Partschins

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Partschins
(ital.: Parcines)
Wappen von Partschins
Partschins (Südtirol)
Partschins
Partschins
Lage von Partschins in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2012)
3.539/3.581
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
95,94 % deutsch
3,79 % italienisch
0,27 % ladinisch
Koordinaten 46° 41′ N, 11° 4′ O46.68333333333311.066666666667626Koordinaten: 46° 41′ N, 11° 4′ O
Meereshöhe: 500–3337 m s.l.m. (Zentrum: 626 m s.l.m.)
Fläche: 55,4 km²
Dauersiedlungsraum: 7,3 km²
Fraktionen: Rabland, Sonnenberg, Töll, Partschins, Quadrat, Vertigen, Tabland
Nachbargemeinden: Algund, Lana, Marling, Moos in Passeier, Naturns, Plaus, Schnals, Tirol
Partnerschaft mit: Kleinkarlbach (D)
Postleitzahl: 39020
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021062
Steuernummer: 82003190210
Politik
Bürgermeister (2010): Albert Gögele (SVP)

Partschins (italienisch: Parcines) ist eine Gemeinde in Südtirol (Italien) mit 3581 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012).

Sie liegt geografisch im Vinschgau, unweit von Meran am Fuße der Texelgruppe. Politisch ist die Gemeinde jedoch der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt zugehörig. Wirtschaftlich bedeutsam sind vor allem Tourismus und Obstanbau (Äpfel).

Zu Partschins gehören auch die Fraktionen Rabland und die Töll. Partschins ist eine Ortschaft mit einem der größten Höhenunterschiede im Vinschgau: das Gemeindegebiet erstreckt sich vom im Tal gelegenen Rabland (525 m s.l.m.) bis zum Roteck (3337 m s.l.m.) in der Texelgruppe.

Geschichte[Bearbeiten]

Partschins (in der Bildmitte) und Rabland (gleich dahinter) von der Mutspitze aus gesehen

Partschins gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Meran und war Teil des Bezirks Meran.

Am 2. August 2011 kam es oberhalb des Ortes auf etwa 1700 Meter Höhe im Gebiet der Longahr zu einem Felssturz, bei dem 80.000 Kubikmeter Material ins Tal stürzten. Die Zufahrtsstraße zum Greiterhof ist seitdem verschüttet.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert sind unter anderem der alte Dorfkern, die spätgotische Pfarrkirche St. Peter und Paul, die Stachlburg aus dem 13. Jahrhundert (heute Schlossweingut), der Partschinser Waalweg und der Partschinser Wasserfall. Im Dorf befindet sich auch ein 1998 eröffnetes Schreibmaschinen-Museum, das Peter Mitterhofer, dem Erfinder der Schreibmaschine gewidmet ist, der in Partschins geboren wurde.[2]

In Rabland wurde am 30. Juni 2009 die größte Modelleisenbahnanlage Südtirols eröffnet.[3] 2009 wurde auch die Schwebebahn Texelbahn eröffnet. Diese führt direkt an den Meraner Höhenweg im Naturpark Texelgruppe.

Wandermöglichkeiten[Bearbeiten]

Ein besonderes Erlebnis für Wanderer sind die Waale: ein vor Jahrhunderten ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das das Wasser fasst und über weite Strecken transportiert. Unterirdische Rohrsysteme haben die Bewässerung durch Waale abgelöst, einige sind aber heute noch in Betrieb. Entlang des Sonnenbergs findet man ein Waalnetz, das bis in den oberen Vinschgau reicht. Zur Wartung der Waale gibt es schmale Pfade, die sich als beliebte Wanderwege etablierten. Der Sehenswerte Partschinser Waalweg[4] führt vom Ortskern zum Partschinser Wasserfall. Außerdem gibts noch einen Waalweg in Rabland, der auch über eine Waalschelle verfügt. Beide Waale führen offenes Wasser. Partschins ist das Tor zum Naturpark der Texelgruppe.

Partschinser Wasserfall[Bearbeiten]

Der Partschinser Wasserfall, ca. eine Stunde Fußmarsch vom Dorfkern entfernt, zählt zu den beeindruckendsten der Alpen. Die Fallhöhe beträgt 97 m. Zur Zeit der Schneeschmelze im Frühling oder bei starken Regenfällen kann der Wasserfall zwischen 4.000 und 10.000 Liter pro Sekunde führen. Um das Naturschauspiel hautnah erleben zu können, führt ein gut gesicherter Steg bis hin zum Sprungpunkt des Wasserfalls.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Silber eine schrägrechts aufwärts gestellte natürliche Pflugschar (Wagnis). Das Adelsgeschlecht Götsch stammt von dem Ritter Randolf von Partschins ab. Das Wappen der Ritter von Partschins existiert seit 1220 und ist seit dem 25. Juli 1967 ebenfalls das Wappen der Gemeinde Partschins.

Vereinsleben[Bearbeiten]

In Partschins bestehen zahlreiche Sportvereine. Das Angebot umfasst Fußball, Tennis, Volleyball, Kegeln, Ski und Eissport. Auch eine Freiwillige Feuerwehr gibt es.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel auf www.stol.it: Der Berg in Partschins bebt, Artikel vom 2. August 2011, Zugriff am 31. Juli 2013
  2. Schreibmaschinenmuseum "Peter Mitterhofer"
  3. Eisenbahnwelt in Miniatur
  4. Partschinser Waalweg
  5. Partschinser Wasserfall

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Partschins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien