Betschdorf

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Betschdorf
Wappen von Betschdorf
Betschdorf (Frankreich)
Betschdorf
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin (67)
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Wissembourg
Gemeindeverband Outre-Forêt
Koordinaten 48° 54′ N, 7° 54′ OKoordinaten: 48° 54′ N, 7° 54′ O
Höhe 114–210 m
Fläche 27,98 km²
Einwohner 4.185 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 150 Einw./km²
Postleitzahl 67660
INSEE-Code

Mairie Betschdorf
Töpferinnen beim Bemalen der gebrannten Ware

Betschdorf ist eine französische Gemeinde mit 4185 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im elsässischen Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betschdorf bestand historisch aus zwei Dörfern Niederbetschdorf und Oberbetschdorf.[1] Die heutige Gemeinde entstand, als am 1. Juli 1972 die Dörfer Kuhlendorf, Reimerswiller und Schwabwiller eingemeindet wurden.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betschdorf hat sich durch die einheimische Töpferei einen Namen gemacht.

Bei der Rue de la Gare endet eine Eisenbahnstrecke, die heute nicht mehr in Betrieb ist. Auf der stillgelegten Bahntrasse ist ein Radweg eingerichtet worden, der Betschdorf mit Surbourg verbindet.

In Betschdorf haben sich Industrie sowie das Kleingewerbe angesiedelt. Aus der Automatisierungstechnik ist die Pilz GmbH & Co. KG ansässig.

Töpferei-Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts siedelten sich Steinzeugtöpfer aus dem Kannenbäckerland im Westerwald in Betschdorf an. Die benötigten Rohstoffe Ton und Holz gewannen sie aus dem benachbarten Hagenauer Forst.

Wie schon vor tausend Jahren in China wird auch heute noch der Ton auf Drehscheiben von Hand geformt. Das angetrocknete Geschirr wird mit einem eingeritzten Dekor versehen und kobaltblau bemalt. Im letzten Schritt wird die Ware gebrannt und bei 1250 Grad mit einer Salzglasur versehen.

Im Mittelalter gelangte diese Technik nach Europa. Im Jahre 1734 eröffneten Peter Wingerter und Johannes Krummeich aus dem Westerwald in Betschdorf die ersten Töpferwerkstätten. Ende des 18. Jahrhunderts gab es bereits 20 Töpfereien in Betschdorf. Nach der Französischen Revolution siedelten sich weitere Töpferhandwerker an, unter ihnen Remmy, Schmitter und Burger.

Heute gibt es noch fünf Töpferbetriebe in Betschdorf, welche die blau-graue salzglasierte Töpfer-Keramik als Dekorware anbieten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2017
2757 2848 3038 3371 3628 3727 4001 4161

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts. In: Schriften der Erwin-von-Steinbach-Stiftung. 2. Auflage, Im Text unverändert, um eine Einführung erweiterter Nachdruck der Ausgabe Strassburg, Rhenus-Verlag, 1938. Band 10. Pfaehler, Bad Neustadt an der Saale 1985, ISBN 3-922923-31-3 (268 Seiten).
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 1258–1262.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Betschdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 239.