Merkwiller-Pechelbronn

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Merkwiller-Pechelbronn
Wappen von Merkwiller-Pechelbronn
Merkwiller-Pechelbronn (Frankreich)
Merkwiller-Pechelbronn
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Wissembourg
Kanton Soultz-sous-Forêts
Koordinaten 48° 56′ N, 7° 50′ O48.9391666666677.8255555555556161Koordinaten: 48° 56′ N, 7° 50′ O
Höhe 153–199 m
Fläche 3,76 km²
Einwohner 970 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 258 Einw./km²
Postleitzahl 67250
INSEE-Code
Website http://www.merkwiller-pechelbronn.com/

Merkwiller-Pechelbronn (deutsch Merkweiler-Pechelbronn) ist eine französische Gemeinde mit 970 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012) in den nördlichen Vogesen im Département Bas-Rhin in der Region Elsass.

Geschichte[Bearbeiten]

Pechelbronn war der erste Ort in Europa, an dem Erdöl gewonnen wurde. Die noch heute aktive Erdpechquelle ist seit 1498 belegt. Das aus den Pechelbronner Schichten stammende Erdöl wurde zunächst medizinisch bei Hauterkrankungen benutzt. Händler zogen als Karichschmiermann mit Schubkarren, auf denen ein Holzfässchen befestigt war, durch die Dörfer und verkauften den Bauern loses Öl, mit dem sie ihre Fuhrwerke schmieren konnten. Die kommerzielle Nutzung aber begann 1735 und endete 1970. Generationen von Technikern besuchten das Gebiet, um das Fördern und Raffinieren von Erdöl zu lernen. 1927 nahmen die Gebrüder Marcel und Conrad Schlumberger in Pechelbronn die erste elektrische Bohrlochvermessung vor.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Ort stellt ISRI France S.à.r.l., eine Tochter der deutschen Firma Isringhausen, Sitzsysteme für Nutzfahrzeuge her.

Kultur[Bearbeiten]

  • Musée du pétrole, das Erdölmuseum zeigt mit vielen Exponaten die Entwicklung der Erdölindustrie im Elsaß. Ein großes Modell zeigt in Funktion den „Schnellschlag-Bohrkran Nr. 7“ von Anton Raky, der im benachbarten Durrenbach 1894/1895 erstmals hergestellt worden ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean Theophile Hoeffel: Historica Balsami Mineralis Alsatici sev Petrolei Vallis Santi Lamperti. Der Hanauische Erdbalsam / Lampertslocher Erd- oder Bächelbrunn. Dissertation an der Universität Straßburg 1734[1]
  • Scheld, Alfred: Erdöl im Elsass. Die Anfänge der Ölquellen von Pechelbronn. Von der historischen Doktorarbeit Jean Theophile Hoeffels (1734) in die Zeit nach dem Erdöl. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher, 2012, ISBN 3-897-35709-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willy Storck: Gut gegen Asthma und Husten. Das Elsass und sein Öl: ein Pforzheimer Arzt auf den Spuren eines früheren Straßburger Kollegen. in Die Rheinpfalz vom 10. September 2012, Seite Balkon: Über Grenzen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Merkwiller-Pechelbronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien