Zinswiller

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Zinswiller
Wappen von Zinswiller
Zinswiller (Frankreich)
Zinswiller
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Reichshoffen
Koordinaten 48° 55′ N, 7° 35′ OKoordinaten: 48° 55′ N, 7° 35′ O
Höhe 176–405 m
Fläche 7,14 km²
Einwohner 783 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 110 Einw./km²
Postleitzahl 67110
INSEE-Code
Ofenplatte mit dem Wappen der Grafschaft Hanau-Lichtenberg aus einer Werkstatt in Zinsweiler (1684)

Zinswiller (deutsch: Zinsweiler) ist eine Gemeinde mit 783 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass in Frankreich. Sie ist ein Mitglied der Communauté de communes du Pays de Niederbronn-les-Bains.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zinswiller ist ein sternförmiges Straßendorf an der Départementsstraße D28 in den Nordvogesen. Es wird im Nordwesten vom Forêt domaniale de Niederbronn flankiert und grenzt auf dieser Seite an die Region Lothringen. Zum Gemeindegebiet gehört auch ein Teil des Regionalen Naturparks Vosges du Nord (französisch : Parc naturel régional des Vosges du Nord).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft Lichtenberg kaufte das Dorf Zinsweiler[Anm. 1] 1332 von den Grafen von Ötingen.[1] Durch Gebietserwerb im 14. Jahrhundert mussten zu Beginn des 15. Jahrhunderts die zu umfangreich gewordenen Ämter Ingweiler und Buchsweiler der Herrschaft Lichtenberg neu organisiert werden. Dabei wurde unter anderem das Amt Pfaffenhofen ausgegliedert und verselbständigt, zu dem auch Zinsweiler gehörte.[2] 1456 trat der Graf von Lützelstein seine Rechte am Dorf an Lichtenberg ab.[3]

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwigs V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474) heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480), der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Zu dieser Hälfte gehörte auch das Amt Pfaffenhofen mit Zinsweiler.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde.

Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen 1680 erhebliche der im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs. Dazu zählte auch das Amt Pfaffenhofen. 1691 verlor die Grafschaft Hanau-Lichtenberg Zinsweiler.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2013
820 927 1137 1009 950 754 822 783

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zinswiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 61, grenzt den entsprechenden Teil des Dorfes ein als: „Zinsweiler, einseits des Wassers“, das heißt: westlich der Zinsel, einem Zufluss zur Moder (vgl.: Eyer, S. 116).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 61.
  2. Eyer, S. 238.
  3. Eyer, S. 74f.
  4. Matt, S. 7.