Reutenbourg

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Reutenbourg
Wappen von Reutenbourg
Reutenbourg (Frankreich)
Reutenbourg
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Saverne
Gemeindeverband Pays de Marmoutier-Sommerau
Koordinaten 48° 41′ N, 7° 24′ OKoordinaten: 48° 41′ N, 7° 24′ O
Höhe 211–351 m
Fläche 4,40 km²
Einwohner 409 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 93 Einw./km²
Postleitzahl 67440
INSEE-Code
St. Cyriaque

Reutenbourg (deutsch: Reutenburg) ist eine Gemeinde mit 409 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est in Frankreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reutenbourg ist von den Ortschaften Lochwiller im Nordosten, Westhouse-Marmoutier im Osten, Jetterswiller im Süden, Singrist im Südwesten und Marmoutier im Nordwesten umgeben. Die Landschaft ist hügelig und wird vor allem für den Ackerbau genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reutenburg gehörte zur Herrschaft Ochsenstein.[1] Es war ein Lehen des Bischofs von Metz.[2] Als die Familie derer von Ochsenstein im Mannesstamm mit Georg von Ochsenstein 1485 ausstarb, gelangte das Erbe über dessen Schwester an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570 kam es zu einem weiteren Erbfall, der Reutenburg zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte: Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die Herrschaft Ochsenstein. In der Verwaltungsstruktur der Grafschaft Hanau-Lichtenberg wurde Reutenburg dem Amt Westhofen zugeschlagen.[3] Philipp V. von Hanau-Lichtenberg führte in den ererbten Gebieten sofort die Reformation durch, die wie sein übriges Herrschaftsgebiet nun lutherisch wurden.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kamen das Amt Westhofen und Reutenburg unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., fiel das Erbe 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Reutenburg gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2004 2012
Einwohner 363 365 355 328 318 303 322 400

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterkirche Notre-Dame de Reinacker
Klosterkirche Notre-Dame de Reinacker

Neben der Landwirtschaft spielt der Tourismus eine wichtige Rolle. Die bedeutendste Institution ist das Franziskanerinnenkloster Couvent de Reinacker, zu dem auch die Kirche Notre-Dame aus dem 14. und 15. Jahrhundert gehört. Das Kloster bietet Unterkünfte für Einzelpersonen und Gruppen und stellt auch Tagungsräume zur Verfügung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reutenbourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knöpp, S. 18.
  2. Knöpp, S. 18.
  3. Knöpp, S. 18.
  4. Knöpp, S. 17f.