Gundershoffen

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Gundershoffen
Wappen von Gundershoffen
Gundershoffen (Frankreich)
Gundershoffen
Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Reichshoffen
Koordinaten 48° 54′ N, 7° 40′ OKoordinaten: 48° 54′ N, 7° 40′ O
Höhe 163–261 m
Fläche 17,55 km²
Einwohner 3.616 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 206 Einw./km²
Postleitzahl 67110
INSEE-Code
Website http://www.gundershoffen.fr/
Ansichtskarte von Gundershoffen aus dem Jahr 1898

Gundershoffen (deutsch: Gundershofen) ist eine Gemeinde mit 3616 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Kanton Reichshoffen im Département Bas-Rhin in der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine in Frankreich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gallorömische Zeugnisse belegen eine Besiedlung im ersten bis dritten Jahrhundert nach Christus. Im ältesten überlieferten schriftlichen Zeugnis über den Ort aus dem Jahr 1232 wird der Name Guntershoven geschrieben. Diese Schreibweise bzw. Guntershofen hielt sich bis über das 17. Jahrhundert hinaus.

Der Ort gehörte zum Herzogtum Lothringen. Im Dreißigjährigen Krieg entvölkert, wurde er später von Schweizer Familien wieder besiedelt. Im 18. Jahrhundert bildete der Ort ein Kondominat zwischen der Grafschaft Leiningen und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt.[1] Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde das Dorf französisch.

Im Zweiten Weltkrieg litt der Ort schwer unter den Kampfhandlungen. Am 3. Dezember 1944 wurde er von US-amerikanischen Soldaten befreit, doch eroberten deutsche Truppen ihn erneut. Erst im März 1945 wurden die deutschen Soldaten endgültig vertrieben.

Aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Eberbach-Wœrth, Griesbach und Gundershoffen wurde am 1. September 1973 die neue Gemeinde Gundershoffen gebildet, die auch die Wohnplätze Ingelshof (im Volksmund auch Hoellenhof), Lauterbacherhof und Schirlenhof umfasst.

Bevölkerungsentwicklung
1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2013
2253 2502 2738 3261 3377 3490 3454 3616

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der jüdische Friedhof, der Ende des 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt wurde, wird bis heute von Gundershoffen und der Nachbargemeinde Reichshoffen genutzt.[2]
  • Eine Mühle
  • Denkmal zu Ehren des deutschen Leutnants van Winsloë, der 1870 in Gundershoffen im Deutsch-Französischen Krieg getötet wurde.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gundershoffen besitzt eine evangelische Kirche aus dem 18. Jahrhundert und eine moderne römisch-katholische Kirche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gundershoffen hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Haguenau–Falck-Hargarten, wobei die Züge des TER Alsace heute nur noch bis Niederbronn-les-Bains verkehren.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gundershoffen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6], S. 14, 16.
  2. http://www.alemannia-judaica.de/gundershoffen_cimetiere.htm
  3. Streckentabelle 5 TER Alsace (PDF; 109 kB)