Niedersteinbach (Bas-Rhin)

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Niedersteinbach
Wappen von Niedersteinbach
Niedersteinbach (Frankreich)
Niedersteinbach
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Reichshoffen
Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de la Sauer
Koordinaten 49° 2′ N, 7° 43′ OKoordinaten: 49° 2′ N, 7° 43′ O
Höhe 212–510 m
Fläche 8,30 km2
Einwohner 127 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km2
Postleitzahl 67510
INSEE-Code

Mairie
Karte zu den durch die Grenzkonvention zwischen Bayern und Frankreich von 1825 abgetretenen Gebiete

Niedersteinbach ist eine Gemeinde mit 127 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Kanton Reichshoffen im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niedersteinbach liegt im Tal des Steinbachs, eines Nebenflusses der Sauer, umgeben von den Wäldern und Sandsteinfelsen der Nordvogesen. Niedersteinbach ist Teil des Naturparks Nordvogesen.

Zu Niedersteinbach gehört auch der Weiler Wengelsbach, direkt an der deutschen Grenze, der vorwiegend aus Wochenendhäusern besteht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Territorialgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niedersteinbach war um 1790 zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg gekommen[1], die damals zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt gehörte und dort dem Amt Wörth zugeordnet. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde das Amt Wörth Bestandteil Frankreichs und in den folgenden Verwaltungsreformen aufgelöst. Mit dem Zusammenbruch der napoleonischen Herrschaft kam Niedersteinbach kurzfristig erneut zum nunmehr Großherzogtum Hessen(-Darmstadt).[2] Durch die Grenzziehung des Zweiten Pariser Friedens 1815 gehörte es wieder zum pfälzischen Teil des Wasgaus und damit zum Rheinkreis im Königreich Bayern. Frankreich war mit der Grenzziehung nicht einverstanden, da die Verbindung zwischen den französischen Festungen Bitsch und Weißenburg (Wissembourg) durch bayerisches Gebiet führte. In der Grenzkonvention zwischen Bayern und Frankreich trat Bayern 1825 Nieder- und Obersteinbach an Frankreich ab.[3]

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Niedersteinbach als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Weißenburg im Bezirk Unterelsaß zugeordnet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1798[4] 1910[5] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2013
Einwohner 210 350 253 239 228 181 161 155 138 136

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vogesenclub hat im Umkreis viele Wanderwege markiert, die auch zu zahlreichen Burgruinen und pittoresken Felsen führen. Die Gastronomie von Niedersteinbach, namentlich das Hotel-Restaurant Au Cheval Blanc, hat einen guten Ruf, so wurde hier Altbundeskanzler Helmut Kohl regelmäßig gesehen. Sogar zu einem Gipfeltreffen mit François Mitterrand ist es in dem Ort einmal gekommen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480–1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niedersteinbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knöpp, S. 20.
  2. Matt, S. 7.
  3. Matt, S. 7.
  4. Matt, S. 7.
  5. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Weißenburg