Oliver Glasner

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Oliver Glasner
Oliver Glasner (2022)
Personalia
Geburtstag 28. August 1974
Geburtsort SalzburgÖsterreich
Größe 181 cm
Position Innenverteidigung
Junioren
Jahre Station
1981–1992 SV Riedau
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1992–2003 SV Ried 314 (18)
2003–2004 LASK 3 0(0)
2004–2011 SV Ried 202 0(9)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2012–2014 FC Red Bull Salzburg (Co-Trainer)
2014–2015 SV Ried
2015–2019 LASK
2019–2021 VfL Wolfsburg
2021– Eintracht Frankfurt
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Oliver Glasner (* 28. August 1974 in Salzburg) ist ein ehemaliger österreichischer Fußballspieler und heutiger -trainer und Funktionär. Seit Beginn der Saison 2015/16 bis zum Ende der Saison 2018/19 war er Cheftrainer und Sportdirektor des österreichischen Bundesligisten LASK. Zur Saison 2019/20 übernahm er den deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg als Cheftrainer. Seit der Saison 2021/22 ist er Cheftrainer bei Eintracht Frankfurt, mit der er 2022 die Europa League gewann. Glasner war der dritte österreichische Europacupsieger nach Béla Guttmann und Ernst Happel.

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glasner begann seine Karriere in der Jugendmannschaft des SV Riedau aus Oberösterreich. 1992 ging er zur SV Ried, für die er damals noch in der Zweiten Division aktiv war.

Oliver Glasner (Mitte) mit seinem Teamkollegen Herwig Drechsel bei einem Interview (2009)

1995 stieg er mit den Riedern in die Bundesliga auf und gab im selben Jahr sein Debüt in dieser Liga. Drei Jahre später, in der Saison 1997/98, gewann er mit diesem Team den ÖFB-Cup. Nach dem Abstieg der Rieder wechselte er für die Saison 2003/04 zum LASK nach Linz, kehrte aber bereits in der Folgesaison zurück. 2005 gelang der Wiederaufstieg in die höchste Liga Österreichs und 2010/11 wurde er mit der SV Ried zum zweiten Mal österreichischer Cupsieger. 2008 belegte Glasner bei der Wahl zu Österreichs Fußballer des Jahres Rang fünf.[1]

Am 31. Juli 2011 zog sich Glasner im Spiel Rapid gegen Ried bei einem Kopfballduell ein Cut über dem Auge und eine leichte Gehirnerschütterung zu. Trotzdem begleitete er seine Mannschaft nach Dänemark zum Retourspiel in der Qualifikation zur Europa League gegen den Brøndby IF aus dem Kopenhagener Vorort Brøndby. Nach einem abschließenden Kopfballtraining kam es am 4. August 2011 zu einem Subduralhämatom, einer Blutung zwischen Gehirn und harter Hirnhaut, das noch am gleichen Tag operiert wurde.[2] Glasner überstand die Operation gut, beendete aber auf Anraten der Ärzte am 23. August 2011 seine Karriere.[3]

Karriere als Trainer und Funktionär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge in Salzburg und Ried[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 schloss Oliver Glasner sein Studium an der deutschen Fernuniversität in Hagen als Diplom-Kaufmann ab. Nach seinem Karriereende wurde ihm der Trainerposten der zweiten Mannschaft der SV Ried angeboten, jedoch holte ihn Peter Vogl, Geschäftsführer von FC Red Bull Salzburg und Ehrenpräsident der SV Ried, im Jänner 2012 nach Salzburg. Bei den Mozartstädtern übernahm er als Assistent der Geschäftsleitung den Part als Sportlicher Koordinator.[4] Nach der Ablöse von Ricardo Moniz übernahm Glasner unter dem neuen Cheftrainer der Salzburger, Roger Schmidt, den Posten des Co-Trainers.[5] Zur Saison 2014/15 trat er das Cheftraineramt bei seinem Stammklub Ried an.[6]

Cheftrainer und Sportdirektor des LASK[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Mai 2015 wurde in einer Presseaussendung bekanntgegeben, dass Glasner zur Saison 2015/16 zum LASK Linz wechselt, um dort als Cheftrainer und Sportdirektor zu fungieren.[7] Mit dem LASK stieg er 2017 in die Bundesliga auf und platzierte sich mit den Oberösterreichern zum Ende der Saison 2017/18 als Aufsteiger auf den vierten Platz, der zur Teilnahme an der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League berechtigte. Dort setzte sich der LASK gegen Lillestrøm SK durch, schied dann allerdings in der dritten Qualifikationsrunde aufgrund der Auswärtstorregel gegen Beşiktaş Istanbul aus. In der Saison 2018/19 belegte Glasner mit dem LASK in der regulären Saison den 2. Platz und qualifizierte sich für die Meistergruppe. Dort konnte man hinter dem Meister FC Red Bull Salzburg den 2. Platz halten und sich somit für die 2. Qualifikationsrunde der Champions League qualifizieren.

VfL Wolfsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2019/20 wechselte Glasner nach Deutschland und übernahm dort die Bundesligamannschaft des VfL Wolfsburg als Nachfolger von Bruno Labbadia. Er unterschrieb einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2022.[8] Am Ende der Spielzeit belegte man den siebten Tabellenplatz und somit hatten es die Wolfsburger zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte geschafft, sich zwei aufeinanderfolgende Saisons für das europäische Geschäft zu qualifizieren. In der UEFA Europa League musste man sich im Achtelfinale Schachtar Donezk geschlagen geben.

In der Saison 2020/21 konnte man sich dank eines vierten Platzes für die Champions League qualifizieren. Des Weiteren wurde es die punktetechnisch dritterfolgreichste Saison der Clubgeschichte. In der UEFA Europa League war nach einer Niederlage gegen AEK Athen bereits in den Play-offs Schluss.

Eintracht Frankfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliver Glasner (2022) vor dem Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach

Zur Saison 2021/22 wechselte Glasner innerhalb der Bundesliga zu Eintracht Frankfurt als Nachfolger von Adi Hütter. Er unterschrieb einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2024.[9] In der Liga stand die Mannschaft nach der Hinrunde auf dem sechsten Platz, mit nur einem Punkt Rückstand auf die Champions-League-Ränge. Aufgrund einer schwächeren Rückrunde wurde die Eintracht zum Ende der Bundesligasaison Elfter. In der Europa League umgingen die Frankfurter mit drei Siegen und drei Unentschieden als Gruppenerster die Finalrunden-Playoffs und qualifizierten sich direkt für das Achtelfinale. In der K.o.-Runde besiegte Glasners Mannschaft Betis Sevilla, den FC Barcelona sowie West Ham United und stand damit erstmals nach 42 Jahren wieder in einem europäischen Endspiel. Das Finale gegen die Glasgow Rangers am 18. Mai 2022 gewann sie im Elfmeterschießen. Damit gewann Glasner als dritter Österreicher nach Béla Guttmann (1961 und 1962 Europapokal der Landesmeister) und Ernst Happel (1970 und 1983 Europapokal der Landesmeister) einen Europapokal als Cheftrainer.[10] In der folgenden Saison nahm Eintracht Frankfurt zum ersten Mal an der Endrunde der Champions League teil und konnte sich hinter Tottenham Hotspur und vor Sporting Lissabon und Olympique Marseille als Gruppenzweiter für das Achtelfinale qualifizieren.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Österreichischer Meister 2014 als Co-Trainer beim FC Red Bull Salzburg
  • Österreichischer Cupsieger 2014 als Co-Trainer beim FC Red Bull Salzburg
  • Österreichischer Meister der 2. Liga 2017 mit LASK
  • Sieger der UEFA Europa League 2021/22 mit Eintracht Frankfurt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oliver Glasner – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Standard: Auszeichnung: Marc Janko ist Österreichs "Fußballer des Jahres", 3. Dezember 2008
  2. Der Standard: Blutgerinnsel bei Oliver Glasner entfernt, 5. August 2011
  3. Kleine Zeitung: Karriereende für Oliver Glasner nach Gehirnblutung (Memento vom 2. August 2012 im Webarchiv archive.today), 23. August 2011
  4. Der Standard: Neue Heimat für Oliver Glasner, 19. Dezember 2011
  5. FC Red Bull Salzburg: Das Trainerteam der Bullen ist komplett (Memento vom 12. Juli 2012 im Internet Archive), 9. Juli 2012
  6. Laola1: Glasner wird neuer Ried-Trainer, 11. Juli 2014
  7. Glasner wechselt von Ried zu LASK. In: ooe.orf.at. 25. Mai 2015, abgerufen am 23. November 2017.
  8. Oliver Glasner übernimmt, vfl-wolfsburg.de, am 23. April 2019, abgerufen am 23. April 2019.
  9. Oliver Glasner wird neuer Cheftrainer, eintracht.de, am 26. Mai 2021, abgerufen am 26. Mai 2021
  10. Glasner tritt in Fußstapfen von Guttmann und Happel. Abgerufen am 25. Mai 2022.