Europäische Identität

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Europäer als Selbstbild – Szene am Rande einer europäischen Metropole gegen Ende des 19. Jahrhunderts, gesehen aus der Perspektive eines europäischen Malers: Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte, Georges Seurat, 1884
Europäer als Fremdbild – Bootsaufsatz mit der Figur eines Europäers, der aus der Perspektive eines Ureinwohners von Neuirland dargestellt ist, Südseeabteilung des Ethnologischen Museums Berlin (Sammlung Schlaginhaufen, 1914)
Auswirkungen der Guten Regierung auf die Stadt, Wandgemälde von Ambrogio Lorenzetti, 1338/39: Die Entstehung europäischer „Errungenschaften“ der Zivilisation, auf die sich viele Vorstellungen über eine europäische Identität beziehen, etwa die Hervorbringung grundlegender Konzepte zu Demokratie, Gewaltenteilung und Menschenrechten, wurde maßgeblich durch das Zusammenleben der Europäer in Städten gefördert. „Urbanitas“ galt den Europäern seit der Antike als Ausdruck einer Verfeinerung, die auf das Leben in Städten zurückging. Dichtes und vielfältiges städtisches Leben wird bis heute als wichtige Voraussetzung für die Entfaltung von Kreativität und Innovation benannt, etwa in der Europäischen Städtecharta.
Europa Prima Pars Terræ in Forma Virginis (Europa als erster Erdteil in Form der Jungfrau), eine Europakarte von Heinrich Bünting, 1582, zeigt ein christlich geprägtes, eurozentrisches Bild Europas.
Karte Europas, 1589: Nach dem Verständnis des Renaissance-Geografen Gerhard Mercator, der durch Kartografie und den Vertrieb von Karten dazu beitrug, ein europäisches Raumbewusstsein zu schaffen, bildete eine Line von der Karasee entlang der Flüsse Ob, Irtysch, Don und Dnjepr bis zum Schwarzen Meer die Ostgrenze Europas. In dieser Frage gibt es bis heute keine allgemein gültige Übereinkunft, doch hat sich seit dem 18. Jahrhundert weitgehend die Auffassung Philip Johan von Strahlenbergs verbreitet, dass die Ostgrenze Europas im Verlauf des Ural, der Emba und der Manytschniederung nördlich des Kaukasus zu sehen sei.
Die Europaflagge ist durch Deklaration Nr. 52 zum Vertrag von Lissabon von 16 Mitgliedsstaaten als Symbol der Europäischen Union förmlich anerkannt. Bereits 1955 hatte der Europarat das „Identitätsemblem Europas“ als sein Zeichen angenommen.
Die heutige Europahymne wurde zwischen 1815 und 1824 von Ludwig van Beethoven (1770–1827) im Rahmen seiner 9. Sinfonie komponiert. Im Original ist das weltbekannte Chorwerk mit Friedrich Schillers klassischem Gedicht An die Freude unterlegt und drückt das Ideal der weltumspannenden Freundschaft gleichberechtigter Menschen aus.
Reiterstandbild Karls des Großen von Agostino Cornacchini in der Petersbasilika in Rom, 1725: Das intentitätspolitische Motiv der Verehrung Karls des Großen als pater Europæ – hier in barocker Ausführung und in der Bildsprache des römischen Kaisertums – zieht sich durch Mittelalter und Neuzeit bis zum Internationalen Karlspreis zu Aachen. Eine besondere Bedeutung hatte es in verschiedenen „Abendland“-Konzepten. Karl schuf durch die Ausdehnung des Fränkischen Reichs über große Teile Europas einen Herrschaftsraum, zu dessen Beherrschung sich die kommunikative Notwendigkeit ergab, für das Nachrichten- und Bildungswesen eine einheitliche Schriftart vorzugeben, die karolingische Minuskel, aus der sich später die heute weltweit verbreiteten Kleinbuchstaben der lateinischen Schrift entwickelten. An seinem Hof versammelte Karl Gelehrte aus ganz Europa, von deren Austausch und Wissen die karolingische Bildungsreform und ein europaweiter Aufschwung der frühmittelalterlichen Kultur ausging.
Darstellung der mittelalterlichen europäischen Reichsidee in einer Buchmalerei aus dem Evangeliar Kaiser Otto III., um 1000: Sclavinia, Germania, Gallia und Roma, die die Völkergruppen der Slawen, der Germanen, der Gallier und der Römer personifizieren, huldigen Otto III., ihrem christlichen Kaiser.
William Penn (1644–1718) entwickelte Ende des 17. Jahrhunderts das Konzept eines europäischen Staatenverbundes mit einem Parlament der Staaten Europas.
Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 ist die erste Menschenrechtserklärung in Europa. Als Grundlagentext der Aufklärung prägte sie die kulturelle Identität und das Menschenbild der Neuzeit in Europa wesentlich. Vor dem geschichtlichen Hintergrund des griechisch-persischen Gegensatzes ordnete bereits Herodot das Merkmal der Freiheitsliebe den „Europäern“ zu, während er den „Asiaten“ die Neigung zur Despotie zuschrieb.[1]
Kurze Beschreibung der In Europa Befintlichen Völckern Und Ihren Eigenschaften.Stereotype über die Eigenschaften europäischer Völker, Steiermark, um 1725
Humoristische Karte von Europa im Jahre 1870, politische Karikatur zum „Europäertum“ um 1870
Fünf-DM-Banknote (Serie II) mit Darstellung des griechischen Europa-Mythos, erstmals 1950 herausgegeben von der Bank deutscher Länder
Karte zur Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2009
Rotwein, Trofie mit Pesto alla genovese – Die italienische Küche galt bei einer 2013 durchgeführten Umfrage des Goethe-Instituts nach Ansicht von 42 Prozent der Teilnehmer als die beste Küche Europas. Die in 24 Sprachen und 30 Ländern durchgeführte Umfrage stand unter der Überschrift „Was bedeutet Europa persönlich für Sie?“.[2][3]

Als europäische Identität wird jener Teil der Identität oder des Bewusstseins einer Person oder Personengruppe bezeichnet, der sie befähigt, sich als Europäer zu begreifen und eine bejahende Haltung zu einer gemeinsamen Identität[4] („Wir-Gefühl“) und zum Zusammenleben der Menschen und Völker in Europa[5] im Sinne einer Gemeinschaft einzunehmen. In einem breiten Identitätsdiskurs[6][7][8] bezieht sich der Begriff auch auf Haltungen zur Verfasstheit Europas oder zur Rolle und zum Selbstverständnis Europas und der Europäer in der Welt.

Entstehung und Inhalte[Bearbeiten]

Nach Theorien der Sozialpsychologie entsteht eine Anschauung der europäischen Identität[9]

oder

  • als Zuschreibung von typischen Wesensmerkmalen von außen (Konstruktion eines Fremdbildes über „Europäer“ durch Individuen und Gruppen, die sich selbst nicht zu den „Europäern“ zählen).[10]

Das Bild, „Denkbild“, Konzept oder Konstrukt[11][12] besteht aus typisierenden Einzelmerkmalen („Personifikationen“, „mentale Repräsentationen“), die ein Betrachter oder eine Gruppe von Betrachtern hierzu als wesentlich einschätzen und bildet einen Ausschnitt eines „Sozialen Panoramas“ (Lucas Derks). Bei diesem ontologischen Konzept kommen Wesenseigenschaften, Mentalitäten, Merkmale des Sozialverhaltens, der Kultur und der Zivilisation, das kulturelle Erbe und die kulturelle Identität, Begabungen und Fertigkeiten, Lebensgewohnheiten, soziale Codes, Gebräuche, Gesinnungen, Mythen, Ideen, Ideale, Weltanschauungen und Wertvorstellungen als „Identitätsaufhänger“ (Erving Goffman) in Betracht, die die Bewohner des Erdteils Europa und ihr Zusammenleben kennzeichnen sowie signifikant von den Bewohnern anderer Kontinente (Fremdgruppen) und ihrem Zusammenleben unterscheiden (sollen).[13][14] „Identitätsangeboten“ (identitätsstiftende Vorbilder, Symbole, Wahrzeichen, Stereotype, Erzählungen, „Narrative“ (Hayden White), Nachrichten, kulturelle Erinnerungen), die über das jeweilige soziale Milieu, „Meinungsführer“ und die verschiedenen Medien der Informationsgesellschaft vermittelt werden und einen Teil des kollektiven Gedächtnisses bilden, kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu.[15][16][17][18] Die Herausbildung einer Identität verläuft nicht konfliktfrei, wenn eine sich entwickelnde Identität – etwa eine sich entwickelnde europäische Identität – zu einer vorhandenen – etwa einer nationalen Identität – in Widerspruch tritt, wodurch ein Identitätskonflikt entsteht.[19] Als Folge ständiger Einflüsse, die auf die Konstruktion einer Identität einwirken und sie verändern, ist auch eine auf das Europäer-Sein bezogene Facette der Identität kein statisches, sondern grundsätzlich ein dynamisches Gebilde.[20] Europäische Identität kann wegen ihrer Konstruktion aus heterogenen Bestandteilen als das Ergebnis einer Europäisierung und Verknüpfung verschiedener sozialer Identitäten zu einer „Bindestrich-Identität“ oder „multiplen Identität“ in Europa verstanden werden; bei vielen tritt sie als „sekundäre Identität“ zu einer nationalen Identität hinzu (Thomas Risse).[21]

Begriffe[Bearbeiten]

In Diskursen des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts herrschte noch das Synonym Europäertum vor. Wird eine europäische Identität allein auf den Raum oder den Staatenverbund der Europäischen Union (EU) bezogen, so werden manchmal auch die Begriffe EU-Identität oder Identität der EU verwendet.[22] Wenn zustimmende Haltungen zum Gedanken der europäischen Integration und zur Entwicklung einer europäischen Identität ausgedrückt werden, wird der Terminus Europäismus benutzt, bei ablehnenden Haltungen der Begriff Antieuropäismus (siehe auch: Europaskepsis). Personen, die eine europäistische Überzeugung ausdrücken, werden häufig als überzeugte Europäer bezeichnet.

Identitätsstiftung im Rahmen europäischer Politik[Bearbeiten]

Unterschiedliche Konzepte dessen, was europäische Identität bedeutet (oder bedeuten soll), bildeten Grundlagen für die Diskussion und Entwicklung von politischen Konzepten der europäischen Integration, aber auch für Europaskepsis. Bis ins 20. Jahrhundert gab es keine einheitliche und allgemein akzeptierte Grundauffassung von einer europäischen Integration und dem „Europäertum“. Alle Integrationsversuche der Neuzeit waren bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts von nationalen Interessen einer Hegemonie in oder über Europa diktiert.[23] Die Herausbildung einer kollektiven europäischen Identität ist vor dem Hintergrund der historischen Erfahrungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg zu einer festen Zielgröße europäischer Politik geworden,[24][25] spätestens seit 1973, nachdem die Staaten der Europäischen Gemeinschaften das Dokument über die europäische Identität beschlossen hatten.[26][27] Erklärt wird das Zustandekommen des europäischen Integrationsprozesses mit dem durch den Zweiten Weltkrieg stark entwickelten politischen Bewusstsein, dass ein stabile Ordnung der Staaten in Europa Deutschland in eine europäische Kooperationsstruktur pazifizierend einbinden müsse (→ Deutsche Frage).[28] Die so entstandene, schrittweise aus- und aufgebaute Gemeinschaft habe dann damit begonnen, Konzepte einer kollektiven europäischen Identität zu konstruieren.

Neben regionalen,[29] staatlichen und supranationalen[30] Ebenen wirkten und wirken an einer europäischen Identitätspolitik auch örtliche, nichtstaatliche sowie private Initiativen und Organisationen mit. Beispiele dafür sind die Europäische Bewegung International (seit 1948), die alljährliche Verleihung des Internationalen Karlspreises der Stadt Aachen (seit 1950), das von Jean Monnet initiierte Aktionskomitee für die Vereinigten Staaten von Europa (1955–1975) oder die Projekte zur Verleihung der Titel Europäer des Jahres, die verschiedene Organe der Presse jährlich vergeben. Die Europa-Union Deutschland beschloss 1995 eine Charta der europäischen Identität.[31] Die römisch-katholische Kirche ernannte seit 1964 Patrone Europas, um aus ihrer religiösen Sicht der Identität Europas auf spirituelle Grundlagen dieses Erdteils und seiner Völker aufmerksam zu machen. Seit Mitte der 1980er Jahre verstärkte die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ihre Bemühungen, die in ihrem Selbstverständnis formulierten Identitätsvorstellungen zu vermitteln und Bezugspunkte einer europäischen Identität bereitzustellen. Wissenschaftler sehen die Europäische Union (EU) heute als den Hauptakteur in einem umfassenden europäischen Identitätsdiskurs. Die EU habe sich dabei die Deutungshoheit über diejenigen Inhalte gesichert, die als „europäisch“ gesehen werden.[32] Auf Initiative des Europäischen Parlaments wird derzeit ein Haus der Europäischen Geschichte etabliert, in dem auch Konzepte der europäischen Identität veranschaulicht werden sollen.[33]

1950 hatten die Staaten des Europarats, der 1949 gegründeten internationalen Organisation für die Zusammenarbeit in Europa, die Europäische Menschenrechtskonvention beschlossen, die schließlich 1953 in Kraft trat und über deren Einhaltung der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte seit 1959 wacht. Damit bekannten sich diese Staaten auf der Basis eines völkerrechtlichen Katalogs der Grund- und Menschenrechte zum Gedanken einer europäischen Rechts- und Grundwertegemeinschaft.[34] Gleichwohl wird festgestellt, dass eine europäische Öffentlichkeit als unterstellte Voraussetzung einer kollektiven europäischen Identitätsfindung,[35][36] kaum vorhanden sei, allenfalls in Form sektoraler europäischer Fach- oder Teilöffentlichkeiten. Diese Gegebenheit, auch als das Fehlen eines „europäischen Demos“ bezeichnet,[37][38][39] wird mit dem Fehlen starker identitäts- und loyalitätsstiftender Ressourcen,[40] mit strukturellen Kommunikationsproblemen (insbesondere aufgrund sprachlicher und kultureller Barrieren), mit den Wirkungen des Nationalismus und den Bindungen von Menschen und Strukturen an das Konzept des Nationalstaates sowie mit einem „Demokratiedefizit“ auf der Ebene der europäischen Politik erklärt.[41][42]

Mit der Einheitlichen Europäischen Akte schuf der Europäische Rat 1986 eine vertragliche Grundlage für die Europäische Politische Zusammenarbeit, der insbesondere das politische, auch identitätsstiftende Konzept der Kohäsion als Ausdruck der Solidarität ihrer Staaten und Regionen zugrunde liegt. Mit dem Vertrag von Maastricht wurde am 7. Februar 1992 der Vertrag über die Europäische Union abgeschlossen, in dessen Artikel 2 es heißt:

„Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.“

Für die Aufnahme von neuen Mitgliedstaaten in die Europäische Union definierte der Europäische Rat 1993 die Kopenhagener Kriterien. Damit definierte er insbesondere demokratische und rechtsstaatliche Standards im Sinne von grundlegenden und unverzichtbaren Werten für die Union und ihre Identität. Ein 2004 unterzeichneter Vertrag über eine Verfassung für Europa, der fundamentale rechtliche Bestimmungen zu Kompetenzen, Werten, Zielen und Prinzipien der EU vorsah, scheiterte 2005 an Volksbefragungen in Frankreich und in den Niederlanden. Nach der Erarbeitung einer Berliner Erklärung gelang es den EU-Staaten 2007 aber, etliche dieser Bestimmungen, zum Teil modifiziert, im Vertrag von Lissabon zu verankern. Auf Verlangen Großbritanniens wurde dabei allerdings auf die vertragliche Festlegung bestimmter identitätsstiftender Symbole der EU wie der Europaflagge, der Europahymne und des Europamottos „In Vielfalt geeint“ verzichtet, doch ergänzt den Vertrag die Deklaration Nr. 52, worin 16 EU-Staaten die Symbole förmlich anerkennen.[43] Gleichzeitig mit dem Vertrag von Lissabon trat am 1. Dezember 2009 die Charta der Grundrechte der Europäischen Union in Kraft, die die EU-Grundrechte mit Ausnahme Großbritanniens und Polens für den gesamten EU-Raum kodifiziert. Ferner wurde mit dem Vertrag von Lissabon der 1957 geschlossene Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union überführt, in dessen Präambel sich das vielzitierte identitäre Ziel findet, „die Grundlagen für einen immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker zu schaffen“.[44] In Vorschriften zur Verstärkten Zusammenarbeit ist dort auch das Konzept der abgestuften Integration enthalten. Für die sechs Jahrzehnte währenden Bemühungen um Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte erhielt die EU 2012 den Friedensnobelpreis.

Deutschland[Bearbeiten]

Am 22. Juli 1848 trug der deutschkatholische Politiker Robert Blum in der Frankfurter Nationalversammlung die Vorstellung eines freien, vereinten und demokratischen Deutschlands in der friedlichen Vereinigung einer „europäischen Staatenfamilie“ vor.[45]

Auf der Grundlage des rassistischen Konzepts einer zur Herrschaft prädestinierten „Herrenrasse“ versuchte das nationalsozialistisch regierte Großdeutsche Reich Europa nach totalitären Vorstellungen zu unterwerfen und neu zu ordnen, wobei das Konzept der „Germanisierung“ eines „Lebensraums im Osten“ eine zentrale Komponente bildete (siehe: Nationalsozialistische Europapläne).

Die Bundesrepublik Deutschland gab sich aufgrund der historischen Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus 1949 ein Grundgesetz, in dessen Präambel den verfassungsrechtlichen Regelungen die Aussage vorangestellt wird, dass das „Deutsche Volk“ von dem Willen „beseelt“ sei, „als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen“. Damit erklärte es den Gedanken der europäischen Integration zu einem seiner Staatsziele. Durch Neufassung des Artikels 23 des Grundgesetzes („Europa-Artikel“) konkretisierte Deutschland 1992 unter Betonung des unionsrechtlichen Subsidiaritätsprinzips sein Verhältnis als Bundesstaat zur EU. Mit Bezug auf die Präambel stellte das Bundesverfassungsgericht 2009 in seinem Lissabon-Urteil fest, dass die deutsche Verfassung „auf die europäische Integration gerichtet“ sei und „ein organisiertes Miteinander in Europa“ wolle.[46] Auf die Eurokrise reagierte die Bundesregierung 2012 mit der politischen Forderung nach „mehr Europa“, worunter nach Presseberichten ein Bündel von Maßnahmen zu verstehen sei, das zu einem weiteren Transfer nationaler Souveränität europäischer Staaten auf die europäische Ebene führen soll.[47] Demgegenüber bemerkte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Presseinterviews, dass „mehr Europa“ auch die stärkere Koordination des nationalen politischen Handelns bedeuten könne.[48] Im Zusammenhang mit der Eurokrise und der dabei erzielten Einigung über die Europäische Bankenunion meinte der EU-Vizekommissionspräsident Olli Rehn über die deutsche Europapolitik: „Deutschland neigt zum Intergouvernementalismus, und das ist der Spielplatz der großen Staaten.“[49]

Visionen, Konzepte, Definitionsversuche, Bemerkungen, Analysen[Bearbeiten]

  • Erstmals schrieb von Europäern im Jahr 754 ein anonymer spanischer Autor in der Mozarabischen Chronik. Mit dem lateinischen Neologismus Europenses fasste er Franken, Langobarden, Sachsen und Friesen zusammen, die im Jahr 732 unter dem Kommando von Karl Martell in der Schlacht von Tours und Poitiers eine Operation der islamischen Expansion von Arabern („Sarazenen“) unter ihrem Heerführer Abd ar-Rachman gestoppt hatten.[50]
  • Seit der Zeit Karls des Großen wurde der Begriff Europa am karolingischen Hof, von der Reichskirche und von der Kanzlei der Päpste in verschiedenen Varianten benutzt, um dessen „Hegemonialreich“ zu bezeichnen, das über das Frankenreich hinausgriff und eine Reihe abhängiger Gebiete kontrollierte.[51]
  • Das gegen Ende des 8. Jahrhunderts entstandene Paderborner Epos schmeichelte Karl dem Großen als „Haupt Europas“, „erhabenem Leuchtturm“ und „Vater Europas“. In dieser noch diffusen Imagination von Europa war nach Ansicht des Historikers Dieter Hägermann das Moment der fränkischen Herrschaft auf der Grundlage des lateinisch geprägten Christentums erkennbar verbunden mit der indirekten Ausgrenzung des Byzantinischen Reichs und der griechischen Ostkirche.[52]
  • Nach Meinung des Historikers Heinrich August Winkler war der Einflussbereich der lateinisch geprägten „Westkirche“ jener Bereich Europas (der „alte Westen“), der mit „vormodernen Formen der Gewaltenteilung“ sowie durch die „spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Emanzipationsprozesse der Renaissance und des Humanismus, der Reformation und der Aufklärung“ die entscheidende Grundlage für die Entstehung der sogenannten „westlichen Werte“ der westlichen Welt bildete.[53] Winkler liegt in diesem Punkt auf einer Linie mit Samuel Phillips Huntington, der in seiner Theorie vom Clash of Civilizations die durch die orthodoxen Kirchen geprägten Räume Ost- und Südosteuropas vom „westlich geprägten“ Europa unterscheidet und einem speziellen „euro-asiatischen“ Kulturkreis zuordnet. Die These einer besonderen kulturellen Verbundenheit zwischen einem westlichen Europa und Nordamerika auf der einen Seite und ihrer Unterscheidung von einer im Osten Europas verorteten, künftig aufsteigenden „russischen Kultur“ hatte der Kulturphilosoph Oswald Spengler bereits 1918 in seinem Hauptwerk Der Untergang des Abendlandes aufgestellt.
  • Vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Idee der Kreuzzüge, der Ablehnung eines Anspruchs nach Universalherrschaft (civitas una), wie er in der Reichsidee oder im Herrschaftsanspruch des Papsttums zum Ausdruck kam, und in der Tradition der Idee des französischen Königtums seit Philipp II., dass an deren Stelle „Städte und viele Fürsten [treten], die keinen Höheren in ihren Ländern anerkennen“ (civitates et multi principes superiores in terris non recognoscentes), stellte der französische Rechtsgelehrte Pierre Dubois in seiner Schrift De recuperatione Terre Sancte („Über die Wiedergewinnung des Heiligen Landes“) um 1306 das Konzept eines Zusammenschlusses der christlichen Herrscher Europas mit einer gemeinsamen Schiedsgerichtsbarkeit und einem konziliaren Leitungsgremium als neuen universalen Ordnungsrahmen vor (respublica christiana).[54][55][56]
  • Den ersten konkreten Plan zu einer konföderativen Ordnung der politischen Kräfte Europas ließ der kalixtinische böhmische König Georg von Podiebrad ab 1461 durch seinen Rechtsberater Antonius Marini entwerfen.[57] Mit Blick auf eine gemeinsame Verteidigung des christlichen Europas gegen die „Türkengefahr“ stellte der König im Jahr 1464 das Konzept, den Tractatus pacis toti cristianitati fiendæ mit 21 Artikeln zur Gründung gemeinsamer europäischer Einrichtungen wie Heer, Haushalt, Gericht, Volksvertretung, Asyle, Verwaltung und Wappen, neben den Herrschern Polens, Ungarns und Venedigs dem französischen König Ludwig XI. vor, der den Plan allerdings zurückwies.[58][59] Eine Verwirklichung des Konzepts hätte die Macht des römisch-deutschen Kaisers Friedrich III. ebenso begrenzt wie die des Papsttums, damals verkörpert durch Paul II., welcher den böhmischen König noch im gleichen Jahr zum Ketzer erklären ließ.[60][61]
  • Schließlich erfolgreiche Bemühungen europäischer Seefahrer den Seeweg nach Indien zu entdecken, um durch direkten Gewürzhandel den nahöstlichen Zwischenhandel umgehen zu können, führten zu einem Aufschwung des interkontinentalen Fernhandels zu Beginn der Neuzeit, zur europäischen Expansion sowie zu einer verbreiterten und vertieften Möglichkeit der Europäer, sich mit fernen außereuropäischen Zivilisationen zu vergleichen, etwa mit der ebenfalls hochentwickelten Kultur der Chinesen. Dieser Vergleich mit „Anderen“ und die daraus hervorgehende Distinktion prägte das Selbstbild der Europäer nachhaltig.[62] Einen frühen Versuch der Unterscheidung und Einordnung von Menschentypen nach Hautfarbe, Temperament und Körperhaltung unternahm im 18. Jahrhundert Carl von Linné in seinem Werk Systema Naturae, in dem er den Europäer als „Homo Europaeus“ klassifizierte, ihm die Merkmale weiß, sanguinisch und muskulös zuordnete und so vom Afrikaner, Amerikaner und Asiaten als weiteren Ausprägungen (Varietäten) des „Homo sapiens“ unterschied.
  • Das 1634 im Auftrag des Kardinals Richelieu von Jean Desmarets de Saint-Sorlin geschriebene Heldendrama Europe. Comedie Heroique entwickelte Europavorstellungen vor dem politischen Hintergrund des alten Gegensatzes zwischen Frankreich und Spanien und des bevorstehenden Eintritts Frankreichs in den Dreißigjährigen Krieg. Hierbei wurde die Idee einer Universalmonarchie Frankreichs über Europa vorgetragen. Die Monarchia Universalis war ein universalistisches Konzept, das zu Beginn der Neuzeit in Fortführung der Gedanken der Einheit der Christenheit, des Gottesgnadentums, der Nachfolge des römischen Imperiums und Karls des Großen sowie mit dem Blick auf das Kaisertum, das Heilige Römische Reich, das spanische Königtum, das global ausgreifende spanische Kolonialreich und die darauf gegründete Vorherrschaft in Europa zuletzt dem Habsburger Karl V. vorschwebt hatte.[63][64]
  • In An Essay towards the Present and Future Peace in Europe by the Establishment of a European Dyet, Parliament or Estates warb der englische Quäker und Jurist William Penn, der in den 1680er Jahren an der Gründung der englischen Kolonie Pennsylvania führend mitgewirkt hatte, 1691 erneut für eine konföderative Friedensordnung in Europa. Hierbei entwarf er auf der Grundlage von Gedanken von Émeric Crucé, Maximilien de Béthune und John Locke die Idee eines europäischen Parlaments, in das die Staaten Europas eine festgelegte Zahl von Vertretern entsenden sollten. Ähnliche Ideen wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Charles Irénée Castel de Saint-Pierre geäußert. Diese Ideen bildeten Fundamente für viele weitere Autoren des 18., 19. und 20. Jahrhunderts,[65] etwa Konrad von Schmidt-Phiseldeck, Henri de Saint-Simon, Victor Hugo, Karl Kautsky und Winston Churchill, der in einer Rede an der Universität Zürich am 19. September 1946 vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Kalten Krieges dazu aufrief, „eine Art Vereinigte Staaten von Europa zu schaffen“, die die „neuen Gefahren von Tyrannei und Terror“ abwehren sollten. Churchills Mitstreiter und Schwiegersohn Duncan Sandys rief anschließend das United Europe Movement ins Leben.[66]
  • Mit der 1799 entstandenen Rede Europa rief der frühromantische Schriftsteller Novalis die Völker Europas zur Annahme einer neuen „Religion“ auf, die durch einen freieren und poetischen Umgang mit den biblischen Schriften gekennzeichnet sei und die die Europäer zu einer Friedensgemeinschaft vereinen würde.
  • Am 15. April 1834 wurde unter Führung von Giuseppe Mazzini in Bern der politische Geheimbund Junges Europa gegründet. Ihm gehörten anfangs sieben Italiener, fünf Polen und fünf Deutsche an. Sein Ziel war die Errichtung eines Bundes der Nationalstaaten durch die Völker Europas und die Überwindung der beim Wiener Kongress restaurierten Monarchien und Vielvölkerstaaten durch Republiken. Die ideellen Grundlagen hierzu hatte Mazzini bereits 1831 in Marseille bei der Gründung der politischen Bewegung Junges Italien formuliert.[67]
  • Am 6. März 1848, kurz nach der Februarrevolution 1848, skizzierte der deutsche Vormärz-Dichter und Exildemokrat Georg Herwegh, der ab 1837 an August Lewalds Zeitschrift Europa mitgearbeitet hatte, in seiner Botschaft An das französische Volk! den Gedanken einer „europäischen Republik“. Auf der Grundlage des Prinzips der Volkssouveränität verstand er darunter eine neue republikanische Ordnung der europäischen Völker, die unter dem revolutionären Wahlspruch Freiheit, Gleichheit, Bruderliebe die Demokratie erkämpft, so „mit der alten Zeit gebrochen und das Banner der neuen aufgepflanzt [hätten] für alle Völker der Welt.“[68] Wenige Tage später brach Herwegh als Führer der Deutschen Demokratischen Legion von seinem Pariser Exil auf, um im Großherzogtum Baden den Heckeraufstand zu unterstützen.
  • In seinem 1886 erschienenen Werk Jenseits von Gut und Böse bezeichnete der staatenlose Philosoph Friedrich Nietzsche das „gute Europäertum“ als die Fähigkeit eines Europäers, „atavistische Anfälle von Vaterländerei und Schollenkleberei zu überwinden und wieder zur Vernunft (…) zurückzukehren.“[69]
  • Ab 1922 entwickelte der japanisch-österreichische Schriftsteller Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi vor dem Hintergrund der Erfahrung des Ersten Weltkriegs, den er als „Bürgerkrieg unter den Europäern“ empfunden hatte, die Paneuropa-Idee, nach der Europa zwischen Polen und Portugal zu einem Staatenbund namens Paneuropäische Union oder Vereinigte Staaten von Europa verbunden werden sollte. Dieser Idee setzte der Österreicher Karl Anton Rohan, Gründer der Monatszeitschrift Europäische Revue, ein elitär-konservativ geprägtes Konzept des „Abendlandes“ entgegen.
  • In seinem Vortrag Die Krisis des europäischen Menschentums und die Philosophie stellte der deutsche Philosoph Edmund Husserl 1935 unter den europäischen Nationen eine „besondere innere Verwandtschaft im Geiste“ fest. Diese – er nannte sie das „geistige Europa“ – habe seine Geburtsstätte im 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr., wo durch eine „neuartige Einstellung einzelner zur Umwelt (…) sich der Durchbruch einer völlig neuen Art geistiger Gebilde, rasch anwachsend zu einer systematisch geschlossenen Kulturgestalt“, vollzogen habe. Husserl meinte damit die Philosophie der Antike, deren Anfänge bei den Vorsokratikern im antiken Griechenland liegen. Zur Überwindung der „Krise des europäischen Daseins“ rief er zu einer „Wiedergeburt Europas aus dem Geiste der Philosophie durch einen den Naturalismus endgültig überwindenden Heroismus der Vernunft“ auf.[70]
  • In einem Vortrag vor dem Kulturkreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie am 29. September 1953 stellte der spanische Philosoph und Soziologe José Ortega y Gasset seine Europaidee vor. Demnach sei „Europa“ als gemeinsames „europäisches Kulturbewußtsein“ zu fassen, dessen Existenz unbestreitbar sei und nicht mit dem Problem der geografischen Abgrenzung oder der rechtlichen Verfasstheit Europas verwechselt werden dürfe. Ortega y Gasset formulierte den Gedanken, dass die europäischen Völker stets zusammengelebt und dabei in einem sozialen Raum einen „gemeinsamen Vorrat an Ideen, Formen und Begeisterungen“ geschaffen hätten, auch schon die Europäer vor der Entstehung europäischer Nationen. Das Zusammenleben in diesem Verständnis erzeuge immer ein „System von Bräuchen“. Im Zusammenleben der europäischen Völker seien daher ebenfalls „allgemeine europäische – sowohl intellektuelle als [auch] moralische – Bräuche“ entstanden. Diese „Bräuche“ hätten stets eine „öffentliche europäische Macht“ gebildet. Eine Konstante der europäischen Kultur sei darin zu sehen, dass sie bei ihrem Gang durch periodische Krisen immer wieder über sich hinausgriff und damit über sich selbst hinauswuchs.[71]
  • Der deutsche Historiker Hagen Schulze stellte die europäische Identität als Produkt einer imagined community (Benedict Anderson) dar, deren Traditionswahrnehmungen insbesondere und in hohem Maße durch „Wiederkehr der Antike“ in Gestalt „vieler Renaissancen“ gespeist wurden. Die zusammenhängende Entwicklung dieser Renaissancen bezeichnet er nach Peter Burke als „Verwestlichung des Abendlandes“. In der Substanz versteht er die europäische Zivilisation als „ein Phänomen des europäischen, lateinischen Westens“.[72]
  • Der deutsche Philosoph Jürgen Habermas versuchte, eine anzustrebende europäische Identität im Sinne einer ganzen Reihe abstrakter Grundsätze zu definieren, die er unter den Begriff Verfassungspatriotismus subsumiert. Das zentrale europäische Projekt, die EU, gründe sich auf die Prinzipien der Freiheit, der Demokratie, der Anerkennung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit, die von den Nationalstaaten auf trans- und supranationale Ebenen transferiert würden. Außerdem kennzeiche Europa die Vorstellung von einem „Sozialmodell“. Europa, so Habermas, müsse „die Bewahrung einer spezifischen, heute in Gefahr geratenen Kultur und Lebensform“ beinhalten.[73] In diesem Zusammenhang spricht er auch von einem „Biotop des alten Europa“. Die Europäische Union sei hierin die Rechtsgemeinschaft, die die Völker Europas mit den Bürgern Europas abgemacht hätten. Er fordert eine Demokratisierung der europäischen Ebene, die er als „höherstufiges politisches Gemeinwesen“ begreift. Das „Europaprojekt“ könne zur Bewältigung der bevorstehenden enormen Weichenstellungen nicht weiter im „Elitemodus[74] und durch eine „postdemokratische Herrschaftsausübung“ des Europäischen Rats[75] fortgeführt werden. Zusammen mit dem französischen Philosophen Jacques Derrida hatte Habermas 2003 dazu aufgerufen, dass eine Gruppe europäischer Staaten als das „avantgardistische Kerneuropa“ wie eine „Lokomotive“ voranziehen solle, um in verstärkter Zusammenarbeit das „Bild eines friedlichen, kooperativen, gegenüber anderen Kulturen geöffneten und dialogfähigen Europas“ zu verwirklichen.[76] Derrida und Habermas, die seinerzeit angesichts „überwältigender“ Massendemonstrationen gegen einen Eintritt europäischer Staaten in den Irakkrieg ein „Signal für die Geburt einer europäischen Öffentlichkeit“ erblickten, verstanden ihren Aufruf als Antwort auf den Offenen Brief der Acht, mit dem unter Führung von Tony Blair und José María Aznar acht europäische Staaten im Irak-Konflikt für mehr Solidarität mit den Vereinigten Staaten eingetreten waren. Den Vereinigten Staaten und ihrem Präsidenten George W. Bush warfen Derrida und Habermas einen „burschikosen Bruch des Völkerrechts“ und „hegemonialen Unilateralismus“ vor. Den Europäern rieten sie eine selbstkritische Auseinandersetzung mit ihrer „bellizistischen Vergangenheit“, um durch die bewusste Aneignung der historischen Erfahrungen eine „identitätsbildende Kraft“ zu erlangen.
  • Nach dem britisch-US-amerikanischen Politikwissenschaftler John McCormick[77] ist das Europäertum (europeanness) eine Eigenschaft, die ein bestimmtes Maß der Annahme von Vorstellungen des Europäismus (europeanism) bezeichnet. Europäismus bezeichne eine Reihe von prägenden Vorstellungen der Europäer, etwa – bezogen auf die „politische Mentalität“ der Europäer aus der Sicht von Habermas und Derrida – das Eintreten für Prinzipien des Säkularismus, das Vertrauen in die Rolle des Sozialstaats, Zweifel im Hinblick auf die Regulierungskräfte des freien Marktes, realistische Erwartungen in Bezug auf den technischen Fortschritt, eine niedrige Toleranzschwelle für die Anwendung von Gewalt und die Präferenz für einen Multilateralismus im Rahmen reformierter Vereinter Nationen.[78][79][80]
  • Die ehemalige Verfassungsrichterin Jutta Limbach stellte mit Blick auf den Staatenverbund der EU fest, dass ein „europäischer Bürgersinn“ bisher vergeblich zu suchen sei und sah Ursachen dafür in den komplexen Funktionsmechanismen der EU und in einem geringen Vertrauen in die Einhaltung europäischer Verträge: „Wer die Bürger dort abholen will, wo sie sich in ihrem europäischen Bewusstsein befinden, muss zunächst auf ihr Unbehagen und ihr fehlendes Verständnis der Funktionsmechanismen der EU eingehen. (…) Wie will ich von den Bürgern erwarten, dass sie sich auf das Projekt Europa einlassen, wenn sie nicht darauf vertrauen dürfen, dass sich die Politiker an die vereinbarten Verträge und deren Normen halten?“[81]
  • Angesichts der Staatsschuldenkrise im Euroraum warnte der Politikwissenschaftler Peter Graf von Kielmansegg davor, „Europa eine Art Zwangsintegration zu verordnen“, (…) eine „Integration nicht als Folge einer frei geführten Debatte über das Wünschbare und Notwendige, sondern als Resultat von Zwängen, die sich aus vorausgegangenem, nicht zu Ende gedachtem Tun ergeben. (…) Es wäre ein von einer wohlmeinenden politischen Klasse oktoyiertes Europa. Ein oktoyiertes Europa wäre ein wurzelloses Europa. Die europäische Föderation in ihrer konkreten Gestalt, nicht nur die Europa-Idee, muss von den Europäern angenommen werden.“[82] Im Sinne der Kritik Kielmanseggs verglich der Publizist Henryk M. Broder, der sein Europäertum als eine „Selbstverständlichkeit“ wie das tägliche Duschen charakterisierte, im Jahr 2013 die Eurozone mit einer Hausgemeinschaft, in der von 17 Parteien fünf ihre Umlage nicht mehr bezahlen könnten. Das „Gerede“, dieses Modell sei ein „Haus des Friedens“, bezeichnete er als „unlogisch und konstruiert“; die Argumentation sei „so schief wie der Turm von Pisa.“[83]
  • Die Politikwissenschaftler Ulrike Guérot und Robert Menasse legten 2013 in einem Beitrag dar, dass in der „Logik einer europäischen Res publica“ die Gewinne der gesamteuropäischen Wertschöpfungskette transnational verteilt und dabei eine ökonomische Balance zwischen Zentrum und Peripherie gefunden werden müsse.[84]
  • Die aus Bulgarien gebürtige französische Philosophin Julia Kristeva befand, dass die Identität in Europa ein Gegenstand fortgesetzter, unabschließbarer Suche sei. Die kulturellen Eigenschaften Europas wurzelten in der Vielsprachigkeit, Diversität und damit in der Freiheit, die Identität fortgesetzt in Frage zu stellen. Lebendig sei Europa, wenn es sich selbst fremd ist. Eine wichtige europäische Tradition, die im Zentrum des jüdisch-griechisch-christlichen Denkens stehe, sei der Gedanke von der unverwechselbaren Einzigartigkeit jeden Subjekts. Dieser Gedanke mache die Menschen fähig, mit Schwächeren zu teilen. Am Umgang mit der Verletzlichkeit des Menschen zeige sich, was Europa eigentlich ist.[85]
  • Der niederländische Schriftsteller Arnon Grünberg, der in New York City einmal als Eurotrash bezeichnet wurde, riet Europäern, ihr eigenes Europäertum am besten im nicht-europäischen Ausland im Status eines „selbstbewussten Paria“ (Hannah Arendt) zu erleben, etwa so wie sich die Juden ihres Judentums in der Diaspora bewusst würden.[86] Einen ähnlichen Standpunkt vertrat die Publizistin Carolin Emcke: „Das Eigene liegt immer im toten Winkel der Wahrnehmung. So wird zum Europäer erst, wer sich unter Nichteuropäern bewegt, zum Weißen erst, wer unter Nichtweiße geht, zum Christen erst, wer sich unter Juden, Muslime und Atheisten mischt. Es wird kein Zufall sein, dass die Debatte über Europa gerade jetzt, in diesem historischen Augenblick, auftaucht. Sie hat gar nicht hauptsächlich mit der Integration zu tun. Sondern mehr mit der Globalisierung und mit aufstrebenden Mächten, die Europa verstören, weil es sich im Spiegel der anderen selbst betrachten und befragen muss.“[87]
  • Der rechte französische Intellektuelle Dominique Venner ging bei der Frage der Entstehung einer europäischen Identität in die Zeit der Perserkriege zurück und betrachtete über größere geschichtliche Zeiträume besonders die Momente, in denen äußere Kräfte auf Europa gewaltsam einzuwirken versuchten. Als geschichtliche Konstante für die Entstehung einer gemeinsamen Identität von Völkern sieht er die Bedrohung durch das „Andere“.[88] Der französische Politikwissenschaftler Dominique Moïsi sieht einen signifikanten Zusammenhang zwischen Phänomenen der Angst vor allem ‚weißer‘ Europäer und der Art und Intensität der Konstruktion ihrer Identität: „Mehr denn je wird Angst zur beherrschenden Kraft in der europäischen Politik der vergangenen Jahrzehnte. Es geht vor allem um die Angst vor den nichteuropäischen ‚Anderen‘, die von einer wachsenden Anzahl ‚weißer‘ Europäer als Bedrohung ihrer Identität und Lebensart, ja sogar ihrer Sicherheit und Arbeitsplätze wahrgenommen werden. Im Zentrum dieser Debatten steht das Thema Islam und Einwanderung. (…) Die Globalisierung und die mit ihr einhergehende Orientierungslosigkeit löst in vielen Menschen eine nervöse Suche nach ihrem Selbstwert aus. Je weniger die Menschen von ihrer Zukunft überzeugt sind, desto stärker tendieren sie dazu, sich in negativer, defensiver Weise auf ihre Identität zu konzentrieren. Wenn jemandem das Vertrauen in die eigene Fähigkeit fehlt, die Herausforderungen der Moderne zu meistern, zieht er sich in sich selbst zurück und konzentriert sich darauf, wer er ist, anstatt darauf, was er mit anderen zusammen erreichen will.“[89]
  • Der US-amerikanische Politologe Andrei S. Markovits stellte fest, dass Antiamerikanismus bzw. die europäische Konfrontation mit Phänomenen der Amerikanisierung und der außenpolitischen Rollenkonzeption der USA als „Gegenidentität“ dazu beitrage, eine europäische Identität zu begründen.[90][91]
  • Der Publizist Jochen Thies bemerkte im Jahr 2001: „Verschwindet jenes Europa, das wir kennen? Vor allem in Deutschland läuft die demographische Entwicklung darauf hinaus, dass am Ende dieses neuen Jahrhunderts der Anteil der deutschen Bevölkerung um 50 Prozent sinken wird, in den großen Städten vermutlich innerhalb einer Generation. Dadurch wird sich die Zusammensetzung der Nation dramatisch ändern. Die Politik kann versuchen, diese Entwicklungen zu steuern. Beherrschen wird sie das Problem aber nicht. Denn es wird aus zusätzlichen Richtungen verstärkt: Die Armutsmigration wird weitergehen, Klimakatastrophen, für die sich die Anzeichen mehren, könnten hinzutreten und Teile der Welt unbewohnbar machen. Dadurch könnte Europa durch die Hintertür werden, was Amerika schon ist: eine multikulturelle Gesellschaft mit den Voraussetzungen für eine Weltgesellschaft. In ihr werden Besonderheiten, die Europa jahrhundertelang ausmachten, keine Rolle mehr spielen.“[94]
  • Der Historiker Heinrich August Winkler meinte in einem Beitrag, der 2003 in der Zeitschrift Internationale Politik erschien, dass ein Beitritt der Türkei zur EU, die Identität dieser Gemeinschaft in Frage stellen würde, weil dann ein „imperial overstretch“ (Paul Kennedy) drohe, die Gefahr einer „räumlichen Überdehnung auf Kosten des inneren Zusammenhalts“. Eine somit „maßlos erweiterte Union könnte an kein europäisches ‚Wir-Gefühl‘ mehr appellieren.“ Auch wegen der „unterschiedlichen politischen Kulturen und des sozioökonomischen Gefälles“ zur EU sei das „Problem des türkischen Beitritts (…) die Nagelprobe für die Zukunft des Projekts Europa.“ Zur Lösung des Problems schlug Winkler in seinem Beitrag vor, statt eines türkischen Beitritts eine „privilegierte Partnerschaft“ zwischen der Türkei und der EU anzustreben.[95] Der US-amerikanische Psychoanalytiker Vamık Volkan meinte, dass die Europäer im Prozess ihrer Identitätsbildung die Türken als historisches Feindbild belebten und – bewusst oder unbewusst – die heutigen Türken „als die Vertreter der Osmanen vor Wien“ sähen. Die Vorurteile würden sich verfestigen, je mehr die Türkei mit einem osmanischen Image aufträte.[96]
  • In einem Beitrag für die Heinrich-Böll-Stiftung bemerkte Ireneusz Pawel Karolewski, dass „EU-Eliten“ durch „Identitätsschablonen“ und „Identitätstechnologien“ in einem „elitedominierten Diskurs über die identitätsrelevanten Gemeinsamkeiten“ ansatzweise eine kollektive europäische Identität erzeugten, „von der die EU-Bürger oft ausgeschlossen bleiben.“ Es entstehe so „irgendeine europäische kollektive Identität, die von Eliten für die EU-Bürger konstruiert wird.“[98]
  • Der US-amerikanische Soziologe Neil Fligstein stellte fest, dass durch direkte Kontakte der Menschen in Europa seit 1945 die Basis einer „European society“ entstanden sei, einer europäischen Gesellschaft, deren Angehörige (Individuen und ihre Organisationen) durch transnationale Interaktion einen Wandel ihrer Identität erfahren hätten.[99]
  • Das internationale Forschungsprojekt Jugend und europäische Identität ergab auf der Grundlage einer 2002 durchgeführten wissenschaftlichen Befragung von Jugendlichen in verschiedenen europäischen Ländern, dass die nationalen und die europäischen Identitäten variieren und jeweils verschieden stark ausgeprägt sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass europäische Jugendliche sich umso stärker mit Europa verbunden fühlen, je mehr Interesse für politische Themen und europäische Fremdsprachen sie zeigten, je höher ihr Bildungsabschluss, je internationaler ihre Ausbildung orientiert war.[100] Andere wissenschaftliche Untersuchungen ergaben die Tendenz, dass sich Europäer in nachrückenden Generationen zunehmend als Europäer begreifen, häufig im Rahmen einer „multiplen Identität“ (als Kombination von europäischer und nationaler Identität).[101]
  • Befragt nach Werten, die am besten die EU repräsentierten, erzielten bei einer Eurobarometer-Umfrage des Instituts TNS Infratest in den EU-Staaten die Werte Menschenrechte, Demokratie und Frieden in den Jahren 2008 und 2010 jeweils die höchste Zustimmung.[102] Nach dem Vertrauen in die EU befragt, antworteten in der Eurobarometer-Umfrage 47 Prozent der EU-Bürger im Mai 2011, dass sie der EU eher nicht vertrauten, und 41 Prozent, dass sie der EU eher vertrauten, während 12 Prozent die Antwort „weiß nicht“ vorzogen.[103]
  • Europa aus der Sicht eines Karikaturisten in den Vereinigten Staaten des Jahres 1906: Die politische Karikatur zeigt die Anwendung und Ausweitung der Monroe-Doktrin unter Präsident Theodore Roosevelt durch das Roosevelt-Corollary, wonach insbesondere Europa aus der „westlichen Hemisphäre“ herauszuhalten ist und die Vereinigten Staaten dort für sich eine Schiedsrichterfunktion und ein Interventionsrecht beanspruchen. Während die Vereinigten Staaten nach ihrem Selbstbild als lässiger, auf eine Riesenkanone (Big Stick) sich stützender Cowboy mit den Zügen Roosevelts dargestellt werden, wird Europa im US-amerikanischen Fremdbild als greiser König abgebildet. Als in dieser Konfliktsituation politisch unbedeutend erscheint die Dominikanische Republik, indem diese als weinerlicher Latino personifiziert wird.
    In der Wochenzeitung Die Zeit berichtete der britische Historiker Timothy Garton Ash 2003 über Stereotype, die hauptsächlich von antieuropäischen US-Amerikanern auf der rechten Seite des politischen Spektrums gepflegt würden, insbesondere von Neokonservativen, die gegen Europa die gleiche Kampfrhetorik einsetzten wie gegen Liberale im eigenen Lande. Demnach würden Europäer als „warme Brüder“ und, besonders in der Wendung „EU-nuchen“, als weiblich, impotent oder kastriert gesehen. Diese sexuelle Metaphorik sei auch bei Robert Kagan zu lesen gewesen, der in der Policy Review 2002 schrieb: „Amerikaner sind vom Mars, Europäer von der Venus.“[104] Europäer würden von antieuropäischen US-Amerikanern häufig als Weichlinge („Eurowürstchen“),[105] schwach, querulantisch, heuchlerisch, zerstritten, zuweilen als antisemitisch beurteilt. Aus dieser Sicht – Ash bezieht sich dabei etwa auf Richard Perle – hätten sie ihren moralischen Kompass und ihre Werte in multilateralen, transnationalen, säkularen und postmodernen Spielereien verloren. Zu unterscheiden sei allgemein jedoch zwischen einer legitimen und gut informierten Kritik an der EU einerseits und einer tiefer sitzenden, eingefleischten Feindseligkeit Europa gegenüber andererseits, deren Leitmotiv eine „mit Verachtung durchsetzte Gereiztheit“ sei. Die tatsächlich am weitesten verbreitete amerikanische Haltung gegenüber Europa sei eine leichte, wohlwollende Gleichgültigkeit, untermischt von beeindruckender Unwissenheit. Zum Prozess der europäischen Identitätsbildung bemerkte Ash vor dem Hintergrund der Irak-Krise 2003 und einer somit vertieften „transatlantischen Entfremdung“, dass die Versuchung groß sei, das europäische Selbstbild dadurch zu bilden, dass Europa auflistet, worin es sich von Amerika als dem „Anderen“ unterscheidet.[106][107][108]
  • In einem Beitrag für die US-amerikanische Zeitschrift Foreign Policy meinte der Politologe Joseph Nye 2006, dass Europa in seiner Politik zu sehr auf „Soft Power“ zähle, während die Vereinigten Staaten zu sehr „Hard Power“ bevorzugten. Insofern läge in Robert Kagans „kluger Übertreibung“, dass die Europäer von der Venus, die Amerikaner aber vom Mars kämen, ein wahrer Kern.[109]
  • Der Politikwissenschaftler Werner Link stellte im Hinblick auf die Frage nach der „außenpolitischen Ratio“ Europas dar, dass die EU und ihre Vorgängerinnen sich bereits früh als „ein Element des Gleichgewichts und ein Pol der Zusammenarbeit“ verstanden hätten. Im internationalen System wolle Europa seinem Selbstverständnis nach eine „Gleichgewichtsmacht“ sein, um in der Welt seine Interessen zu behaupten und gemeinsam wirkungsvoll zu vertreten, außerdem wolle es als „antihegemonialer Staatenverbund“ auftreten, um ein „integratives Mächtegleichgewicht“ in Europa zu schaffen und zu erhalten. Als größte Wirtschaftsmacht der Erde, die mit rund sieben Prozent der Weltbevölkerung etwa ein Viertel des globalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, habe die EU einen bestimmenden, systemrelevanten Einfluss in der Welt. Andererseits sei es offenkundig, dass die EU allein ohne Weiteres nicht zu einer großformatigen, robusten Militäraktion fähig ist, weshalb der EU-Außenpolitik von einigen Beobachtern zugeschrieben werde, dass sie „leider vorerst zahnlos“ bleibe. Die Wirkungsmöglichkeiten der EU-Außenpolitik seien ferner dadurch beschränkt, dass die der EU angehörenden Nationalstaaten ihre eigene Außenpolitik betreiben, entsprechend der Definition ihrer nationalen Interessen auch in andere oder entgegengesetzte Richtungen. Der wertvollste Beitrag Europas zur Weltpolitik sei ihr kooperativer Interregionalismus, von der EU entwickelte Beziehungen zu großen und kleinen Regionalorganisationen in der Welt, wobei sich bei der EU im Unterschied zu den Großmächten USA und China eine „antihegemoniale Ratio“ zeige, die von den Kooperationspartnern geschätzt werde.[110]
  • Mit Blick auf die Euromaidan-Proteste, den Umsturz in der Ukraine 2014 und die sich anschließende Krimkrise vertraten die Journalisten Matthias Krupa und Michael Thumann die Ansicht, dass die Krim- und Ukraine-Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu führe, dass die Europäer ihre Vorstellung über sich selbst schärften.[111] In dieser Zeit wurde unter Russlands Kulturminister Wladimir Medinski ein Leitbild mit der Kernthese „Russland ist nicht Europa“ propagiert. „Russland (…) sollte als eigenständige und einzigartige Zivilisation betrachtet werden, die weder zum ‚Westen‘ (‚Europa‘) noch zum ‚Osten‘ neigt“, heißt es dort. Dem Grundsatzpapier ist folgender Leitsatz Putins vorangestellt: „Unsere Bewegung nach vorn ist nicht möglich ohne eine geistige, kulturelle und nationale Selbstbestimmung. Anders können wir den inneren und äußeren Herausforderungen nicht standhalten.“ Einzelne russische Kulturschaffende kritisierten das Papier.[112] Nach Ansicht der Autorin Sonja Margolina verfolgt Putin mit der von ihm in Reden verbreiteten Vorstellung, dass Russen den westlichen Werten entgegengesetzte, „russische“ Werte und eine höhere moralische Bestimmung wie etwa die Bereitschaft zur patriotischen Selbstaufopferung kennzeichnen, eine neue Staatsideologie, die sich aus reaktionär-konservativen Konzepten des von ihm verehrten Denkers Iwan Iljin und des Eurasismus speise.[113]
  • Der Identitätsdiskurs befasst sich auch mit der Frage nach der originären, paneuropäischen Verkehrssprache.[114] Diese Funktion hatte in Europa über Jahrhunderte das Latein inne, aber durch dessen Sprachtod eignet sich Latein nicht mehr als modernes Kommunikationsmittel. Neue Konzepte in Form von Plansprachen, beispielsweise Interlingua, verbinden daher die modernen Sprachanforderungen mit dem kulturellen Erbe des Lateins.[115]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heiner Timmermann: Identitäten in Europa – Aus der Vergangenheit in die Zukunft. In: Michael Salewski, Heiner Timmermann (Hrsg.): Europa und seine Dimensionen im Wandel. Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen, LIT Verlag, Münster 2005, ISBN 3-8258-8473-2, S. 42 (online)
  2. Die Europa-Liste – Was unseren Kontinent ausmacht. Artikel vom 29. Juni 2013 im Portal welt.de, abgerufen am 29. Juni 2013
  3. Europa-Liste: Auf der Suche nach einer europäischen Kultur, Website des Goethe-Instituts, abgerufen am 29. Juni 2013
  4. Siehe hierzu auch: Kollektive Identität und das Fremde (Oswald Schwemmer)
  5. Übersicht zur Geschichte, Vielschichtigkeit und Dynamik des Europabegriffs siehe: Dominik Kremer: Der Europabegriff auf außereuropäischen Webseiten. Ein Vergleich des semantischen Kontextes ausgewählter Domains mithilfe rechnergestützter Textanalysemethoden. Dort: Kapitel 2: Sichtweisen auf Europa. Diplomarbeit im Studiengang Geografie, Bamberg 2007, Pdf-Datei im Portal uni-bamberg.de, abgerufen am 24. September 2013
  6. Stefan Seidendorf: Europäisierung nationaler Identitätsdiskurse? Ein Vergleich französischer und deutscher Printmedien. Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-2268-9 (Reihe Regieren in Europa, Bd. 13). Inhaltsverzeichnis und Buchrezension von Claudia Wiesner.
  7. Andreas Reckwitz: Der Identitätsdiskurs. Zum Bedeutungswandel einer sozialwissenschaftlichen Semantik. In: Werner Rammert (Hrsg.): Kollektive Identitäten und kulturelle Innovationen. Ethnologische, soziologische und historische Studien. Leipzig 2001, S. 21–38, Pdf-Datei im Portal sozialwiss.uni-hamburg.de, abgerufen am 22. Oktober 2013
  8. Beate Janosz, Wolfgang Hessberger, Melanie Tatur: Diskursive Generierung „europäischer Identität“? Resonanzen auf die Habermas/Derrida-Intiative in Deutschland und Polen. In: Melanie Tatur: Nationales oder kosmopolitisches Europa?, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16317-8, S. 97 f.
  9. Überblick über das Thema europäische Identität als Gegenstand wissenschaftlichen Interesses in: Achim Trunk: Europa, ein Ausweg: Politische Eliten und europäische Identität in den 1950er Jahren. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 978-3-486-58187-4, S. 53 ff.
  10. Siehe hierzu Theorie der sozialen Identität: Henri Tajfel, John C. Turner: The social identity theory of intergroup behavior. In: S. Worchel, W.G. Austin (Hrsg.): Psychology of intergroup relations. Nelson Hall, Chicago/IL 1986, S. 7–24.
  11. Siehe hierzu: Lorraine Bluche, Veronika Lipphardt, Kiran Klaus Patel (Hrsg.): Der Europäer – ein Konstrukt. Wissensbestände, Diskurse, Praktiken. Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0444-4.
  12. Zu Aspekten der Konstruktion einer europäischen Identität siehe Georg Datler: Das Konzept der „europäischen Identität“ jenseits der Demos-Fiktion – Essay. Beitrag vom 17. Januar 2012 im Portal bpb.de, abgerufen am 8. April 2013.
  13. Zur konstitutiven Bedeutung der Abgrenzung von „Anderen“, der Distinktion und der Exklusion siehe etwa Marcel Berlinghoff: Europäische Identität im Spiegel von Migrationspolitik, In: Teresa Tschech (Hrsg.): Nationale und europäische Identität im Spannungsfeld weltgesellschaftlicher Orientierung (= Vorträge zum Doktorandencolloquium vom 12.–17. September 2010 in der Villa Vigoni), pdf-Datei, S. 3, abgerufen im Portal villavigoni.eu am 8. April 2013.
  14. Die identifikatorischen Elemente, die bei der Konstruktion einer europäischen Identität zum Einsatz kommen, sind äußerst heterogen, vielschichtig und zum Teil widersprüchlich. – Vgl. Natascha Zowislo: Auf der Suche nach einer europäischen Identität – Symbole, Mythen und Geschichtsdidaktik im Diskurs über die europäische Integration. Dissertation Universität Mannheim, 2000, S. 262 ff. (PDF, online)
  15. Zur Identitätskonstruktion in der Mediengesellschaft und der „Postmoderne“ siehe etwa: Christian Körber, Andrea Schaffar: Identitätskonstruktionen in der Mediengesellschaft: Theoretische Annäherungen und empirische Befunde, pdf-Datei im Portal mediamanual.at, September 2002, abgerufen am 27. Januar 2013.
  16. Zur Breite der Visualisierungen von Konzepten von Europa und der europäischen Identität siehe etwa: Michael Wintle: The Image of Europe. Visualizing Europe in Cartography and Iconography throughout the Ages (PDF; 267 kB). Cambridge Studies in Historical Geography (No. 44), Cambridge University Press, New York 2009, ISBN 978-0-521-88634-5.
  17. Ein Hauptproblem bei der wissenschaftlichen Erforschung der europäischen Identität bildet der Umstand, dass die Begriffe Europa und Identität von Individuen oder von politischen Gemeinschaften nicht einheitlich definiert und verstanden werden. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Symbole und Nachrichten einen starken Einfluss auf die Entwicklung einer europäischen Identität haben (siehe Priming (Psychologie), Medien-Priming). Siehe hierzu ferner: Michael Bruter: Winning Hearts and Minds for Europe. The Impact of News and Symbols on Civic and Cultural European Identity (PDF; 120 kB). Comparative Political Studies Vol. 36, No. 10, S. 1148–1179, Sage Publications, London 2003.
  18. Zur Kritik „historischer Entwicklungsgesetze“, die etwa zur Erklärung eines geschichtlichen Ursprungs (zum Beispiel einer „Wiege Europas“) oder zur Erklärung von Prozessen in Europa im Sinne einer Teleologie oder Linearität der Geschichte Europas eingesetzt wurden und insoweit ein fragwürdiges Fundament einer kollektiven europäischen Identität bilden, siehe: Wilhelm Tielker: Der Mythos von der Idee Europa. Zur Kritik und Bedeutung historischer Entwicklungsgesetze bei der geistigen Verankerung der europäischen Vereinigung. LIT Verlag, Münster 2003, ISBN 3-8258-6659-9.
  19. Siehe hierzu in Bezug auf das Thema Europa: Identitätskonflikte in Europa, In: Deutschland & Europa. Reihe für Gemeinschaftskunde, Geschichte, Deutsch, Geographie, Kunst und Wirtschaft (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg). H. 53/2007, ISSN 1864-2942, Pdf-Datei, abgerufen am 4. Oktober 2013
  20. Dirk Jacobs, Robert Maier: European identity: construct, fact, fiction. Utrecht University, veröffentlicht in: Gastelaars, M., de Ruijter, A. (Hrsg.): A United Europe. The Quest for a Multifaceted Identity. Maastricht, Shaker, S. 13–34, Pdf-Datei, S. 3, abgerufen im Portal users.belgacom.net am 30. Oktober 2013
  21. Thomas Risse: Solidarität unter Fremden? Europäische Identität im Härtetest. Arbeitspapier (Working Paper) Nr. 50 der Kolleg-Forschergruppe „The Transformative Power of Europe“, Mai 2013, S. 7, 10 (PDF im Portal userpage.fu-berlin.de), abgerufen am 3. August 2014
  22. Etwa bei Annika Laux: Die Identität der EU – Die EU als Identität. pdf-Datei, Magisterarbeit am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg i.Br. 2007, Veröffentlichung 2009, abgerufen am 10. April 2013 im Portal freidok.uni-freiburg.de
  23. Otto Urban: Die Tschechen und Zentraleuropa. In: Urs Andermatt (Hrsg.): Nation, Ethnizität und Staat in Mitteleuropa. Buchreihe des Institutes für den Donauraum und Mitteleuropa, Band 4, Böhlau Verlag, Wien 1996, ISBN 3-205-98544-3, S. 110.
  24. Anna Pollmann: Doing Europe – Europas Suche nach einer kollektiven Identität. Artikel vom 22. Mai 2005 im Portal d-a-s-h.org des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (München), abgerufen am 20. Oktober 2012.
  25. Jochen Roose: Wozu dient eine europäische Identität? Artikel vom 22. Mai 2005 im Portal d-a-s-h.org des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (München), abgerufen am 20. Oktober 2012.
  26. Dokument über die europäische Identität vom 14. Dezember 1973 (PDF; 36 kB), veröffentlicht im Bulletin der Europäischen Gemeinschaften, Dezember 1973, Nr. 12, S. 131–144, abgerufen im Portal europarl.europa.eu am 10. November 2012.
  27. Caspar Borkowsky: Europäische Identität – Geschichte und Funktionsweisen eines Konzepts. GRIN Verlag, München 2007, ISBN 978-3-638-80181-2.
  28. Mathias Hildebrandt: Bedarf die Europäische Union einer Zivilregion? In: Hartmut Behr, Mathias Hildebrandt (Hrsg.): Politik und Religion in der europäischen Religion. Zwischen nationalen Traditionen und Europäisierung. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, S. 429–450
  29. Zum Beispiel die Europaregionen
  30. Zum Beispiel das Projekt Plan D
  31. Europa-Union Deutschland: Charta der europäischen Identität vom 28. Oktober 1995 (mit einem Vorwort von Václav Havel, 1994), Pdf-Datei, abgerufen im Portal europa-union.de am 4. Oktober 2013
  32. André Zimmermann: Die Identitätspolitik der Europäischen Union. Vortrag vom 19. Juni 2010 in einem Symposium der Ludwigs-Maximilian-Universität München, Einleitung, S. 3, Pdf-Datei im Portal gsi.uni-muenchen.de, abgerufen am 25. September 2013
  33. Ende der EU 2018?, Artikel vom 9. September 2013 im Portal de.euronews.com, abgerufen am 4. Oktober 2013
  34. Zum europäischen Wertediskurs siehe: Heinz Kleger: Gibt es eine europäische Zivilreligion? Pariser Vorlesung über die Werte Europas. Universitätsverlag Potsdam, Potsdam 2008, Pdf-Datei im Portal opus.kobv.de, abgerufen am 22. Oktober 2013
  35. Siehe hierzu: Thomas Meyer: Die Identität Europas. Der EU eine Seele? Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-12355-6.
  36. Ferner: Julian Nida-Rümelin (Hrsg.), Werner Weidenfeld (Hrsg.): Europäische Identität: Voraussetzungen und Strategien. (Münchner Beiträge zur europäischen Einigung, Band 18). Nomos, 2007, ISBN 978-3-8329-2727-1.
  37. Jürgen Kocka: Wege zur politischen Identität Europas. Europäische Öffentlichkeit und europäische Zivilgesellschaft. pdf-Datei, Vortragstext in der Tagung Europäische Identität der Friedrich-Ebert-Stiftung am 16. Juni 2003 in Berlin, abgerufen im Portal library.fes.de am 19. April 2013.
  38. Gerd Strohmeier: Die EU zwischen Legitimität und Effektivität. Artikel vom 23. Februar 2007 im Portal bpb.de der Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 19. April 2013.
  39. Gian Enrico Rusconi: Eine Europäische Identität muss aufgebaut werden. Artikel vom April 2007 im Portal goethe.de (Goethe-Institut), abgerufen am 4. Oktober 2013
  40. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Europäische Identität. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Heft B38/2004, Bonn 2004. Darin insbesondere: M. Rainer Lepsius: Prozess der europäischen Identitätsstiftung. S. 3 f. sowie Jan Delhey: Transnationales Vertrauen in der erweiterten EU, S. 6 f.
  41. Lammert De Jong: (Mis-)Understanding the European Demos. Artikel vom 1. Oktober 2013 im Portal social-europe.eu (Social Europe Journal), abgerufen am 28. Oktober 2013
  42. Bettina Thalmaier: Möglichkeiten und Grenzen einer europäischen Identitätspolitik. Bertelsmann Forschungsgruppe Politik, CAP Analyse, Ausgabe 6, Dezember 2006, S. 5, pdf-Datei im Portal edoc.vifapol.de, abgerufen am 17. November 2013
  43. Official Journal C 115, 09/05/2008, p. 0001–0338 (in Englisch), abgerufen aus dem Portal eur-lex.europa.eu am 20. Januar 2013.
  44. Ein Vorläufer dieser Formulierung findet sich in der Solemn Declaration on European Union (PDF; 678 kB), die am 19. Juni 1983 auf einem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der damals zehn Staaten der Europäischen Gemeinschaft unterzeichnet wurde. Dort heißt es zu den Zielen der Erklärung (objectives, 1.1): „The Heads of State or Government, on the basis of an awareness of a common destiny and the wish to affirm the European identity, confirm the commitment to progress towards an ever closer union among the peoples and Member States of the European Community.“ Siehe auch Artikel Solemn Declaration on European Union in der englischsprachigen Wikipedia.
  45. Roland Obenland: 1848/49 Revolution. III. Robert Blum. Ein Tod in Wien – Tod der nationalen deutschen Revolution. 2. Materialien (M1). Beitrag in Heft 35 (Ausgabe 2/1997) der Zeitschrift Deutschland & Europa, abgerufen im Portal deutschlandundeuropa.de am 24. September 2013
  46. BverfG, 2BvE 2/08, Urteil vom 30. Juni 2009, (Rn 220, 222), abgerufen im Portal bverfg.de am 3. November 2012.
  47. Stephen Evans: ‚More Europe!‘: Germany's battle-cry for the eurozone. Beitrag vom 22. Juni 2012 im Portal bbc.co.uk, abgerufen am 17. November 2012.
  48. Andreas Rinke: Von wegen „weniger Europa“. Wieder einmal haben die Briten Merkel falsch verstanden. Artikel vom 21. Oktober 2013 im Portal zeitschrift-ip.dpag.org, abgerufen am 12. Januar 2014
  49. Europa-Politik: EU kritisiert Kanzlerin wegen Bankenunion. Artikel vom 15. Dezember 2013 im Portal spiegel.de, abgerufen am 15. Dezember 2013
  50. Michael Borgolte: Vor dem Ende der Nationalgeschichten? In: Rolf Ballof (Hrsg.): Geschichte des Mittelalters für unsere Zeit. Franz Steiner Verlag, Stuttgart, 2003, ISBN 3-515-08224-7, S. 34, Fußnote 32 mit Hinweis auf Peter Burke: Did Europe Exist Before 1700? In: History of European Ideas I (1980), S. 21–29.
  51. Katja Riedel: Europabegriffe und Europas Grenzen bei mittelalterlichen Autoren. GRIN Verlag, München, 2009, ISBN 978-3-640-95033-1, S. 11.
  52. Dieter Hägermann: Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Propyläen Verlag, Berlin, München 2000, ISBN 3-549-05826-8, S. 10.
  53. Heinrich August Winkler: Der Westen braucht den Streit. Artikel vom 14. Februar 2007 im Portal ksta.de, abgerufen am 31. März 2013.
  54. Stephan Baier: Die Erfindung Europas. Artikel vom 2. April 2014 im Portal die-tagespost.de, abgerufen am 4. April 2014
  55. Heinz-Gerhard Justenhoven: Internationale Schiedsgerichtsbarkeit. Ethische Norm und Rechtswirklichkeit. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-17-019529-5, S. 96 (online)
  56. Heiner Timmermann: Identitäten in Europa – Aus der Vergangenheit in die Zukunft. In: Michael Salewski, Heiner Timmermann (Hrsg.): Europa und seine Dimensionen im Wandel. Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen, LIT Verlag, Münster 2005, ISBN 3-8258-8473-2, S. 36 (online)
  57. Anton Schäfer: Zeittafeln der Rechtsgeschichte I: von den Anfängen über Rom bis 1919 mit Schwerpunkt Österreich und zeitgenössischen Bezügen. BSA Verlag, Dornbirn 2002, S. 58.
  58. Jacques Le Goff: Die Geburt Europas im Mittelalter. Verlag C.H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-63093-6, S. 253.
  59. Magda Schusterova: Zum Tractatus pacis toti cristianitati fiendae von Georg von Podiebrad, pdf-Datei im Portal jura.uni-frankfurt.de, abgerufen am 5. April 2013.
  60. František Palacký: Die Geschichte von Böhmen, Band IV, Das Zeitalter Georgs von Poděbrad, Prag 1860, S. 312 ff.
  61. Till Janzer: Weiser Visionär – der „Ketzerkönig“ Georg von Podiebrad. Beitrag vom 17. Mai 2008 im Portal radio.cz (Radio Prag), abgerufen am 5. April 2013.
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  63. Rolf Felbinger: „Europe, belle Europe, objet de mon amour …“. Überlegungen zum frühneuzeitlichen Prozess einer europäischen Identitätsbildung zwischen staatspluralistischem und universalmonarchischem Denken. In: Wolfgang Schmale, Rolf Felbinger, Günter Kastner, Josef Köstlbauer: Studien zur europäischen Identität im 17. Jahrhundert. (= Herausforderungen. Historisch-politische Analysen, Band 15), Verlag Dr. Dieter Winkler, Bochum 2004, ISBN 3-89911-021-8, S. 21.
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  82. Peter Graf Kielmansegg: Zum Umbau der EU: Zwangsintegration. Beitrag vom 15. Dezember 2012 im Portal faz.net, abgerufen am 29. April 2013.
  83. Henryk M. Broder: EU ist ein Mietshaus mit dreister Erpresserkultur. Artikel vom 25. August 2013, abgerufen im Portal welt.de am 25. August 2013
  84. Ulrike Guérot, Robert Menasse: Es lebe die europäische Republik!, Beitrag vom 28. März 2013 im Portal faz.net, abgerufen am 29. März 2013.
  85. Elisabeth von Thadden: Frage und teile (Interview mit Julia Kristeva, veröffentlicht am 9. Januar 2014), abgerufen im Portal zeit.de am 12. Januar 2014
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  100. Daniel Fuß: Jugend und europäische Identität. Resultate aus einem internationalen Forschungsprojekt. Artikel im Portal fes-online-akademie.de der Friedrich-Ebert-Stiftung, abgerufen am 22. Oktober 2012.
  101. Andrea Naica-Loebell: Multiple Identität junger Europäer, Artikel vom 22. Oktober 2006 im Portal heise.de, abgerufen am 27. Januar 2013.
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  104. Robert Kagan: Power and Weakness. In: Policy Rewiev, June/July 2002; ferner in Robert Kagan: Of Paradise and Power: America and Europe in the New World Order. First Vintage Books Edition, New York City, 2004, ISBN 1-4000-3418-3 (online)
  105. Andrea Böhm: US-Helden und Eurowürstchen, Artikel vom 11. September 2002 im Portal taz.de, abgerufen am 30. Oktober 2013
  106. Timothy Garton Ash: Warme Brüder und EU-nuchen. Beitrag von Juni 2003 in der Wochenzeitung Die Zeit, abgerufen im Portal zeit.de am 1. Januar 2013.
  107. Heidi Huber: Euroskeptizismus und Anti-Europäismus in den USA: Ursachen und Quellen für das Misstrauen über dem Atlantik, GRIN Verlag für akademische Texte, München 2010, ISBN 978-3-640-70733-1, S. 9.
  108. Zur wechselseitigen Wahrnehmung Europas und der USA siehe auch: Rudolf von Thadden, Alexandre Escudier (Hrsg.): Amerika und Europa – Mars und Venus?: das Bild Amerikas in Europa. Wallstein Verlag, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-794-2.
  109. Joseph S. Nye Jr.: Think again: Soft Power. Artikel vom 6. April 2010 im Portal foreignpolicy.com, abgerufen am 19. Dezember 2013
  110. Werner Link: Europa in der Welt: Ansätze, Möglichkeiten und Grenzen einer gemeinsamen Außenpolitik. In: Das Parlament, Ausgabe Nr. 6/7 vom 4. Februar 2013, abgerufen im Portal das-parlament.de am 11. Januar 2014
  111. Matthias Krupa, Michael Thumann: Stolz, Europäer zu sein. Artikel vom 20. März 2014 in der Wochenzeitung Die Zeit (13/2014) und im Portal zeit.de, abgerufen am 20. März 2014
  112. Ulf Mauder: „Russland ist nicht Europa“ – Putin verordnet neue Kulturpolitik. Artikel vom 11. April 2014 im Portal sz-online.de, abgerufen am 12. April 2014
  113. Sonja Margolina: Putins Ideologie vom eurasischen Grossrussland: Die Weissen haben gewonnen. Artikel vom 27. November 2014 im Portal nzz.ch, abgerufen am 4. Dezember 2014
  114. Mario Di Piazza: Europäische Identität, VDM-Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2008; ISBN 978-3836484626. S. 50
  115. Aufruf zur Eintragung von Latein und Altgriechisch in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes S. 18 (abgerufen am 3. Dezember 2014)