Hurtigheim

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Hurtigheim
Wappen von Hurtigheim
Hurtigheim (Frankreich)
Hurtigheim
Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Bouxwiller
Gemeindeverband Kochersberg
Koordinaten 48° 37′ N, 7° 36′ OKoordinaten: 48° 37′ N, 7° 36′ O
Höhe 153–179 m
Fläche 4,63 km²
Einwohner 576 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 124 Einw./km²
Postleitzahl 67117
INSEE-Code

Mairie Hurtigheim
Hofreite

Hurtigheim (deutsch: Hürtigheim, historisch auch: Hirtigheim) ist eine französische Gemeinde mit 576 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine im Arrondissement Saverne.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hurtigheim liegt 13 Kilometer nordwestlich von Straßburg. Die Souffel fließt durch das Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hurtigheim liegt an der ehemaligen Römerstraße von Argentorate (Straßburg) nach Tres Tabernae (Saverne)[1], deren Trasse noch heute die Départementsstraße abschnittsweise folgt.[2]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hürtigheim gehörte zur Hälfte zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg.[3] Dieser Anteil war dem hanau-lichtenbergischen Amt Westhofen unterstellt.[4]

Die Kirche von Hürtigheim war ein dem Valentin von Terni gewidmeter Wallfahrtsort, der besonders den Epileptikern Linderung verschaffen sollte. Seit 1541 werden in der Kirche evangelische Gottesdienste abgehalten. Die Pilger besuchten den Ort auch danach noch bis 1866.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kamen das Amt Westhofen und Hürtigheim unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., fiel das Erbe – und damit auch die Hälfte von Hürtigheim – 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde Hürtigheim französisch.

Zeitgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 2015 wechselte die Gemeinde vom Arrondissement Strasbourg-Campagne zum Arrondissement Saverne.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1798[6] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2012
Einwohner 100 398 405 394 373 367 450 509 575

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Der Glockenturm ist aber das einzige Element des Bauwerks, das aus dem Mittelalter erhalten geblieben ist. Die obere Reihe der gotischen Fenster wurden 1863–1864 wieder geöffnet und die Ädikula vergrößert, als das Kirchenschiff umgebaut wurde.

Die Eingangspforte des Friedhofs trägt das Datum 1717.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Bahnhof wurde 1903 erbaut und 1956 geschlossen, als die Straßenbahnstrecke Dingsheim–Westhoffen der Überlandstraßenbahn der Compagnie des transports strasbourgeois stillgelegt wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzte Wassermühle, die durch die Souffel betrieben wurde, stellte 1944 ihren Betrieb ein. Es gibt eine elektrisch betriebene Mühle, die 1929 gebaut wurde und noch in Betrieb ist.[8][9]

Wichtige Erwerbszweige der Hurtigheimois sind Landwirtschaft, insbesondere Milchproduktion und Weinbau. Außerdem gibt es eine Baumschule.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hurtigheim.fr (französisch)

 Commons: Hurtigheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. VR6 (Französisch).
  2. Geschichte von Hurtigheim auf hurtigheim.fr in Französisch.
  3. Knöpp, S. 17; Matt, S. 9.
  4. Knöpp, S. 17; Matt, S. 9.
  5. http://www.legifrance.gouv.fr/eli/decret/2014/12/29/2014-1722/jo/texte
  6. Matt, S. 9.
  7. Église, temple (Französisch).
  8. Hurtigheim (Memento vom 24. August 2010 im Internet Archive) (Französisch).
  9. Mühle Hurtigheim (Französisch).
  10. Baumschule auf hurtigheim.fr (Französisch).