Reipertswiller

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Reipertswiller
Wappen von Reipertswiller
Reipertswiller (Frankreich)
Reipertswiller
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Ingwiller
Gemeindeverband Communauté de communes de Hanau-La Petite Pierre
Koordinaten 48° 56′ N, 7° 28′ OKoordinaten: 48° 56′ N, 7° 28′ O
Höhe 207–421 m
Fläche 19,21 km2
Einwohner 895 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 47 Einw./km2
Postleitzahl 67340
INSEE-Code
Simultankirche Saint-Jacques-le-Majeur

Reipertswiller (deutsch Reipertsweiler) ist eine Gemeinde mit 895 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass) in Frankreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in den Nordvogesen und grenzt an das Département Moselle. Oberhalb von Reipertswiller entspringt der Rothbach. Das Gemeindegebiet hat einen Anteil am Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord. Die Ortsteile heißen Melch, Wildenguth und Saegemuhle.

Nachbargemeinden sind Mouterhouse im Norden, Baerenthal im Nordosten, Lichtenberg im Südosten, Wimmenau im Südwesten und Goetzenbruck im Nordosten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Reipertsweiler war ursprünglich Reichsgut[1], später im Besitz der Landgrafen des Elsass, von denen es die Herren von Lichtenberg 1332 kauften.[2] Sie ordneten es ihrem Amt Ingweiler zu.[3] 1335 wurde eine Landesteilung zwischen der mittleren und der jüngeren Linie des Hauses Lichtenberg durchgeführt. Reipertsweiler fiel dabei an die Nachkommen des früh verstorbenen Johann III. von Lichtenberg, die die mittlere Linie des Hauses begründeten.[4] Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Graf Jakob, wurde die Herrschaft geteilt und das Amt Ingweiler fiel zunächst an Zweibrücken-Bitsch.[5]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allerdings kam es 1570 zu einem weiteren Erbfall, der das Amt Ingweiler nun zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte. Die Grafen von Hanau-Lichtenberg führten ab der Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation in ihrer Grafschaft ein, die nun lutherisch wurde.

Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen um 1680 die im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs, so auch das Amt Ingweiler und Reipertsweiler.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Als Folge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch Reipertsweiler – an Frankreich.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Reipertswiller als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Zabern im Bezirk Unterelsaß zugeordnet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1798[6] 1910[7] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2012 2014
Einwohner 343 820 786 861 878 855 946 933 962 912 895

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Claude Brumm: Quelques dates importantes dans l’histoire …. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 10f.
  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reipertswiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 47f.
  2. Eyer, S. 61, 116.
  3. Eyer, S. 238.
  4. Eyer, S. 79.
  5. Brumm, S. 11.
  6. Matt, S. 7.
  7. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Zabern