St. Martin in Passeier

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St. Martin in Passeier
(ital: San Martino in Passiria)
Wappen von St. Martin in Passeier
St. Martin in Passeier (Südtirol)
St. Martin in Passeier
St. Martin in Passeier
Lage von St. Martin in Passeier in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
3.091/3.171
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
99,10 % deutsch
0,86 % italienisch
0,03 % ladinisch
Koordinaten 46° 47′ N, 11° 14′ O46.78440611.226536598Koordinaten: 46° 47′ N, 11° 14′ O
Meereshöhe: 457–2868 m s.l.m. (Zentrum: 598 m s.l.m.)
Fläche: 30,5 km²
Dauersiedlungsraum: 5,6 km²
Fraktionen: Christl, Flon, Kalmtal, Matatz, Quellenhof, Ried, Saltaus, St. Martin i.P.
Nachbargemeinden: Moos in Passeier, St. Leonhard in Passeier, Riffian
Postleitzahl: 39010
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021083
Steuernummer: 82003270210
Politik
Bürgermeister (2010): Rosmarie Pamer (SVP)

St. Martin in Passeier (italienisch San Martino in Passiria) ist eine Gemeinde und Ortschaft in Passeier in Südtirol (Italien) mit 3171 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012).

Lage[Bearbeiten]

St. Martin in Passeier

St. Martin liegt zentral in Passeier etwa 16 km von der Stadt Meran entfernt. Die einzelnen Ortschaften (Fraktionen) erstrecken sich über mehr als 10 km Gemeindegebiet. Die Hauptverkehrsstraße SS 44 verläuft taleinwärts parallel zur Passer bis zum Hauptort der Nachbargemeinde St. Leonhard in Passeier an der Einmündung des Wannser Tals, wo sich die Routen zum Timmelsjoch (Hinterpasseier) und zum Jaufenpass teilen.

Fraktionen[Bearbeiten]

Hauptort St. Martin[Bearbeiten]

Malerhaus St. Martin

Der Hauptort St. Martin entstand im Mittelalter am westlichen Passerufer rund um eine bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnte (heute barock umgestaltete) Pfarrkirche. Der geschlossene Ortskern zeichnet sich durch Zunfthäuser mit teilweise bemalten Fassaden aus, in denen sich heute Gaststätten und Geschäfte befinden.

Sitz der Passeirer Malerschule, eine Kunstschule für barocke Fresken- und Fassadenmalerei (1719 bis 1845), war das so genannte Malerhaus mit Mantelteilungs-Fresko des namensgebenden Lokalheiligen an der Außenwand. Begründer dieser Malerschule waren Vater und Sohn Nikolaus Auer, im gesamten Passeier Tal als Freskomaler tätige Schüler Josef Haller sowie Vater und Sohn Benedikt Auer.

Ein kleines Heimatmuseum dokumentiert historische Arbeitsgeräte im bäuerlichen Haushalt und auf dem Feld.

Der wehrhaft wie eine Burg gestaltete Schildhof Steinhaus liegt am Hang oberhalb des Ortszentrums.

Schildhof Saltaus

Saltaus[Bearbeiten]

Saltaus (it. Saltusio) ist die südlichste Fraktion der Gemeinde mit rd. 350 Einwohnern in 500 m Höhe rd. 9 km von Meran; vom Kernort liegt sie noch 7 km entfernt. Als Talstation der Seilbahn auf das Höhenplateau unterhalb des Hirzer (2.781 m) ist sie Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderwege auf den Almen rund um die Bergstation (rd. 2.000 m) sowie die Besteigung der Hirzerspitze. Der Name leitet sich ab von lat. saltus (= die Schlucht), die möglicherweise schon den Römern bekannt war, die einen Verbindungsweg zum Jaufenpass angelegt hatten.

Der heute zu einem Hotel umfunktionierte Schildhof aus dem 12. Jahrhundert war im Mittelalter Zollstation der Grafen von Tirol. Von den 11 in Passeier erhaltenen Residenzen der durch Waffendienste privilegierten und in den niederen Adel gehobenen Bauern ist dieser der älteste.

Die touristische Infrastruktur von Saltaus umfasst vom Campingplatz über Pensionen, Ferienwohnungen bis zu Hotels der mittleren und gehobenen Klasse ein breites Angebot.

Quellenhof[Bearbeiten]

Golfplatz Passeiertal, Loch2, mit Blick Richtung St. Leonhard

Die Fraktion Quellenhof (it. Sorgente) ca. 2 km talaufwärts ist eine von zwei Familien-Hotelkomplexen der gehobenen Klasse dominierte Feriensiedlung mit 4-Loch-Golfplatz, Reiterhof und Wellness-Fazilitäten. Nördlich dieser Hotelsiedlung erstreckt sich an den Wiesenhängen östlich der Passer sowie im Talgrund entlang des Flusses ein anspruchsvoller 18-Loch-Golfplatz mit 7 Teichen, Übungsanlagen, Clubhaus und Restaurationsbetrieben.

Nahe am Golfplatz zweigt die Stichstraße auf die Pfandleralm ab. Diese ist dadurch bekannt geworden, dass sich der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer im Januar 1810 in den letzten Wochen vor seiner Gefangennahme in einer Holzhütte versteckt hielt; dort wurde er von einem Bauern gefunden und verraten. Die Alm ist bis zu einem Hotel auf ca. 1.000 m Höhe mit dem Auto zugänglich; von dort aus erreicht man die historisch bedeutsame Stelle in 1.345 m Höhe zu Fuß in ca. 1 Stunde. Über die Pfandleralm verläuft der Europäische Fernwanderweg E5, vom Timmelsjoch kommend, weiter über den Hirzer und Meran nach Italien hinein.

Eine gemeindepolitische Besonderheit liegt darin, dass die östlich der Passer gelegenen Infrastrukturen (Hotels, Gasthäuser und Golfclub) zum Gemeindegebiet von St. Leonhard in Passeier gehören, obwohl sie geographisch als zum Quellenhof gehörig empfunden werden.

Kalmtal[Bearbeiten]

Die Fraktion Kalmtal (it. Valclava) liegt abseits der Durchgangsstraße SS 44, von Meran aus gesehen 2 km vor dem Hauptort St. Martin durch eine Stichstraße links westlich der Passer erschlossen. Die Fraktion besteht aus mehreren Weilern (Kalbe, Abl, Tschagg, Schupfe, Unter- und Oberbach, Steinwandt, Grube) mit insgesamt ca. 50 Wohnhäusern. Magdfeld gehört auch geographisch zu den Weilern des Kalmtals, liegt aber auf dem Gemeindegebiet von Riffian.

Die Einwohnerzahl hat im Kalmtal in den letzten zehn Jahren stetig zugenommen. So zählt das Tal 314 Einwohner (Volkszählung 2001).

Das Tal ist sonnenseitig gelegen und wird von Wiesen und Wäldern überzogen. Ein breites Netz von Wanderwegen erschließt die Almen und Bergkämme oberhalb des Tals mit dem stillen Faglsee auf rd. 2.100 m Höhe.

Fraktionen in Hochlagen[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet liegen ferner die Fraktionen

  • Breiteben (it. Pianlargo)
  • Christl (it. Cresta)
  • Flon (it. Vallone)
  • Matatz (it. Montaccio) und
  • Ried (it. Novale)

sonnenseitig an den Hängen in über 1.000 m Höhe westlich des Passeiertals. Christl und Matatz liegen am Meraner Höhenweg rund um die Texelgruppe. Diese Fraktionen haben vor allem Bedeutung als Unterkünfte und Zwischenstationen für Wanderer auf dem über 80 km langen Fernwanderweg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Bürgermeister seit 1927[Bearbeiten]

1927 wurde im Faschismus St. Martin mit St. Leonhard zusammengelegt und gehörte fortan zu St. Leonhard.
Faschistische Amtsbürgermeister (podestà) und kommissarische Bürgermeister:

  • 1927–1934 Umberto Mattiussi
  • 1934–1935 Giovanni Galletti
  • 1935 Diego Vesi
  • 1935–1936 Sebastiano Renda
  • 1936 Ennio Albieri
  • 1936–1938 Silvio Battistella
  • 1938–1945 Matthias Raffl sen.
  • 1945–1952 Eduard Delucca
  • 1952–1953 Johann Delucca

1953 wurde St. Martin von St. Leonhard wieder abgetrennt und ist seitdem wieder eine eigene Gemeinde.
Gewählte Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg:

  • 1953–1965 Johann Ennemoser
  • 1965–1975 Ignaz Auer
  • 1975–1980 Josef Haller
  • 1980–1993 Josef Pichler
  • 1993–2010 Hermann Pirpamer
  • seit 2010 Rosmarie Pamer

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Martin in Passeier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien