Partschins

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Partschins
(ital.: Parcines)
Wappen von Partschins
Partschins (Südtirol)
Partschins
Partschins
Lage von Partschins in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
3.539/3.581
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
95,94 % deutsch
3,79 % italienisch
0,27 % ladinisch
Koordinaten 46° 41′ N, 11° 4′ O46.68333333333311.066666666667626Koordinaten: 46° 41′ N, 11° 4′ O
Meereshöhe: 500–3337 m s.l.m. (Zentrum: 626 m s.l.m.)
Fläche: 55,4 km²
Dauersiedlungsraum: 7,3 km²
Fraktionen: Rabland, Sonnenberg, Töll, Partschins, Quadrat, Vertigen, Tabland
Nachbargemeinden: Algund, Lana, Marling, Moos in Passeier, Naturns, Plaus, Schnals, Tirol
Partnerschaft mit: Kleinkarlbach (D)
Postleitzahl: 39020
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021062
Steuernummer: 82003190210
Politik
Bürgermeister (2010): Albert Gögele (SVP)

Partschins (italienisch: Parcines) ist eine Gemeinde in Südtirol (Italien), ca. 8 km von Meran entfernt, mit 3581 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012).

Sie liegt geografisch im Vinschgau, unweit von Meran am Fuße der Texelgruppe. Politisch ist die Gemeinde jedoch der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt zugehörig. Wirtschaftlich bedeutsam sind vor allem Tourismus und Obstanbau (Äpfel).

Zu Partschins gehören auch die Fraktionen Rabland und die Töll. Partschins ist eine Ortschaft mit einem der größten Höhenunterschiede im Vinschgau: das Gemeindegebiet erstreckt sich vom im Tal gelegenen Rabland (525 m s.l.m.) bis zum Roteck (3337 m s.l.m.) in der Texelgruppe.

Geografie und Klima[Bearbeiten]

Geografie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Partschins liegt oberhalb der Talstufe der Töll am Beginn des Vinschgaus und zieht sich im Süden über die angrenzende Bergflanke des Nörderbergs. Nördlich des Talbodens dringt das Gemeindegebiet längs dem Zieltal ein in die Gebirgslandschaft der Texelgruppe und erreicht im Bereich des Roteck (3.337 m) seine höchste Erhebung. Neben dem Hauptort Partschins liegen auch die beiden Siedlungen Rabland und Töll im Talboden, während sich die Fraktion Tabland am Hang im Norden ausdehnt.

In der Gemeinde können vier Landschaftseinheiten unterschieden werden. Nahezu der gesamte Talboden (ca. 500 – 700 m Seehöhe) wird von den Schwemmkegeln des Zieltales und des Töllgrabens eingenommen, nur westlich von Rabland liegt eine größere ebene Fläche in der Etschniederung. Im Norden erheben sich die steilen, trockenen Hänge zur Texelgruppe hin, während südlich der Etsch die Flanke des beschatteten und stark bewaldeten Nörderbergs sich bis auf eine Höhe von ca. 1.750 m im Bereich des Marlinger Jochs erhebt.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist in den tieferen Lagen submediterran geprägt, vom Osten dringt aus dem Meraner Talkessel noch warme Luft vor, sodass eine mittlere Jahrestemperatur von ca. 11°C erreicht wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Partschins (in der Bildmitte) und Rabland (gleich dahinter) von der Mutspitze aus gesehen

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Funden an prähistorischen Stätten zufolge siedelten sich die ersten Bewohner in Partschins vor ungefähr 6000 Jahren an. Die Hänge vom Sonnenberg bis Vellau eigneten sich als Siedlungsgebiet; es waren Jäger und Sammler, später sesshafte Bauern, die sich auf Hügeln und erhöhten Punkten ihre primitiven Wohnstätten errichteten, die sie oft mit Ringwällen sicherten. Zeitzeugen dieser Ursiedler sind die Menhire, Felszeichnungen und Schalensteine, die in die Jungsteinzeit reichen.

Römerzeit und Via Claudia Augusta[Bearbeiten]

Um das Jahr 15 v. Chr. kamen die Römer ins Land und unterwarfen es ihrer Herrschaft[1]. Die neuen Machthaber nannten die Bewohner Räter und gehörten zu einem Teil zur römischen Provinz Rätien. Zur damaligen Zeit führte oberhalb der Töll die Römerstraße, die Via Claudia Augusta vorbei, welche im Jahre 46 n. Chr. Fertiggestellt wurde. Durch den Bau der Straße wurde das Gemeindegebiet um Partschins mit dem Strom der Weltgeschichte verbunden. Auf der Töll war zeitweise die Zollgrenze der römischen Provinz Raetia; der Name Töll kommt von telonium=Zollstätte[2]. Die Existenz dieser Zolleinhebungsstätte wird durch den Fund des Sockels eines Diana-Altars belegt. Das Fundstück befindet sich im Ferdinandeum in Innsbruck. Auch im Mittelalter und in der Neuzeit war auf der Töll eine Zollstation[3] (Zollwirt, Kontrollerhaus).

Römischer Meilenstein[Bearbeiten]

Durch den Fund eines wertvollen römischen Meilensteins in Rabland (1552 beim heutigen Hotel Restaurant Hanswirt, 14. Jahrhundert, ehemals Supphaus ‚Superhof‘, später „Steiner“ und dann „Löwenwirt“) ist bewiesen, dass einst die berühmte Via Claudia Augusta, eine wichtige römische Kaiserstraße über die Alpen, oberhalb der Töll vorbeiführte. Der Meilenstein stammt aus dem Jahr 46 n. Chr. und besteht aus Quadrater Marmor (Quadrat = Ortsteil der Gemeinde Partschins am Nörderberg), dessen Inschrift den Bau und Verlauf der Via Claudia Augusta belegt. Das Original ist im Stadtmuseum von Bozen zu besichtigen eine Kopie befindet sich vor dem Eingangsbereich des Hanswirt. Neben dem Meilenstein im Eingangsbereich ist ein kleines Stück der „Via Claudia Augusta“ unter Glas geschützt, zu sehen.[4]

Grabstein aus der Römerzeit[Bearbeiten]

Am Hochhueben Hof in Partschins, einem Feudo der Salzburger Bischöfe aus dem 14. Jahrhundert befindet sich in der vorderen Hausmauer, rechts neben der Eingangstür, ein eingemauerter römischer Grabstein: ein Offizier der Zollstation auf der Töll verewigt auf diese Art seinen erstgeboren Sohn, der nur 21 Jahre und 11 Monate alt geworden war. Das Buchstabensiegel „D.M.“ (Dis manibs – den Totengöttern) sowie die Ausführung der Buchstaben weisen in die erste Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Gegenüber dem Hof waren außerdem römische Grabstätten und Münzen gefunden worden.[5]

Der römische Diana-Altar[Bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert wurde am Salten oberhalb von Partschins der Sockel einer römischen Diana-Statue gefunden[6]. Wie aus einem Manuskript des Zamser Zisterzienserpaters Franz Lachemayr von 1696 hervorgeht, handelt es sich um den Sockel eines Altars zu Ehren der römischen Jagdgöttin Diana. Dieser Weihestein – das Bildnis der Göttin Diana ist leider zugrunde gegangen – ist der Beweis für die Existenz des Römerortes Maia und ebenso der Zollstation Töll. Das berühmte Fundstück ist aus Quadrater Marmor am Partschinser Nörderberg; die Höhe der Schriftfläche beträgt 32 cm. Die lateinische Inschrift auf dem Sockel dieser Statue belegt, dass ein gewisser Aetetus, im 3. Jahrhundert Vorsteher des römischen Zollamtes Töll, den Altar zu Ehren des göttlichen Kaiserhauses und der heiligen Diana errichten ließ. Am naturgegebenen Engpass in Töll befand sich die römische Zollstation, wo die Weggebühr für Waren und Fahrzeuge entlang der Via Claudia Augusta eingehoben wurde. Das Original befindet sich im Tiroler Landesmuseum „Ferdinandeum“ in Innsbruck.

Die römische Zollstation in Töll[Bearbeiten]

Entlang dieser wichtigen Verkehrsroute, der Via Claudia Augusta, entstanden Gasthöfe und Straßenstationen für den Wechsel der Pferde. Nach dem Abzug der Römer gegen Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr., liegen für Jahrhunderte keine Niederschriften über die Existenz einer Zollstation vor. 1160 wird das erste Mal wieder von einem Zöllner berichtet und der landesfürstliche Zoll wird 1271 erstmals und als Besitz des Grafen von Tirol (Meinhard II.) erwähnt. 1388 wurde die Zollstation von Plars auf die Töll (ins heutige Gasthaus „Rössl“, seit seiner Renovierung vor einigen Jahren wieder „Zollwirt“ genannt) verlegt und entwickelte sich zur wichtigsten in Tirol. Die Zöllner hatten über die Einnahmen genau Buch zu führen – im so genannten „Zollregister“ – und vierteljährlich an die Kammer des Grafen abzuliefern. Die Einkünfte aus dem Zollhof kamen dem jeweiligen Zöllner als landesfürstlichem Beamten zugute. 1808 verkaufte die bairische Regierung den Bauernhof und 1829 wurde die Zollstation ganz aufgelassen, weil inzwischen die „Verzehrungssteuer“ eingeführt worden war. Seit 1400 kennt man namentlich 27 Zöllner. Zum Zollhof gehörten der Zollbaur, das Gasthaus mit Zollstube auf der linken Seite des Hauses, ein Kramerhaus rechts davon, sowie, etwas rückwärts gelegen, der Steidlhof. Zu Gast beim „Steidl-Jos“ war einst Erzherzog Ferdinand (1503 – 1564), römisch-deutscher Kaiser, König von Ungarn und Böhmen, Erzherzog von Österreich. An seine Krönung zum Kaiser (1525) erinnert eine der Renaissance-Fresken in der Trinkstube der Zöllner, sicherlich vor 1530 entstanden und wunderbar restauriert.

Der Weihestein von Montelbon[Bearbeiten]

Im Ansitz Montelbon wurde vor vielen Jahren bei Fensterreperaturarbeiten im ersten Stock der obere Teil eines Inschriftblocks aus weißem Marmor gefunden, der lange unbeachtet im Hause liegen blieb. Im Frühjahr 1954 wurde schließlich in der gegenüberliegenden Sennerei bei der Anlage eines neuen Betonbodens der untere, genau anpassende Teil dieses Steines entdeckt. Der insgesamt 34cm hohe Steinblock trägt eine nur unvollständig erhaltene und schwer lesbare Inschrift, die Marcus Genicius Vectius für die Genesung des Benefiziar des Statthalters der Schutzgöttin Nemesis an dem kleinen Weihealtar hatte anbringen lassen. Hierbei soll es sich um einen Grenzsoldaten handeln, der um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. seinen Dienst an der rätisch-italienischen Grenze im Raum Partschins-Töll versah.

Bad Egart – Heilbad schon zur Römerzeit[Bearbeiten]

Bad Egart gilt als älteste Quelle Tirols. Josef Thaler, ehemaliger Pfarrer von Kuens und verdienter Heimatforscher vermutet, dass schon die Römer die Heilkraft des Quellwassers von Bad Egart auf der Töll zu schätzen wussten. Er leitet den Namen Egart aus „Egerietum“ oder „Egeretum“ ab. Demnach wäre das Heilbad als Heiligtum der Nymphe Egeria, Helferin insbesondere bei Frauenleiden, zu betrachten. Naheliegend ist, dass die römischen Beamten der Zollstation telonium und Legionäre und Reisende der in der Nähe vorbeiführenden Via Claudia Augusta, das Heilbad aufsuchten. 1430 wurde Bad Egart das erste Mal urkundlich erwähnt[7], ein „Badhaus mit Schwefelwasser, Kapelle und Behausung … Kupferwasser und kühles Trinkwasser“, liest man im 18. Jahrhundert. 1730 wurde das Badhaus von Joseph Joachim von Wolfenthal zu Spauregg und Gaudententurm neu errichtet und ausgestattet, daran erinnert auch das Datum im Brunnentrog aus Stein, sowie das Kirchlein, der „Lieben Frau Maria“ geweiht. Höhen und Tiefen wechseln sich ab und eine Blütezeit erlebt das Bad, als 1906 die Eisenbahnlinie eröffnet wird und der damalige Besitzer kostenlos den Grund für den Bahnhof zur Verfügung stellt. Kaiserin Elisabeth und Erzherzog Ferdinand (der spätere in Sarajewo ermordete Kronprinz) waren hier zu Gast und Peter Mitterhofer trat abends als „Sänger, Musikant, Tonkünstler und Bauchredner“ auf. 3 Quellen entspringen beim Bad Egart, die so genannte 12 ° warme radioaktive Schwefelquelle, die im September versiegt und im Frühjahr erneut sprudelt. Etwas westlich davon entspringt die Eisenquelle und oberhalb im Birkenwäldchen die Mineralquelle, inzwischen offiziell getestet und heute als Mineralwasser in der Gaststube ausgeschenkt. 1956 wurde das Heilbad endgültig aufgelassen und später von Cav. Karl Platino, dem „Schneckenkönig“, gekauft und als historische Gaststube wiedereröffnet.

Partschins gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Meran und war Teil des Bezirks Meran.

Flurnamen[Bearbeiten]

2.336 Flurnamen gibt es in der Gemeinde Partschins. Diese können über das Orthofoto der Gemeindeverwaltung Partschins eingesehen werden[8]. Unter den Toponymen gibt es einen hohen Prozentsatz von sprachwissenschaftlich interessanten vor- und alpenromanischen Namen, welche nur an der exakten dialektalen Aussprache und der entsprechend genauen Schreibweise zu erkennen sind. Die Sammlung der überlieferten Flurnamen mit 355 Erklärungen mundartlicher Ausdrücke wurde in jahrelanger Kleinarbeit zusammengetragen in die Orthofotos übertragen und 2014 auch erstmals abgedruckt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zahlreiche historische Bauwerke, vorwiegend im Dorf von Partschins sind erhalten und geschützt. Hierzu gehören Ansitze, Hofstellen, Ensembles, Bauwerke und Häuser mit historischem Hintergrund. Das Wahrzeichen von Partschins ist der Partschinser Wasserfall. Er gilt mit seinen 97 Metern Fallhöhe als einer der schönsten Wasserfälle der Alpen.

Sehenswert sind unter anderem der alte Dorfkern, die spätgotische Pfarrkirche St. Peter und Paul, die Stachlburg aus dem 13. Jahrhundert (heute Bio-Schlossweingut), der Waalweg. Im Dorf befindet sich das Schreibmaschinen-Museum, das Peter Mitterhofer, dem Erfinder der Schreibmaschine gewidmet ist, der in Partschins geboren ist und gewirkt hat.[9]

2009 wurde die Schwebebahn Texelbahn eröffnet. Diese führt direkt an den Meraner Höhenweg im Naturpark Texelgruppe; 1970[10] wurde die Seilbahn Aschbach am Nörderberg eröffnet. In Rabland wurde am 30. Juni 2009 die größte Modelleisenbahnanlage Südtirols eröffnet. Mit dem K.u.K. Museum Bad Egart, dem ältesten Badl Tirols sind in Partschins, Rabland und Töll drei unterschiedliche Museen zu besichtigen.

Historische Bauwerke[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Peter und Paul[Bearbeiten]

St. Peter und Paul und zum heiligen Nikolaus: Die Pfarrkirche St. Peter und Paul (ehemalige Nikolauskirche) wurde erstmals 1264 urkundlich erwähnt und 1502 im spätgotischen Stil umgebaut.[11] Die ehemalige Nikolauskirche: etwa im 10. Jahrhundert auf eine frühere kleine Kirche – nach ost-west ausgerichtet – in romanischem Stil, teilweise aus Quadrater Marmor erbaut und den Heiligen Nikolaus geweiht; die ursprüngliche Kirche dient heute als Krypta und Aufbahrungsraum und die heutige Sakristei ist noch Bestandteil der alten aus dem 14. Jahrhundert. Im 16./17. Jahrhundert wurde die Kirche vergrößert und im 18. kamen die neuen großen Altäre hinzu. Der Hochaltar zeigt oben den heiligen Nikolaus, weiter unten stehen Petrus und Paulus und unten seitlich die heiligen Valentin und Vigilius. Die Seitenaltäre sind dem Herzen Jesu und der Schmerzhaften Muttergottes geweiht. Die Kanzel ist erst vor etwa 110 Jahren eingebaut worden und in der seitlichen Frauenkapelle, „Unsere Liebe Frau“ aus dem Jahr 1350 befindet sich der wunderschöne Marienaltar sowie der Engel vom Pestaltar. Eine sehr wertvolle Figurengruppe des Marientodes von Jörg Lederer († 1550) aus Kaufbeuren, einziges noch erhaltenes Bestandteil des ursprünglichen spätgotischen Altares, ist im Presbyterium aufbewahrt.

St. Helena Töll[Bearbeiten]

Gotischer Bau, erstmals 1416[12] urkundlich erwähnt. Im Inneren der Kirche befinden sich eine Statue der Hl. Helena, zwei neugotische Altäre, dem Hl. Nepomuk und dem Hl. Valentin geweiht, sowie ein Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert.

St. Jakobus Rabland[Bearbeiten]

Um 1513[13] im spätgotischen Stil erbaut. An der Außenmauer sind zwei Sonnenuhren aus dem 16. Jahrhundert zu sehen. Das Innere der Kirche beherbergt ein Spitzbogenportal mit Türmchen, sowie zwei Altarbilder, die den Patron St. Jakob und die Patronin St. Margareta darstellen.

Stachlburg[Bearbeiten]

Erbaut vor 1300. Ehemaliger Stammsitz der Herren von Partschins. Heute Schlossweingut des Barons Sigmund von Kripp.

Ansitz Spauregg[Bearbeiten]

Das Schloss reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück[14] und ist im Besitz der Nachkommen des Ritters Franz Ferdinand von und zu Goldegg. Der idyllische Schlossgarten beheimatet Bäume aus dem Mittelmeerraum, so eine Eibe, eine Zeder und ein 150 Jahre alter und über 45m hoher Mammutbaum.

Ansitz Gaudententurm[Bearbeiten]

Der Edelsitz der Herren von Partschins stammt aus dem 12. Jahrhundert[15]. Heute im Privatbesitz der Familie von Sölder. Hofbrennerei verschiedener Edeldestillate.

Mairhof Partschins[Bearbeiten]

Die Geschichte des Moarhof, wie er umgangssprachlich genannt wird, reicht bis 1357 zurück[16]. Die heutige Fassade mit Zinnengiebel wurde nach einem Brand um 1500 (Engadinerkrieg) auf eine spätgotisch freskierte Fassade aufgesetzt.

Wohnhaus Peter Mitterhofer[Bearbeiten]

Das Haus Peter Mitterhofers, in dem er 31 Jahre lebte und 1864 die Schreibmaschine erfand[17] ist in der gleichnamigen Straße in Partschins zu sehen. Das Grab und der Gedenkstein des Erfinders befinden sich im alten Friedhof an der Ostmauer der Pfarrkirche Partschins. Die Innenräume des Wohnhauses sind nicht zu besichtigen.

Hochhueben[Bearbeiten]

In der Hausmauer ist ein römischer Grabstein eingelassen[18] mit der Inschrift (übersetzt) „Den Totengöttern des Quintus Caecilius Eutropius Marcus Ulpius Primigenius machte dies (den Grabstein) für seinen Sohn, der 21 Jahre und 11 Monate gelebt hat“.

Mairhof Rabland[Bearbeiten]

Die ältesten Eigentümer des Mairhofes waren um 1270 die Ritter von Tarandi[19], die um das Jahr 1320 bei König Heinrich von Böhmen, der auf Zenoburg residierte, in hohem Ansehen standen. Dem heutigen stattlichen Bauernhof geben die Freitreppe, die Spitzbogentür, die offene Loggia und die getäfelte Stube im Bauern- und Kapellenerker immer noch ein herrschaftliches Gepräge.

Hanswirt[Bearbeiten]

14. Jahrhundert, ehemals Supphaus‚ Superhof, später „Steiner“ und dann „Löwenwirt“, früher Gasthof, heute Restaurant und großer Bau mit gemauerter Freitreppe zum Hotelbereich, im ersten Stock Wandgemälde (Belagerung einer Burg), 16. Jh. Vor dem Eingangsbereich befindet sich eine Kopie des 1552 nach einem Unwetter gefundenen Meilensteins aus römischer Zeit, das Kaiserdenkmal des Kaisers Claudius (14 – 54 n.Chr.), 75 cm hoch und 72 cm breit aus Quadrater Marmor (das Original ist im Bozner Stadtmuseum zu besichtigen) und davor ist ein kleines Stück der „Via Claudia Augusta“ unter Glas geschützt, zu sehen. Seit Sommer 2013 befindet sich in der ursprünglichen Kapelle und dem angrenzendem Raum eine “Friedrich Gurschler-Stube”, gewidmet, dem im Februar 1923 auf einem Hof bei Unsere Frau in Schnals geborenen Künstler und Ehrenbürger der Gemeinde Partschins.

Ziegelbrücke und Schleusenhäuschen[Bearbeiten]

In Töll stand einst das Sägewerk des Vaters des wohl berühmtesten Bürgers Partschins, Peter Mitterhofer, des Erfinders der Schreibmaschine. Um Spekulationen zu vermeiden, war es bereits 1893 enteignet und abgerissen worden. Wasserkraftwerk Töll (später AEC-EW und AE-EW genannt), erstes Großkraftwerk Südtirols und auf Initiative der Bürgermeister von Meran und Bozen und nach einem Projekt des Münchner Ingenieurs Oscar von Miller ab 1897 gebaut, war am 5. April 1998 ans Netz gegangen. Die erzeugte Elektroenergie wurde von dort aus zunächst über eine Freileitung nach Meran und über eine Kabelleitung nach Bozen geliefert. Später wurde eine 10.000 V-Freileitung von Töll nach Bozen gebaut. Das Wasser der Etsch wird durch eine 16 m lange Schützenwehr auf der Höhe von der Fraktion Töll gefasst, ein einzigartiges zeitgeschichtliches Denkmal. Über einen 480 m langen Freispiegelstollen gelangt das Wasser in das sich auf Kote 496 m ü.d.M., direkt oberhalb des Kraftwerkes befindliche Wasserschloss mit einem Gesamtvolumen von 6000 m3. Hier wird das Wasser der Etsch aufgestaut und hier steht das Schleusenhäuschen auf drei gemauerten, mit Porphyrsteinen verkleideten Säulen, 1925 zur Bedienung der Schleuse errichtet. 2003 wurde es, unter Beibehaltung seines ursprünglichen Stils, renoviert, wie auch die ehemalige „Zieglbrugg“ (Ziegelbrücke, so benannt, weil sie einst überdacht war). An dieser Stelle soll zur Zeit der Römer bereits eine Bogenbrücke gestanden haben, wie Dokumente aus dem 14. und 16. Jahrhundert, aufbewahrt im Johanneum in Innsbruck, bezeugen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Schreibmaschinenmuseum[Bearbeiten]

Mit über 2000 Exponaten dokumentiert das Museum die hoch interessante Entwicklungsgeschichte der Schreibmaschine. Angefangen von den ersten hölzernen Modellen des Partschinser Erfinders Peter Mitterhofer über die verschiedensten und außergewöhnlichsten Schreibmaschinentypen aus aller Welt bis hin zum Computerzeitalter. Ein besonderes Ausstellungsstück ist die „Enigma“, eine geheimnisumwitterte Chiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg.

Eisenbahnwelt mit Südtirol in Miniatur[Bearbeiten]

Die Eisenbahnwelt in Rabland ist die größte digitale Modelleisenbahnanlage Italiens und mit ihren über 20.000 Exemplaren eine der größten Privatsammlungen von Modellzügen in Europa. In der weltweit größten Panoramainszenierung wandelt der Besucher durch eine Miniaturlandschaft Südtirols im Maßstab 1:87. Wechselnde Sonderausstellungen

K.u.K. Museum Bad Egart[Bearbeiten]

Eine Fundgrube für Liebhaber der Habsburger Monarchie mit einer Vielfalt an Antiquitäten und kuriosen Ausstellungsstücken. Bad Egart gilt als ältestes Badl Tirols. Die Quelle wurde nachweislich seit 1430, vermutlich aber schon in der Römerzeit für Trink- und Badekuren benutzt. Prominente Gäste beehrten Bad Egart mit ihrem Besuch. Nach mündlicher Überlieferung soll auch Kaiserin Elisabeth (Sisi) anlässlich eines Kuraufenthaltes in Meran nach Bad Egart zur Badekur gekommen sein. Auch Erzherzog Ferdinand, der spätere Kronprinz, soll das Bad besucht haben. Peter Mitterhofer trat im Bad Egart als Sänger, Musikant, Tonkünstler und Bauchredner auf. 1970 wurde der Badebetrieb eingestellt. Neben einigen Exponaten des alten Bades kann man die Heilwasser-Quellgrotten, mehrere Stuben mit Habsburger Sammlung (Bilder, Lithographien, Stiche, Büsten und Motivteller von Kaiser Franz Josef und Sisi bis Kronprinz Rudolf), eine Biedermeierküche, sowie eine Vielfalt an volkskundlichen Antiquitäten besichtigen. Freilichtmuseum, Anlage mit Holz- und Steinmasken, Ötzi Habitat und Hauskapelle.

Wandermöglichkeiten[Bearbeiten]

Ein besonderes Erlebnis für Wanderer sind die Waale: ein vor Jahrhunderten ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das das Wasser fasst und über weite Strecken transportiert. Unterirdische Rohrsysteme haben die Bewässerung durch Waale abgelöst, einige sind aber heute noch in Betrieb. Entlang des Sonnenbergs findet man ein Waalnetz, das bis in den oberen Vinschgau reicht. Zur Wartung der Waale gibt es schmale Pfade, die sich als beliebte Wanderwege etablierten. Der Sehenswerte Partschinser Waalweg[20] führt vom Ortskern zum Partschinser Wasserfall. Außerdem gibts noch einen Waalweg in Rabland, der auch über eine Waalschelle verfügt. Beide Waale führen offenes Wasser. Partschins ist das Tor zum Naturpark der Texelgruppe.

Partschinser Wasserfall[Bearbeiten]

Der Partschinser Wasserfall, ca. eine Stunde Fußmarsch vom Dorfkern entfernt, zählt zu den beeindruckendsten der Alpen. Die Fallhöhe beträgt 97 m. Zur Zeit der Schneeschmelze im Frühling oder bei starken Regenfällen kann der Wasserfall zwischen 4.000 und 10.000 Liter pro Sekunde führen. Um das Naturschauspiel hautnah erleben zu können, führt ein gut gesicherter Steg bis hin zum Sprungpunkt des Wasserfalls.[21]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Silber eine schrägrechts aufwärts gestellte natürliche Pflugschar (Wagnis)[22]. Das Adelsgeschlecht Götsch stammt von dem Ritter Randolf von Partschins ab. Das Wappen der Ritter von Partschins existiert seit 1220 und ist seit dem 25. Juli 1967 ebenfalls das Wappen der Gemeinde Partschins.

Vereinsleben[Bearbeiten]

In Partschins bestehen zahlreiche Sportvereine. Das Angebot umfasst Fußball, Tennis, Volleyball, Kegeln, Ski und Eissport. Auch eine Freiwillige Feuerwehr gibt es.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rampold S. 13
  2. Rampold S. 414
  3. Eintrag beim Südtiroler Denkmalamt
  4. Rampold S. 412
  5. Rampold S. 416
  6. Rampold S. 16
  7. Eintrag bei der Südtiroler Agentur für Umwelt
  8. Flurnamen von Partschins online
  9. Schreibmaschinenmuseum "Peter Mitterhofer"
  10. Dolomiten vom 17. Oktober 2012 (PDF-Datei)
  11. Weingartner S. 708
  12. Weingartner S. 711
  13. Weingartner S. 716
  14. Weingartner S. 712
  15. Weingartner S. 713
  16. Weingartner S. 712
  17. Eintrag beim Südtiroler Denkmalamt
  18. Eintrag beim Südtiroler Denkmalamt
  19. Weingartner S. 718
  20. Partschinser Waalweg
  21. Partschinser Wasserfall
  22. Website der Gemeinde Partschins

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Rampold: Vinschgau, Bozen 1971, S. 416 ff
  • Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols, Bd. 2, Bozen 1991, S. 708 ff
  • Ewald Lassnig: Dorfbuch der Gemeinde Partschins, Partschins, 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Partschins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien