Die NHL-Saison 1995/96 war die 79. Spielzeit in der National Hockey League. 26 Teams spielten jeweils 82 Spiele. Den Stanley Cup gewannen die Colorado Avalanche nach einem 4:0-Erfolg in der Finalserie gegen die Florida Panthers. Der deutsche Verteidiger Uwe Krupp erzielte den Siegtreffer für Colorado in der dritten Verlängerung des vierten und letzten Spiels in dieser Serie. Er wurde damit der erste deutsche Spieler, der den Stanley Cup gewann. Derselbe Erfolg gelang erst 15 Jahre später Dennis Seidenberg, der es ihm in der Saison 2010/11 mit den Boston Bruins nachtat.
Es war die erste Saison überhaupt für die Colorado Avalanche, die vorher unter dem Namen Québec Nordiques in Québec, Kanada gespielt hatten. Gleichzeitig war es die letzte Saison für die Winnipeg Jets, die danach nach Phoenix, Arizona umzogen und in Phoenix Coyotes umbenannt wurden. Kanada, das Mutterland des Eishockeys, verlor damit innerhalb eines Jahres gleich zwei NHL-Teams.
Die Detroit Red Wings erzielten in der regulären Saison mit 131 Punkten (62 Siege, 13 Niederlagen, 7 Unentschieden) einen NHL-Rekord, schieden aber im Play-off-Halbfinale gegen den späteren Cup-Gewinner Colorado aus.
Abkürzungen: GP = Spiele, W = Siege, L = Niederlagen, T = Unentschieden nach Overtime, GF = Erzielte Tore, GA = Gegentore, Pts = Punkte
Erläuterungen: In Klammern befindet sich die Platzierung innerhalb der Conference; = Playoff-Qualifikation , = Divisions-Sieger, = Conference-Sieger, = Presidents' Trophy-Gewinner bgcolor="#B2DFEE"
Bester Scorer war Mario Lemieux. Er führte mit 69 Toren, 92 Vorlagen und 161 Punkten die drei Scoringkategorien an. Nur bei den Vorlagen musste er sich die Topposition mit Ron Francis teilen. Mit 31 Toren in Überzahl und 8 in Unterzahl war auch hier Lemieux der Beste. Jaromír Jágr, versuchte es mit 403 Schüssen am öftesten. Mit einem Schnitt von 26,2 landete mehr als jeder vierte Schuss von Gary Roberts im Tor. Die Plus/Minus führte Wladimir Konstantinow mit +60 an. Der böse Bube der Saison war Matthew Barnaby mit 335 Strafminuten. Erfolgreichster Verteidigern war Brian Leetch mit 70 Vorlagen und 85 Punkten. Ray Bourque und Gary Suter erzielten je 20 Tore.
Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/- = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Saisonbestwert
Abkürzungen: GP = Spiele, TOI = Eiszeit (in Minuten), W = Siege, L = Niederlagen, T = Unentschieden, GA = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Saisonbestwert
| Spieler |
Team |
GP |
TOI |
W |
L |
T |
GA |
SO |
Sv% |
GAA |
| Ron Hextall |
Philadelphia |
53 |
3102 |
28 |
23 |
5 |
112 |
4 |
0,915 |
2,17 |
| Chris Osgood |
Detroit |
50 |
2933 |
39 |
6 |
5 |
106 |
5 |
0,927 |
2,17 |
| Jim Carey |
Washington |
71 |
4069 |
35 |
24 |
9 |
153 |
9 |
0,906 |
2,26 |
| Mike Vernon |
Detroit |
32 |
1855 |
21 |
7 |
2 |
70 |
3 |
0,903 |
2,26 |
| Martin Brodeur |
New Jersey |
77 |
4434 |
34 |
30 |
12 |
173 |
6 |
0,927 |
2,34 |
Bester Scorer unter den Rookies war Daniel Alfredsson mit 61 Punkten. Mit 35 Vorlagen legte er hierzu den Grundstein. Éric Dazé war mit 30 Treffern erfolgreichster Torjäger. Die Plus/Minus-Wertung der Rookies führte Colorados Kyle McLaren mit +16 an. Der Böse Bube unter den Rookies war Scott Daniels mit 254 Strafminuten.
Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/- = Plus/Minus, PIM = Strafminuten
Stanley-Cup-Playoffs[Bearbeiten]
Runde 1 (Division semi-finals)[Bearbeiten]
Runde 2 (Conference Semifinals)[Bearbeiten]
Runde 3 (Conference Finals)[Bearbeiten]
| Colorado Avalanche (2) vs. Florida Panthers (4) |
| Datum |
Auswärtsteam |
Heimteam |
Bem. |
| 4. Juni |
Florida |
1
|
3
|
Colorado |
|
| 6. Juni |
Florida |
1
|
8
|
Colorado |
|
| 8. Juni |
Colorado |
3
|
2
|
Florida |
|
| 10. Juni |
Colorado |
1
|
0 |
Florida |
3OT |
| Colorado gewinnt die Serie mit 4:0 und den Stanley Cup. |
Der Stanley-Cup-Sieger Colorado Avalanche ließ traditionell insgesamt 40 Personen, davon 23 Spieler sowie einige Funktionäre, darunter der Trainerstab und das Management, auf den Sockel der Trophäe eingravieren. Unter den Funktionären waren auch der Assistenztrainer Joel Quenneville und Michel Goulet. Für die Spieler gilt dabei, dass sie entweder 41 Partien für die Mannschaft in der regulären Saison bestritten haben sollten oder eine Partie in der Finalserie.
Die 23 Spieler Colorados setzen sich aus zwei Torhütern, acht Verteidigern und 13 Angreifern zusammen. Im Kader der Avalanche standen fünf Europäer. Der Lette Sandis Ozoliņš und der Deutsche Uwe Krupp waren die ersten Spieler ihres Landes, die den Stanley Cup gewinnen konnten. Ein Fehler unterlief beim Gravieren des Pokals: Adam Deadmarsh wurde Deadmarch geschrieben. Erstmals wurde ein derartiger Fehler auf dem Originalpokal nachträglich berichtigt.
Stanley-Cup-Sieger

Colorado Avalanche |
Torhüter: Stéphane Fiset, Patrick Roy
Verteidiger: Adam Foote, Alexei Gussarow, Jon Klemm, Uwe Krupp, Sylvain Lefebvre, Curtis Leschyshyn, Sandis Ozoliņš, Craig Wolanin
Angreifer: Adam Deadmarsh, Peter Forsberg, Dave Hannan, Waleri Kamenski, Mike Keane, Claude Lemieux, Troy Murray, Mike Ricci, Warren Rychel, Joe Sakic (C), Chris Simon, Stéphane Yelle, Scott Young
|
Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/- = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Saisonbestwert
NHL Awards und vergebene Trophäen[Bearbeiten]