Pfitsch

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Pfitsch
(ital.: Val di Vizze)
Wappen von Pfitsch
Pfitsch (Südtirol)
Pfitsch
Pfitsch
Lage von Pfitsch in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Wipptal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
2.619/2.875
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
90,98 % deutsch
8,94 % italienisch
0,08 % ladinisch
Koordinaten 46° 54′ N, 11° 28′ O46.911.466666666667948Koordinaten: 46° 54′ N, 11° 28′ O
Meereshöhe: 943–3509 m s.l.m. (Zentrum: 948 m s.l.m.)
Fläche: 142,00 km²
Dauersiedlungsraum: 11,7 km²
Fraktionen: Kematen, St. Jakob, Wiesen
Nachbargemeinden: Brenner, Finkenberg (A), Freienfeld, Gries am Brenner (A), Mühlbach, Mühlwald, Sterzing, Vintl, Vals (Tirol)
Partnerschaft mit: Altdorf, bei Nürnberg (DE), Landkreis Cuxhaven (DE)
Postleitzahl: 39049
Vorwahl: 0472
ISTAT-Nummer: 021107
Steuernummer: 81005910211
Politik
Bürgermeister (2010): Dr. Johann Frei (SVP)

Pfitsch (italienisch Val di Vizze) ist eine der nördlichsten Gemeinden von Südtirol in Italien mit 2875 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Die Gemeinde erhielt ihren Namen vom Pfitscher Tal, in dem sie liegt. Ihr Hauptort ist Wiesen am Eingang des Tals.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Pfitsch befindet sich im Norden Südtirols und nimmt dort das gesamte Pfitscher Tal sowie die umliegenden Berge ein. Das Pfitscher Tal – vom Pfitscher Bach durchflossen – zweigt bei Sterzing vom Wipptal in nordöstliche Richtung ab und führt über 20 km in die Zillertaler Alpen hinein, bevor es am Pfitscher Joch (2246 m s.l.m.) endet. Die Gemeindefläche beträgt 142,00 km².

Die Gemeinde ist in die drei Fraktionen Kematen, St. Jakob und Wiesen gegliedert, die wiederum eine ganze Reihe kleinerer Dörfer und Weiler umfassen, etwa Flains, Moos, Burgum, Schmuders, Tulfer, Kematen, St. Jakob, Stein, Maibad, Ried, Rain, Grube, Kinzen, Wiesen und Bahnhof.

Blick vom Pfitscher Joch in südwestliche Richtung ins Pfitscher Tal

Der Hauptort der Gemeinde ist Wiesen (940–970 m) am Talausgang vor dem Sterzinger Becken. In dieser Gegend stößt das Pfitscher Gemeindegebiet bis an den Eisack und somit unmittelbar an das Sterzinger Stadtzentrum, wodurch etwa der Sterzinger Bahnhof eigentlich in Pfitsch liegt. Im Süden bildet hier der Pfitscher Bach in seinem letzten Teilstück vor der Einmündung in den Eisack die Grenze zur Nachbargemeinde Freienfeld. Kematen liegt grob in der Mitte des Pfitscher Tals, während St. Jakob die höchstgelegene Fraktion ist.

Das erste Teilstück der Berge, die das Pfitscher Tal im Nordwesten und Norden begrenzen, ist der Tuxer Kamm. Zu den bedeutendsten Gipfeln hier zählen die Weißspitze (2714 m), das Hühnerspiel (2790 m), die Rollspitze (2776 m), die Kalkwandstange (2386 m), die Flatschspitze (2570 m) und der Wolfendorn (2776 m). Das Schlüsseljoch (2212 m) zwischen Kalkwandstange und Flatschspitze bildet einen Übergang nach Brennerbad in der Gemeinde Brenner. Ab dem Wolfendorn wird der Gebirgszug nördlich über dem Pfitscher Tal, der nun auch die italienisch-österreichische Staatsgrenze trägt, zum Alpenhauptkamm gerechnet. Nach dem Kraxentrager (2999 m), der Hohen Wand (3289 m) sowie dem Einschnitt des Pfitscher Jochs, der das Pfitscher Tal mit dem Zamser Grund in Nordtirol verbindet, steigt der Kamm nach Osten hin weiter an. Im äußersten Osten des Gemeindegebiets befinden sich mit der Hochfernerspitze (3463 m), dem Hochfeiler (3509 m) und dem Hohen Weißzint (3371 m) die höchsten Gipfel von Pfitsch. Am Hohen Weißzint löst sich ein nach Südwesten streichender Kamm, der das Pfitscher Tal südseitig begrenzt und zu dem von dort mehrere kurze Seitentäler vordringen. Der erste kurze Abschnitt dieses Gebirgszugs zwischen Hohem und Niederem Weißzint bildet die Gemeindegrenze zu Mühlwald im Mühlwalder Tal. In der Folge trennt der Kamm auf der Höhe von Rotem Beil (2949 m) und Grabspitze (3062 m) Pfitsch vom zur Gemeinde Vintl gehörenden Pfunderer Tal, sowie auf der Höhe der Wilden Kreuzspitze (3135 m) vom zur Gemeinde Mühlbach gehörenden Valler Tal. Südwestlich der Wilden Kreuzspitze verliert der Gebirgszug immer mehr an Höhe und läuft – zuletzt die Gemeindegrenze zu Freienfeld tragend – zum Wipptal hin aus.

In Pfitsch gibt es keine bedeutenden Stillgewässer, jedoch eine Reihe kleinerer Bergseen an den nördlichen Talflanken, darunter die Hatzlacke (1850 m), den Grafsee (1999 m) und die Pfitscher-Joch-Seen (über 2200 m).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlung des Gemeindegebietes geht bis in die Römerzeit zurück, denn bereits um 600 n. Chr. dürften die heutigen Siedlungen Flains, Tulfer und Kematen bestanden haben. Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde geht aus einer Schenkungsurkunde des Jahres 827 n. Chr. hervor.

Um 1070 kam es zu einem Felssturz, durch welchen der See, welcher das hintere Tal bis dahin ausfüllte, entleert wurde. Dadurch wurde auch der hintere Teil des Tales bewohnbar.

Rund hundert Jahre später, im Jahre 1186, wurden dann auch die restlichen Fraktionen und Orte in einer päpstlichen Urkunde erwähnt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten]

Der aktuelle Gemeinderat und der amtierende Bürgermeister wurden im Mai 2010 gewählt. Dabei wurde der bereits seit 2000 als Bürgermeister amtierende Kandidat Dr. Johann Frei bei drei Gegenkandidaten mit 54,4 % (819) der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.

Der neu gewählte Gemeinderat, welcher 15 Sitze umfasst, setzt sich wie folgt zusammen[1]:

Blick auf Wiesen

Südtiroler Volkspartei (8): Frei Johann (Bürgermeister), Ainhauser Delueg Renate, Gasser Johann, Graus Werner, Gufler Stefan, Pupp Andreas, Schwärzer Stefan, Walter Simon

Die Freiheitlichen (2): Kasslatter Maximilian, Volgger Karl

Lista Civica Val Di Vizze (1): Bussola Renato

Gemeinsam für Wiesen-Pfitsch (4): Astenwald Erwin, Bacca Silvia, Mair Arnold, Seppi Wilhelm

Bürgermeister seit 1926[Bearbeiten]

Faschistische Amtsbürgermeister (podestà), ehemalige Gemeinde Pfitsch:

  • 1926–1929 Ing. Giuseppe Vandoni
  • 1929–1930 Lodovico Merelli
  • 1930–1931 Manlio Trabalza

ehemalige Gemeinde Wiesen:

  • 1926–1928 Johann Weissteiner
  • 1928 Dott. Leopoldo Traversi
  • 1929 Dott. Leonardo Magi
  • 1930–1931 Cav. Achille de Cadillac

1931 wurden die Gemeinden Wiesen und Pfitsch zur Gemeinde Pfitsch zusammengelegt Faschistische Amtsbürgermeister (podestà) und kommissarische Bürgermeister:

  • 1931–1938 Cav. Achille de Cadillac
  • 1938–1940 Cav. Francesco del Chicca
  • 1940–1943 Cav. Enrico Schievano
  • 1943–1944 Alois Kortleitner

Gewählte Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg:

  • 1945–1952 Johann Bacher
  • 1952–1977 Johann Bacher
  • 1977–2000 Johann Pupp
  • seit 2000 Johann Frei

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat 2875 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013), diese gehören laut Volkszählung von 2011 zu 90,98 % der deutschen, zu 8,94 % der italienischen und zu 0,08 % der ladinischen Sprachgruppe an.

Bildung[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet von Pfitsch befinden sich zwei Grundschulen in Wiesen und Kematen, die beide dem deutschen Schulsprengel der Nachbargemeinde Sterzing III angeschlossen sind.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen besteht aus einem schwarzen Grund auf dem ein Bergkristall dargestellt ist. Dies steht für den ehemals betriebenen Bergbau, das Kristallreichtum und das dunkle Schiefergestein. Das Hufeisen ist dem Wappen eines ehemaligen örtlichen Gerichtsherrn entnommen. Der grüne Grund symbolisiert den Ortsteil Wiesen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfitsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gemeinderatswahlen 2010 Gemeinde Pfitsch
  2. Schulsprengel Sterzing III. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 25. Oktober 2014.