Morganx

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Morganx
Wappen von Morganx
Morganx (Frankreich)
Morganx
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Chalosse Tursan
Gemeindeverband Chalosse Tursan
Koordinaten 43° 36′ N, 0° 34′ WKoordinaten: 43° 36′ N, 0° 34′ W
Höhe 57–136 m
Fläche 5,22 km2
Einwohner 177 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 34 Einw./km2
Postleitzahl 40700
INSEE-Code

Pfarrkirche Sainte-Eugénie

Morganx ist eine französische Gemeinde mit 177 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Chalosse Tursan (bis 2015: Kanton Hagetmau).

Der Name ist eine Zusammensetzung einer Ableitung des Wortes murg, das „Berg“ bedeutet, und wie bei Hontanx mit einer Ableitung aus dem lateinischen Wort fontes (deutsch Quellen), das auf die zahlreichen Quellen rund um Morganx hinweist.[1]

Die Einwohner werden Morganais und Morganaises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morganx liegt ca. 35 km südlich von Mont-de-Marsan in der historischen Provinz Gascogne am südlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Morganx von den Nachbargemeinden:

Monségur
Lacrabe Nachbargemeinden Monségur
Poudenx Peyre

Morganx liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Luy de France, ein Zufluss des Adour, markiert die Grenze zu der südlichen Nachbargemeinde Poudenx. Der Ruisseau de Lacrabe, ein Nebenfluss des Luy, entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf war im Mittelalter ein befestigter Ort. Der Seigneur von Morganx wohnte im Haus Picard, heute Haus Dupéré genannt. Eine einfache Kirche wurde durch protestantische Truppen im Jahre 1569 beschädigt. Die Glocken wurden gestohlen und der Pfarrer Arnaud de la Forcade wurde in den Béarn verschleppt und dort ermordet.[4]

Toponyme von Morganx waren in der Folge:

  • villa de Morganis (11. Jahrhundert),
  • Morgas, castrum de Morgase (1253),
  • castra de Morganis (1263),
  • Morgãs (1638),
  • Morgans (1651, 1750 (Karte von Cassini), 1793 und 1801 (Notice Communale bzw. Bulletin des lois)).[1][5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 420. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1970er Jahren auf rund 150 Einwohner, bevor eine moderate Wachstumsphase einsetzte, die in jüngster Zeit wieder stagniert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 188 178 149 155 172 169 167 186 177
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2010[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Sainte-Eugénie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde auf der Erhebung einer ehemaligen Motte errichtet, die seit dem 11. Jahrhundert bewohnt war, in einer Zeit, als das Kloster von Saint-Sever die „villa de Morganis“ erwarb. Dieses einfache Gotteshaus war dem heiligen Johannes geweiht und bestand aus einem Kirchenschiff, das mit kleinem Mauerwerksverband aus Kieselsteinen in Ährenmuster gebaut war. Zwei Seitenkapellen formten bereits damals ein Querhaus. Quer- und Langhaus besaßen hierbei kein Gewölbe. Von diesem ursprünglichen Gebäude sind heute der östliche Teil des Langhauses mit zwei schmalen Fenstern mit eingebuchteten Stürzen und das Querhaus bis zu einer Höhe von drei Vierteln der Wände erhalten geblieben. Die Kirche erfuhr zweifellos eine umfangreiche Restaurierung nach der partiellen Zerstörung und der Plünderung durch protestantische Truppen im Jahre 1569. Ihre Erscheinungsform wurde vollständig in mehreren Bauabschnitten zwischen 1831 und 1902 verändert. Die dreiwandige, im Vergleich zum Langhaus schmalere Apsis, die Sakristei nördlich des Chors und eine Taufkapelle wurden neu gebaut. Der alte Glockenturm wurde 1899 abgerissen, wobei bei den Arbeiten zwei romanische Christusmonogramme entdeckt wurden. Der heutige Glockenturm wurde in den Jahren 1901 und 1902 vom Unternehmer Descours nach Plänen des Architekten V. Séron neu gebaut. Gleichzeitig wurde das Langhaus nach Westen um ein auf nun drei Jochen verlängert. Umarbeiten um 1980 umfassten den Abriss der kleinen Taufkapelle, die Neugestaltung der Fenster und die Abtragung der Beläge der Innenwände. Die Decke des Kirchenschiffs ist aus Gips in Kielbogenform ausgestaltet. Die Seitenkapellen besitzen ein Tonnengewölbe, der Chor ein Kreuzgratgewölbe. Der Glockenturm ist mit einem oktogonalen Helm und mit pyramidenförmigen Dachreitern an den Ecken bekrönt. Die Kirche ist heute der heiligen Eugenia von Rom geweiht.[8]

Mit Ausnahme eines Christusmonogramms, das vermutlich aus dem 11. Jahrhundert stammt, hat die Kirche keine Elemente von früheren Einrichtungen bewahrt. Das Monogramm ist in ein rundes Flachrelief eingetragen und besitzt einen Durchmesser von 41 cm. Der Block, auf dem das Relief modelliert wurde, ist heute in die Wand der Vorhalle eingelassen. Das zweite Monogramm, das beim Abriss des Glockenturms gefunden wurde, ist dagegen verloren gegangen. Das gesamte frühere Mobiliar ist durch klassizistische Elemente ersetzt worden, als der Chor neu gebaut wurde und die Seitenkapellen in den Jahren 1843 und 1844 überarbeitet wurden. Acht Glasfenster aus dem Jahre 1870 sind Werke des Glasmalers Gustave Pierre Dagrant (1839–1915) aus Bayonne, später Bordeaux. Eines dieser Fenster zeigt die Enthauptung der Schutzpatronin der Kirche, der heiligen Eugenia, in ihrem Gefängnis in Rom. Ein anderes Fenster stellt die Heilige Familie dar mit Maria mit dem Jesuskind in ihren Armen, Josef in den Schriften lesend und Gottvater als Büste in einer Wolke. Die anderen Fenster sind mit farbigen Vierpässen vor pflanzlichen Verzierungen in Grisailleform im Hintergrund gestaltet.[9][10][11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[12]
Gesamt = 21

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morganx ist erreichbar über die Routes départementales 56 und 441.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Morganx – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Etymologie du nom Morganx (fr) Abgerufen am 8. September 2018.
  2. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 8. September 2018.
  3. Ma commune : Morganx (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 8. September 2018.
  4. Etymologie du nom Morganx (fr) Abgerufen am 8. September 2018.
  5. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 8. September 2018.
  6. a b Notice Communale Morganx (fr) EHESS. Abgerufen am 8. September 2018.
  7. Populations légales 2015 Commune de Morganx (40198) (fr) INSEE. Abgerufen am 8. September 2018.
  8. église paroissiale Sainte-Eugénie (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 8. September 2018.
  9. le mobilier de l’église paroissiale Sainte-Eugénie (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 8. September 2018.
  10. bas-relief : chrisme (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 8. September 2018.
  11. ensemble de 8 verrières : Martyre de sainte Eugénie, Sainte Famille avec Dieu le Père (baies 1 et 2, 5 à 10) (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 8. September 2018.
  12. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Morganx (40198) (fr) INSEE. Abgerufen am 8. September 2018.
  13. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 8. September 2018.