Uhrwiller

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Uhrwiller
Wappen von Uhrwiller
Uhrwiller (Frankreich)
Uhrwiller
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Reichshoffen
Koordinaten 48° 53′ N, 7° 35′ OKoordinaten: 48° 53′ N, 7° 35′ O
Höhe 172–266 m
Fläche 11,02 km²
Einwohner 709 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 64 Einw./km²
Postleitzahl 67350
INSEE-Code

Uhrwiller (deutsch: Uhrweiler) ist eine französische Gemeinde mit 709 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass. Sie ist ein Mitglied der Communauté de communes du Val de Moder.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Uhrwiller gehört der Ortsteil Niefern, früher ein selbständiges Dorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uhrweiler war ein Lehen des Herzogs von Lothringen an die Herrschaft Lichtenberg [1][Anm. 1] Uhrweiler bildete zugleich eine eigene Büttelei.[2] Eine „Büttelei“ war die Untergliederung eines Amtes. Die Ämter Ingweiler und Buchsweiler der Herrschaft Lichtenberg wurden zu Beginn des 14. Jahrhunderts neu organisiert. Dabei wurde unter anderem das Amt Pfaffenhofen ausgegliedert und verselbständigt, zu dem auch Uhrweiler gehörte.[3] Anlass für die neue Organisation können die beiden Landesteilungen gewesen sein, die im Haus Lichtenberg um 1330 und im Jahr 1335 stattfanden. 1335 wurde eine Landesteilung zwischen der mittleren und der jüngeren Linie des Hauses Lichtenberg durchgeführt. Uhrweiler fiel dabei an die Nachkommen des früh verstorbenen Johann III. von Lichtenberg, die die mittlere Linie des Hauses begründeten.[4].

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwigs V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474) heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480), der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Zu dieser Hälfte gehörte auch das Amt Pfaffenhofen mit Uhrweiler.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde. 1545 bis 1561 gehörte zur Kirchengemeinde von Uhrwiller auch das Nachbardorf Kindwiller.

Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen 1680 erhebliche der im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs. Dazu zählte auch das Amt Pfaffenhofen. 1691 verlor die Grafschaft Hanau-Lichtenberg Uhrweiler.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2013
697 704 681 704 715 697 687 709

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uhrwiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dass Eyer auf S. 67 Uhrweiler als Reichslehen aufführt, dürfte ein redaktionelles Versehen seinerseits sein.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 55, 165.
  2. Eyer, S. 240.
  3. Eyer, S. 238.
  4. Eyer, S. 79.
  5. Matt, S. 7.