Marmoutier

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Marmoutier (Begriffsklärung) aufgeführt.
Marmoutier
Wappen von Marmoutier
Marmoutier (Frankreich)
Marmoutier
Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Saverne
Koordinaten 48° 41′ N, 7° 23′ OKoordinaten: 48° 41′ N, 7° 23′ O
Höhe 188–367 m
Fläche 14,07 km²
Einwohner 2.702 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 192 Einw./km²
Postleitzahl 67440
INSEE-Code
Mairie
Klosterkirche Marmoutier

Die französische Gemeinde Marmoutier (deutsch: Maursmünster, vielfach fälschlich auch als „Mauersmünster“ bezeichnet) liegt im Département Bas-Rhin in der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine und hat 2702 Einwohner (Stand 1. Januar 2013). Sie gehört zum Kanton Saverne und ist sowohl Mitgliedsgemeinde als auch Sitz der Communauté de communes du Pays de Marmoutier.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marmoutier liegt etwa 35 km nordwestlich von Straßburg und neun Kilometer südlich von Saverne/Zabern. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Sindelsberg und Biegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 590 gründete der Heilige Leonhard das Kloster Maursmünster, ein Benediktinerkloster. Seinen Namen verdankt es dem Abt Maurus, der das Kloster im 12. Jahrhundert umbaute und nach Hirsauer Vorbild reformierte. Burg und Stadt Maursmünster sowie die Vogtei über das Kloster waren ein Lehen des Bischofs von Straßburg an die Herren von Lichtenberg[1], die es in zwei Stufen erwarben: 1393 kauften sie einen Anteil vom Bischof von Straßburg[2], 1454 den Anteil der Herren von Ochsenstein.[3] In der Herrschaft Lichtenberg war es dem Amt Westhofen zugeordnet[4], das im 13. Jahrhundert entstanden war. Besonders im 14. Jahrhundert kam es zu einer Blütezeit des Klosters.

Als 1480 mit Jakob von Lichtenberg das letzte männliche Mitglied des Hauses verstarb, wurde das Erbe zwischen seinen beiden Nichten, Anna und Elisabeth, geteilt. Anna hatte Graf Philipp I. (d.Ä.) von Hanau (1417–1480) geheiratet, über die das Amt Westhofen an die aus dieser Ehe entstehende Grafschaft Hanau-Lichtenberg kam.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kamen das Amt Westhofen und Maursmünster unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., fiel das Erbe – und damit auch Maursmünster – 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. In Hessen-Darmstädtischer Zeit gehörte Maursmünster nicht mehr zum Amt Westhofen.[5] 1792 wurde das Kloster im Zuge der Französischen Revolution aufgelöst.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2012
Einwohner 1686 1789 1948 2024 2235 2444 2688 2737

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kirche Saint Etienne des ehemaligen Klosters Marmoutier aus dem 11. Jahrhundert mit drei romanischen Türmen, einem gotischen Kirchenschiff und dem Kirchenchor aus dem 18. Jahrhundert befindet sich eine Orgel des Straßburger Orgelbauers Andreas Silbermann.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marmoutier unterhält eine Partnerschaft zur Gemeinde Sasbach in Baden-Württemberg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marmoutier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 71.
  2. Eyer, S. 71.
  3. Eyer, S. 74.
  4. Knöpp, S. 18.
  5. Knöpp, S. 17f.