Jamala

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Jamala (2016)
Jamala beim Odessa-Musikfestival 2012
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
1944
  AT 54 27.05.2016 (1 Wo.)
  CH 73 22.05.2016 (1 Wo.)
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Jamala (ukrainisch Джамала/Dschamala, krimtatarisch Camala; bürgerlich Сусана Алімівна Джамаладінова/Sussana Alimiwna Dschamaladinowa bzw. Susana Camaladinova; * 27. August 1983 in Osch, Kirgisische SSR, Sowjetunion) ist eine ukrainische Sängerin. Sie gewann für die Ukraine den Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jamala beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm
Jamala nach dem Sieg beim Eurovision Song Contest 2016

Sussana Dschamaladinowa wuchs in Osch in Kirgisistan und in Aluschta auf der ukrainischen Halbinsel Krim auf. Ihr Vater ist Krimtatare und wie sie Muslim, während ihre Mutter Christin armenischer Herkunft ist.[1] 1944 wurden ihre Vorfahren väterlicherseits, wie alle Krimtataren, auf Befehl von Josef Stalin, wegen angeblicher Kollaboration mit den Nazis, von der Krim nach Zentralasien deportiert. Nach Auflösung der Sowjetunion 1991 kehrten ihre Eltern auf die Krim zurück.[2]

Jamala ist Spinto-Sopranistin und in den Genres Jazz, Soul, R&B und Weltmusik mit klassischen und Gospel-Elementen aktiv.

Der Wendepunkt ihrer Karriere war ein Auftritt beim New Wave Festival im lettischen Jūrmala 2009, wo sie einen Sonderpreis für ihre außergewöhnlichen stimmlichen Fähigkeiten und ihre Wandelfähigkeit innerhalb der Genres erhielt.

2011 trat sie erstmals mit dem Titel Smile beim ukrainischen Vorentscheid für den ESC in Düsseldorf an und erreichte im Finale den dritten Platz hinter Slata Ohnewytsch und Mika Newton. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten beim Voting wurde ein erneuter Vorentscheid für diese drei Interpretinnen anberaumt, der dann aber aufgrund Jamalas Absage, die sie mit Manipulationsvorwürfen an das ukrainische Fernsehen begründete, nicht stattfand, sodass Mika Newton am ESC teilnahm.[3]

2016 erreichte sie die Nominierung für die Ukraine und gewann das Finale mit dem Titel 1944, eine Anspielung auf eben jenes Jahr, in dem Stalin die Krimtataren nach Zentralasien deportieren ließ. Im Text geht sie auf die verlorengegangene Kindheit in der Heimat und die Gräueltaten der Sowjets ein. Durch den Refrain auf Krimtatarisch war diese Sprache erstmals beim Wettbewerb zu hören.[4] Im zweiten Halbfinale am 12. Mai belegte sie mit 287 Punkten den zweiten Platz, womit sie sich für das Finale am 14. Mai qualifizierte. Dieses gewann sie mit 534 Punkten und somit einem geringen Vorsprung von 23 Punkten vor Australiens Dami Im mit ihrem Song Sound of Silence.[5] Im Mai 2016 wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt Kiew.[6]

Sie spricht Ukrainisch, Krimtatarisch, Russisch und Englisch.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: For Every Heart
  • 2012: Live at Arena Concert Plaza (Konzert-DVD)
  • 2013: All or Nothing
  • 2015: Подих (Podych; dt.: Atem)

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Thank You
  • 2016: 1944

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: 1944
  • 2017: I Believe In U

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jamala – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.theguardian.com/world/2016/feb/11/crimean-singer-in-line-to-represent-ukraine-at-eurovision
  2. http://ukr.segodnya.ua/culture/stars/dzhamala-hochu-pyshnuyu-krymsko-tatarskuyu-svadbu-591306.html
  3. https://eurovisiontimes.wordpress.com/2011/03/01/ukraine-jamala-withdraws-from-national-final/
  4. Jamala will represent Ukraine in Stockholm!, eurovision.tv, 21. Februar 2016.
  5. All 2016 Eurovision Song Contest participants. In: Eurovision.tv. Abgerufen am 15. Mai 2016.
  6. Sussana Alimiwna Dschamaladinowa wird Ehrenbürgerin von Kiew auf der Webseite des Kiewer Stadtrates; abgerufen am 19. September 2016