Lochwiller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lochwiller
Wappen von Lochwiller
Lochwiller (Frankreich)
Lochwiller
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Saverne
Gemeindeverband Pays de Marmoutier-Sommerau
Koordinaten 48° 42′ N, 7° 25′ OKoordinaten: 48° 42′ N, 7° 25′ O
Höhe 200–271 m
Fläche 4,63 km2
Einwohner 439 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 95 Einw./km2
Postleitzahl 67440
INSEE-Code
Mairie – ehemals: Pfarrhaus
Friedhof Lochwiller

Lochwiller (deutsch: Lochweiler, historisch auch: Lechtweiler[1]) ist eine französische Gemeinde mit 439 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in der Oberrheinischen Tiefebene. Das Gebiet außerhalb des Dorfkerns wird vor allem landwirtschaftlich genutzt. Lochwiller hat keinen direkten Zugang zu einer Departementsstraße. Nebenstraßen verbinden den Ort sternförmig mit den umliegenden Gemeinden. Das sind Schwenheim im Norden, Wolschheim im Nordosten, Kleingœft im Südosten, Reutenbourg im Südwesten und Marmoutier im Westen. Die nächstgelegene Stadt ist Saverne, neun Kilometer westlich von Lochwiller.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lochweiler gehörte zur Herrschaft Ochsenstein.[2] Als die Familie derer von Ochsenstein im Mannesstamm mit Georg von Ochsenstein 1485 ausstarb, gelangte das Erbe über dessen Schwester an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570 kam es zu einem weiteren Erbfall, der Lochweiler zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte: Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die Herrschaft Ochsenstein. In der Verwaltungsstruktur der Grafschaft Hanau-Lichtenberg wurde Lochweiler dem Amt Westhofen zugeschlagen.[3] Philipp V. von Hanau-Lichtenberg führte in den ererbten Gebieten sofort die Reformation durch, die wie sein übriges Herrschaftsgebiet nun lutherisch wurden.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kamen das Amt Westhofen und Lochweiler unter französische Oberhoheit. Im 18. Jahrhundert gehörten sie dann nicht mehr zum Amt Westhofen[4], das nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt fiel.

Zeitgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Bohrung für ein Erdwärmekraftwerk im Jahr 2003 wurde eine bis dahin wasserundurchlässige Tonschicht in 100 Metern Tiefe durchstoßen. Seitdem dringt Grundwasser in Gesteinsschichten vor, in denen es chemisch mit Calciumsulfat reagiert, dieses in Gips umwandelt, der ein sehr viel größeres Volumen einnimmt, sich ausdehnt und die Oberfläche dadurch anhebt. Wie im Fall der Hebungsrisse in Staufen im Breisgau kommt zu Rissen in Gebäuden und dem Einsinken von Straßen.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012 2014
260 268 281 322 341 345 372 443 439

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche Saint-Jacques-le-Majeur, datiert auf das Jahr 1756.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lochwiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knöpp, S. 18.
  2. Knöpp, S. 18.
  3. Knöpp, S. 18.
  4. Knöpp, S. 17f.
  5. n24.de: Nach Erdwärme-Bohrung: Französisches Dorf bricht auseinander, abgerufen am 16. Juli 2003