Greg Van Avermaet

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Greg van Avermaet Straßenradsport
Greg Van Avermaet (2016)
Greg Van Avermaet (2016)
Zur Person
Geburtsdatum 17. Mai 1985
Nation BelgienBelgien Belgien
Disziplin Straße
Fahrertyp Klassikerspezialist
Zum Team
Aktuelles Team BMC
Funktion Fahrer
Team(s)
2006
2007
2008–2009
2010
2011–
Bodysol-Win for Life-Jong Vlaanderen
Predictor-Lotto
Silence-Lotto
Omega Pharma-Lotto
BMC Racing Team
Wichtigste Erfolge

Olympic rings with white rims.svg Olympische Spiele 2016 - Straßenrennen
Paris–Roubaix 2017
Paris–Tours 2011
Gent-Wevelgem 2017
Omloop Het Nieuwsblad 2016, 2017
eine Etappe und Punktewertung Vuelta a España 2008
zwei Etappen Tour de France 2015, 2016

Infobox zuletzt aktualisiert: 23. September 2016

Greg Van Avermaet (* 17. Mai 1985 in Lokeren) ist ein belgischer Radrennfahrer. Er wurde bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro Olympiasieger im Straßenrennen und gewann das Monument des Radsports Paris-Roubaix 2017 und weitere klassische Eintagesrennen.

Sportlicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Van Avermaet spielte bis zu seinem 18. Lebensjahr im belgischen Fußballclub KSK Beveren im Tor. Nachdem er nur noch in der zweiten Mannschaft spielte, entschied er sich für den Radsport.[1]

Nachdem Van Avermaet 2005 Hasselt-Spa-Hasselt und einen Abschnitt beim U23-Etappenrennen Triptyque des Barrages gewann, schloss er sich 2006 dem belgischen Continental Team Bodysol-Win for Life-Jong Vlaanderen an. In dieser Saison gewann er mehrere kleine belgische Eintagesrennen und feierte mit dem Sieg bei der belgischen U23-Meisterschaft im Straßenrennen seinen bis dahin größten Erfolg.

2007 erhielt Van Avermaet einen Vertrag beim belgischen ProTeam Predictor-Lotto und erzielte bei der Katar-Rundfahrt auf der fünften Etappe seinen ersten internationalen Erfolg. Seinen ersten Etappenerfolg bei einer der drei großen Rundfahrten konnte im September 2008 verbuchen, als er auf der neunten Etappe der Vuelta a España von Viella nach Sabiñánigo den Sprint einer Ausreißergruppe für sich entschied. Zudem gewann Van Avermaet die Punktewertung bei dieser Rundfahrt. Bei der Flandern-Rundfahrt wurde er Achter.

2011 wechselte er zum schweizerisch-amerikanischen BMC Racing Team und entwickelte sich zum erfolgreichen Klassikerfahrer, insbesondere bei den beiden Kopfsteinpflasterrennen Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix, die zu den Monumenten des Radsports gehören und bei denen er sich vielfach unter den ersten Zehn platzierte. Der erste Klassikersieg, den er 2011 als Sprintsieger eines Ausreißerduos bei Paris-Tours erzielte, war sein bis dahin größter Erfolg.[2] Bei der Flandern-Rundfahrt 2014 verlor er im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe nur knapp gegen Fabian Cancellara.[3]

Bei der 13. Etappe der Tour de France 2015 gewann er im Zweiersprint gegen Peter Sagan seine erste Touretappe. Im August desselben Jahres wurde er bei der Clásica San Sebastián in Führung liegend von einem Begleitmotorrad zu Fall gebracht. Sein Team BMC kündigte daraufhin rechtliche Schritte gegen den Veranstalter an.[4]

Der Sieg bei der fünften Etappe der Tour de France 2016 als Ausreißer brachte ihm zugleich das Gelbe Trikot des Gesamtführenden ein,[5] das er insgesamt auf drei Etappen trug.

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro sicherte er sich die Goldmedaille im Straßenrennen im Sprint einer dreiköpfigen Ausreißergruppe. Zusammen mit dem Dänen Jakob Fuglsang fuhr er zu Rafał Majka auf, der die letzten 10 Kilometer alleine zurückgelegt hatte, nachdem dessen beide Begleiter Vincenzo Nibali und Sergio Henao in der Abfahrt gestürzt waren.[6] Van Avermaet gewann damit die erste Goldmedaille für Belgien im Olympischen Straßenrennen seit André Noyelle 1952.

Ermittlungen wegen Dopings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2009 bis 2012 soll Van Avermaet im Wettkampf verbotene Kortisonpräparate konsumiert haben, besonders in der Phase vor der Flandern-Rundfahrt 2012, die Van Avermaet auf dem vierten Platz beendete. Die Vorwürfe gründeten vor allem auf einen belastenden E-Mail-Verkehr zwischen Van Avermaet und dem Sportmediziner Chris Mertens. Im April 2015 stellte der Anti-Doping-Anwalt des belgischen Radsportverbandes KBWB Strafantrag gegen Van Avermaet wegen Dopings. Er sollte eine Strafe von 260.000 Euro zahlen, und seine Ergebnisse der Saison 2012 sollten gestrichen werden.[7]

Am 7. Mai 2015 wurde Greg Van Avermaet vom belgischen Radsportverbandes vom Verdacht des Medikamentenmissbrauchs zur Leistungssteigerung freigesprochen.[8]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Greg van Avermaet ist der Sohn von Ronald Van Avermaet, Radprofi von 1982 bis 1985, und Enkel von Aimé Van Avermaet, Radprofi von 1957 bis 1963. Sein Schwager Glenn D’Hollander war von 2008 bis 2010 sein Teamkollege bei Silence-Lotto.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006
  • MaillotBélgica.PNG Belgischer Meister – Straßenrennen (U23)
2007
2008
2011
2013
2014
2015
2016
2017

Platzierungen bei den Monumenten des Radsports[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monumente des Radsports 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Mailand–Sanremo - 52 13 47 9 69 36 25 19 5 21
Flandern-Rundfahrt DNF 8 35 39 22 4 7 2 3 DNF 2
Paris–Roubaix 29 27 38 27 7 73 4 17 3 - 1
Lüttich–Bastogne–Lüttich - - - - 7 73 63 - - - 11
Lombardei-Rundfahrt - - - 15 12 17 19 - - DNF -

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Van Avermaet Q&A: In search of brilliance, and Flanders. velonews.com, 27. Februar 2014, abgerufen am 18. September 2015 (englisch).
  2. radsport-news.com vom 9. Oktober 2011: Van Avermaet hat das kurze Ende für sich
  3. Van Avermaet: „Ich habe ja noch ein paar Jahre“. radsport-news.com, 7. April 2014, abgerufen am 18. September 2015.
  4. Nach Unfall bei Clasica San Sebastian: BMC kündigt rechtliche Schritte an. In: rad-net.de. 25. März 2013, abgerufen am 5. August 2015.
  5. Greg van Avermaet holt Etappensieg und Gelb im Zentralmassiv. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  6. Van Avermaet holt Gold in Rio. radsport-news.com, 6. August 2016, abgerufen am 6. August 2016.
  7. Belgier Greg Van Avermaet droht Dopingsperre und Geldstrafe über 260.000 Euro. In: Sportal. 23. Juni 2014, abgerufen am 8. Mai 2015.
  8. Greg Van Avermaet vom Dopingverdacht freigesprochen. In: rad-net.de. 25. März 2013, abgerufen am 8. Mai 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Greg Van Avermaet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien