Bélis

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Bélis
Bélis (Frankreich)
Bélis
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Haute Lande Armagnac
Gemeindeverband Cœur Haute Lande
Koordinaten 44° 4′ N, 0° 28′ WKoordinaten: 44° 4′ N, 0° 28′ W
Höhe 62–111 m
Fläche 20,46 km2
Einwohner 164 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 8 Einw./km2
Postleitzahl 40120
INSEE-Code

Blick auf Bélis während des Gemeindefestes

Bélis ist eine französische Gemeinde mit 164 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Haute Lande Armagnac (bis 2015: Kanton Labrit).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Belís.[1] Sein Ursprung ist unbekannt.[2]

Die Einwohner werden Bélisiens und Bélisiennes genannt.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bélis liegt ca. 20 km nördlich von Mont-de-Marsan in der historischen Provinz Gascogne.

Umgeben wird Bélis von den Nachbargemeinden:

Labrit Cachen
Brocas Nachbargemeinden Cachen
Maillères Arue

Rund 1.700 Hektar der Gebietsfläche der Gemeinde sind bewaldet, davon gehören 210 Hektar der Gemeinde.[4]

Bélis liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Die Gouaneyre, ein Nebenfluss der Douze, fließt an der östlichen Gemeindegrenze entlang.[5]

Blumen und Vogelscheuchen im Gemeindepark

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früheren Zeiten befand sich die Gemeinde inmitten eines Sumpfgebiets. 1964 hat ein Bewohner Spuren von Hügelgräbern, eine Torques und Schmuck entdeckt, der aus der Eisenzeit stammt. Im Rahmen der Hugenottenkriege wurde die Kirche durch protestantische Truppen im Jahre 1569 geplündert. 1857 wurde ein Gesetz verkündet, das die Gemeinden zur Aufforstung verpflichtete. In den Landes wurde eine Politik der Entwässerung ausgearbeitet, deren Anwendung zur Trockenlegung des Gemeindegebiets führte. Die Anpflanzung von Kiefern veränderte die Landschaft nachhaltig, und die Forstwirtschaft wurde fortan die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 560. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1990er Jahren auf rund 130 Einwohner, bevor eine moderate Wachstumsphase einsetzte, die heute noch andauert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 272 227 170 150 128 137 139 149 164
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[7][8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Notre-Dame[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Notre-Dame
Eingangsportal

Die Kirche wurde vermutlich im 13. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet und unterstand ursprünglich der Komturei von Bessaut. Während der gotischen Epoche wurde sie im 14. Jahrhundert umgestaltet und erweitert. Das Eingangsportal auf der Westseite und das Seitenschiff auf der Nordseite wurden hinzugefügt. 1569 wurde die Kirche von protestantischen Truppen beschädigt und in der Folgezeit weitgehend restauriert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Vorhalle im neugotischen Stil errichtet. Diese ist offen und mit Spitzbogenarkaden ausgestattet. Sie führt in das Langhaus, das mit einer Täfelung aus Gips gedeckt ist. Es wird mit einer flachen Apsis verlängert und ist mit dem nördlichen Seitenschiff über große Spitzbogenarkaden verbunden. Das Seitenschiff ist kürzer als das Hauptschiff, denn das westlichste Joch ist durch den Glockenturm belegt. Das Kirchengebäude ist mit Bruchsteinen gebaut, verputzt und mit Falzziegeln gedeckt mit Ausnahme des Glockenturms, der mit Ziegelsteinen gebaut ist und dessen Helm mit Schiefer gedeckt ist.[9][10]

Die ältesten Elemente der heutigen Einrichtung sind der Tabernakel des Hauptaltars aus dem späten 17. Jahrhundert und das Altarretabel von der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Kanzel wird dem Künstler Pierre Floché (1701–1769) zugeschrieben ebenso wie die hölzernen Türflügel des Portals. Der neoklassische Nebenaltar datiert aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.[11]

Eine Skulptur aus dem 18. oder 19. Jahrhundert, die den gekreuzigten Christus darstellt, der Tabernakel und das Retabel des Hauptaltars, zehn Kerzenhalter aus dem 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie die Kanzel sind seit dem 11. Juni 2003 als Monuments historiques klassifiziert.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land- und Forstwirtschaft sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[13]
Gesamt = 22

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule mit 25 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[14]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bélis liegt im Regionalen Naturpark Landes de Gascogne.[15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belhade ist erreichbar über die Routes départementales 53, 153, 392 und 626, der ehemaligen Route nationale 626.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maurice Tauziède war Priester der Gemeinde von 1946 bis zu seinem Tod am 2. Oktober 1990. Von September 1939 an war er Vikar in der Gemeinde Grenade-sur-l’Adour. Am 1. Januar 1944 trat er dem Netzwerk von Maurice Buckmaster und damit der Résistance bei. Am 13. Juni 1944 wurde er von deutschen Truppen verhaftet mit der Anklage, vom Glockenturm der Kirche in Grenade-sur-l’Adour aus auf deutsche Soldaten geschossen zu haben. Er wurde mit 17 anderen Personen zunächst zum Château du Hâ, dann zum Konzentrationslager Dachau verbracht, das am 29. April 1945 von amerikanischen Truppe befreit wurde. Im September 1946 wurde Maurice Tauziède zum Pfarrer von Bélis und Maillères ernannt. Er war Mitbegründer der Union nationale des associations de déportés, internés et familles de disparus, ihr Sekretär von 1963 bis 1966 und ihr Präsident bis zu seinem Tod. Im März 1966 erhielt er für seine Verdienste das Ritterkreuz der Ehrenlegion. Ihm zu Ehren trägt ein Park unweit der Pfarrkirche in Bélis seinen Namen.[16][17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bélis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bélis (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  2. a b Bélis (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 25. Januar 2018.
  3. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  4. Belis (fr) Communauté de communes Cœur Haute Lande. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  5. Ma commune : Bélis (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  6. Notice Communale Bélis (fr) EHESS. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  7. Populations légales 2006 Commune de Bélis (40033) (fr) INSEE. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  8. Populations légales 2015 Commune de Bélis (40033) (fr) INSEE. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  9. Église Notre-Dame (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Abgerufen am 25. Januar 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. église paroissiale Notre-Dame (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  11. le mobilier de l’église paroissiale Notre-Dame (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  12. Mobilier (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  13. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Bélis (40033) (fr) INSEE. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  14. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  15. 51 communes du Parc naturel régional des Landes de Gascogne (fr, PDF) Parc Naturel Régional des Landes de Gascogne. Archiviert vom Original am 3. März 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ecotourisme-landes-de-gascogne.fr Abgerufen am 25. Januar 2018.
  16. Jean-Marie Tinarrage: Un jardin de mémoire pour l’abbé Tauziède (fr) Sud Ouest. 28. August 2012. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  17. Stèle de Grenade-sur-l’Adour, Landes (fr) Fondation de la Résistance. Abgerufen am 25. Januar 2018.