Engwiller

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Engwiller
Wappen von Engwiller
Engwiller (Frankreich)
Engwiller
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Reichshoffen
Koordinaten 48° 53′ N, 7° 37′ OKoordinaten: 48° 53′ N, 7° 37′ O
Höhe 187–271 m
Fläche 3,74 km²
Einwohner 482 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 129 Einw./km²
Postleitzahl 67350
INSEE-Code
Frauen in Alltagstracht 1909

Engwiller (deutsch: Engweiler) ist eine Gemeinde mit 482 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass in Frankreich. Engwiller ist Mitglied der Communauté de communes du Val de Moder.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Engwiller ist ein Haufendorf. Eine Nebenstraße dient als Rue Principale (Hauptstraße). Das Gemeindegebiet ist teils bewaldet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft Lichtenberg kaufte das Dorf Engweiler in der Mitte des 14. Jahrhunderts: 1350 erste Rechte von Diemar Bogener von Hagenau[1], 1355 ist das Dorf dann endgültig bei Lichtenberg. Es war ein Lehen der Fürstabtei Murbach.[2] Durch Gebietserwerb im 14. Jahrhundert mussten zu Beginn des 15. Jahrhunderts die zu umfangreich gewordenen Ämter Ingweiler und Buchsweiler der Herrschaft Lichtenberg neu organisiert werden. Dabei wurde unter anderem das Amt Pfaffenhofen ausgegliedert und verselbständigt[3], zu dem auch Engweiler gehörte.

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwigs V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474) heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480), der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Zu dieser Hälfte gehörte auch das Amt Pfaffenhofen mit Engweiler.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde.

Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen 1680 erhebliche der im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs. Dazu zählte auch das Amt Pfaffenhofen.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Anschließend kam das Dorf an die Nassau-Ottweiler.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2013
365 384 414 406 443 432 450 482

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Erwerbszweige sind die Landwirtschaft und das Kleingewerbe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Engwiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 67.
  2. Eyer, S. 167f.
  3. Eyer, S. 238.
  4. Matt, S. 7.