Haegen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Haegen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Haegen
Wappen von Haegen
Haegen (Frankreich)
Haegen
Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Saverne
Gemeindeverband Région de Saverne
Koordinaten 48° 43′ N, 7° 20′ OKoordinaten: 48° 43′ N, 7° 20′ O
Höhe 195–587 m
Fläche 20,32 km²
Einwohner 670 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 33 Einw./km²
Postleitzahl 67700
INSEE-Code
Blick auf Haegen

Haegen[Anm. 1] (deutsch: Hagen) ist eine französische Gemeinde mit 670 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine. Sie gehört zum Arrondissement Saverne und zum Kanton Saverne.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind Saverne und Gottenhouse im Nordosten und Thal-Marmoutier und Reinhardsmunster im Südosten. Im Westen grenzt Haegen an die Region Lothringen.

Haegen ist zugleich einer der Grenzorte des alemannischen Dialektraums.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
493 502 512 511 569 627 636 657

Burgen Geroldseck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß-Geroldseck
Klein-Geroldseck

In der Gemarkung von Haegen liegen zwei mittelalterliche Burgen, heute Ruinen:

  • Groß-Geroldseck (französisch: Château du Grand-Geroldseck) aus dem 12. Jahrhundert und
  • Klein-Geroldseck (französisch: Château du Petit-Geroldseck) aus dem 14. Jahrhundert.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgen Geroldseck gehörten zur Herrschaft Ochsenstein.[1] Als die Familie derer von Ochsenstein im Mannesstamm mit Georg von Ochsenstein 1485 ausstarb, gelangte das Erbe über dessen Schwester an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570 kam es zu einem weiteren Erbfall, der die Burgen Geroldseck zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte: Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die Herrschaft Ochsenstein. In der Verwaltungsstruktur der Grafschaft Hanau-Lichtenberg wurden die Burgen Geroldseck dem Amt Westhofen zugeschlagen.[2] Philipp V. von Hanau-Lichtenberg führte in den ererbten Gebieten sofort die Reformation durch, die wie sein übriges Herrschaftsgebiet nun lutherisch wurden.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kamen das Amt Westhofen und die Burgen Geroldseck unter französische Oberhoheit. Im 18. Jahrhundert gehörten sie dann nicht mehr zum Amt Westhofen[3], das nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt fiel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haegen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur Aussprache: Das „e“ in Haegen ist ein Dehnungs-e.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knöpp, S. 17.
  2. Knöpp, S. 17; Matt, S. 9.
  3. Knöpp, S. 17.