Phil Hellmuth

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Phil Hellmuth
Phil Hellmuth (2015)
Phil Hellmuth (2015)
  Personenbezogene Informationen  
Geburtsdatum 16. Juli 1964
Geburtsort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Madison
Spitzname The Poker Brat
Nickname #1_Lucky_One
Wohnort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Palo Alto
Live-Turniererfolge
Höchstes Preisgeld 02.645.333 $
Gesamtes Preisgeld 22.814.997 $
World Series of Poker
Bracelets 15
Cashes 134
Bestes Main Event Sieg (1989)
  Main Event der World Poker Tour  
Titel keine
Cashes 18
Letzte Aktualisierung: 12. Juli 2018

Phillip „Phil“ Jerome Hellmuth, Jr. (* 16. Juli 1964 in Madison, Wisconsin) ist ein professioneller US-amerikanischer Pokerspieler.

Hellmuth ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Pokerspieler der Welt.[1] Er ist 15-facher Braceletgewinner der World Series of Poker und damit Rekordhalter.[2] Insgesamt gewann Hellmuth mehr als 22 Millionen Dollar in Live-Pokerturnieren.[3] Am 7. Juli 2007 wurde er in die Poker Hall of Fame aufgenommen.[4]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellmuth besuchte drei Jahre lang die University of Wisconsin, bevor er sie verließ, um sich ganz dem Poker zu widmen. Er lebt in Palo Alto in Kalifornien mit seiner Ehefrau Katherine Sanborn (einer Psychiaterin an der Stanford University) und seinen zwei Söhnen, Phillip und Nicholas.

Pokerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellmuth nannte Johnny „Cakes“ Auville und Jason „Lurch“ Bishop als zwei Personen, die ihn dazu ermuntert hatten, eine professionelle Pokerkarriere zu beginnen. Im Jahr 1989 wurde der damals 24-jährige Hellmuth zum bis dahin jüngsten Gewinner des wichtigsten Pokerturniers, dem Main Event der World Series of Poker in Las Vegas, nachdem er im Heads-Up Johnny Chan besiegt hatte. Damit sicherte er sich sein erstes Bracelet und eine Siegprämie von 755.000 US-Dollar.[5] Den Rekord als jüngster Gewinner des WSOP-Main-Events hielt Hellmuth bis 2008, ehe er von Peter Eastgate abgelöst wurde. Hellmuth hat bisher 15 Bracelets gewonnen, 12 davon in seiner Paradedisziplin Texas Hold’em. Er hält ebenfalls den Rekord der meisten WSOP-Finaltische und auch seine 129 WSOP-Cashes sind Spitzenwert.[2] Hellmuth war Sieger der dritten Staffel von Late Night Poker. Im Jahr 2005 gewann er die erste Ausgabe der National Heads-Up Poker Championship. Hellmuth setzte sich dabei gegen Men Nguyen, Paul Phillips, Huck Seed, Lyle Berman und Antonio Esfandiari durch. Im Finale besiegte er Chris „Jesus“ Ferguson 2:1 nach Spielen, wobei Hellmuth das erste sowie das dritte – und entscheidende – Spiel gewann.[6] Hellmuth trat 2006 erneut an und verlor dort in der ersten Runde gegen David „Chip“ Reese. Bei der WSOP 2011 belegte Hellmuth hinter Brian Rast den zweiten Platz bei der Poker Player’s Championship für über eine Million Dollar Preisgeld.[7] 2012 erreichte Hellmuth beim teuersten Event der Serie, dem The Big One for One Drop mit einem Buy-in von einer Million Dollar, den Finaltisch. Dort belegte er den vierten Platz und erhielt sein bis heute höchstes Preisgeld von mehr als 2,5 Millionen Dollar.[8] Anfang Oktober 2012 gewann Hellmuth das Main Event der World Series of Poker Europe in Cannes mit einer Siegprämie von über einer Million Euro.[9] Bei der WSOP 2015 wurde er beim High Roller for One Drop Sechster für knapp 700.000 Dollar.[10] Abseits der WSOP saß Hellmuth Anfang Juni 2016 am Finaltisch des Super High Roller Bowl im Aria Resort & Casino und erhielt für seinen vierten Platz ein Preisgeld von 1,6 Millionen Dollar.[11]

Hellmuth nahm an der ersten, vierten und sechsten Staffel der Serie High Stakes Poker auf Game Show Network teil, bei der er insgesamt mit Gewinn abschloss. Ende 2010 trennte er sich von seinem Sponsor UltimateBet.[12]

Braceletübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phil Hellmuth bei der WSOP 2006
Jahr Buy-in Turnier Teilnehmer Preisgeld
1989 10.000 $ World Championship – No Limit Hold’em 0178 0.755.000 $
1992 0.5000 $ Limit Hold’em 0088 0.188.000 $
1993 0.2500 $ No Limit Hold’em 0173 0.173.000 $
0.1500 $ No Limit Hold’em 0284 0.161.400 $
0.5000 $ Limit Hold’em 0063 0.138.000 $
1997 0.3000 $ Pot Limit Hold’em 0170 0.204.000 $
2001 0.2000 $ No Limit Hold’em 0441 0.316.550 $
2003 0.2500 $ Limit Hold’em 0194 0.171.400 $
0.3000 $ No Limit Hold’em 0398 0.410.860 $
2006 0.1000 $ No-Limit Hold’em (mit Rebuys) 0754 0.631.863 $
2007 0.1500 $ No-Limit Hold’em 2628 0.637.254 $
2012 0.2500 $ Seven Card Razz 0309 0.182.793 $
2012 E 10.450 Main Event – No-Limit Hold’em 0420 1.022.376 €
2015 10.000 $ Razz Championship 0103 0.271.105 $
2018 0.5000 $ No-Limit Hold'em (30 minute levels) 0452 0.485.082 $

Preisgeldübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Preisgeld (in $) Turniersiege
1987 00.00.1980
1988 00.239.275 2
1989 01.062.840 4
1990 00.066.794
1991 00.132.150 1
1992 00.365.575 2
1993 00.594.900 4
1994 00.161.685 1
1995 00.461.660 4
1996 00.145.775 2
1997 00.234.100 1
1998 00.314.020 3
1999 00.061.179
2000 00.436.046 5
2001 00.814.735 3
2002 00.285.290
2003 01.160.832 3
2004 00.096.441
2005 00.845.810 1
2006 01.271.502 2
2007 00.932.324 5
2008 01.156.544 4
2009 00.177.243
2010 00.427.656 1
2011 01.652.521
2012 04.394.823 3
2013 00.485.138 1
2014 00.303.604 1
2015 01.028.128 1
2016 01.669.246
2017 01.133.312 3
2018 00.681.869 1
gesamt 22.814.997 58

Persönlichkeit und Streitigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phil Hellmuth (2008)

Hellmuth ist eine der auffälligsten Personen im Poker. Viele Fans und Beobachter haben eine klare Meinung über ihn, sowohl positiv als auch negativ. Während ihm seine 15 Bracelets viel Anerkennung bringen, kommt sein schlechter Ruf vor allem durch seine Reaktionen auf Niederlagen zustande.

Hellmuth machte bei Pokerturnieren oft prahlerische Bemerkungen, häufig nachdem er mit einer Hand verlor, bei der er statistisch als Favorit galt. Dies wird in der Pokersprache als Bad Beat bezeichnet. Einige Beispiele hierfür sind: “If luck weren't involved I guess I'd win every one” (deutsch: „Wenn Glück keine Rolle spielen würde, würde ich wohl immer gewinnen“) und “I've revolutionized the way to play Texas hold 'em” (deutsch: „Ich habe die Art, Texas Hold’em zu spielen, revolutioniert“). Während des Main Events der WSOP 2005 entschied er sich in einer Runde seine Hand (A K) nach dem Turn zu passen (das Board war 44AQ). Daraufhin zeigte ihm sein Gegner, dass er zwei Asse hatte, also ein Full House. Somit wich Hellmuth einer hohen Gefahr aus, diese Runde zu verlieren, und sagte, er könne Pistolenkugeln ausweichen (original “I can dodge bullets baby”, the bullets ist gleichzeitig der englische Ausdruck für zwei Asse auf der Hand). Im gleichen Turnier bezichtigte er einen Amateurspieler, das Wort „Poker“ nicht buchstabieren zu können, nachdem er von diesem mit viel Glück besiegt wurde. Legendär ist auch sein Geschimpfe nach dem World Series of Poker Tournament of Champions im Jahre 2004, bei dem er im Heads-Up gegen Annie Duke verlor. Manchmal wird Hellmuth Hell Mouth (deutsch Höllenmund) genannt, ein Wortspiel mit seinem Nachnamen. Während viele Spieler Hellmuths Verhalten nicht mögen, wird dieses von Fernsehproduzenten durchaus geschätzt, sodass es nur selten vorkommt, dass Hellmuth (speziell bei der WSOP) seinen Gedanken freien Lauf lässt und keine Kamera anwesend ist.

Während der World Series of Poker 2002 bot Hellmuth an, seinen Kopf zu rasieren, falls der Amateur Robert Varkonyi, der zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige Chips hatte, das Main Event gewänne. Als Varkonyi gewann, beendete ESPN seine Sendung damit, zu zeigen, wie Hellmuths Locken abrasiert wurden. Hellmuth schrieb ein Buch namens Poker Brat, das sowohl autobiografisches Material als auch Pokerratschläge enthält. Während viele Profispieler, Amateure und Fans Hellmuths Verhalten als geschmacklos und manchmal grob empfinden, respektieren sie sein Pokertalent und seine Persönlichkeit abseits des Pokertisches. Es ist umstritten, ob Hellmuth absichtlich schlechte Etikette zeigt, da ein großer Teil seines Images darauf basiert, dass er sich als Poker Brat verkauft. Hellmuth engagiert sich als professioneller Pokerspieler auch für soziale Belange. Er nahm an vielen entsprechenden Veranstaltungen teil. Ferner kommentiert er immer wieder in Fernsehübertragungen und -sendungen Pokerpartien. Hellmuth beteiligte sich zudem an verschiedenen, auf Poker bezogenen Podcasts, inklusive Phil Gordons Podcast zur World Series of Poker 2005.

Nachdem Hellmuth im Finale der National Heads-Up Poker Championship das zweite Spiel gegen Ferguson verloren hatte, schüttelte er seinen Kopf und verließ den Saal. Der Kamera sagte er: “He had four outs, how lucky can you get?” (deutsch: „Er hatte nur vier Outs, wieviel Glück kann man haben?“). Als Hellmuth beim WSOP-Main-Event 2008 eine Hand gegen Cristian Dragomir verlor, beschimpfte er diesen anhaltend als Idioten: “Buddy, you are an idiot, that’s what you are.

Hellmuth als Geschäftsmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellmuth vermarktet seine Fähigkeiten und seine Bekanntheit auch abseits des Pokertisches. Er ist der Autor zahlreicher Artikel des Card Player Magazine und von Pokerbüchern, etwa Play Poker like the Pros, Bad Beats and Lucky Draws und The Greatest Poker Hands ever Played. Zudem hat er viele Poker-Anleitungsvideos gemacht, so u. a. Phil Hellmuth's Million Dollar Poker Secrets. Hellmuth war Sprecher und Spieler bei UltimateBet, einem Onlinepokersaal. Er arbeitete mit Oakley Inc. zusammen, um eine Kollektion von signierten Sonnenbrillen im Pokerstil zu entwickeln. Es gibt eine Bekleidungsserie, die seinen Spitznamen Poker Brat trägt. In einem Online-Interview mit ESPN schätzte er, dass er außerhalb des Pokers bis zu 400 Millionen Dollar einnehmen könnte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Phil Hellmuth – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. All Time Most Popular Players in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch)
  2. a b Phil Hellmuth in der Datenbank der World Series of Poker, abgerufen am 18. März 2017 (englisch)
  3. Phil Hellmuth in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 18. März 2017 (englisch)
  4. Hellmuth, Enright Inducted Into Poker Hall of Fame auf cardplayer.com vom 6. Juli 2007, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch)
  5. 20th World Series of Poker (WSOP) 1989 ($ 10,000 No Limit Hold’em World Championship) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch)
  6. 2005 National Heads-Up Poker Championship (Heads-Up No Limit Hold’em) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch)
  7. 42nd World Series of Poker (WSOP) 2011 ($ 50,000 The Poker Players Championship – 8 Game) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch)
  8. 43rd World Series of Poker (WSOP) 2012 ($ 1,000,000 The Big One for One Drop (Event #55)) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch)
  9. 2012 World Series of Poker – Europe (€ 10,000 + 450 No Limit Hold’em – Main Event (Event #7)) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch)
  10. 46th World Series of Poker (WSOP) 2015 ($ 111,111 No Limit Hold’em High Roller for One-Drop (Event #58)) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch)
  11. Super High Roller Bowl with 888poker ($ 300,000 No Limit Hold’em) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch)
  12. Artikel auf pokerfirma.de vom 10. Januar 2011