Feldthurns

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Feldthurns
(ital.: Velturno)
Wappen von Feldthurns
Feldthurns (Südtirol)
Feldthurns
Feldthurns
Lage von Feldthurns in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Eisacktal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
2.742/2.781
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
98,33 % deutsch
0,91 % italienisch
0,76 % ladinisch
Koordinaten 46° 40′ N, 11° 36′ O46.66666666666711.6850Koordinaten: 46° 40′ N, 11° 36′ O
Meereshöhe: 542–2436 m s.l.m. (Zentrum: 850 m s.l.m.)
Fläche: 24,8 km²
Dauersiedlungsraum: 6,2 km²
Fraktionen: Dorf, Garn, Schnauders, Schrambach, Tschiffnon
Nachbargemeinden: Brixen, Klausen, Vahrn, Villnöss
Partnerschaft mit: Amras
Postleitzahl: 39040
Vorwahl: 0472
ISTAT-Nummer: 021116
Steuernummer: L724
Politik
Bürgermeister (2009): Konrad Messner (SVP)

Feldthurns (italienisch Velturno) ist eine italienische Gemeinde mit 2781 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) im mittleren Eisacktal in Südtirol und liegt ca. 8 km südlich von Brixen.

Geografie[Bearbeiten]

Blick über den Ortskern

Lage[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet erstreckt sich rechts der Eisack von der Talsohle bis zu den Gipfeln der westlichen Sarntaler Alpen (Garner Fotschella, 2190 m) über eine Fläche von 24,8 km². Neben dem Dorfzentrum, das sich auf einer ostexponierten Mittelgebirgsterrasse befindet, umfasst das Siedlungsgebiet zahlreiche weitere kleine Dörfer, Weiler und Einzelhöfe. Diese erreichen eine Höhe von bis zu 1200 m.[1] Das Gemeindegebiet erstreckt sich 6 km in nord-südlicher und 7 km in west-östlicher Richtung.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst neben dem Hauptort Feldthurns-Dorf noch die weiter oben gelegenen Fraktionen Garn und Schnauders, außerdem Tschiffnon nördlich sowie Untrum, Pedratz und Schrambach unterhalb des Dorfes.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wahrzeichen von Feldthurns sind die 3336 Kastanienbäume.

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Velthurns[Bearbeiten]

Das Schloss Velthurns ist ein historisches Baudenkmal der besonderen Art. Es entstand um 1580 als Sommerresidenz für den Brixner Fürstbischof Johann Thomas von Spaur. Als sehenswert gelten Vertäfelungen, Einlegearbeiten, geschnitzte Portale und Holzdecken, Arbeiten, die zu den bedeutendsten Kunstschreinereien der Renaissance im süddeutschen Raum zählen. Als bestes Werk gilt die vergoldete Kassettendecke im Fürstenzimmer mit ihrer feinen Intarsiatur. Dem Schloss war einst auch eine Voliere angeschlossen, die zudem als Hirschgarten diente. Bis zur Säkularisation um 1803 war das Schloss Sommersitz der Bischöfe von Brixen. Danach war es kaiserlicher Besitz, ging später in private Hände über und wurde schließlich von Johannes II., dem Fürsten von und zu Liechtenstein, der Stadt Bozen geschenkt. Am 18. Juni 1978 ging es in den Besitz des Landes Südtirol über. Im Erdgeschoss beherbergt das Schloss ein Heimatmuseum und ein archäologisches Museum.

Pfarrkirche zu Maria Himmelfahrt[Bearbeiten]

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Die heutige Pfarrkirche geht zurück auf eine kleine Marienkapelle im 12. Jh., die in der Nähe des Pflegerbühels stand. Um 1170 wurde dieses Kirchlein zur Pfarrkirche erhoben.

Matthias Punter aus Vahrn begann um 1499 die Kirche zu vergrößern. Zehn Jahre später wurde sie vollendet und 1515 geweiht. Durch die ständig wachsende Bevölkerung wurde die Kirche langsam zu klein und nach 400 Jahren (1894) wurde sie abermals durch Pfarrer Josef Telser vergrößert. Die neue Kirche wurde von Bischof Valussi aus Trient eingeweiht.

Im Jahre 1962 musste der Kirchturm neu gedeckt werden und auch die Kirche selber hatte eine Revision nötig. Eine Warmluftheizung und ein Marmorboden kamen 1973 unter Pfarrer Herrmann Tasser zustande.

Der heute bestehende Turm wurde von 1502 bis 1570 erbaut. Er besteht aus wuchtigen Granitquadern. Im Turm hängen sieben Glocken. Die größte davon ist 2500 kg schwer und stammt aus dem Jahre 1521. 1958 ließ Pfarrer Georg Michaeler das elektrische Geläute einbauen.

Der Hochaltar ist eine neugotische Schnitzarbeit, entworfen von Anton Weber. Die Orgel ist ein mechanisches Werk aus dem Jahre 1898 der Firma Mauracher und hat 16 Register.

Im Jahre 1992 wurde die Pfarrkirche erneuert und restauriert. Gottesdienste finden am Samstag um 19:00 Uhr und am Sonntag um 7:30 Uhr und 9:30 Uhr statt.

St. Laurentius-Kirche[Bearbeiten]

Die St. Laurentius-Kirche (Gotik, jedoch mit romanischen Langhausmauern) steht im Ortskern. Sie wurde von 1286 bis 1295 erbaut und um das Jahr 1400 erweitert. Der Turm wurde erst im 16. Jahrhundert errichtet. Da er nicht ausreichend fundiert wurde, weist er heute eine deutliche Neigung auf.

Weitere Kirchen[Bearbeiten]

  • St. Anton im Moos
  • St. Georg in Schnauders
  • St. Peter in Schrambach
  • St. Florian in der Klamm
  • St. Andreas in Garn
  • St. Sebastian im Lottersack (Unteregarter)

Abgegangene Burgen[Bearbeiten]

Historischen Untersuchungen zufolge sollen die ersten Edlen von „Velthurns“ in der Gegend des heutigen Schrambach eine Burg besessen haben, von der jedoch nichts mehr erhalten ist. Nachgewiesen werden kann aber eine Burg namens „Ziern“ auf dem Pflegerbühel. Sie gehörte den um 1112 auftauchenden „Herren von Velthurns“.

Archeoparc Feldthurns[Bearbeiten]

Feldthurns ist eine archäologische Fundstelle. Daher wurde in der Tanzgasse im Ortszentrum der „Archeoparc“ errichtet.

Die Wanderungen, die am kupferzeitlichen Kultplatz beginnen, führen durch alle Epochen der Ur- und Frühgeschichte, durch die Mittel- und Jungsteinzeit, die Metallzeiten, die Römer- und die Völkerwanderungszeit. Einiges konnte ausgegraben und untersucht werden, anderes ist durch Unachtsamkeit für immer verloren, und vieles liegt noch unter der Erde.

Der kupferzeitliche Kultplatz besteht aus großen, oft unbehauenen Steinen, einer figürlichen Steinstele und einem beschädigten Menhir (der Menhir mit den Abbildungen von Beil, Dolch und vielleicht einem Bogen, lag in einer Schotterung). Die Spuren der Beschädigung lassen den Schluss zu, dass er schon in der Kupferzeit zerstört wurde.

Die „Tanzgasse“ wurde über Jahrtausende - von der Jungsteinzeit bis in das Mittelalter - immer wieder vom Menschen genutzt. Das Areal ist noch nicht zur Gänze ausgegraben.[2]

Vereine[Bearbeiten]

Der Kirchenchor von Feldthurns besteht seit 1544[3].

Die Musikkapelle Feldthurns wurde im 19. Jahrhundert gegründet [4].

Die Ortsgruppe der SKJ (Südtirols Katholische Jugend) wurde in den 1970er Jahren gegründet, war aber über die Jahre nicht immer aktiv. 2006 wurde die Ortsgruppe neu konstituiert, um sich aktiv für die Jugend in Feldthurns einzusetzen und verschiedene Projekte durchzuführen.[5]

Außerdem gibt es in Feldthurns die Freiwillige Feuerwehr und verschiedene Sportvereine[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Gottlieb Hempel: Feldthurns – ein Südtiroler Dorfbuch. Verlag A. Weger, Brixen 2013. ISBN 978-88-6563-077-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feldthurns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tirol Atlas: Feldthurns. Abgerufen am 23. Juli 2014.
  2. Reich der Steine PDF Gemeinde Feldthurns, Amt für Bodendenkmäler (Hrsg.)
  3. Geschichte. Kirchenchor Feldthurns, abgerufen am 13. Dezember 2010.
  4. Musikkapelle Feldthurns. Abgerufen am 13. Dezember 2010.
  5. Geschichte. SKJ Feldthurns, abgerufen am 13. Dezember 2010.
  6. Vereine und Verbände. Gemeinde Feldthurns, abgerufen am 13. Dezember 2010.