Wolkenstein in Gröden

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Wolkenstein in Gröden
(lad.: Sëlva, ital.: Selva di Val Gardena)
Wappen von Wolkenstein in Gröden
Wolkenstein in Gröden (Südtirol)
Wolkenstein in Gröden
Wolkenstein in Gröden
Lage von Wolkenstein in Gröden in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Salten-Schlern
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
2.664/2.657
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
5,15 % deutsch
5,11 % italienisch
89,74 % ladinisch
Koordinaten 46° 33′ N, 11° 46′ O46.55666666666711.7588888888891563Koordinaten: 46° 33′ N, 11° 46′ O
Meereshöhe: 1.400–3179 m s.l.m. (Zentrum: 1563 m s.l.m.)
Fläche: 53,27 km²
Dauersiedlungsraum: 3,1 km²
Fraktionen: Plan
Nachbargemeinden: Abtei (Badia), Campitello di Fassa, Canazei, Corvara, St. Christina in Gröden, St. Martin in Thurn
Postleitzahl: 39048
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021089
Steuernummer: 00411710213
Politik
Bürgermeister (2010): Peter Mussner (SVP)

Wolkenstein in Gröden (ladinisch Sëlva?/i, italienisch Selva di Val Gardena) ist eine italienische Gemeinde mit 2657 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in Gröden (ladinisch Gherdëina) in Südtirol. Zusammen mit St. Ulrich und St. Christina gehört sie zu den drei Gemeinden des Tals, in denen neben Deutsch und Italienisch auch Ladinisch Amtssprache ist.

Geographie[Bearbeiten]

Die 53,27 km² große Gemeinde Wolkenstein nimmt den Talschluss von Gröden sowie ringsum befindliche Gebirgsstöcke der Dolomiten ein. Der Grödner Talgrund, wo sich neben dem Dorfkern (1540–1620 m s.l.m.) auch etwas südöstlich die Fraktion Plan (1580–1620 m) befindet, ist dicht besiedelt; im Westen reicht hier das Wolkensteiner Gemeindegebiet bis knapp vor das Ortszentrum von St. Christina (Santa Cristina), wo der in den Grödner Bach (Derjon) einmündende Cislesbach (Ruf de Cisles) in seinem unteren Verlauf die Gemeindegrenze darstellt.

Nördlich und nordöstlich der Siedlungsflächen umfasst die Gemeinde große Teile der Puezgruppe, die im Naturpark Puez-Geisler unter Schutz gestellt sind. Das bei Wolkenstein seinen Anfang nehmende, unbesiedelte Langental (Val) führt Richtung Nordosten tief in Puezgruppe hinein. Westlich wird das Langental von der Stevia begrenzt, über dem Talschluss erheben sich der Piz Duleda (2909 m), die Puezspitzen (2918 und 2913 m, Pizes de Puez) und der Puezkofel (2725 m, Col de Puez), auf seiner Ostseite zweigen zwei kleinere Seitentäler zur Gardenazza-Hochfläche hin ab, die den Lech de Crespëina (2380 m) trägt. Direkt östlich über Wolkenstein stehen die Cirspitzen (Pizes de Cir), die das Südende der Puezgruppe darstellen und durch das Grödner Joch (2121 m, Jëuf de Frea) von der Sellagruppe getrennt sind.

Im Südosten des Wolkensteiner Gemeindegebiets befinden sich Teile der Sellagruppe mit einer ganzen Reihe an Gipfeln – darunter der Piz Ciavazes (2828 m) und die Sellatürme – und dem Lech dl Dragon (2680 m).

Im Südwesten Wolkensteins erhebt sich – von der Sellagruppe im Osten durch das Sellajoch (2240 m, Jëuf de Sela) getrennt – die Langkofelgruppe. Hier befinden sich die höchsten Gipfel auf Gemeindegebiet: der Langkofel (3181 m, Saslonch), die Fünffingerspitze (2996 m) und die Grohmannspitze (3126 m).

Verkehrstechnisch erschlossen ist die Gemeinde in erster Linie durch die Grödner Straße. Diese führt vom westlich gelegenen Eisacktal aus über St. Ulrich (Urtijëi) – dem Zentrum von St. Christina mit der Umfahrungsstraße im Süden ausweichend – nach Wolkenstein und ist ganzjährig befahrbar. Daneben ist der Ort über zwei Passstraßen erreichbar, deren Öffnung jedoch von der Schneelage abhängig ist: In östliche Richtung überwindet eine Straße das Grödner Joch nach Corvara im Gadertal (Val Badia), in südliche das Sellajoch nach Canazei (Cianacèi) im Fassatal (Fascia).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hauptwirtschaftszweig ist mit 8.000 Gästebetten und ca. 1.000.000 Nächtigungen pro Jahr der Fremdenverkehr, der daher auch das Dorfbild massiv prägt. Besonders wichtig ist (wie auch in den anderen Grödner Gemeinden) der Wintersport. Wolkenstein ist einer der Einstiegsorte für die Sellaronda, der Umrundung per Ski des Sellamassivs.

Wolkenstein im Jahr 2005 mit dem Sellastock im Hintergrund

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche „Maria Hilf“
  • Die Sylvester-Kapelle im Langental mit über 300 Jahre alten Fresken über das Leiden Jesu.
  • Bis 1960 war der Ort durch die Grödnerbahn mit St. Ulrich und Klausen verbunden. Die Grödnerbahn wurde hauptsächlich von russischen Kriegsgefangenen gebaut, die im Ersten Weltkrieg als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Heute ist die ehemalige Trasse zum Wander- und Fahrradweg ausgebaut, zahlreiche Denkmäler und historische Bilder am Weg erinnern an die Bau- und Betriebszeit.
  • Die Burgruine Wolkenstein am Eingang des Langentals in der Felswand.

Wandern, Klettern, Bergsteigen[Bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe zum Ort befindet sich rechts vom Eingang ins Langental hinter der Militärschule ein kleiner Klettergarten. Seine leichten Routen sind sehr gut abgesichert und ermöglichen es auch dem Anfänger sich sicher im Fels zu üben. Daneben gibt es mehrere Klettersteige und zahlreiche Wanderwege

Sport[Bearbeiten]

Wolkenstein besitzt ein Eisstadion und eine Langlaufloipe im Langental. Gröden war 1970 Austragungsort der alpinen Skiweltmeisterschaft, mit der Dantercepies-Piste in Wolkenstein.

Söhne und Töchter Wolkensteins[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Mussner: Nosta Sëlva, Cunsëi de furmazion de Sëlva, 2010. (Ladinisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolkenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien