschäftsmöglichkeiten, etwa auch durch die Einführung der Europäischen Gemeinschaftswährung, eine tiefgreifende Veränderung durchgemacht. Die alte Grenzstation wurde größtenteils abgebaut. Mittlerweile haben sich die Einwohner auf die neue Brückenrolle ihrer Ortschaft eingestellt und haben eine Umwidmung in einen Tourismus- und Dienstleistungsort begonnen.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Einzelhandel[Bearbeiten]

Markttag am Brenner

Am 5. und 20. jeden Monats (wenn dieser auf einen Sonntag fällt: am Samstag) findet auf dem Marktplatz ein großer Markt statt, wo vor allem Textilien angeboten werden.

Am 30. November 2007 wurde im Dorfzentrum direkt an der Staatsgrenze ein Factory-Outlet-Center eröffnet, das rund 60 Geschäften Platz bietet.

Grenzbahnhof[Bearbeiten]

Wegen unterschiedlichen Bahnstrom-Systemen in Österreich (Wechselstrom) und Italien (Gleichstrom) mussten am Grenzbahnhof Brenner bei einer Fahrt von Österreich nach Italien auf der Brennerbahn die Lokomotiven ausgewechselt werden. Durch den Einsatz von modernen Mehrsystemlokomotiven verliert auch diese Funktion an Bedeutung. Siehe auch: Brennerbahn.

Am Brenner-Grenzbahnhof trafen sich im März 1940 Hitler und Mussolini zu ihrer ersten Konferenz während des Zweiten Weltkriegs. Bei dieser sagte Mussolini Hitler zu, Italien werde an der Seite Deutschlands in den Weltkrieg eintreten. Am 10. Juni (am 10. Mai 1940 hatte die Wehrmacht den Westfeldzug begonnen) erklärte Italien Frankreich (das de facto schon fast besiegt war) und Großbritannien den Krieg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brenner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Brenner – Reiseführer