Leifers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leifers
(italienisch Laives)
Wappen von Leifers
Leifers (Südtirol)
Leifers
Leifers
Lage von Leifers in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Überetsch-Unterland
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
16.933/17.290
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
27,99 % deutsch
71,50 % italienisch
0,51 % ladinisch
Koordinaten 46° 26′ N, 11° 20′ O46.43333333333311.333333333333255Koordinaten: 46° 26′ N, 11° 20′ O
Meereshöhe: 227–1550 m s.l.m. (Zentrum: 255 m s.l.m.)
Fläche: 24,25 km²
Dauersiedlungsraum: 11,0 km²
Fraktionen: Seit, Steinmannwald, St. Jakob
Nachbargemeinden: Bozen, Branzoll, Deutschnofen, Pfatten
Postleitzahl: 39055
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021040
Steuernummer: 80003880210
Politik
Bürgermeister (2010): Liliana Di Fede (PD)

Leifers (italienisch Laives[1]) ist eine Stadt mit 17.290 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) im Südtiroler Unterland in Italien.

Leifers ist die jüngste der acht Städte Südtirols (seit 1985) und – nach Bozen – jene mit dem größten Anteil an Einwohnern mit italienischer Muttersprache.

Geografie[Bearbeiten]

Blick über Leifers (im Vordergrund) nach Norden Richtung Bozen; ganz rechts am Bildrand sind einige Höfe der Bergfraktion Seit erkennbar

Das 24,25 km² Stadtgemeindegebiet von Leifers erstreckt sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Landeshauptstadt Bozen im Unterland, einem Abschnitt des Etschtals im Süden Südtirols. Das auf dem Schuttkegel des Brantenbachs gewachsene Stadtzentrum Leifers (230–290 m s.l.m.), die im 20. Jahrhundert entstandene Wohnsiedlung Steinmannwald (230–310 m) und das direkt an der Stadtgrenze zu Bozen im Norden gelegene St. Jakob (240 m) bilden eine Siedlungskette auf der orografisch linken (östlichen) Talseite. Im Westen, wo das Gemeindegebiet stellenweise die Etsch und den Mündungsbereich des Eisack erreicht, grenzt Leifers an Pfatten, im Süden an Branzoll. Im Osten erhebt sich das zu den Fleimstaler Alpen gezählte Regglberger Plateau, das die Gemeindegrenze zu Deutschnofen trägt und von Leifers aus durch das tief eingeschnittene Brantental gegliedert wird. Auf Regglberger Terrassenverebnungen hoch über St. Jakob finden die verstreuten Höfe der Fraktion Seit (620–1090 m) Platz.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort Leifers im Jahre 1237 (Leiuers).[2] Zu einer eigenständigen Gemeinde wurde Leifers jedoch erst 1819. Aufgrund der Nähe zur Stadt Bozen und den günstigeren Wohnangeboten in Leifers zogen in den vergangenen Jahrzehnten Tausende Einwohner hierher; das rasche Bevölkerungswachstum führte 1985 zur Erhebung von Leifers zur jüngsten Stadt Südtirols.[3] Die rasche Entwicklung vom landwirtschaftlich geprägten Dorf zur Satellitenstadt machte erhebliche Investitionen in die Infrastruktur nötig.

Leifers war bis 1948 durch die Straßenbahn Bozen an die Landeshauptstadt angebunden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die heutigen Einwohner der Stadt können der Sprache und Herkunft nach hauptsächlich in fünf Gruppen unterteilt werden:

  • die traditionelle deutschsprachige Gruppe
  • die traditionelle italienischsprachige Gruppe (historische italienischsprachige Minderheit im Südtiroler Unterland)
  • die in den letzten Jahrzehnten zugewanderte deutschsprachige Gruppe (vor allem aus dem restlichen Südtirol)
  • die zahlenmäßig bedeutendste Gruppe der ebenfalls in den letzten Jahrzehnten (über Bozen) zugewanderten italienischsprachigen Bevölkerung
  • Migranten/innen bzw. Neubürger/innen aus europäischen und außereuropäischen Ländern

Nach der Volkszählung 2011 zählen sich 71,50 % der Einwohner zur italienischen Sprachgruppe, 27,99 % zur deutschen und 0,51 % zur ladinischen Sprachgruppe.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Neue Pfarrkirche Leifers: ein besonderes Wahrzeichen der Stadt Leifers ist der im Jahr 2004 errichtete Zubau zur alten Kirche. Die alte Kirche wurde aber nicht abgerissen, sondern an der Nordwand an drei Stellen (wo sich früher zwei Beichtstühle und der Seiteneingang befanden) geöffnet. Das neue Kirchenschiff wurde im 90-Grad-Winkel angebaut. Der Kirchturm stammt aus dem Jahr 1250, die Kirche wird 1386 in einer Urkunde erstmals schriftlich erwähnt. Seit 1787 steht in der Leiferer Pfarrkirche das Weißensteiner Gnadenbild, eine 16 cm hohe Pietà aus Alabaster.
  • Kapelle Peterköfele: Die in ihren Ursprüngen hochmittelalterliche Kapelle hoch über Leifers war einst Teil der weitgehend abgegangenen Burg Liechtenstein. Burg und Kapelle lagen an der alten Wegeverbindung auf den östlich vorgelagerten Bergrücken des Regglbergs (ehem. Gericht Deutschnofen).

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Staffler: Die Hofnamen von Zwölfmalgreien und Leifers. (Bozner Jahrbuch für Geschichte, Kultur und Kunst 1952). Innsbruck 1952, DNB 458790877.
  • Georg Tengler (Red.): Vom Dorf zur Stadt Leifers: Anfänge – Entwicklung – Chancen. Bozen 1998, OCLC 260090357.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leifers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IPA: /'lajves/
  2. Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte. Bd. 1, Athesia, Bozen 1995, ISBN 88-7014-634-0, S. 219.
  3. Leifers im Tirol Atlas des Instituts für Geographie an der Universität Innsbruck, abgerufen am 2. Februar 2014
  4. Volkszählung 2011, astatinfo Nr. 38 vom Juni 2012, abgerufen am 28. Januar 2013.