Cyklon Maschinenfabrik

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Cyklon von 1900 im Zweirad-Museum Neckarsulm
Cyklon Cyklonette von 1904
Schriftzug auf dem Motor der Cyklonette

Die Cyklon Maschinenfabrik GmbH (manchmal auch Cyclon) war ein deutscher Hersteller von Motorrädern und Automobilen mit Sitz in Berlin und Produktionsstätten an der Friedrichshainer Boxhagener Straße im Block 74.

Das von Karl Bernhard entworfene Produktionsgebäude wurde 2009 abgerissen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motorräder (1900–1905)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Firmengründer Paul Schauer begann 1900 als einer der ersten in Deutschland mit der Serienfertigung von Motorrädern. Dazu verwendete er Einbaumotoren von Werner, Zedel und De Dion-Bouton. Das erste Modell war ein Zweirad mit Frontantrieb. Es verfügte über Vorderradantrieb mit einem Riemen, einen lenkerfesten luftgekühlten IOE-Motor mit einem Schnüffelventil, 300 cm³ und 1,5 PS. Ein beabsichtigter Armeeauftrag kam 1902 nicht zustande, weil die Handhabung zu kompliziert erschien. Die Motorradproduktion wurde 1905 eingestellt.

Automobile (1902–1923, 1927–1931)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1902 brachte die Firma ein dreirädriges Fahrzeug (ein Rad vorne, Starrachse hinten) mit auf dem Vorderrad aufgebauten Einzylindermotor unter dem Namen Cyklonette heraus. Der Motor hatte 450 cm³ Hubraum und lieferte 3,5 PS (2,6 kW). Ohne Getriebe wurde über einen Riemen, später über eine Rollenkette, das Vorderrad angetrieben. Ein langer Hebel mit Gaszug und Zündverstellung diente zur Lenkung des Gefährts. Zwei Jahre später gab es auch eine Version mit zwei Zylindern (750–1290 cm³, 10 PS (7,4 kW))

Auf den aus I-Trägern geschweißten Rahmen gab es verschiedene Aufbauten mit zwei oder vier Sitzen, zwei oder vier Türen. Vor allen Dingen Lieferfahrzeuge wurden gefertigt. 1914 entfiel die einzylindrige Cyklonette, 1923 wurde auch das Zweizylindermodell eingestellt. Anschließend fertigte man Fahrgestelle für Schebera.

Ab 1927 wurde wieder ein PKW eigener Konstruktion angeboten. Der 9/40 PS besaß die gleiche Karosserie von Ambi-Budd wie der Adler Standard 6 und war der billigste Sechszylinderwagen Deutschlands. Der Vertrieb des Fahrzeuges wurde von den Dixi-Werken übernommen. Nach der Übernahme dieser Werke durch BMW musste die Produktion des Wagens 1929 mangels Vertriebsmöglichkeiten eingestellt werden. Im gleichen Jahr erschien ein neuer Sechszylinder mit 1,8 Litern Hubraum, von dem aber in zwei Jahren nur wenige Exemplare entstanden. 1931 wurde die Firma im amtlichen Register gelöscht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Tragatsch: Alle Motorräder – 1894 bis heute, 5. Auflage, Motorbuch Verlag Stuttgart (1982)
  • Halwart Schrader: Deutsche Autos 1885–1920, Band 1, 1. Auflage, Motorbuch Verlag Stuttgart (2002), ISBN 3-613-02211-7
  • Werner Oswald: Deutsche Autos Band 2 – 1920–1945. 2. Neuauflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02170-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Boxhagener Straße 80