Uttwiller

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Uttwiller
Wappen von Uttwiller
Uttwiller (Frankreich)
Uttwiller
Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Bouxwiller
Gemeindeverband Pays de Hanau
Koordinaten 48° 51′ N, 7° 29′ OKoordinaten: 48° 51′ N, 7° 29′ O
Höhe 184–256 m
Fläche 2,99 km²
Einwohner 161 (1. Januar 2013)
Bevölkerungsdichte 54 Einw./km²
Postleitzahl 67330
INSEE-Code
Website uttwiller.olympe.in

Uttwiller (deutsch Uttweiler) ist eine französische Gemeinde mit 161 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine. Sie gehört zum Kommunalverband Pays de Hanau und zum Kanton Bouxwiller.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Topografie der Ortschaft ist leicht hügelig. Um den Ortskern, der von Ackerland umgeben ist, liegt ein sternförmiges Netz von Nebenstraßen. Der Soultzbach fließt nördlich des Ortskerns durch das Gemeindegebiet. Uttwiller liegt zwischen den Nachbargemeinden Menchhoffen im Norden, Niedersoultzbach im Westen und dem Kantonshauptort Bouxwiller im Süden, 15 Kilometer nordöstlich von Saverne und 35 Kilometer nordwestlich von Straßburg[1] im Hanauerland im Nordwesten des Elsass.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uttweiler gehörte als Lehen des Bischofs von Metz[2] schon Anfang des 13. Jhs. den Herren von Lichtenberg.[3] Sie ordneten es dem Amt Buchsweiler zu[4], das am Anfang des 14. Jahrhunderts als Amt der Herrschaft Lichtenberg entstand.[5] Um 1330 kam es zu einer ersten Landesteilung zwischen Johann II. von Lichtenberg, aus der älteren Linie des Hauses, und Ludwig III. von Lichtenberg. Dabei fiel Utweiler in den Teil des Besitzes, der künftig von der älteren Linie verwaltet wurde.[6]

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), Tochter von Ludwig V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474), und eine von zwei Erbtöchtern mit Ansprüchen auf die Herrschaft, heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480). Der hatte eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten, um sie heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Die andere Hälfte gelangte an seinen Schwager, Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Das Amt Buchsweiler – und damit auch Uttweiler – gehörten zu dem Teil von Hanau-Lichtenberg, den die Nachkommen von Anna erbten.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde. Seit 1545 gilt die Reformation in Uttweiler als eingeführt. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde Uttwiller verwüstet und später durch Schweizer wiederbesiedelt.[7]

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kam das Amt Buchsweiler unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III. 1736, fiel das Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Buchsweiler – an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, Landgraf Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde Uttweiler französisch und erhielt 1793 den Status einer Gemeinde (als Uttweiler) und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung (als Uttwiler).

Nach dem Sieg Preußens im Deutsch-Französischen Krieg (1870–1871) fiel der ganze Elsass – und damit auch die Ortschaft – an Deutschland. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) fiel sie an Frankreich zurück.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1798[9] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2012
Einwohner 188 187 191 177 169 191 177 172 164

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine sogenannte Banc-reposoir (Ruhebank) wurde 1854 errichtet. Es handelt sich um eine Kombination von Sitzmöbel und Ablage im Freien. Die Ruhebank wurde auf Anweisung des Präfekten des Départements, Auguste-César West, zur Jahres-Feier der Hochzeit von Eugénie de Montijo mit Napoleon III., errichtet. 1988 wurde sie in das Zusatzverzeichnis der Monuments historiques (historische Denkmale) eingetragen.[10][11]

Hauptartikel: Ruhebänke im Elsass

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bild der Gemeinde ist von Weiden und Obstbäumen geprägt. Ein wichtiger Erwerbszweig der Uttwillerois (Einwohner) ist die Viehzucht.[12] Es gibt eine Molkereigenossenschaft vor Ort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480–1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uttwiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uttwiller auf annuaire-mairie.fr (Französisch) Abgerufen am 28. Januar 2010.
  2. Knöpp, S. 6; Eyer, S. 52, 160.
  3. Eyer, S.52.
  4. Eyer, S. 238.
  5. Eyer, S. 238.
  6. Eyer, S. 78.
  7. Notre histoire auf uttwiller.olympe.in (Französisch).
  8. Uttwiller auf Cassini.ehess.fr (Französisch) Abgerufen am 29. Januar 2010.
  9. Matt, S. 7.
  10. Utwiller in der Base Mérimée (Französisch) Abgerufen am 29. Januar 2010.
  11. Artikel zu dem Objekt in der französischsprachigen Wikipedia.
  12. Quelques données auf uttwiller.olympe.in in Französisch.