Lussagnet

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Lussagnet
Lussagnet (Frankreich)
Lussagnet
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Adour Armagnac
Gemeindeverband Pays Grenadois
Koordinaten 43° 47′ N, 0° 14′ WKoordinaten: 43° 47′ N, 0° 14′ W
Höhe 87–141 m
Fläche 8,43 km2
Einwohner 72 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 9 Einw./km2
Postleitzahl 40270
INSEE-Code

Lussagnet ist eine französische Gemeinde mit 72 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Adour Armagnac (bis 2015: Kanton Grenade-sur-l’Adour).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Lussanhet.[1]

Die Einwohner werden Lussigniens und Lussigniennes genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lussagnet liegt ca. 25 km südöstlich von Mont-de-Marsan in der historischen Provinz Gascogne an der östlichen Grenze zum benachbarten Département Gers.

Umgeben wird Lussagnet von den Nachbargemeinden:

Hontanx
Le Vignau Nachbargemeinden Le Houga (Gers)
Cazères-sur-l’Adour

Lussagnet liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Ruisseau de Gioulé und der Ruisseau de la Mourède sind Nebenflüsse des Adour und durchqueren das Gebiet der Gemeinde.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Höchststände von rund 195. Ab den 1870er Jahren sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1960er Jahren auf ein Niveau von rund 70 Einwohnern, das bis heute gehalten wird.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 76 78 67 67 80 82 76 81 72
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[4] INSEE ab 2010[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde war einstmals eine Filialgemeinde von Molez, die heute nicht mehr existiert. Die frühere Kirche wurde in den Hugenottenkriegen verwüstet. Die heutige, relativ kleine Kirche datiert aus dem 18. Jahrhundert und erfuhr in jüngster Zeit eine äußere und innere Instandsetzung. Das Langhaus wird im Norden von einem Seitenschiff flankiert. Es wird durch einen dreiwandigen Chor verlängert, an dem im Süden die Sakristei angebaut ist. Im Westen wird die Fassade mit einem pyramidenförmigen Helm bekrönt, der mit Schiefer gedeckt ist. Die rechteckige Tür der vorgebauten Vorhalle gewährt Einlass in das Kircheninnere. Bemerkenswert sind Altarretabel und Tabernakel der Kirche. Sie litten unter Absenkungen, Insektenbefall und Hausschwämmen, die den Verlust einzelner Elemente und einen großen Teil der Vergoldung verursachte. Die vollständige Restaurierung stellten Glanz und Ausdruck der Werke wieder her. Feine, gedrehte Säulen strukturieren den Tabernakel, an dem über der Tür ein Cherub, zu seinen Seiten in der Schräge Statuetten der heiligen Petrus und Paulus zu sehen sind. Auf den Flügeln sind in Flachreliefs Maria und Josef dargestellt. Oberhalb einer feinen Balustrade birgt eine Nische die Statue von Maria mit Jesuskind zwischen zwei Büsten. Das Retabel besteht aus drei Teilen, die durch Pilaster, Blumengirlanden und Blattwerk abgeteilt und von großen Voluten eingerahmt sind. Auf dem zentralen Flügel ist der Schutzpatron der Kirche, der heilige Johannes der Täufer, dargestellt. In der linken Hand hält er ein Kreuz mit einer Oriflamme, in der anderen eine Schale, um das Wasser für die Taufe zu sammeln, das aus einem Felsen hervorquillt. An seiner Seite ist ein Lamm zu erkennen, ein Symbol des Christus. Auf den Seitenflügeln des Retabels stehen große Statuen der heiligen Petrus und Paulus. Oberhalb des Gesims alternieren Bekrönungen mit großen Blumenvasen. Zur Abrundung des Gesamtwerks ist die Decke im Chor in der Mitte durch eine Rosette aus Stuck verziert, in der Laibung des Eingangsbogens des Chors eine Taube als Symbol des Heiligen Geistes und auf den beiden Bogenzwickeln je ein kniender Engel.[6][7]

Quelle Saint Jean oder Quelle du Salut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie befindet sich im Staatsforst von Lussagnet im südöstlichen Teil des Gemeindegebiets. Die Quelle wird seit dem 17. Jahrhundert in den Schriften erwähnt. Gemäß dem volkstümlichen Glauben ist die Wirksamkeit der Heilkraft des Wassers zur Sommersonnenwende am 21. Juni zu Mitternacht am höchsten. Aber die Katholiken feierten bis 1940 am 23. und 24. Juni, dem Namenstag von Johannes dem Täufer, hier ein Fest. Sie badeten im Wasser, das vermutlich in Kesseln erwärmt und in Badewannen gefüllt worden war. An diesen beiden Festtagen wurden Bälle und Kegelspiele organisiert. Händler und Köche versorgten die Teilnehmer. Nach der Aufgabe dieses Brauchs dient das Quellbecken nur noch als Viehtränke. Der Legende nach sammelten Zauberinnen Kräuter und die Kranken kamen, um im Wasser der Quelle zu baden.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flaschen mit Floc de Gascogne weiß und rot

Lussagnet liegt in den Zonen AOC des Armagnac (Armagnac-Ténarèze, Bas Armagnac und Haut Armagnac), des Blanche-Armagnacs, und des Floc de Gascogne, eines Likörweins.[9]

Unter dem Boden der Gemeinde befindet sich seit 1957 eines der größten Erdgasspeicher Frankreichs, der von der Firma Teréga, vormals TIGF, betrieben wird. Im Dezember 2017 wurde die Konzession bis zum 1. Januar 2043 verlängert.[10]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[11]
Gesamt = 9

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 75 Hektar große Stausee Lac de la Gioule der auf dem Gemeindegebiet von Lussagnet als auch von der Nachbargemeinde Cazères-sur-l’Adour liegt, lädt zum Spazierengehen und Angeln ein. Von einer Beobachtungsstelle sind zeitweise Zugvögel zu beobachten, die den See als Zwischenstopp nutzen.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lussagnet ist erreichbar über Nebenstraßen der Routes départementales 30 und 64.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lussagnet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lussagnet (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  2. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  3. Ma commune : Lussagnet (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  4. Notice Communale Lussagnet (fr) EHESS. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  5. Populations légales 2015 Commune de Lussagnet (40166) (fr) INSEE. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  6. Eglise Saint-Jean-Baptiste (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  7. LUSSAGNET - Église Saint-Jean-Baptiste (fr) Comité d’études pour l’Histoire et l’Art de la Gascogne (CEHAG) und Amis des églises Anciennes des Landes (AEAL). 9. Februar 2003. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  8. Fontaine Saint Jean ou Fontaine du Salut (fr) fontainesdeslandes.fr. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  9. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  10. Décret du 8 décembre 2017 prolongeant la concession de stockage souterrain de gaz naturel, dite « concession de Lussagnet » (Gers et Landes), à la société Transport et Infrastructures Gaz France SA - TIGF (fr) Légifrance. 7. Juli 2008. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  11. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Lussagnet (40166) (fr) INSEE. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  12. Lac de la Gioule (fr) Comité Départemental du Tourisme des Landes. Abgerufen am 12. Juli 2018.