Labastide-Chalosse

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Labastide-Chalosse
Labastide-Chalosse (Frankreich)
Labastide-Chalosse
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Chalosse Tursan
Gemeindeverband Chalosse Tursan
Koordinaten 43° 37′ N, 0° 37′ WKoordinaten: 43° 37′ N, 0° 37′ W
Höhe 49–127 m
Fläche 4,56 km2
Einwohner 149 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 33 Einw./km2
Postleitzahl 40700
INSEE-Code
Website www.labastide-chalosse.fr

Markstein auf dem Jakobsweg mit Jakobsmuschel

Labastide-Chalosse ist eine französische Gemeinde mit 149 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Chalosse Tursan (bis 2015: Kanton Hagetmau).

Der Name lautet in der gascognischen Sprache La Bastida-Shalòssa.[1]

Die Einwohner werden Labastidiens und Labastidiennes genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Labastide-Chalosse liegt ca. 35 km südlich von Mont-de-Marsan im Landstrich Chalosse der historischen Provinz Gascogne.

Umgeben wird Labastide-Chalosse von den Nachbargemeinden:

Hagetmau
Momuy Nachbargemeinden Lacrabe
Argelos

Labastide-Chalosse liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Ein Nebenfluss des Luy de France, der Ruisseau du Moulin de Lagut, durchquert das Gebiet der Gemeinde.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Grabungen brachten Mauern und Objekte aus der gallorömischen Zeit zutage. Die erstmaligen Erwähnungen in den Schriften erfolgte im Jahre 845, als die Siedlung mit Namen Chalosse von den Normannen in Brand gesteckt wurde. Der englische König Eduard II. gründete die Bastide im Jahre 1307. Während der Hugenottenkriege wurde diese dem Erdboden gleichgemacht. Das Dorf wurde in der Folge auf einer Anhöhe nahe Hagetmau neu errichtet. Die Häuser gruppierten sich teilweise um die Pfarrkirche. Bis 1792 trug das Dorf den Namen Labastide de Pont la Reine als Anlehnung an Puente la Reina in Spanien, an dem die Jakobswege nach Santiago de Compostela zusammenlaufen. Labastide-Chalosse selbst liegt an dem Jakobsweg Via Lemovicensis.[4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf ersten Höchststand von rund 285. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zur Jahrtausendwende auf rund 115 Einwohner, bevor eine moderate Wachstumsphase einsetzte, die noch heute andauert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 155 135 130 138 138 117 123 135 149
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2010[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Vincent
Quelle Saint-Pierre, genannt Béougos

Pfarrkirche Saint-Vincent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der ersten Pfarrkirche von Labastide-Chalosse ist wenig bekannt. Sie dürfte wenig später nach der Gründung der Bastide im Jahre 1307 errichtet worden sein. Mit der Bastide wurde sie teilweise in den Hugenottenkriegen zerstört, und ihre Glocken wurden in den Luy versenkt. Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1873 und 1874 im neuen Zentrum der Gemeinde nach Plänen des Architekten V. Rozier errichtet. Die Jahreszahl „1873“ ist über dem Eingang eingetragen. Die Kirche besteht aus einem Langhaus mit einem Hauptschiff mit einem Rundbogengewölbe. Ein Vorraum wird südlich von einer Taufkapelle, nördlich von einer Treppe flankiert, die zur Empore führt. Zwei Seitenkapellen mit einem falschen Kreuzgratgewölbe aus Gips öffnen sich zur Vierung. Die Sakristei ist nördlich am halbrunden Chor angebaut. Das Gebäude ist aus Bruchstein aus Kalkstein errichtet und mit Falzziegeln gedeckt, mit Ausnahme des sechseckigen Turmhelms, der mit Schiefer gedeckt ist.[5]

Kein Einrichtungsgegenstand datiert früher als das erste Drittel des 19. Jahrhunderts. Die drei Altäre und die Sitze im Chor stammen aus den Jahren 1830 bis 1850 und sind ebenso wie die im Jahre 1848 von Dalestan und Malet gegossene Glocke in der später errichteten Kirche wiederverwendet worden. Die heterogenen Glasfenster des Langhauses und der beiden Seitenkapellen zeigen Grisaille des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Zeitgenössische Glasfenster finden sich hingegen im Chor. Sie wurden 1977 von Dazelle aus Hagetaubin realisiert. Die beschriebenen und viele weitere Einrichtungsgegenstände der Kirche sind als nationale Kulturgüter registriert.[8]

Quelle Saint-Pierre, genannt Béougos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Béougos bedeutet im Gascognischen „Rindertränke“. Die Quelle befindet sich am Jakobsweg nördlich des Zentrums der Gemeinde. Sie erhielt den Namen des Apostels Petrus, weil dieser der Schutzpatron einer früheren Kirche war, die heute nicht mehr existiert und von der ein Friedhof und ein Kreuz ihren ehemaligen Standort bezeugen. Der Bau um die Quelle ist bereits im Mittelalter von der Familie Cazenave de Momuy errichtet worden. Auf der Fassade ist ein Bildnis von Petrus und eines anderen Apostels zu erkennen. Petrus trägt einen Schlüssel und eine Tiara als Symbol für die Papstwürde. Die Bewohner schrieben dem Wasser der Quelle Heilkräfte zu und brachten ihre Kinder oder jungen Tiere mit, damit diese das Laufen besser erlernen. Sie zeigten ihre Dankbarkeit durch Einwerfen von Münzen, die im 19. Jahrhundert teilweise den Bau der Pfarrkirche finanzieren halfen. Die Quelle ist auch eine Gelegenheit zur Rast für die Jakobspilger zum Trinken, zum Waschen und Baden der Füße, denn das Wasser regt den Blutkreislauf an.[9]

Statue des Erzengels Michael[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist etwas südlicher als die Quelle auf dem Weg in das Zentrum gelegen und zeigt den Erzengel, wie er den Drachen besiegt, ein wiederkehrendes Motiv für den Sieg des Guten über das Böse.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft der Gemeinde beruht auf dem Ackerbau, aber auch auf der Aufzucht von Blondes d’Aquitaine und Hühnern mit dem Gütezeichen „Saint-Sever“.[4]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[11]
Gesamt = 15
Logo des Jakobswegs

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Saint-Jean-Pied-de-Port führt durch das Zentrum von Bourriot. Er folgt der Via Lemovicensis, einem der vier Jakobswege in Frankreich.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Labastide-Chalosse wird durchquert von den Routes départementales 56, 357 und 439.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Labastide-Chalosse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Labastide-Chalosse (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  2. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  3. Ma commune : Labastide-Chalosse (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  4. a b Labastide-Chalosse (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  5. a b église paroissiale Saint-Vincent (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  6. Notice Communale Labastide-Chalosse (fr) EHESS. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  7. Populations légales 2015 Commune de Labastide-Chalosse (40130) (fr) INSEE. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  8. le mobilier de l’église paroissiale Saint-Vincent (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  9. La fontaine Saint Pierre dite de „Béougos“ (fr) Gemeinde Labastide-Chalosse. 3. November 2014. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  10. La statue de Saint-Michel (fr) Gemeinde Labastide-Chalosse. 4. November 2014. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  11. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Labastide-Chalosse (40130) (fr) INSEE. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  12. La voie de Vézelay (fr) Agence de Coopération Interrégionale et Réseau „Chemins de Saint-Jacques de Compostelle“. Abgerufen am 13. Mai 2018.