Danilo Hondo

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Danilo Hondo (* 4. Januar 1974 in Wilhelm-Pieck-Stadt Guben) ist ein Radsporttrainer und ehemaliger deutscher Radrennfahrer. Zu seinen größten Erfolgen zählte ein Bahnweltmeistertitel in der Mannschaftsverfolgung, zwei Etappensiege beim Giro d’Italia und die Deutscher Straßenmeisterschaft. Wegen einer positiven Dopingkontrolle 2005 wurde er zwei Jahre gesperrt. Er beendete seine Laufbahn nach Ablauf der Saison 2014.

Karrierebeginn[Bearbeiten]

Zu Beginn seiner Karriere war Hondo vor allem auf der Bahn erfolgreich. Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 1994 in Palermo wurde er zusammen mit Guido Fulst, Jens Lehmann und Andreas Bach Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung.

Im Jahr 1997 schloss er sich dem Straßenradsportteam Agro-Adler Brandenburg an und konnte zahlreiche Abschnitte internationaler Etappenrennen vornehmlich im Sprint gewinnen, darunter u.a. eine Etappe der Friedensfahrt 1998 und im selben Jahr fünf Etappen der Niedersachsen-Rundfahrt.

Team Deutsche Telekom[Bearbeiten]

Von 1999 bis 2003 war er Mitglied des Team Telekom und gewann in dieser Zeit sieben weitere Etappen der Friedensfahrt. Beim Giro d’Italia 2001 bestritt er seine erste große Landesrundfahrt und gewann zwei Etappen im Sprint gegen den italienischen Spitzensprinter Mario Cipollini.[1] Ebenfalls im Sprint gewann er die Deutsche Straßenmeisterschaften 2002.[2]

Team Gerolsteiner[Bearbeiten]

2004 wechselte Hondo zum Team Gerolsteiner und gewann wiederum mehrere Etappen und das italienische Eintagesrennen GP Beghelli. Bei der Murcia-Rundfahrt holte er sich zwei Etappensiege, einen im Sprint und einen im Einzelzeitfahren.[3] Beim darauffolgenden Klassiker Mailand-San Remo wurde er zweiter hinter dem Sprintsieger Alessandro Petacchi. Am 1. April 2005 wurde bekannt gegeben, dass zwei A-Proben der Murcia-Rundfahrt positiv auf Carphedon getestet wurden, worauf er von seiner Mannschaft suspendiert wurde.[4]

Dopingsperre[Bearbeiten]

Am 2. Juni 2005 verhängte der Schweizer Radsportverband eine Dopingsperre von einem Jahr. Hiergegen legten die Union Cycliste Internationale und auch die Welt-Anti-Doping-Agentur beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung ein. Ebenso legte Danilo Hondo, der einen vollständigen Freispruch erwirken wollte, Berufung ein. Der CAS hob am 10. Januar 2006 in die Entscheidung des Schweizer Verbands auf und entschied auf eine zweijährige Sperre bis zum 1. April 2007.[5]

Am 17. März 2006 das Schweizerische Bundesgericht die vom CAS verhängte Sperre im Rahmen einer einstweiligen Verfügung bis zur endgültigen gerichtlichen Entscheidung vollständig auf. Dies war der erste Fall in der Sportgeschichte, dass ein ordentliches Gericht eine durch den Internationalen Sportgerichtshof verhängte Dopingsperre aufhob.[6] Hondo konnte deshalb 2006 für das deutsche Continental Lamonta fahren und gewann in den folgenden Monaten immer wieder Etappen bei kleinen Rundfahrten. Am Ende der Saison lag er auf Platz zwei in der Gesamtwertung der UCI Europe Tour 2006 hinter Nico Eeckhout.

Nachdem am 24. Mai 2006 wurde durch ein Schnellverfahren vor dem Obersten Schiedsgerichtshof des Kantons Waadt auf Antrag der WADA die zuvor aufgehobene Sperre vorläufig wieder in Kraft gesetzt[7] und am 6. Juni 2006 durch das Schweizer Bundesgericht wieder außer Vollzug gesetzt wurde,[8], entschied das Schweizer Bundesgericht am 14. Januar 2007 abschließend gegen Hondo.[9] Die UCI entschied abschließend am 22. Mai 2007, dass die ursprünglich am 31. März 2007 ausgelaufene Sperre um die Zeit während der die Sperre aufgrund einstweiliger Verfügungen außer Vollzug war auf den 24. Januar 2008 zu verlängern, wogegen Hondo keine weiteren Rechtsmittel einlegte.[10]

Die Schwierigkeit dieses Dopingverfahrens bestand darin, dass der gefundene Wirkstoff Carphedon nur in geringer Menge festgestellt wurde und Hondo am Tag vor der positiven Probe eine Etappe gewann und negativ getestet wurde. Die Konzentration am Tag des positiven Tests sei aber nach Auffassung des als Kritiker des Profiradsports bekannten Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke zu gering gewesen, um eine leistungssteigernde Wirkung zu haben, weswegen die These einer durch Kontamination (Verunreinigung) durch von Danilo Hondo eingenommenen Speisen oder Getränken vertreten wurde.[11]

Comeback und Karriereende[Bearbeiten]

2008 wurde Hondo vom italienischen Professional Continental Team Serramenti PVC Diquigiovanni verpflichtet und gewann sein erstes Rennen nach Ablauf seiner Dopingsperre mit der vierten Etappe der Tour de Langkawi. In den Saisons 2010 bis 2012 fuhr er für das ProTeam Lampre und entwickelte dort zum wichtigsten Helfer für den Sprinter Alessandro Petacchi, den er bei seinem Gewinn des Grünen Trikots bei der Tour de France 2010.[12] Zum Ende des Jahres 2014 beendete Hondo seine Karriere bei der Mannschaft Trek Factory Racing, bei der er insbesondere auch die jungen Sprinter des Teams unterstützte.[13]

Berufliches[Bearbeiten]

Im Dezember 2014 teilte der Schweizer Radsportverband Swiss Cycling mit, dass Danilo Hondo zum 1. Januar 2015 neuer Schweizer Nationaltrainer der U23 wird. Hondo lebt seit vielen Jahren im Tessin.[14]

Erfolge[Bearbeiten]

1991

1992

1993

1994

1995

  • Silber Deutsche Meisterschaft – Mannschaftsverfolgung

1996

  • Gesamtwertung Akdeniz Turu

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2008

2009
2010

Grand Tour-Platzierungen[Bearbeiten]

Grand Tour 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Pink jersey Giro 91 DNF DNF 96 114
Yellow jersey Tour 104 106 135 109 86
red jersey Vuelta 108


Teams[Bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. radsport-news.com vom 22. Mai 2001: Danilo Hondo gewinnt seine zweite Giro-Etappe
  2. radsport-news.com vom 1. Juli 2002: Meister Hondo beim Tour-Debüt «Wasserträger» für Zabel
  3. radsport-news.com vom 3. März 2005: Hondo gewinnt auch das Zeitfahren
  4. radsportnews.com vom 1. April 2005: Gerolsteiner suspendiert Hondo
  5. radsport-news.com vom 10. Januar 2006: Hondo vor Karriereende
  6. radsport-news.com vom 17. März 2006: Hondos Dopingsperre aufgehoben
  7. radsport-news.com vom 24. Mai 2006: Danilo Hondo ab sofort wieder gesperrt
  8. radsport-news.com vom 6. Juni 2006: Hondo: Der Wahnsinn geht weiter!
  9. radsport-news.com vom 14. Januar 2007: Hondo muss den Rest seiner Sperre absitzen
  10. radsport-news.com vom 22. Mai 2007: Hondo wird Restsperre akzeptieren
  11. Tour – Das Rennrad-Magazin. Heft 6, Juni 2006, S. 139.
  12. radsport-news.com vom 26. Juli 2010: Hondo musste Petacchi von Grün überzeugen
  13. radsport-news.com vom 2. November 2014: In der Abschiedssaison für das Trek-Team noch Gold wert
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHondo wird Schweizer U23-Nationaltrainer. radsport-news.com, 12. Dezember 2014, abgerufen am 12. Dezember 2014.
  15. Märkische Allgemeine, 16. Dezember 2013, S. 18.

Weblinks[Bearbeiten]