Stolberg (Rheinland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Stolberg (Rheinland)
Stolberg (Rheinland)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Stolberg (Rheinland) hervorgehoben
50.7666666666676.2333333333333260Koordinaten: 50° 46′ N, 6° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Städteregion Aachen
Höhe: 260 m ü. NHN
Fläche: 98,5 km²
Einwohner: 56.089 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 569 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 52222, 52223, 52224
Vorwahlen: 02402, 02408 (Venwegen), 02409 (Gressenich, Werth, Schevenhütte)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AC, MON
Gemeindeschlüssel: 05 3 34 032
Stadtgliederung: 17 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 11–13
52222 Stolberg
Webpräsenz: www.stolberg.de
Bürgermeister: Tim Grüttemeier (CDU)
Lage der Stadt Stolberg (Rhld.) in der Städteregion Aachen
Belgien Niederlande Kreis Düren Kreis Euskirchen Kreis Heinsberg Aachen Alsdorf Baesweiler Eschweiler Herzogenrath Monschau Roetgen Simmerath Stolberg (Rheinland) WürselenKarte
Über dieses Bild

Stolberg (Rheinland) [ˈʃtɔlbɛʀk] (amtlich Stolberg (Rhld.)) ist ein Mittelzentrum und eine regionsangehörige Stadt in der nordrhein-westfälischen Städteregion Aachen. Der Name der Stadt stammt von der inmitten der Stolberger Altstadt gelegenen Burg Stolberg, bei der die Ursprünge des Ortes liegen und die das Wahrzeichen der Stadt ist. Stolbergs Beinamen Kupferstadt und Älteste Messingstadt der WeltKupferstadt ist seit dem 24. Juli 2012 auch offizieller Titel von Stolberg[2] – weisen auf die lange Tradition seiner metallverarbeitenden Industrie, die der Stadt wirtschaftlichen Aufschwung, aber auch Altlasten brachte. Neben der Altstadt sind die Galmeiflora und die zahlreichen Kupferhöfe und Reitwerke besonders sehenswert.

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stolberg liegt in der Voreifel in einem vom Vichtbach durchflossenen Tal in der Nähe zum Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande bei Aachen.

Die Talsohle des Vichtbachs ist zwischen Hammerberg und Bauschenberg nur 300 m breit, zwischen dem Donnerberg, einer 287 m hohen Anhöhe zwischen Stolberg und dem Eschweiler Stadtwald sowie Burgstüttgen gar nur 250 m. Von der Talsohle, die 180 bis 200 m über NN liegt, beträgt der Anstieg bis zu den Höhenstadtteilen Donnerberg im Osten und Münsterbusch im Westen rund 90 m. Die höchsten Erhebungen über 300 m sind der Hedchensknepp (bei Zweifall, 335 m über NN), der Burgberg (bei Vicht, 333 m über NN) und der Große Kranzberg (bei Vicht, 300 m über NN).

Eschweiler Langerwehe
Aachen Nachbargemeinden Hürtgenwald
Roetgen Simmerath

Aufschlüsselung der Fläche[Bearbeiten]

Wahrzeichen von Stolberg, die Burg
  • Gesamtfläche 9.831 ha, davon:
    • Landwirtschaftlich genutzte Flächen 2.622 ha
    • Waldflächen 4.822 ha
    • Wasserflächen 130 ha
    • Gebäude- und Freiflächen 1.404 ha
    • Verkehrsflächen 414 ha
    • Flächen anderer Nutzung 439 ha
  • Größte Nord-Süd-Ausdehnung 13,35 km
  • Größte Ost-West-Ausdehnung 13,50 km
  • Höchster Punkt 483 m über NN (Stadtgrenze Stadt Stolberg - Gemeinde Hürtgenwald bis Raffelsbrand)
  • Tiefster Punkt 160 m über NN (Kläranlage Steinfurt)

Nach Simmerath und Aachen ist Stolberg die flächenmäßig drittgrößte Gemeinde der Städteregion Aachen.

Vichtbach in Oberstolberg

Gewässer[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Fließgewässer Stolbergs sind der Vichtbach und die Inde. Der Vichtbach durchfließt das Stadtgebiet von Süden nach Norden und mündet beim Stadtteil Steinfurt-Velau in die Inde. Die Inde umfließt nach dem Eintritt auf das Stadtgebiet hinter Aachen-Freund den Stolberger Stadtteil Münsterbusch, fließt durch die Stadtteile Kohlbusch und Hamm und gelangt bei der Steinfurter Kläranlage auf Eschweiler Stadtgebiet. Sie heißt ausschließlich im Stolberger Volksmund auch Münsterbach, da die von ihr durchflossenen Gebiete zum nach der Reichsabtei Kornelimünster benannten Münsterländchen gehörten. Weitere Fließgewässer sind der Omerbach, der durch Gressenich fließt, der stark belastete Saubach bei Steinfurt, und der Mausbach aus dem Ort Mausbach und der Wehebach, der nach seinem Austritt aus der gleichnamigen Talsperre durch Schevenhütte fließt. Die Wehebachtalsperre, deren Staumauer sich auf Stolberger Gebiet befindet, bildet das größte Standgewässer. Daneben gibt es noch künstliche Teiche am Vichtbach aus der Zeit der frühneuzeitlichen Metallverarbeitung.

Geologie[Bearbeiten]

Stolberg liegt am Rande des Rheinischen Schiefergebirges in der Niederrheinischen bzw. Kölner Bucht, einem von drei Haupterdbebengebieten in Deutschland. Das Stadtgebiet bietet von Südosten nach Nordwesten einen Aufriss durch die Erdgeschichte vom Tonschiefer des Kambrium über die „bunten Schiefern“ aus dem Unterdevon, den Massenkalk und Dolomit von der Wende vom Mittel- zum Oberdevon bis zum Famenne-Schiefer und Condroz-Sandstein vom Ende des Devons, die dreimal aufgrund einer Faltung mit den mächtigen Kohlenkalk-Steinbänken wechseln, die im Unter-Karbon angelegt wurden. Die letzte Schicht bilden die Oberen und Unteren Stolberger Schichten, die im Ober-Karbon entstanden und sich von Münsterbusch über Oberstolberg bis zum Donnerberg erstrecken.

Biotope und Naturschutz[Bearbeiten]

Naturschutzgebiet an der Mausbachquelle

Eine Verordnung des damaligen Kreises Aachen als Untere Naturschutzbehörde vom 8. November 1973 schützt 19 Naturdenkmäler: der Schleicher-Park am Fettberg, die renaturierte Halde Schlossberg, der Friedhof Bergstraße, die renaturierten Steinbrüche Obersteinfeld und Gehlen sowie die Waldfläche, die über die Hälfte der Fläche Stolbergs ausmacht, und die Wehebachtalsperre. 80 % des Freiraums stehen unter Landschafts- oder Naturschutz; die Hälfte des Stadtgebiets ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wie z. B. das Naturschutzgebiet Schomet und, als größten Teil, das Vennvorland als Teil des Naturparks Nordeifel. Viele Arten stehen auf der „Roten Liste“. 1979 gab es mit der Werther Heide das erste Naturschutzgebiet in Stolberg, zehn Jahre später bereits sechs geschützte Landschaftsbestandteile (gLB) und 14 Naturschutzgebiete (NSG).

Die beiden wichtigsten Pedobiome sind erstens die Galmeiflora als Teil einer eiszeitlichen alpinen Reliktflora mit dem Informationszentrum Schlangenberg in Breinig, zweitens Kalkgebiete mit Orchideenarten und drittens Feuchtgebiete: Saubach, Lehmsief bei Steinbachshochwald, Inde an der Grenze zur Stadt Eschweiler, Wehebachtäler und Leyberg an der Grenze zur Gemeinde Hürtgenwald, Gedautal und Tatternsteine. Weitere Naturschutzgebiete sind ein Heidegebiet in Münsterbusch im Stolberger Norden und ehemalige Steinbrüche: Schomet, Auf der Rüst, Bärenstein, Brockenberg, Binsfeldhammer/Bernhardshammer und Obersteinfeld – teilweise mit Fossilien.

Stolbergs frühe Industrialisierung brachte Belastungen der Menschen in Stadt und Umgebung der durch Schwefelsäure, Schlacke und Schwermetalle (wie Cadmium, Zink und Blei) mit sich. Ein Hauptbelaster für Schwermetallemissionen war die Bleihütte Binsfeldhammer. Obwohl Abgaselektrofilter und weitere Maßnahmen eingebaut wurden, kam es immer wieder zu erhöhten und gesundheitsgefährdenden Schwermetallniederschlägen, die sich in den speziell Stolberger Krankheiten und Phänomenen der Bleikinder bei Menschen und der Gressenicher Krankheit bei Tieren manifestierten. 1965 wurden Fälle der Gressenicher Krankheit aus Diepenlinchen, Gressenich und Oberstolberg offiziell bekannt. Lag im Sommer 1982 der Blei- und Cadmiumgehalt im Blut Stolberger Kinder bei einem Maximalwert von 38,5 µg Pb / 100 ml Blut, so betrug er im Jahre 1990 nunmehr 15,5 µg Pb / 100 ml Blut.

Sanierte Halden[Bearbeiten]

Im Zuge des Umweltschutzprogramms wurden zahlreiche Halden als sekundäre Schwermetallemittenten saniert und dienen renaturiert der Naherholung oder rekultiviert als Gewerbefläche. Ein großer Teil der Erzbergbauhalde Diepenlinchen wurde als Gewerbefläche hergerichtet, die Mülldeponie, die sich auf einem anderen Teil befand, rekultiviert. Auf ungenutzten Teilen bildet sich natürlicher Bewuchs. Gegenüber der Halde Diepenlinchen liegt die Halde Weißenberg, die aus Flotationsrückständen der Erzanreicherung besteht. Ihre Hänge wurden in den 1970er Jahren gesichert, ihre Fläche übererdet und sämtliche Lücken des natürlichen Bewuchses geschlossen. Außerdem wurden Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers getroffen.

Um 1970 wurde die Halde Schlossberg rekultiviert, deren Material von den Blei- und Zinkhütten in Münsterbusch stammte. Die Räumaschenhalden Kohlbusch Süd und Nord wurden zum Zwecke der Weiterverwertung abgebaut und danach bepflanzt. Die Bleischlackenhalde Münsterbusch, deren Material größtenteils für den Deichbau in den Niederlanden Verwendung fand, wurde durch das Aufbringen von Bodenmassen und Begrünung rekultiviert und dient seither als Grünanlage mit einem Bolz- und Spielplatz. Die Räumaschenhalde Birkengang, bekannt durch die in ihrer Mitte gelegene und im Volksmund Teufelsinsel genannte Werkssiedlung Birkengang wurde 1980 von der Stadt Stolberg von der Stolberger Zink AG erworben und 1987 bis 1992 für 2.280.000 DM durch Planierung, Abdeckung mit Erdreich, Bepflanzung und Ableitung des Sickerwassers rekultiviert. Die Bleischlackenhalde Binsfeldhammer ist noch heute in Betrieb.

Durch Umleitung des Sickerwassers, das die angrenzenden Fließgewässer Inde und Saubach belastet, in die Kläranlage Steinfurt sollen der so genannte Vegla-Polder und die aus Calciumsulfid, Asche, Kalk- und Steinkohleresten bestehende Reststoffhalde der Sodaproduktion nach dem Leblanc-Verfahren neben dem Betriebsgelände der ehemaligen Chemischen Fabrik Rhenania AG bzw. Kali Chemie in der Atsch saniert werden.

Die Zink- und Bleiwerte im Stolberger Trinkwasser entsprachen meist den Vorschriften der Trinkwasserverordnung, wohingegen der Cadmium-Grenzwert bei Untersuchungen im Jahre einige Male überschritten wurde. Nach dem Umbau der Wasseraufbereitungsanlagen sanken die Zink- und Cadmiumwerte unter die Grenze der Trinkwasserverordnung. Zwischen 1974 und 1981 sank dank erheblicher Reduktionen des Hauptemittenten Stolberger Metallwerke die Feststoffemission von 386.851 kg/a um 87 Prozent auf 57.689, die Zinkemission von 215.130 kg/a um 95 Prozent auf 10.769 kg/a. Die Bleiemission ging von 33.087 kg/a um 44 Prozent auf 18.456 kg/a zurück. Seit 1991 findet in der Bleihütte Binsfeldhammer, die 1983 noch für 99,6 Prozent der Bleiemissionen und 91,2 Prozent der Cadmiumemissionen verantwortlich war, das emissionsarme QSL-Verfahren Anwendung. 1990 wurde eine von der Stadt Stolberg und dem Kreisgesundheitsamt Aachen in Eschweiler in Auftrag gegebene umweltmedizinisch-epidemiologische Studie zur Schwermetallbelastung der Bevölkerung vorgestellt, die zu dem Ergebnis gelangte, dass eine weitere Beobachtung nicht mehr erforderlich sei.

Lehr- und Trimmpfade, Rad- und Reitwege[Bearbeiten]

Es gibt einen Waldlehrpfad im Solchbachtal bei Zweifall, den Naturlehrpfad Roggenläger zwischen Zweifall und Breinig und einen Lehrpfad über die Kalkbrennerei im renaturierten Steinbruch Gehlen. Das Rundwanderwegenetz umfasst über 200 km. Hinzu kommen Radwege und Trimmpfade sowie über 60 km Reitwege.

Hauptartikel: Natur in Stolberg (Rhld.)

Klima[Bearbeiten]

Stolberg liegt in der kühl gemäßigten bis ozeanischen Klimazone, in der außerhalb des Vichttales feuchte Winde aus westlichen und südwestlichen Richtungen von der Nordsee vorherrschen. Hier fallen zu allen Jahreszeiten Niederschläge. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer verhältnismäßig kühl. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 8–10 °C. In Stolberg gibt es eine größere Häufigkeit von Nordost-, Ost- und vor allem Südostwinden. Letztere sind am Südosteingang des Stolberger Talraums besonders häufig. Als weitere Besonderheit ist die Windgeschwindigkeit im Stolberger Tal stark verlangsamt. Sie beträgt im Durchschnitt im Zentrum nur 0,7 m/s und in Stolberg-Süd 1,2 m/s gegenüber 2,8 m/s in Aachen. Im Unterlauf des engen Vichttals kann es deshalb im Sommer zu einer drückenden Schwüle kommen, während die Wintertemperaturen im eifelnäheren Süden tiefer liegen. Mehrgeschossige Bebauung führt im Vichtbachtal dazu, dass sich gerade im Bereich der Innenstadt bei austauscharmen Wetterlagen ein Kaltluftsee bildet, der Emissionen festhält. Die Höhen und die Stadtränder sind dagegen gut durchlüftet.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stolberg ist unterteilt in die 17 Stadtteile Atsch, Breinig, Breinigerberg, Büsbach, Donnerberg, Dorff, Gressenich, Mausbach, Münsterbusch, Oberstolberg, Schevenhütte, Unterstolberg, Venwegen, Vicht, Vicht-Breinigerberg, Werth und Zweifall.

Keine offiziellen Stadtteile sind Mühle, die Velau, Steinfurt, Duffenter und Birkengang am Donnerberg, die Hamm und Kohlbusch bei Atsch sowie Ortsteile von Stadtteilen (die Liester zwischen Büsbach und Münsterbusch; in Büsbach der Bauschenberg; in Breinig Breinigerheide; in Gressenich Buschhausen; in Mausbach Fleuth, Krewinkel und Diepenlinchen; in Vicht Münsterau und Stollenwerk; in Zweifall Finsterau).

Einwohnerstand[Bearbeiten]

Stolberg ist seit der Kommunalen Neugliederung 1972 einwohnermäßig die knapp größte Kommune des Kreises Aachen mit 58.023 Einwohnern, die sich wie folgt auf die 17 Stadtteile verteilen:

Stadtteil Einwohner*
Atsch 4.090
Breinig 4.987
Breinigerberg 971
Büsbach 7.192
Donnerberg 5.610
Dorff 611
Gressenich 2.566
Mausbach 4.657
Münsterbusch 6.948
Oberstolberg 7.608
Schevenhütte 706
Unterstolberg 5.579
Venwegen 1.491
Vicht 1.879
Vicht-Breinigerberg 41
Werth 1.032
Zweifall 2.055
Stolberg 58.023

*: Stand: 31. Dezember 2005

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Stadt ist durch die Lage im engen Tal des Vichtbachs und seiner Bodenschätze geprägt. Politisch beschränkte sich Stolberg bis ins 20. Jahrhundert auf das untere Vichttal, während weite Teil des heutigen Stadtgebiets zur Reichsabtei Kornelimünster, zu Eschweiler oder später auch zu den selbständigen Gemeinden Breinig, Büsbach, Gressenich, Hastenrath und Roetgen gehörten.

Älteste Spuren menschlicher Besiedlung wurden bei Büsbach auf dem waldfreien Brockenberg aus der frühen Mittelsteinzeit gefunden, ebenso anderenorts Funde aus der Jungsteinzeit. Aus dem Keltischen stammen in Stolberg die Gewässernamen Inde, Vicht und Wehe, und in der Nähe der Staumauer der Wehebachtalsperre bei Schevenhütte wurden Reste einer keltischen Fliehburg aus der Eisenzeit gefunden. Funde lassen auf einen Ursprung der Messingindustrie und Eisenverhüttung in der Kelten- und Römerzeit schließen.

Älteste überlieferte Darstellung der Burg Stolberg aus dem 16. Jahrhundert

Urkundlich wurde Stolberg erstmals 1118 erwähnt, als Reinardus von Staelburg die Gründungsurkunde des St.-Georgs-Stifts zu Wassenberg mitunterzeichnete. Der Sitz der Herren von Stalburg war die Burg Stolberg, und Burgherren waren im 13. und 14. Jahrhundert eine Linie des Geschlechts von Salm-Reifferscheid und dann Reinhard II. von Schönforst aus dem heutigen Aachener Stadtteil Forst. Stolberg kam 1396 an das Herzogtum Jülich. Gemäß J. Fabricius war Stolberg im Jülicher Herzogtum „ursprünglich eine Burg und ein Rittersitz im Amt Eschweiler an der Grenze zum Amt Wilhelmstein und dem jenseits des Vichtbaches gelegenen Gebiets der Reichsabtei Kornelimünster“.

1324 wurde erstmals das „dorf Staylburg“ erwähnt, dessen jährlicher Zins sich auf 58 Kapaune und 8 Hühner belief. Im Schatten der Burg siedelten sich ab der Mitte des 15. Jahrhunderts Handwerker an, die Eisen, Kupfer, Blei, Gold und Silber verhütteten. Um 1600 gestattete der Burgherr von Effern protestantischen Kupfermeistern aus Aachen die Übersiedlung in sein Gebiet, nachdem diese auf Grund der Aachener Religionsunruhen von dort geflüchtet waren. Sie brachten Kenntnisse der Messingherstellung mit, bei der Kupfer mit dem örtlichen Galmei bzw. Zinkblende legiert und unter Ausnutzung der Wasserkraft des Vichtbachs weiter verarbeitet wurde. Da man sich noch nicht über die Rolle des Zinks im Klaren war, das erst viel später als Element erkannt wurde, nannte man Messing auch „gelbes Kupfer“, woher die bis heute gebräuchlichen Bezeichnungen „Kupfermeister“ und „Kupferstadt“ rühren. Es entwickelte sich – wohl getragen durch das Selbstbewusstsein der Kupfermeister – bis zum Ende des 17. Jahrhunderts eine Ortsgemeinde mit Bürgermeister, die als Anfang der kommunalen Selbstverwaltung in Stolberg angesehen werden können.

Am Oberlauf des Vichtbachs und am Wehebach in Schevenhütte betrieben die Reitmeister in der frühen Neuzeit auf dem heutigen Stolberger Stadtgebiet Eisengewinnung und -verarbeitung. Ihre Produktionsstätten, die Reitwerke, sind teilweise noch heute erhalten. Durch die Kupfermeister und Reitmeister wurde ein wirtschaftlicher Aufschwung eingeleitet, und Stolberg war eines von wenigen Zentren der Messingherstellung weltweit und hatte in Europa nahezu eine Monopolstellung. Vor diesem Hintergrund nennt sich Stolberg heute gerne „älteste Messingstadt der Welt“. Von dieser Blütezeit der Frühindustrialisierung künden noch heute zahlreiche Baudenkmäler wie die Kupferhöfe und der Kupfermeisterfriedhof mit zahlreichen großbürgerlichen Gräbern. Ferner wurde in Stolberg 1647 die Vogelsangkirche als erste linksrheinische lutherische Kirche errichtet, während auf dem Finkenberg eine calvinistische Kirche entstand.

Nach der Besetzung Aachens durch die Franzosen und die Schlacht bei Aldenhoven rückten diese über Münsterbusch in Stolberg ein, und während der Zugehörigkeit des linksrheinischen Gebiets zu Frankreich von 1794 bis 1815 bildete Stolberg eine Mairie, die wie die Mairien Gressenich und Büsbach zum Kanton Eschweiler im Arrondissement d’Aix-la-Chapelle im 1801 gegründeten Département de la Roer gehörte. Die Kontinentalsperre verhalf der seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angeschlagenen Stolberger Messingindustrie zu einer Atempause und letzten Blüte.

Jugendstilhaus Stielsgasse

1815 fiel Stolberg nach dem Sturz Napoleons an Preußen und wurde 1816 eine Bürgermeisterei. Erster Bürgermeister wurde Conrad Esajas Michels, und Stolberg war mit knapp 2.600 Einwohnern die kleinste Gemeinde im Kreis Aachen in der preußischen Rheinprovinz. Am heutigen Kaiserplatz wurde 1837 ein neues Rathaus im klassizistischen Stil errichtet, und 1856 erhielt Stolberg die preußischen Stadtrechte, obwohl es nicht die geforderten 10.000 Einwohner aufweisen konnte, aber wegen seiner gewerblichen Struktur Mitglied des Provinziallandtags wurde.

1841 wurde Stolberg mit Eröffnung der Talbahnlinie ans Eisenbahnnetz angeschlossen und erhielt einen eigenen Haltepunkt. Durch den Bau der Stolberger Talbahn im Vichtbachtal 1867, 1881 und 1889 wurde die Eisenbahnanbindung der Stolberger Firmen verbessert und ein Anschluss an die Vennbahn hergestellt. 1888 wurde der Bahnhof mit Namen „Stolberg Bf.“ errichtet. Ebenfalls 1888 ersteigert der Industrielle Moritz Kraus die Burg Stolberg und lässt sie in ihrer heutigen Form wiederaufbauen.

Ehemaliges Amtsgericht am Kaiserplatz

Auch in Stolberg war das Ende der Weimarer Republik von Auseinandersetzungen demokratischer und radikaler Parteien geprägt. Mitte der 1920er-Jahre waren in Stolberg von etwa 17.000 Einwohnern 1.800 erwerbslos. 1935 fand eine Erweiterung des Stadtgebiets statt, die auch die Einwohnerzahl um 11.000 wachsen ließ, unter anderem Donnerberg, Birkengang, Velau, Steinfurt, Steinbachshochwald, Atsch, Büsbach, Dorff, Münsterbusch und Kohlbusch.

Durch Flucht und Deportation löste sich Ende der 1930er Jahre die kleine jüdische Gemeinde Stolbergs vollständig auf, die 1933 noch 76 Angehörige hatte.

Denkmal für deportierte Romafamilien am Stolberger Hauptbahnhof

Die metallverarbeitende Industrie, vor allem die Firmen Prym und Stolberger Metallwerke, stellte sich im Zweiten Weltkrieg auf die Rüstungsproduktion um. Nach dem EBV war die Stolberger Industrie mit etwa 2.500 Zwangsarbeitern (davon 600 Kriegsgefangene) der größte Einsatzort für Zwangsarbeiter im damaligen Kreis Aachen. Insgesamt gab es mindestens 38 größere Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager im gesamten Stadtgebiet.

Stollen unter der Burg und an der Zweifallerstraße dienten dem Luftschutz im Zweiten Weltkrieg. Noch vor der alliierten Eroberung Aachens am 21. Oktober 1944 drangen US-amerikanische Truppen am 12. September 1944 bis Stolberg und Schevenhütte vor. Die Kämpfe um diesen sogenannten „Stolberg-Korridor“ brachten Zerstörungen mit sich und erlegten der Zivilbevölkerung große Leiden auf. Etwa 10.000 Menschen blieben in Stolberg zurück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Stolberg Teil der britischen Besatzungszone und gehört seit 1947 zum Land Nordrhein-Westfalen. Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten bauten mit teilweise selbst gebrochenen Steinen die Donnerberger Siedlung und in der Velau. 1956 wurde der Neubau des Bethlehem-Krankenhauses eingeweiht und ein neues Berufsschulgebäude seiner Bestimmung übergeben. Deutschlandweit in den Medien präsent war die Stadt in den 1960er Jahren durch das von der in Stolberg ansässigen Pharmafirma Chemie Grünenthal GmbH produzierte Medikament Contergan; die Anhörungen und Prozesse im so genannten Contergan-Skandal jedoch fanden in Aachen, dem Hauptsitz der Firma, und in Alsdorf statt. Das Bekanntwerden von Gesundheitsschäden bei Stolberger Kindern, den so genannten Bleikindern, und bei Weidevieh durch Schwermetalle, der so genannten Gressenicher Krankheit, gab nach 1965 den Anstoß zu Umweltschutzbemühungen. Im Verlauf der 1960er-Jahre wuchs Stolberg in einer Art 'Kopf-an-Kopf-Rennen' mit dem benachbarten Eschweiler zur mit bevölkerungsreichsten Kommune im Kreis Aachen heran.

BurgCenter Stolberg (August 2009 eröffnet)

Bei der kommunalen Gebietsreform erfuhr das Stadtgebiet am 1. Januar 1972 entsprechend den Wünschen der Verwaltung eine beträchtliche Erweiterung nach Südosten und wurde mehr als verdreifachte.[3] In den darauf folgenden Jahren konnte die Sanierung der Schwermetallhalden weitgehend abgeschlossen und die Oberstolberger Altstadt restauriert werden. 1996 eröffnete das Museum Zinkhütter Hof als Industriemuseum, und 1998 zog im umgebauten Gebäude der Ketschenburg-Brauerei die Verwaltung der EWV ein.

Im Jahre 2001 ging die Euregiobahn mit neuen und umbenannten Haltepunkten in Betrieb und erschließt seitdem die Stolberger Innenstadt auf Gleisen für den ÖPNV. 2004 kaufte Stolberg ein südliches Stück des Propsteier Waldes der Stadt Eschweiler ab, um dort auf dem ehemaligen Militärgelände Camp Astrid ein neues Gewerbegebiet für Kleinbetriebe anzusiedeln.

Überblick über die Gebiets- und Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

  • Frühe Neuzeit: Herrlichkeit, Marie und Bürgermeisterei Stolberg 318 ha
  • 1823 Eingemeindung des Stadtteils Mühle (heute Unterstolberg) von Eschweiler
  • 1913 Schneidmühle und Jordansberg von der Gemeinde Büsbach
  • 1920 das Gebiet Hammerberg von der Gemeinde Hastenrath
  • 1925 umfasst das Stadtgebiet 456 ha (bei ca. 17.000 Einwohnern).
  • 1932 Eingemeindung des sog. Hastenrather Zipfels (Burgholzer Hof, Niederhof, Hochweger Hof und Steffenshof, insgesamt 268 ha) von der Gemeinde Hastenrath
  • 1935 Eingemeindungen: Das Stadtgebiet verdreifacht sich auf 2.890 ha:
    • Donnerberg, Duffenter, Birkengang, Velau, Steinfurt sowie den Südwesten des Propsteier Waldes (Steinbachshochwald) (rund 500 ha Gebiet) von Eschweiler
    • Atsch von Eilendorf
    • Gemeinde Büsbach mit den Ortsteilen Büsbach, Dorff, Münsterbusch und Kohlbusch
  • 1. Januar 1972: Eingemeindungen im Rahmen der kommunalen Gebietsreform:
    • Gemeinde Gressenich 41,12 km², 9.415 Einwohner
    • Vicht, Breinig, Venwegen (von Kornelimünster) 17,25 km², 5.343 Einwohner
    • Zweifall (von Roetgen) 20,37 km², 2.030 Einwohner
  • 1. Januar 1972: Grenzkorrekturen: Bayerhaus an Aachen (40 ha) und Gebiet bei Steinfurt an Eschweiler (3 ha)
  • 2004 Kauf eines südlichen Teils des Propsteier Waldes von Eschweiler

Historische Legenden, Originale und Fabelwesen[Bearbeiten]

Dass die heutige Burg auf ein Jagdschloss Karls des Großen zurückgehe, ist eine Legende, die der Nähe zu Karls Pfalz in Aachen entspringt. Ins Reich der Sage gehört auch, dass Napoleon bei seiner überstürzten Rückkehr nach Paris nach dem Ende der Großen Armee in Stolberg mit seinem Pferd gehalten habe.

Ein Alt-Stolberger Original war „Jumbo“, der mit einer Pauke auf dem Rücken, einer Mundharmonika vor dem Mund und anderen Musikinstrumenten in der Hand eine Ein-Mann-Combo bildete und auf seinem Mofa mit dieser Pauke auf dem Rücken zum Gaudi der Kinder von Kirmes zu Kirmes zog.

Eine Alt-Stolberger Figur ist der Vogelsänger, ursprünglich ein Bewohner des Viertels Vogelsang, dem das Zwitschern der Vögel am nahegelegenen Hammerberg den Namen gab (vgl. Finkenberg). Volksetymologisch wurde der Vogelsänger jedoch als jemand gedeutet, der mit Vögeln singt und auch in einem Standbild neben dem Rathaus so dargestellt. Auf die Sanges- und Lebensfreude des Vogelsängers spielt auch ein Lied an.

In den Gruben bei Gressenich und Mausbach-Diepenlinchen wurden die Quärrismännchen (von mittelhochdeutsch 'Querge' = Zwerg) oder Römermännchen angesiedelt, kleine Männchen, die der Sage nach in Stollen hausten und sich zu nächtlichen Feiern von den Menschen Geschirr ausliehen, das sie am nächsten Tag wieder sauber zurückbrachten. Sie sind Nachbarn der Killewittchen.

Auch der Sagenkomplex um die Stadt Gression ist um Stolberg angesiedelt. Gressenich soll das eigentliche Gression oder zumindest das Zentrum dieser Stadt gewesen sein. Vor allem durch Erzabbau sei sie zu großem Reichtum gelangt. Durch eine Sintflut oder durch Feindeinwirkung sei Gression letztlich zerstört worden. Womöglich ist der historische Kern der Sage in spätrömischer Zeit zu suchen.[4]

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Über Jahrhunderte prägten Erze und daraus resultierend eisen-, zink-, blei- und messingverarbeitende Industrie die Wirtschaftsstruktur Stolbergs. Die Kupfermeister drückten der Stadt ihren Stempel auf. Glasproduzierende Werke[5], "Chemische Unternehmen" und in letzter Zeit zunehmend Dienstleistungen bilden weitere Standbeine.

Politik[Bearbeiten]

Altes und neues Rathaus am Kaiserplatz

Administrative Zugehörigkeit[Bearbeiten]

Stolberg gehört zum Regierungsbezirk Köln, zum Bezirk des Amtsgerichts Eschweiler, zum Forstamt Hürtgenwald sowie innerhalb des Polizeipräsidiums Aachen zur Polizeiinspektion Kreis, Wach- und Bezirksdienst Südkreis.

Koalitionen im Stadtrat[Bearbeiten]

  • 1946–1948: CDU
  • 1948–1952: CDU/SPD
  • 1952–1961: CDU/FDP
  • 1961–1964: CDU
  • 1964–1969: CDU/FDP
  • 1969–1972: CDU
  • 1972–1979: CDU/FDP
  • 1979–1984: SPD/FDP
  • 1984–1989: SPD/Grüne
  • 1989–1994: CDU/FDP
  • 1994–1997: SPD/UWG
  • 1997–1999: CDU/UWG
  • 1999–2004: CDU
  • 2004–2009: SPD/Grüne/FDP/ABS
  • 2009–2011: SPD/Grüne/FDP
  • 2011–jetzt: SPD/CDU

Kommunalwahl 26. September 2004[Bearbeiten]

Partei % Sitze im Stadtrat
CDU 38,7 19
SPD 36,8 18
FDP  8,7  4
Bündnis 90 / Die Grünen  6,9  3
UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft)  3,8  2
NPD  3,0  2
DVU  1,2  1
ABS (Alternative Bürgerliste Stolberg)  1,0  1

Bei der Wahl zum Bürgermeister setzte sich der Herausforderer Ferdinand Gatzweiler (SPD) mit 59 % der abgegebenen gültigen Stimmen gegen Amtsinhaber Hans-Josef Siebertz (CDU) durch.

Durch den Übertritt von Mathias Prußeit von der SPD in Die Linke im April 2008 ist diese auch mit einem Sitz im Stadtrat vertreten.

Kommunalwahl 30. August 2009[6][Bearbeiten]

Partei % Sitze im Stadtrat
SPD 37,7 17
CDU 36,7 16
FDP  8,8  4
Bündnis 90 / Die Grünen  6,7  3
Die Linke  3,5  2
UWG  2,9  1
NPD  2,2  1

Bei der Wahl zum Bürgermeister wurde Amtsinhaber Ferdinand Gatzweiler (SPD) mit 47,7 %[7] klar im Amt bestätigt. Sein stärkster Konkurrent Paul M. Kirch von der CDU kam auf lediglich 38,2 % der Stimmen. Die Grünen haben im Vorfeld eine Wahlempfehlung für Gatzweiler abgegeben und somit, im Gegensatz zu allen anderen Parteien und Vereinigungen, keinen eigenen Kandidaten aufgestellt.

Kommunalwahl 25. Mai 2014[8][Bearbeiten]

Partei % Sitze im Stadtrat
CDU 47,35 21
SPD 31,47 14
Bündnis 90 / Die Grünen  5,66  2
Die Linke  4,11  2
FDP  3,55  2
UWG  3,02  1
Piratenpartei  2,21  1
NPD  1,52  1

Der Herausforderer Tim Grüttemeier von der CDU setzte sich bereits überraschend deutlich gegen Amtsinhaber Ferdinand Gatzweiler (SPD) mit 51,75 % im ersten Wahlgang bei der Wahl des Bürgermeisters durch (Gatzweiler erhielt 28,97 %)[9].

Da die Größe des Stadtrates 44 Sitze umfasst, hat die CDU, sofern man den Bürgermeister hinzuzählt, die absolute Mehrheit mit einem Sitz knapp verpasst.

Rechtsextremismus[Bearbeiten]

Kein Platz für Neonazis am Eingang des Stolberger Rathauses

Stolberg ist seit den 1950er-Jahren ein Schwerpunkt rechtsextremistischer Aktivitäten in der Aachener Region und besitzt neben Aachen als einzige weitere Gemeinde der Region einen eigenständigen NPD-Ortsverband. Antifaschistische Gruppen bezeichnen Stolberg als „Hochburg der Rechten“.[10] Überregionale Aktivitäten und öffentliche Präsenz rechtsextremer Einzelpersonen und Gruppierungen führten zu landes- oder gar bundesweiter Medienaufmerksamkeit und zu auswärtiger Verstärkung der örtlichen Protestveranstaltungen, etwa als die NPD, die Stolberg zu einer ihrer Hochburgen ausbauen will, am 16. April 2005 mit Prominenz aus Bundes- und Landespartei in der Stadthalle Stolberg ihr 40-jähriges Bestehen feierte. Eine Anfrage der NPD für eine weitere Großveranstaltung wurde vom privaten Pächter der Stadthalle abschlägig beschieden. Ende 2003 wurde in Stolberg ein neuer Kreisverband Aachen/Heinsberg der DVU gegründet.

Seit Anfang der 1950er-Jahre arbeitete in Stolberg eine Gruppe der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS, deren Mitglieder bei Wahlen bald für die FAP, bald für die DVU kandidierten und für die Hans Rantz, ein ehemaliger Waffen-SS-Mann, arbeitete und die Freilassung inhaftierter Kriegsverbrecher der SS betrieb. Von 1967 bis zu ihrem Umzug 1991 nach Berlin betrieben Wolfgang und später Wolfram Nahrath von ihrem Privathaus in Stolberg-Büsbach aus zusammen mit Sascha Wagner die Bundeszentrale der Wiking-Jugend.

Erstmals in der Nachkriegszeit schaffte nach dem Fall der Fünf-Prozent-Hürde bei der Kommunalwahl 1999 mit Willibert Kunkel für die DVU ein Vertreter rechtsextremer Parteien den Sprung in den Stadtrat. Kunkel wechselte im Laufe der Wahlperiode zur NPD. Am 29. August 2000 fasste der Rat der Stadt Stolberg eine Resolution gegen Rassismus und Diskriminierung. Bei den Kommunalwahlen im September 2004 zogen mit Willibert Kunkel und Oliver Harf zwei NPD-Mitglieder sowie mit Rudi Motter ein Vertreter der DVU in den Stolberger Stadtrat ein. Die konstituierende Ratssitzung am 19. Oktober 2004 fand unter Polizeischutz statt, weil Kunkel, Harf und Motter in Begleitung von 20 KAL-Skinheads erschienen. Bei der Wahl zum Stolberger Bürgermeister erhielt Kunkel vier Stimmen, also auch eine aus dem nicht rechtsextremen Lager.

Als Reaktion auf den Einzug zweier rechtsextremer Parteien bei der Kommunalwahl 2004 in den Stadtrat änderten CDU, SPD, FDP und Grüne die Hauptsatzung dahingehend, dass Gruppen unterhalb der Fraktionsstärke an den Ausschüssen nur mit beratender Stimme teilnehmen, was jedoch auch die Listen UWG und ABS trifft.

Am 1. September 2007 wurden Besucher eines Rockkonzerts im Stadtteil Münsterbusch von Rechtsradikalen attackiert und verletzt, gleichzeitig fand in der Nähe eine NPD-Veranstaltung mit einem rechtsextremen Liedermacher statt. Der Polizei wurde bei diesen Vorfällen vorgeworfen, die Lage als zu ruhig eingeschätzt, die Täter nicht verfolgt und Gegendemonstranten nicht geholfen zu haben.

Im April 2008 fanden drei Neonazi-Demonstrationen mit insgesamt über 1000 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet in Stolberg statt. Grund war die Ermordung eines 19-Jährigen durch einen Staatenlosen libanesischer Abstammung mit vier Messerstichen. Dass es sich bei dem Streit um einen sogenannten Beziehungsstreit handelte, erwähnten Neonazis nicht. Die rechte Szene tat kund, Stolberg durch einen jährlichen „Trauermarsch“ zu einem rechten Wallfahrtsort ausbauen zu wollen. Die Nazis versuchten Stolberg zu einer Großveranstaltung zu entwickeln. So versammeln sich in den Folgejahren jedes Jahr im April zwischen 500 und 800 Nazis um ein symbolisches Datum zu schaffen, mit dem bundes-, wenn nicht europaweit ein Aufmarschanlass geschaffen und zudem eine teils taktisch zerstrittene Szene geeint werden sollte.[11] Ihnen stellte sich ein breit aufgestelltes Bündnis gegen Radikalismus entgegen, das die Versuche der Rechten erfolgreich unterbinden konnte. Seit 2013 finden keine Aufmärsche der Rechtsradikalen mehr statt.[12]

Bürgerinitiativen[Bearbeiten]

Umweltverschmutzung, insbesondere Schwermetallbelastung mit den Folgen Bleikinder und Gressenicher Krankheit, führte in den 1970er-Jahren zur „Aktion besorgter Bürger – Stolberg“. Ebenso die Konflikte zwischen Umwelt- und Landschaftsschutz einerseits und dem Ausbau der Infrastruktur und Wirtschaftsförderung andererseits trugen zu jener Aktion bei.

Die in den 1980er-Jahren gegründete Friedensinitiative wandelte sich in den 1990er-Jahren in die „Gruppe Z“ um. Nachdem die NPD ihren 40. Geburtstag in der Stolberger Stadthalle feierte, wurde auf Initiative von Bürgermeister Ferdinand Gatzweiler (SPD) als das parteiübergreifende „Stolberger Bündnis gegen Radikalismus“ ins Leben gerufen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1815–1845: Konrad Esajas Michels
  • 1845–1894: Friedrich von Werner
  • 1894–1906: Werner Fleusters
  • 1906–1934: Walther Dobbelmann (DNVP) (beantragte auf Druck der NSDAP seine Pensionierung, die am 1. Oktober 1934 erfolgte)
  • 1934–1935: Anton Braun, (Leiter der Gaurevisionsabteilung, fungiert als Bürgermeister)
  • 1935–1944: Engelbert Regh (NSDAP) (wurde am 1. Oktober 1944 von den amerikanischen Militärbehörden aus dem Amt entfernt)
  • 1944–1945: Friedrich Deutzmann (vom 1. Oktober 1944 bis zum 31. Juli 1945, durch die amerikanische Militärregierung eingesetzt)
  • 1945–1946: Eduard Voß (vom 1. August 1945 bis zum 31. März 1946, danach Stadtdirektor bis zum 31. Dezember 1957)
  • 1946–1948: Peter Conrads (CDU)
  • 1948–1950: Peter Meuser (CDU)
  • 1950–1952: Nikolaus Vonderbank (SPD)
  • 1952–1979: Bernhard Kuckelkorn (CDU)
  • 1979–1989: Hermann-Josef Kaltenborn (SPD)
  • 1989–1994: Wolfgang Hennig (CDU)
  • 1994–1997: Hans Fischer (SPD)
  • 1997–1999: Wolfgang Hennig (CDU)
  • 1999–2004: Hans-Josef Siebertz (CDU)
  • 2004-2014: Ferdinand Gatzweiler (SPD)
  • seit 2014: Tim Grüttemeier (CDU)

Wappen und Stadtfarben[Bearbeiten]

Das Stadtwappen zeigt einen roten Wappenschild, der mit goldenen rechteckigen Steinen bestreut ist. Die Anzahl ist nicht festgelegt und schwankt in geläufigen Aufrissen zwischen zwölf und vierzehn Stück. Im Feld findet sich ein aufgerichteter, nach rechts springender silberner Löwe mit ausgeschlagener goldener Zunge, der mit einem schwarzen fünflätzigen Turnierkragen überlegt ist. Der Löwe hat dreifingrige Klauen, die blau bewehrt sind.

Stolberg führt dieses Wappen seit 1880. Es wurde dem damaligen Bürgermeister Friedrich von Werner vom Stadtarchivar vorgeschlagen und geht auf das Siegel und Wappen von einstigen Burgherren, der Edelherren von Stolberg-Frenz-Setterich, zurück. Sie übernahmen, da vom Limburgischen Herzoghaus abstammend, den Limburgischer Löwe als Wappentier, der nun seinerseits im Stolberger Wappen erscheint. Turnierkragen und Steine bilden Unterscheidungsmerkmale, die in ihrer Form im Rheinland typisch sind. Der normalerweise im Schildhaupt untergebrachte Turnierkragen ist abgesenkt, um die Schildfigur des Löwen nicht zu beeinträchtigen.

Die Stadtfarben sind in Anlehnung an die Grundfarben des städtischen Wappens rot und gelb.

Städtepartnerschaften und -freundschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Dalli-Werke in Stolberg
Werksgelände des Unternehmens Prym
Saint-Gobain Glass und Saint-Gobain Sekurit
Firma Peltzer
Dienstleistungszentrum Münsterbusch
Stolberger KMB-Maschinenfabrik
Stolberger Feinmetall

Die Wirtschaft ist von alters her eher mittelständisch-produzierend, während in den 1972 eingemeindeten Gebieten verstärkt Land- und Forstwirtschaft betrieben werden. Stolberg ist mit rund 16.000 Arbeitsplätzen neben dem Oberzentrum Aachen der bedeutendste Industrieort in der Städteregion Aachen. Die Kaufkraftkennziffer lag im Jahr 2004 in Stolberg bei 99,6 % des Bundesdurchschnitts, die Zentralitätskennziffer dagegen nur bei 59 %, was bedeutet, dass das Geld, das in Stolberg verdient wird, dort kaum ausgegeben wird.

Wegen der beengten Tallage haben Unternehmensgründungen im Vichttal von alters her über die Stadtgrenzen hinausgeführt. So begann die Familie Hoesch als Reitmeister im heutigen Stadtteil Vicht, bevor ein Spross der Familie über Lendersdorf und Eschweiler-Stich nach Dortmund ging.

Neben das traditionelle produzierende Gewerbe tritt in jüngster Zeit verstärkt der Dienstleistungssektor, so im Gewerbegebiet Steinfurt und im Dienstleistungszentrum in Münsterbusch.

Die größten Industrieunternehmen Stolbergs sind:

  • die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, die größte Vorwalzbandproduzentin der Welt mit über 300.000t/Jahr her, zugleich auch Lieferant von reinen Kupfer-Walzplatten; sie wurde 1972 von den Prym-Werken und den Kupfer- und Messingwerken Langenburg zu je 50 % gegründet und ist seit 2002 die jeweils 50-%-ige Tochter der Aurubis AG und der Wieland-Werke
  • die Prymetall GmbH & Co. KG gehört zu den führenden Herstellern von Bändern, Profilen und Drähten aus Kupfer- und Kupferlegierungen in Europa; während das Vormaterial für die Bänder aus Kupfer und Messing von der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG stammt, gießt das Material für Bronze Prymetall noch selber; auch die Profile und Drähte werden, bis auf reines Kupfer, das von der Aurubis AG bzw. Schwermetall kommt, komplett selber gegossen
  • die Dalli-Werke nebst Mäurer & Wirtz
  • die Peltzer-Werke
  • das Glaswerk Compagnie de Saint-Gobain
  • die Berzelius-Bleihütte Binsfeldhammer

Beherbergungsbetriebe[Bearbeiten]

Stolberg verfügt zurzeit über zehn Beherbergungsbetriebe mit insgesamt ca. 400 Betten.

Medien[Bearbeiten]

Stolberger Tageszeitungen

Im Ortsteil Donnerberg betreibt der Westdeutsche Rundfunk seit den 1950er Jahren eine Sendeanlage für MW, die heute UKW und Fernsehen ausstrahlt. Als Antennenträger dient ein 1993 errichteter 231 m hoher, abgespannter Stahlfachwerkmast mit einem Querschnitt von 1,76 m anstelle des alten runden und kleineren Sendemastes. Ein Teil des ehemaligen Senderschuppens ist auch heute noch vor dem Feuerwehrhaus der „Löschgruppe Donnerberg“ zu sehen.

Die Aachener Nachrichten und Aachener Zeitung haben einen gemeinsamen Lokalteil „Stolberg“. Ferner werden im ganzen Stadtgebiet „Kleng Ziedung“, „SuperSonntag“ und „SuperMittwoch“ sowie in seinem östlichen Teil die Eschweiler Filmpost kostenlos verteilt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Verwaltungssitz der EWV

Erdgas und Strom liefert die EWV, deren Verwaltungssitz seit 1998 auf dem Gelände der ehemaligen Ketschenburg-Brauerei untergebracht ist. Trinkwasser liefert die Gesellschaft enwor. Das aus ehemaligen Bergbaustollen im Kohlenkalk gewonnene Trinkwasser macht Stolberg als einzige Stadt des Kreises Aachen unabhängig von der Rurtalsperre. Eine Kläranlage befindet sich in im Stadtteil Steinfurt. Durch Stolberg verläuft die Erdgasleitung TENP, die auf dem Stadtgebiet eine Verdichtungsstation betreibt.

Eine Geschäftsstelle der AOK Rheinland ist ebenso in Stolberg wie eine Nebenstelle der Agentur für Arbeit Aachen. Der Verein „Menschenskind“ widmet sich der Förderung, Betreuung und Beratung kranker Kinder und ihrer Familien. Es gibt sechs Altentagesstätten. Um die Linderung sozialer Notlagen bemühen sich die Arbeiterwohlfahrt, die Stolberger Tafel e. V., das Diakonisches Werk der evangelischen Kirchengemeinde sowie des Kirchenkreises Jülich, das Kirchliche Soziale Zentrum Rolandshaus sowie weitere Sozialdienste.

Bethlehem Gesundheitszentrum (vormals: Bethlehem Krankenhaus)[Bearbeiten]

Bethlehem-Gesundheitszentrum

Das 1863 von Roland Ritzefeld im ehemaligen Kupferhof Steinfeld eingerichtete Bethlehem-Gesundheitszentrum ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung und Akademisches Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen mit fast 1000 Mitarbeitern. Es verfügt über 327 Betten für jährlich ungefähr 13.500 stationäre und 33.000 ambulante Patienten und gliedert sich in die sieben Fachabteilungen Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie , Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin, Anästhesie inklusive Schmerztherapie und operativer Intensivmedizin, Pädiatrie mit Kinderintensivstation, Radiologie und Nuklearmedizin sowie eine HNO-Belegabteilung. Es ist das geburtenreichste Krankenhaus der Städteregion Aachen, mehr als 1100 Kinder kommen hier pro Jahr auf die Welt.[13]

Von 2009 an wurde das Bethlehem Gesundheitszentrum 3 Jahre lang – bei laufendem Klinikbetrieb - modernisiert. Träger der Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg gGmbH war bis zum Jahre 2009 über mehr als 130 Jahre die Katholische Kirchengemeinde St. Lucia, Stolberg. Ende des Jahres 2009 gründete die Katholische Kirchengemeinde St. Lucia eine selbstständige kirchliche Stiftung, die „Stiftung Katholische Kirchengemeinde St.Lucia“. Diese Stiftung ist nun Gesellschafter der Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg gGmbH.

Bis zum 30. Oktober 2006 verrichteten Schwestern der von Franziska Schervier gegründeten Ordensgemeinschaft der Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus ihren Dienst an kranken Menschen. Seit dem 1. Oktober 2001 wird der katholische Charakter des Hauses unter anderem durch die Schwestern des indischen Ordens „Sisters of the Adoration of the Blessed Sacrament (S.A.B.S)“ unterstützt.

Das Krankenhaus ist mit über 170 Auszubildenden einer der größten Ausbildungsbetriebe in der Städteregion Aachen.

Der Notarztdienst des Altkreises Aachen wird vom Bethlehem-Gesundheitszentrum und vom St.-Antonius-Hospital Eschweiler im wöchentlichen Wechsel bewältigt.[14]

Sportstätten[Bearbeiten]

Die Stadt Stolberg unterhält das Stadion und Hallenbad „Glashütter Weiher“ und unterstützt oder trägt den Betrieb von sieben Bolzplätzen, 13 Sportheimen, 19 Sport- und Turnhallen, 14 Sportplätzen sowie einem Trimm-Dich-Pfad am Breinigerberg. Weitere, private Sportstätten sind ein Fitnessstudio, eine Squashanlage, sechs Tennisanlagen, ein Schießstand (DJV), eine Bogenschießsportanlage, eine Segelfluganlage sowie Reitsportanlagen.

Bildung[Bearbeiten]

Das Betreuungsangebot der Kindergärten, davon sieben in städtischer, fünf in katholischer und einer in evangelischer Trägerschaft, wird ergänzt durch mehrere Kindertagesstätten, vorwiegend in städtischer Trägerschaft. Die Stadt unterhält außerdem vier Jugendclubs und acht Grundschulen. zwei katholische Grundschulen sind in Büsbach und Atsch. Die weiterführenden Schulen Goethe-Gymnasium, Ritzefeld-Gymnasium, Städtische Realschule 1, Realschule Mausbach, Ganztagshauptschule Kogelshäuserstraße und Gemeinschaftshauptschule Propst-Grüber-Schule sind alle in der Trägerschaft der Stadt. In der Trägerschaft des Kreises Aachen sind eine Schule für Sprachbehinderte, eine Schule für Lernbehinderte, eine Schule für Geistigbehinderte und ein Berufskolleg, das sich Stolberg mit Simmerath teilt.

In Stolberg befindet sich eine Stadthalle mit etwa 1.000 Plätzen, die ein privater Pächter betreibt, sowie die zusammen mit der Stadt Alsdorf betriebene Familienbildungsstätte Helene-Weber-Haus. Der Zinkhütter Hof und das Rolandshaus haben ebenfalls einen Versammlungssaal. Die Stadtteile Büsbach und Mausbach verfügen über Bürgerhäuser, die Stadtteile Atsch, Vicht und Breinig über Mehrzweckhallen. Die Stadtbücherei Stolberg bietet auf 1206 m² Publikumsfläche 62.375 Medien an und ist damit die größte Bibliothek im Kreis Aachen. Im Kulturzentrum Frankental, in dem früher das Waisenheim St. Vinzenz beheimatet war, wurden 1989 die Stadtbücherei, die Volkshochschule und eine Musikschule zusammengeführt, ferner finden in der umgebauten Kapelle des Waisenheims Konzerte, Kino- und Theateraufführungen statt. Ein Kino gibt es ansonsten nicht.

Verkehr[Bearbeiten]

Euregiobahnverlauf durch die Innenstadt
Hinweisschild Vennbahn

Straße[Bearbeiten]

Zu erreichen ist Stolberg mit dem Auto über die Autobahnanschlussstellen Eschweiler-West, Eschweiler-Ost und Weisweiler (A 4), Aachen-Brand und Broichweiden (A 44) und Würselen/Verlautenheide (A 544). Die L 238 führt den Durchgangsverkehr in Nord-Süd-Richtung.

Busse[Bearbeiten]

Stolberg gehört dem Aachener Verkehrsverbund (AVV) an. Der Mühlener Bahnhof ist ein Omnibusknotenpunkt.

In Stolberg gab es bis in die 1970er Jahre ein Straßenbahnnetz, das zugunsten des Linienverkehrs mit Omnibussen aufgegeben wurde und vom Aachener Verkehrsverbund und seinen angeschlossenen Unternehmen betrieben wird. Zu den einzelnen Linien siehe den Artikel Straßenbahn Aachen.

Schiene[Bearbeiten]

Der Stolberger Hauptbahnhof liegt u. a. an der Bahnstrecke Aachen-Köln. Durch die Regionalbahn-Linie RB 20 (euregiobahn) ist die Stadt seit dem 10. Juni 2001 mit Aachen, Eschweiler, Herzogenrath, Merkstein, Alsdorf und Heerlen verbunden. Die Haltepunkte sind neben Stolberg (Rheinl) Hbf noch Stolberg-Schneidmühle, Stolberg-Mühlener Bahnhof, Stolberg-Rathaus und Stolberg-Altstadt.

Stolberg ist seit dem 19. Jahrhundert ein Eisenbahnknotenpunkt in der Region und speziell im Aachener Revier. Hier trafen und treffen mehrere Strecken aufeinander: Neben der Bahnstrecke Aachen-Köln noch die Bahnstrecke Stolberg–Alsdorf–Herzogenrath, die Bahnstrecke Stolberg–Würselen–Kohlscheid, die Bahnstrecke Stolberg–Münsterbusch, die Bahnstrecke Mönchengladbach–Stolberg (lokal die Eschweiler Talbahn genannt) und die Bahnstrecke Stolberg–Walheim (lokal Stolberger Talbahn genannt).

Radwanderwege[Bearbeiten]

Die Stadt Stolberg ist an eine Reihe von Radwanderwegen angeschlossen:

  • Die 524 km lange Wasserburgen-Route verbindet mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht.
  • Die Grünroute führt auf 370 km entlang der schönsten Naturgebiete zwischen Beringen in Belgien, Heerlen in den Niederlanden und Düren in Deutschland durch eines der ehemals größten Steinkohlereviere Europas.
  • Die Deutsche Fußballroute NRW führt 800 Kilometer quer durch Nordrhein-Westfalen. Sie ist der bislang einzige unter einem populären und landesübergreifenden Thema angelegte Erlebnisradweg in NRW. Die „Sagenroute des Deutschen Fußballs“ erschließt neben fußballerischen Kultorten wie Veltins-Arena in Gelsenkirchen oder Borusseum in Dortmund auch die touristischen Highlights in NRW.
  • Die 480 km lange Kaiser-Route verläuft von Aachen nach Paderborn und ist nach Kaiser Karl dem Großen benannt, der in Aachen residierte. Der Routenverlauf orientiert sich an der mutmaßlichen Route, die das kaiserliche Heer in Jahr 775 auf seinem Kreuzzug in das Gebiet der Sachsen nahm.
  • Die 1.045 km lange D-Route 4 (Mittelland-Route) führt von Aachen über Bonn, Siegen, Erfurt, Jena und Chemnitz nach Zittau.
  • Die 733 km lange D-Route 7 (Pilgerroute) führt von Aachen über Köln, Düsseldorf, Duisburg, Münster, Osnabrück, Bremen und Hamburg nach Flensburg.

Religion[Bearbeiten]

Neben katholischen und evangelischen Kirchen befinden sich in Stolberg eine neuapostolische Gemeinde, ein Königsreichsaal der Zeugen Jehovas sowie muslimische Vereine.

Katholisch[Bearbeiten]

Stolberg zählt 17 Pfarreien. 1925 wurde das Dekanat Stolberg eingerichtet. Erster Dechant wurde der Pfarrer von St. Lucia Schmitz. Da der Eschweiler Bürgermeister gegen die Einbeziehung der Donnerberger Pfarre St. Josef protestierte, kam sie erst 1935 mit der Eingemeindung des Stadtteils hinzu. Das Dekanat Stolberg wurde 1973 nach der kommunalen Neugliederung in die Dekanate Stolberg-Nord und Stolberg-Süd innerhalb der Region Aachen-Land geteilt. Die Pfarrei Venwegen verblieb jedoch im Dekanat Aachen-Kornelimünster in der Region Aachen-Stadt.

St. Lucia

Das Dekanat Stolberg-Nord umfasst die Pfarreien des alten Stadtgebiets vor 1972: In Atsch St. Sebastian, in Büsbach St. Hubert, auf dem Donnerberg St. Josef, in Dorff St. Mariä Empfängnis, auf der Liester St. Hermann Josef, in Münsterbusch Herz Jesu, St. Lucia in Oberstolberg, St. Mariä Himmelfahrt in Unterstolberg und St. Franziskus in der Velau.

Das Dekanat-Stolberg-Süd umfasst die Pfarreien der 1972 hinzugekommenen Gebiete: In Breinig St. Barbara, in Mausbach St. Markus, in Gressenich St. Laurentius, in Vicht St. Johann Baptist, in Werth St. Josef, in Schevenhütte St. Josef und in Zweifall St. Rochus.

Das Bethlehem-Krankenhaus hat einen eigenen katholischen Seelsorger und eine eigene Kapelle. Am Bethlehem-Krankenhaus, dessen Träger seit 130 Jahren die Pfarre St. Lucia ist, sind die Schwestern der Ordensgemeinschaft der Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus tätig, am Seniorenheim des Guten Samaritan, dessen Träger das Bistum Aachen ist, der Orden der Christenserinnen. Er betreibt auch das Kloster Haus Maria im Venn in Venwegen, seit dem 16. September 1973 das Mutterhaus des Ordens, an das ein Seniorenzentrum, ein Kindergarten und ein Hallenbad angegliedert sind. In Zweifall befindet sich ein Karmelitinnenkloster Maria Königin aus dem Jahre 1954/55, in dessen Hostienbäckerei die Hostien für das Bistum Aachen hergestellt werden.

Evangelisch[Bearbeiten]

Spätestens seit dem Jahr 1564 gab es in Stolberg unter dem Schutz des Burgherren eine reformierte Gemeinde. Die kleinere lutherische Gemeinde ist vermutlich wenige Jahre später entstanden. Im 19. Jahrhundert vereinigten sich die beiden Gemeinden zur Evangelischen Kirchengemeinde Stolberg.

Beide Gemeinden erbauten am Rande der Altstadt ihre Kirchen: Die reformierte Finkenbergkirche auf dem der Burg gegenüberliegenden Finkenberg stammt aus dem Jahr 1725, der Turm wurde vom Vorgängerbau von 1688 übernommen. Die lutherische Vogelsangkirche im Altstadtviertel Vogelsang wurde im Jahr 1648 eingeweiht. Sie ist damit die älteste lutherische Kirche im Raum Aachen.

Die evangelische Gemeinde Stolberg, zu der auch Aachen-Brand gehört, verfügt neben den Kirchen in Vogelsang und auf dem Finkenberg über ein Gemeindezentrum Frankental. 1965 wurde in Mausbach ein Gemeindehaus eingeweiht, nachdem der Zustrom von Vertriebenen ein starkes Anwachsen von Evangelischen in diesem Gebiet mit sich gebracht hatte.

Im Ortsteil Zweifall befindet sich eine weitere evangelische – ursprünglich lutherische – Gemeinde mit einem Gotteshaus aus dem Jahre 1683. Auch diese erstreckt sich über das Stolberger Stadtgebiet hinaus bis in die Aachener Stadtteile Kornelimünster und Walheim.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Torburg der Stolberger Burg
Museum Zinkhütter Hof
Kupermeisterfriedhof

Zahlreiche Gebäude, v. a. in der Oberstolberger Altstadt, aber auch der historische Straßenzug Alt-Breinig im Stadtteil Breinig mit seinen Bruchsteinhäusern stehen unter Denkmalschutz. Stolberg ist mit der Oberstolberger Altstadt und Alt-Breinig Mitglied im Arbeitskreis historischer Stadtkerne Nordrhein-Westfalens und Mitglied im Ring der Europäischen Schmiedestädte. Besonders typisch sind die Kupferhöfe und Reitwerke.

Oberstolberg wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen saniert. Heute zählt sie neben Burg, Kirchen und Skulpturen der 1970er-Jahre noch 110 Baudenkmäler unter Denkmalschutz. In der Oberstolberger Altstadt liegen die ältesten Kupferhöfe die katholische Kirche St. Lucia und die Burg. St. Lucia steht in unmittelbarer Nähe zur Burg an der Stelle der einstigen Burgkapelle. Bis 1745 war die Kirche ein Vikariat der Eschweiler Hauptpfarrkirche St. Peter und Paul, seither ist sie eine eigenständige Pfarre. Seit 1945 hat der Kirchturm einen Zwiebelturm statt eines Spitzturms.

Sehenswerte Friedhöfe[Bearbeiten]

Der Kupfermeisterfriedhof der lutherisch-reformierten Gemeinde wurde 1686 auf dem Finkenberg angelegt, nachdem eine gemeinsame Friedhofsnutzung mit den Katholiken zu vielen Streitigkeiten geführt hatte. Auf dem ältesten Teil des Bergfriedhofs unmittelbar an der Bergstraße sind Gräber von Fabrikanten und Großbürgern aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu sehen. Im Turmblick, nahe dem Steinbruch Gehlen, befindet sich der kleine Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde mit Gräbern aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Er wurde 1860 angelegt.

Museen[Bearbeiten]

Das Museum Zinkhütter Hof präsentiert Exponate zur Stolberger, Eschweiler und teilweise Aachener Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Die Geschichte der Werkstoffe Messing und Zink sowie die Aachener Nadelproduktion bilden die Schwerpunkte der Dauerausstellung.

Die Burg beherbergt das Museum in der Torburg, ein Heimat- und Handwerksmuseum, das von einem Verein betrieben wird. Auf vier Etagen sind Exponate zur Glas-, Kupfer-, Messing- und Seifenherstellung, Mineralien und Fossilien sowie einige historische Werkstätten wie Schusterei, Sattlerei, Schmiede und Kaffeerösterei zu sehen. Die Museumsbetreiber unterhalten im unteren, südlich gelegenen Burghof auch einen Kräutergarten, in dem für die Gegend typische Würz- und Heilkräuter angebaut werden.

Das Vennbahn-Museum in der Nähe des Stolberger Bahnhofs präsentiert eine Dauerausstellung über die Geschichte der Vennbahn und eine Sammlung Eisenbahnutensilien, Uniformen, Signale und historischer Urkunden.

Sehenswert ist ebenfalls das 2009 eröffnete Museumssägewerk Zweifall.

Außenstadtteile[Bearbeiten]

Hubertuskirche in Büsbach
Altbreinig mit Barbarakirche

Zu den Außenstadtteilen siehe die entsprechenden Ortsartikel. Eine kleine Auswahl: das Gut Stockum in Breinig, die Schwarzenburg in Dorff, der Burghof in Gressenich, der Mausbacher Hof, die neugotische Kirche St. Hubertus in Büsbach, 1846 erbaut, die von den Bewohnern als „Dom der Voreifel“ bezeichnet wird, St. Barbara in Breinig und das Gotteshaus der evangelischen Gemeinde in Zweifall aus dem Jahre 1683, das sich durch einen Kanzelaltar aus weißem Marmor und dunkelblau gestrichenem Holz sowie einen Posaunenengel auf dem Turm auszeichnet.

Öffentliches und kulturelles Leben[Bearbeiten]

Jeden Sommer wird die Stadtkirmes gefeiert. Im Spätsommer findet in der Altstadt ein Tag des offenen Ateliers mit vielen Ausstellungen statt. Die Stadt veranstaltet alljährlich ein Stadtfest mit einem Mittelaltermarkt auf dem Burgareal. Jedes Jahr findet in Stolberg ein Schülertheaterfestival statt. Die „Kupferstädter Weihnachtstage“ finden seit mehr als 20 Jahren statt.

Die Burg mit der städtischen Gemäldesammlung und die Kirchen sind viel genutzte Orte für Konzerte und Ausstellungen. Vornehmlich Künstler der Aachener Region wie Herbert Falken, Win Braun, Jupp Linssen, Karl Fred Dahmen und Emil Schumacher werden ausgestellt. Ateliers beherbergt der Kupferhof „Alter Markt“. Der Europäische Kunsthof Vicht zeigt Werke bekannter Künstler, so von Hartmut Ritzerfeld, Pablo Picasso und HAP Grieshaber. Neben dem Westdeutschen Rundfunk, der über lange Jahre von dort seine ‚Kammerkonzerte-Reihe’ ausgestrahlt hat, haben zwei Stolberger Musiker in den 1980er-Jahren das internationale Gitarrenfestival „Saiten-Klänge“ , den EUREGIO-Kompositionswettbewerb sowie das Klangkunst-Festival „ … KLÄNGE“ organisiert. Musiziert wird in über drei Dutzend Vereinigungen, zwei Vereine spielen Theater und der „Burghaus '81 e. V.“ organisiert Dichterlesungen.

Stolberg zählt mehr als 170 Vereine. Die Sportvereine, wie der Stolberger SV, die Stolberger Turngemeinde oder der Stolberger Schachverein sehen sich in jüngster Zeit durch Nachwuchsmangel und den städtischen Druck zur Kooperation oder Fusion gezwungen. Insgesamt gibt es drei Angelvereine, vier Billardclubs, 16 Fußballvereine, vier Kampfsportvereine, fünf Motorsportvereine, drei Radsportvereine, zwei Reitvereine, vier Schwimm- und Tauchvereine, vier Tennisvereine, sechs Turnvereine, sechs Sportgemeinschaften, elf Betriebssportgemeinschaften sowie zehn sonstige Vereine. Zu den Brauchtum treibenden bzw. Wandervereinen zählen auch die Stolberger Hunnen und der Copper-City-Pioneers 1. Country-Club Stolberg e. V. mit eigener Ranch in Stolberg-Finsterau.

Die EWV unterstützt das Profiradsportteam Kuota-Indeland. Die Mannschaft hat seit 2005 den Status eines Continental-Teams und geht aus dem Team ComNet-Senges hervor.

In Stolberg feiert man Karneval auf rheinische Art. Es gibt einen Stolberger Karnevalsprinzen, und der Narrengruß lautet „(Stolbersch) Alaaf!“. Die Prinzenproklamation findet im Rittersaal der Burg, die Schlüsselübergabe Fettdonnerstag auf dem Kaiserplatz vor dem Rathaus und Rosenmontagszüge durch die Innenstadt, Mausbach, Zweifall und Breinig statt. Weitere Umzüge gehen am Tulpensonntag und Nelkensamstag durch Stadtteile. Der älteste von Stolbergs Karnevalsvereinen ist die Schevenhütter Carnevals-Gesellschaft 1882 e. V. im Ortsteil Schevenhütte. 1929 wurde die Oberstolberger Traditionsgesellschaft „Erste Große“ gegründet. Über 1.000 Exponate aus der Geschichte des Stolberger Karnevals befinden sich seit 2007 im Eschweiler Karnevalsmuseum.

Die ältesten von Stolbergs zwölf Schützenbruderschaften, die St. Hubertus-Schützenbruderschaften 1623 Büsbach bzw. Dorff, können ihre Ursprünge bis in die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zurückverfolgen. Sie dienten wie die St. Sebastianus-Schützen 1659 Stolberg-Stadtmitte dem Schutz der Bevölkerung in unruhigen Zeiten gegen militärische Aggressionen, Räuber und marodierende Soldaten. Die übrigen Schützenbruderschaften sind spätere Gründungen und stehen größtenteils unter dem Patrozinium des Hlg. Hubertus.

In Gressenich findet jedes Jahr das Rockkonzert Woodstöckchen statt.

Dialekt[Bearbeiten]

Das „Stolberjer Platt“ ist eine lokale Varietät der Ripuarischen Dialektgruppe. Eine markante Eigenheit des Stolberjer Platt ist die Versicherungspartikel „ömme?“, verschmolzen aus öff net? = oder nicht?, während in Aachen „wa?“ und in Eschweiler „ne?“ gesagt wird. Der Dialekt des heutigen Stadtgebiets ist wegen seiner landmännischen Heterogenität keinesfalls einheitlich, sondern durch die lange politische Sonderentwicklung erst im 20. Jahrhundert zu Stolberg gekommener Gebiete eher vielseitig. Das Wort für „Frau“ lautet etwa im Stolberjer Platt „Fromesch“ (Frau-Mensch), im Breiniger Dialekt, der dem Öcher Platt nähersteht, dagegen „Framinsch“. Seine Funktion als Umgangssprache hat der Dialekt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingebüßt. Anders als im Kölsch kürzt der Stolberger Dialekt Langvokale in Monosyllaba: „Mach-et jott“ (Stolberg) gegenüber „Mach-et joot“ (Köln) und lässt auslautendes n fort: „fröi-isch misch“ (Stolberg) gegenüber „fröin-isch misch“ (Köln). Die hochdeutsche Lautgruppe -cht erscheint als -t (z. B. „Naat“) statt wie in Köln als -ch („Naach“). Bei dem Wortschatz bestehen gewisse Übereinstimmungen mit dem Öcher Platt gegen Kölsch und Eischwiele Platt: „mulle“ für reden (Eschweiler und Köln: kalle, schwaade) oder „Oamelseke“ für Ameise (Eschweiler: Seksoamel). Mit Aachener und Limburger Dialekt sind Wörter wie töösche, van, au, Oamelseke und öf (zwischen, von, alt, Ameise, oder) gemeinsam, mit dem Kölscher und Eschweiler Platt nur wenige Wörter wie Hätz und isch hann (Herz, ich habe).

Stadtmaskottchen[Bearbeiten]

Seit Mai 2013 besitzt die Stadt Stolberg ihr offizielles Stadtmaskottchen das "Stolbärchen". Auf Initiative des Stolberger Kulturvereins City Starlights e.V. wurde in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jugendamt und unter Mitwirken des Bürgermeisters Ferdi Gatzweiler das lebensgroße Maskottchen der Kupferstadt realisiert. Grundlage für das Stolbärchen ist die Aktion des Stolberger Jugendamtes "Starke Partner für starke Kinder", welches das Stolbärchen als zweidimensionale Leitfigur kreierte. Markant für sein Aussehen ist die blaue Kappe und das rote T-Shirt mit Burgsiluette. Zu besonderen Anlässen erscheint das Stolbärchen und begeistert nicht nur die kleinen Stolberger mit einem eigenen kleinen Unterhaltungsprogramm. Mit dem Stolbärchen signalisiert die Stadt Stolberg ihre Offenheit und Vielfältigkeit. Das Stolbärchen ist ebenso die Schirmfigur der Stolberger Ferienspiele und eröffnet jeweils zum Ferienstart im Sommer auf dem Kaiserplatz das aktuelle Ferienprogramm. Zu sehen ist das Stolbärchen auch bei den vielen städtischen Events wie Stadtkirmes, Stolberg goes, Stadtparty und den Kupferstädter Weihnachtstagen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Fritz Emonts
LaFee

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1893: Pastor Roland Ritzefeld (1808–1900)
  • 1922: Fabrikant August Prym (1843–1927)
  • 1933: Adolf Hitler (1889–1945) − 1986 aberkannt
  • 1948: Josefine Wirtz (1868–1957)
  • 1955: Generaldirektor Adam Lambertz (1881–1973)
  • 1955: Fabrikant Hans Prym (1875–1965)
  • 1988: Bernhard Kuckelkorn (1913–1989), Bürgermeister 1952 bis 1979

Literatur[Bearbeiten]

  • Clemens, Dominik: Mythos Stolberg - Zur Instrumentalisierung einer Gewalttat durch Neonazis, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8482-0082-5
  • Monnartz, Rainer: Die Garnisons- und Militärgeschichte der Städte Aachen, Eschweiler und Stolberg 1814 bis 1960, ISBN 978-3-86933-043-3, Helios Verlag Aachen 2010
  • Manfred Bierganz: Die Leidensgeschichte der Juden in Stolberg während der NS-Zeit. Stolberg 1989.
  • August Brecher und der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein e. V.: Geschichte der Stadt Stolberg in Daten. Beiträge zur Stolberger Geschichte und Heimatkunde Bd. 17, Aachen 1990. ISBN 3-89124-100-3
  • … nach Auschwitz verzogen. Stolberg: Stationen des Nazi-Terrors und der Verfolgung in einer rheinischen Kleinstadt. Eine Dokumentation der Gruppe Z – Zukunft ohne Fremdenhaß, Faschismus und Krieg.
  • Ulrich Haese: Stolberg - Naturschutz in einer Industriestadt. Rheinische Landschaften 31, Neuss 1987
  • Friedrich Holtz und Birgit Engelen: Galmeiveilchen Meyer & Meyer Verlag Aachen 2000. ISBN 3-89124-684-6
  • Stefan Krebs: Zwangsarbeit in Stolberg/Rhld : eine erste Bestandsaufnahme. Burg-Verl. Gastinger, 2003. (Beiträge zur Stolberger Geschichte Bd. 26). ISBN 3-926830-17-4
  • Kutsch Franz, Stolberg, Rhld., 2. Aufl. Stolberg 1978.
  • Gustav Lohmann, Kurt Schleicher: Geschichte der evangelischen Kirchen in Stolberg und des Finkenberger Friedhofes. Beiträge zur Stolberger Geschichte und Heimatkunde Bd. 10, Stolberg 1957.
  • Dieter Mätschke: Stolberger Wanderungen. Bd. 1: Durch die Kupferstadt, Meyer & Meyer Verlag Aachen.
  • Dieter Mätschke: Stolberger Wanderungen. Bd. 2: Im Naturpark Nordeifel, Meyer & Meyer Verlag Aachen 1991. ISBN 3-89124-105-4
  • Christian Meyer: Unterwegs in Stolberg und Umgebung. Die schönsten Fahrradtouren. Eupen 2001. ISBN 90-5433-144-5
  • Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (Hrsg.), Umweltprobleme durch Schwermetalle im Raum Stolberg, Düsseldorf 1983.
  • Nokixel: Nachschlagewerk zur Stolberger Mundart (Selbstverlag)
  • Gerd Rosenbrock: Am Baum des Lebens – eine reformierte Gemeinde in Stolberg von 1571 bis zur Vereinigung mit der lutherischen Gemeinde im Jahr 1860. Beiträge zur Stolberger Geschichte Bd. 24, Stolberg 1999. ISBN 3-926830-14-X
  • Heinrich Schauerte: Stolberg – Industriezentrum und Kulturstadt. Fotografie: Ursula Böhmer. Herausgegeben von Bettina und Wolfgang Krüpe. Heidelberg 1990.
  • Karl Schleicher: Geschichte der Stolberger Messingindustrie. Stolberg 1956.
  • Karl Schleicher: Feuersturm über Stolberg, die Leiden der Zivilbevölkerung von Anfang September bis Ende November 1944; nach Aufzeichnungen, Tagebüchern und persönlichen Erinnerungen. Beiträge zur Stolberger Geschichte Bd. 22, Stolberg 1994. ISBN 3-926830-09-3
  • Karl Schleicher (Schriftleitung): Stolberg nach dem Kriege 1945-1949. Beiträge zur Stolberger Geschichte und Heimatkunde Bd. 16, Stolberg 1988.
  • Stolberg, wie es einst war. Herausgeber Stadt Stolberg (Rhld) aus Anlaß des 125jährigen Jubiläums der Stadtwerdung 1981. Stolberg 1981.
  • Stolberg 1945-1970. Bericht über den Wiederaufbau. Herausgegeben von Rat und Verwaltung. Stolberg 1971.
  • Stolberg 1971-1977. Herausgegeben von Rat und Verwaltung. Stolberg 1978.
  • Stolberg 1978-1984. Herausgegeben von Rat und Verwaltung. Stolberg 1985.
  • Stolberg 1985-1991. Herausgegeben von Rat und Verwaltung. Stolberg 1991.
  • Stolberg 1992-1998. Herausgegeben von Rat und Verwaltung. Stolberg 1999.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stolberg (Rheinland) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt – Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2012
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.
  4. Friedrich Holtz: Von Erzen, Sagen und Geschichten, Stolberg 1992
  5. http://www.pressglas-korrespondenz.de/aktuelles/pdf/pk-2000-1w-garcke-stolberg-siegwart.pdf Glas aus Stolberg
  6. Ergebnisse der Kommunalwahl vom 30. August 2009 bei den Aachener Nachrichten
  7. Ergebnisse der Bürgermeisterwahl vom 30. August 2009 bei WDR.de
  8. Ergebnisse der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 bei wahlen.regioit.de
  9. Ergebnisse der Bürgermeisterwahl vom 25. Mai 2014 bei wahlen.regioit.de
  10. Das Versagen der Anständigen bei heise.de vom 12. Mai 2005
  11. Die NPD baut sich eine Märtyrerin (taz, 29. April 2008)
  12. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/keine-aufmaersche-friedliches-fest-in-stolberg-1.551523
  13. Qualitätsbericht 2010 (PDF; 4,2 MB)
  14. Notarztdienst in bethlehem.de heruntergeladen am 19. Februar 2012