Margreid

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Margreid an der Weinstraße
(ital.: Magrè sulla Strada del Vino)
Wappen von Margreid an der Weinstraße
Margreid an der Weinstraße (Südtirol)
Margreid an der Weinstraße
Margreid an der Weinstraße
Lage von Margreid an der Weinstraße in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Überetsch-Unterland
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
1.281/1.274
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
84,33 % deutsch
15,22 % italienisch
0,45 % ladinisch
Koordinaten 46° 17′ N, 11° 13′ O46.28844811.210346241Koordinaten: 46° 17′ N, 11° 13′ O
Meereshöhe: 207–1260 m s.l.m. (Zentrum: 241 m s.l.m.)
Fläche: 13,86 km²
Dauersiedlungsraum: 5,7 km²
Fraktionen: Unterfennberg
Nachbargemeinden: Neumarkt, Kurtatsch, Kurtinig, Roverè della Luna (Eichholz, TN), Salurn
Partnerschaft mit: Ottobrunn bei München
Postleitzahl: 39040
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021045
Steuernummer: 80010550210
Politik
Bürgermeister (2010): Theresia Degasperi Gozzi (SVP)

Margreid an der Weinstraße (italienisch Magrè sulla Strada del Vino) ist eine Gemeinde mit 1274 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) im Südtiroler Unterland (Italien).

Das bauliche Erscheinungsbild des Ortes lässt dessen bäuerlich bestimmtes Gepräge erkennen. Noch heute spielen Obst- und Weinbau im von der Südtiroler Weinstraße durchquerten Margreid eine bedeutende Rolle.

Geographie[Bearbeiten]

Ansicht des Ortskerns von Margreid

Die Gemeinde Margreid, insgesamt 13,86 km² groß, liegt grob in der Mitte zwischen Bozen und Trient im Unterland, einem Abschnitt des Etschtals im Süden Südtirols. Das Gemeindezentrum (210–240 m s.l.m.) befindet sich auf der westlichen, orographisch rechten Talseite auf dem flachen Schwemmkegel des Fenner Bachs. Der zu Margreid gehörende Abschnitt der Talsohle erstreckt sich zu kleinen Teilen auch bis zum Ostufer der Etsch und grenzt an die Gebiete der Nachbargemeinden Salurn, Neumarkt, Kurtinig und Salurn.

Unmittelbar südöstlich hinter dem Gemeindezentrum erhebt sich der Fennberg, ein dem Mendelkamm (Teil der Nonsberggruppe) vorgelagerter Plateauberg. Der Fennberg, dessen nach Süden abfallende Flanke die Grenze zu Roverè della Luna im Trentino trägt, bildet mit dem südöstlich gegenüberliegenden Geier die Salurner Klause, die Südgrenze Südtirols und des deutschen Sprachraums. Während die nördliche Hälfte des Hochplateaus zu Kurtatsch gehört, befindet sich der Südteil mit den verstreuten Höfen der Fraktion Unterfennberg und dem Fennberger See (1034 m) auf dem Gemeindegebiet von Margreid.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Margreid wurde 1181 erstmals urkundlich unter dem Namen „Margredum“ erwähnt. 1215 tauchte schon der heutige italienische Name „Magrè“ in den Urkunden auf. Namen, von denen die heutige, deutsche Ortsbezeichnung wohl stammt („Margrid“ und „Margreit“), wurden 1292 erstmals erwähnt. Der erste schriftliche Eintrag zur Pfarrkirche stammt aus dem Jahr 1343, 1370 wird dieselbe erweitert. 1513/14 wurde der Turm der Pfarrkirche um zwei Stockwerke erhöht, 1526/30 wurden die reich verzierten „Löffler“-Glocken gegossen. Zu Beginn des 16. Jhd. werden Stilformen der deutschen Gotik erkennbar, später beeinflusste die Renaissance aus dem Süden den bisherigen Baustil. Die heutige Pfarrkirche von Margreid wurde 1618 gebaut, da die alten Pfarrkirche der Gemeinde zu wenig Platz bot (die gotische Kirche wurde abgerissen, die Pfarrkirche der Hl. Gertraud geweiht). Bis 1640 gehörte Margreid zur Pfarrei St. Florian, jenseits des Etsch (heute Neumarkt). 1774 wurde unter Leitung von Ing. v. Zallinger der Talboden entsumpft und fruchtbar gemacht. 1779 wurden Margreid und Kurtatsch mit Tramin vereinigt und den Grafen Zenobio zum Lehen gegeben. Im Jahr 1895 wird in Margreid Karl Felderer, der Komponist des Bozner Bergsteigerliedes, geboren. 1968 wurde der Gemeinde ihr Wappen verliehen: die Schildfarben entsprechen dem Wappen des einstmals ansässigen Geschlechtes „Ob der Platten“, das Horn scheint bereits im Gemeindesiegel von 1780 auf. Die Schutzpatronin von Margreid ist die Hl. Gertraud, dementsprechend ist der Kirchtag der 17. März.

Margreid gehörte bis 1913 zum Gerichtsbezirk Kaltern und wurde per 1. Jänner 1914 dem Gerichtsbezirk Neumarkt in Tirol zugeschlagen. Diesem gehörte die Gemeinde bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum als Teil des Bezirks Bozen an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Nähe der Sprachgrenze zum Trentino gelegen, ist der südliche Stileinfluss in der Architektur unverkennbar - geschwungene Gassen, Torbögen und Bauten sowie gotische Erker, sieben steinerne Dorfbrunnen und steingerahmte Rundbogenfenster mit schmiedeeisernen Gittern machen den Einfluss des Südens sichtbar. Die älteste datierte Weinrebe Europas (1601) beim Augustin-Haus in der Grafengasse trägt noch immer Früchte. Sie ist als Naturdenkmal ausgewiesen.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Geburtshaus von Karl Felderer, Verfasser des Südtiroler Heimatliedes "Wohl ist die Welt so groß und weit ..."
  • Pfarrkirche St. Gertraud: Der Kirchturm und das Kirchenschiff sind durch die Johann-Steck-Straße voneinander getrennt.[1]

Galerie[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Martin Schweiggl: An der südlichen Weinstraße: Tramin, Kurtatsch, Margreid, Kurtinig. Land und Leute zwischen Kalterer See und Salurner Klause. In: Südtiroler Gebietsführer. Band 17, Athesia, Bozen 1978, ISBN 978-88-7014-055-2 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Margreid an der Weinstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Margreid-St.Gertraud