Rittershoffen

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Rittershoffen
Wappen von Rittershoffen
Rittershoffen (Frankreich)
Rittershoffen
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Wissembourg
Koordinaten 48° 54′ N, 7° 57′ OKoordinaten: 48° 54′ N, 7° 57′ O
Höhe 120–179 m
Fläche 12,13 km²
Einwohner 899 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 74 Einw./km²
Postleitzahl 67690
INSEE-Code

Mairie Rittershoffen
Evangelische Kirche
Römisch-katholische Kirche St. Gallus

Rittershoffen ist eine Gemeinde mit 899 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass in Frankreich. Sie ist ein Mitglied der Communauté de communes du Hattgau et environs.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Straßendorf liegt in einer hügeligen Landschaft, die landwirtschaftlich genutzt wird. Die Departementsstraße D28 verbindet Rittershoffen mit Kuhlendorf und Hatten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung des Dorfes Rittershofen stammt von 1227. Es gehörte zunächst zur Landgrafschaft Elsass. 1332 kauften die Herren von Lichtenberg es zusammen mit einer Reihe weiterer Dörfer und Rechte.[1] Es war ein Reichslehen[2], das sie dem Amt Hatten (auch: Hattgau) zuordneten.[3] Das Amt Hatten bildete sich im 14. Jahrhundert heraus und war ein Amt der Herrschaft Lichtenberg, ab 1480 der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, von der es 1736 auf die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt überging.

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwig V., heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480), der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um sie heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Graf Jakob, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Dazu zählte auch das Amt Hatten und mit ihm Rittershofen.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde.

Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen um 1680 die im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs, so auch das Amt Hatten und Rittershofen.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Als Folge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch Rittershofen – an Frankreich.

Bekannt wurde die Gemeinde durch erbitterte Kämpfe im Januar 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges (Unternehmen Nordwind), bei denen sie weitestgehend zerstört wurde.

In der Gemeinde ist das Geothermieheizkraftwerk Rittershoffen projektiert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1798[4] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2013
1.000 827 854 834 817 825 897 931 899

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rittershoffen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 61.
  2. Eyer, S. 128, 132.
  3. Eyer, S. 239.
  4. Matt, S. 7.