Montsoué

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Montsoué
Montsoué (Frankreich)
Montsoué
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Chalosse Tursan
Gemeindeverband Chalosse Tursan
Koordinaten 43° 44′ N, 0° 30′ WKoordinaten: 43° 44′ N, 0° 30′ W
Höhe 45–166 m
Fläche 17,98 km2
Einwohner 573 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 32 Einw./km2
Postleitzahl 40500
INSEE-Code
Website www.montsoue.fr

Rathaus

Montsoué ist eine französische Gemeinde mit 573 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Chalosse Tursan (bis 2015: Kanton Saint-Sever).

Die Einwohner werden Souémontains und Souémontaines genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montsoué liegt ca. 20 km südlich von Mont-de-Marsan im Landstrich Tursan der historischen Provinz Gascogne am südlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Montsoué von den Nachbargemeinden:

Saint-Sever Montgaillard
Eyres-Moncube Nachbargemeinden Fargues
Sarraziet Vielle-Tursan

Montsoué liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Bahus, ein Nebenfluss des Adour, markiert die nordwestliche Grenze zu den Nachbargemeinden Montgaillard und Fargues. Der Ruisseau de Pichegarie, auch Ruisseau de la Màa genannt, ist ein Zufluss des Gabas und entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde.[2]

Plailly villes et villages fleuris.gif

Die Gemeinde bestätigte 2017 die Auszeichnung „Zwei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Ortschaften verliehen wird.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand am 4. März 1875 durch die Abtrennung der Ortsteile Boulin und Bahus Jusanx von der Nachbargemeinde Montgaillard. Am 19. November 1904 kam der Ortsteil Lanneplan von der Nachbargemeinde Saint-Sever hinzu.

Werkstätten zur Herstellung von Werksteinen erstreckten sich vom heutigen Eyres-Moncube bis nach Montgaillard und belegen die Besiedelung des Landstrichs in der Urgeschichte. Spuren mehreren Epochen, insbesondere aus dem Magdalénien, wurden auf dem Gebiet von Montsoué gefunden und werden heute im Museum in Mont-de-Marsan ausgestellt. Im Mittelalter gehörte Montsoué zur mächtigen Seigneurie von Montgaillard, die sich bis Larrivière und Fargues erstreckte. Das Dorf blieb von den Hugenottenkriegen nicht verschont, in deren Rahmen die Kirche von Boulin im Jahre 1569 von protestantischen Truppen geplündert wurde.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gründung der Gemeinde erreichte ihre Größe gleichzeitig einen ersten Höchststand von rund 750. In der Folgezeit sank die Zahl der Einwohner bis zur Eingliederung des Ortsteils Lanneplan, bei der der gleiche Höchststand noch einmal erreicht wurde. Von da an sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen erneut bis zu den 1980er Jahren auf rund 460 Einwohner, bevor eine moderate Wachstumsphase einsetzte, die bis heute andauert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 576 542 465 458 538 558 568 574 573
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2010[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Laurent im Ortsteil Boulin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Laurent

Die neuromanische Kirche besitzt mehrere Kirchenschiffe, die auf eine halbrunde Apsis zulaufen. Diese ist mit einer Apsiskalotte gewölbt und wird von einer Apsidiole flankiert. Der rundbogenförmige Eingang der Kirche wird von einem viereckigen Glockenturm überragt, dessen Helm mit Schiefer gedeckt ist.[8]

Pfarrkirche im Ortsteil Bahus-Juzanx[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche im Ortsteil Bahus-Juzanx

Die Ursprünge der romanischen Kirche geht bis in das 10. Jahrhundert zurück. Die unterschiedlichen Mauerwerksverbände der Apsis (Werkstein) und des westlichen Teils des Gebäudes (Bruchstein) lassen auf verschiedene Bauphasen schließen. Im 20. Jahrhundert wurde die Kirche umfänglich umgearbeitet. Die Apsis ist mit einer Apsiskalotte gewölbt und wird von einer kleinen Sakristei flankiert. Die westliche Gebäudeseite wird von einem Turm mit rundbogenförmigen Öffnungen dominiert, der von einem Glockenturm aus Metall bekrönt ist. Die Kirche birgt im Inneren u. a. ein Altarretabel aus dem 18. Jahrhundert mit einem Tabernakel und Statuen der Heiligen Maria Magdalena, Antonius und Hieronymus, dieser mit einem Kelch und einem Stein. Außerdem befindet sich ein bemerkenswerter Seitenaltar mit seinem Retabel aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert in der Kirche, der der Jungfrau Maria geweiht ist. Mosaiken aus gallorömischer Zeit, die rund um die Kirche gefunden worden waren, werden im Kircheninneren aufbewahrt.[9]

Weitere Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kapelle Pouy de Montsoué, errichtet im 19. Jahrhundert und der Jungfrau Maria geweiht[10]
  • Kapelle von Pesquit
  • Kapelle von Jeanbalé

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Montsoué liegt in der Zone AOC des Weinbaugebiets Tursan.[11]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[12]
Gesamt = 50

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 44 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montsoué wird durchquert von den Routes départementales 25 und 52.

Victor Lefranc 1881

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Victor Lefranc, geboren am 3. Februar 1809 in Garlin, gestorben am 12. September 1883 in Montsoué, war französischer Anwalt und Politiker. Er zählte zu den politischen Gegnern von Louis-Philippe I. und Napoleon III. und erlangte die Höhepunkte seiner Karriere erst in der Dritten Französischen Republik mit der Bekleidung zweier Ministerämter.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Montsoué – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 2. September 2018.
  2. Ma commune : Montsoué (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 4. September 2018.
  3. Toutes les communes fleuries (fr) Conseil national des villes et villages fleuris. Abgerufen am 4. September 2018.
  4. Le palmarès landais des villes et villages fleuris 2017 (fr) Sud Ouest. 27. Mai 2018. Abgerufen am 4. September 2018.
  5. Histoire de Montsoué (fr) Gemeinde Montsoué. Abgerufen am 4. September 2018.
  6. Notice Communale Montsoué (fr) EHESS. Abgerufen am 4. September 2018.
  7. Populations légales 2015 Commune de Montsoué (40196) (fr) INSEE. Abgerufen am 4. September 2018.
  8. Eglise Saint-Laurent de Boulin-Montsoué (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 4. September 2018.
  9. Eglise de Bahus-Juzanx (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 4. September 2018.
  10. Chapelle du Pouy de Montsoué (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 4. September 2018.
  11. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 4. September 2018.
  12. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Montsoué (40196) (fr) INSEE. Abgerufen am 4. September 2018.
  13. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 4. September 2018.