Gœrlingen

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Gœrlingen
Gœrlingen (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin (67)
Arrondissement Saverne
Kanton Ingwiller
Gemeindeverband Alsace Bossue
Koordinaten 48° 48′ N, 7° 5′ OKoordinaten: 48° 48′ N, 7° 5′ O
Höhe 252–332 m
Fläche 3,77 km²
Einwohner 209 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 55 Einw./km²
Postleitzahl 67320
INSEE-Code

Gœrlingen (deutsch Görlingen) ist eine französische Gemeinde mit 209 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Krummen Elsass, einer Landschaft im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017
Einwohner 156 162 152 145 154 206 244 227

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

661 und 763 ist der Ort unter den Namen Villa Gairoaldo bzw. Villa Gerboldinga erstmals als Landsitz gallo-romanischer Adliger bezeugt. Im 13. Jahrhundert gehört Gerdlingen als Pfarrei zur Gemeinde Bockenheim und war Im Besitz der Grafschaft Saarwerden, die hier auch den Zehnten erhob. 1314 wird auch das Benediktinerkloster Lixheim als Grundbesitzer in Geroldingen aufgeführt. Während das Dorf im 15. Jahrhundert noch erwähnt wird, wird es anlässlich der Türkenschatzung (1542) nicht mehr genannt.

1557 überließ Graf Adolf von Nassau-Saarbrücken Hugenotten, die aus dem Herzogtum Lothringen sowie aus der Normandie und anderen Regionen des Königreichs Frankreich geflohen waren, Gerling und sechs andere verlassene Ortschaften seines Herrschaftsgebietes. Vor den kriegerischen Auseinandersetzungen des 17. Jahrhunderts (Dreißigjähriger Krieg 1618 bis 1648, Reunionskrieg 1683 bis 1684) flohen die Einwohner des Ortes schließlich in die Pfalz bzw. in die Gegend von Bischwiller. Die Kirche des Ortes wurde 1685 zerstört. Im 18. Jahrhundert wird Gerling von Schweizer Protestanten neu besiedelt, die vor dem strengen Regiment des Calvinismus aus ihrer Heimat geflohen waren. 1793 wird die gesamte Grafschaft an die neu entstandene Französische Republik angegliedert. Anlässlich des Deutsch-Französischen Krieges (1871/72), des Ersten Weltkrieges (1914–1918) und des Zweiten Weltkrieges (1939–1945) wechselte der Ort, wie Elsaß-Lothringen insgesamt, noch mehrmals seine nationale Zugehörigkeit zwischen Frankreich und Deutschland.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche in Görlingen gehört zur Pfarrei Rauweiler der Reformierten Kirche von Elsass und Lothringen.

Auf katholischer Seite liegt Gœrlingen im Gebiet der katholischen Pfarrei Bärendorf im Dekanat Zabern des Erzbistums Straßburg. Näher liegen jedoch die katholischen Kirchen in den Nachbarorten Helleringen, Hilbesheim und Saaraltdorf, die allesamt im Dekanat Saarburg des Bistums Metz liegen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Girardin: Görlingen in der ehemaligen Grafschaft Saarwerden. Geschichte eines Hugenottendorfes im Krummen Elsass. Schriften der Erwin-von-Steinbach-Stiftung, 11. Pfaehler, Neustadt an der Saale 1988, ISBN 3-922923-74-7.
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 327.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gœrlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien