Obersoultzbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Obersoultzbach
Wappen von Obersoultzbach
Obersoultzbach (Frankreich)
Obersoultzbach
Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Bouxwiller
Koordinaten 48° 51′ N, 7° 27′ OKoordinaten: 48° 51′ N, 7° 27′ O
Höhe 195–239 m
Fläche 5,16 km²
Einwohner 422 (1. Januar 2013)
Bevölkerungsdichte 82 Einw./km²
Postleitzahl 67330
INSEE-Code
Haus Nr. 6

Obersoultzbach (deutsch: Obersulzbach) ist eine Gemeinde mit 422 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine in Frankreich. Sie ist ein Mitglied der Communauté de communes du Pays de Hanau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1213 wird der Ort unter dem Namen „Solzbach“ erwähnt. Das entsprechende Schreiben deutet darauf hin, dass der Ort damals zur Abtei Sturzelbronn gehörte.

Das Dorf Obersulzbach war ein Lehen des Bischofs von Metz an die Herren von Lichtenberg.[1] Es gehörte im 13. Jahrhundert zunächst zum Amt Buchsweiler der Herrschaft Lichtenberg. Als dieses aufgrund verschiedener Erwerbungen zu umfangreich wurde, wurde daraus 1330 das Amt Ingweiler ausgegliedert. Auch das Dorf Obersulzbach kam zum Amt Ingweiler.[2] Anlass dafür kann gewesen sein, dass es um 1330 zu einer ersten Landesteilung zwischen Johann II. von Lichtenberg, aus der älteren Linie des Hauses, und Ludwig III. von Lichtenberg kam. Dabei fiel Obersulzbach in den Teil des Besitzes, der künftig von der älteren Linie verwaltet wurde.[3]

Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers 1480, Graf Jakob, wurde die Herrschaft geteilt und das Amt Ingweiler fiel zunächst an Zweibrücken-Bitsch.[4]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allerdings kam es 1570 zu einem weiteren Erbfall, der das Amt Ingweiler nun zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte. Die Grafen von Hanau-Lichtenberg führten ab der Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation in ihrer Grafschaft ein, die nun lutherisch wurde.

1611 wurde in Obersulzbach ein „Tiergarten“ angelegt, eine Anlage, in der die Grafen von Hanau-Lichtenberg Jagdwild hielten. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zu Zerstörungen in Obersulzbach. Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen um 1680 die im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs, so auch das Amt Ingweiler und Obersulzbach.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Als Folge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch Obersulzbach – an Frankreich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1798[5] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
297 334 348 359 355 378 398 383 416

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die – heute evangelische – Kirche des Ortes stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Claude Brumm: Quelques dates importantes dans l’histoire …. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 10f.
  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Obersoultzbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knöpp, S. 6; Eyer, S. 53, 160.
  2. Eyer, S. 238.
  3. Eyer, S. 78.
  4. Brumm, S. 11.
  5. Matt, S. 7.