Lux’sche Industriewerke

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Emblem der Lux'schen Industriewerke AG
Lux von 1900-1901

Die Lux’sche Industriewerke AG war ein deutscher Hersteller von Automobilen mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Die Fahrzeuge wurden unter dem Handelsnamen Lux verkauft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Lux, geboren am 28. November 1854 in Mainz (als Sohn des gleichnamigen Komponisten Friedrich Lux[1]), kam 1880 nach Ludwigshafen am Rhein, wo im Umfeld der BASF zahlreiche Unternehmen wuchsen, z. B. BK Giulini GmbH & Co. KG. Lux begann als Chemiker beim Gaswerk der pfälzischen Eisenbahn-Gesellschaft, gründete 1882 seine eigene Fabrik "Lux", patentierte "Lux-Masse" (hergestellt aus Abfallprodukten von Giulinis Tonerdeproduktion), engagierte sich neben dem Kerngeschäft für die Eröffnung einer Sternwarte, konstruierte mit Erfolg Messgeräte (woraus Spanner-Pollux wurde, heute Teil der SPX Corporation). Ermutigt vom wenige Kilometer entfernten rechtsrheinischen Nachbarn Carl Benz plante und baute er noch vor der Jahrhundertwende ein Auto mit Benzinmotor.[2]

1898–1902[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Unternehmen Lux-Werke wurden die Lux'sche Industriewerke AG. Deren erstes Automobil wurde 1898 produziert. Der Börsengang brachte außer Cash neue Herausforderungen: Die Aktionäre teilten nicht die Sicht des Firmengründers Friedrich Lux, der schon 1902 verärgert als Generaldirektor zurücktrat[3] (wie zuvor Gottlieb Daimler und Carl Benz in ihren eigenen Firmengründungen). Die Autoproduktion wurde 1902 eingestellt.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglichen Produkte des Unternehmens waren Gasbeleuchtungsanlagen.

Das erste Fahrzeugmodell von 1897 besaß einen Zweizylindermotor im Heck. Die Karosserie bot Platz für vier Personen. 1901 erschien das Modell 10/12 PS mit einem Frontmotor. Der Boxermotor mit 1900 cm³ Hubraum leistete 10 PS. Die Karosserieform Tonneau bot Platz für vier Personen. Außerdem wurden Fahrzeuge mit Elektromotor hergestellt.

Ein Fahrzeug dieser Marke ist im Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg zu besichtigen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Halwart Schrader: Deutsche Autos 1885–1920. Motorbuch Verlag, Stuttgart, ISBN 3-613-02211-7
  • Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die große Automobil-Enzyklopädie. BLV, München 1986, ISBN 3-405-12974-5
  • G. N. Georgano: Autos. Encyclopédie complète. 1885 à nos jours. Courtille, 1975 (französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lux Fahrzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ruhlaer historische Persönlichkeiten: Friedrich Lux
  2. Mannheimer Morgen (10. August 1996) (Memento vom 7. März 2009 im Internet Archive)
  3. Rheinpfalz (29. November 2004) (PDF; 667 kB)