Rohrwiller

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Rohrwiller
Wappen von Rohrwiller
Rohrwiller (Frankreich)
Rohrwiller
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Bischwiller
Gemeindeverband Communauté de communes de Bischwiller et Environs
Koordinaten 48° 45′ N, 7° 54′ OKoordinaten: 48° 45′ N, 7° 54′ O
Höhe 122–127 m
Fläche 2,95 km²
Einwohner 1.708 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 579 Einw./km²
Postleitzahl 67410
INSEE-Code
Website http://www.rohrwiller.fr

Mairie Rohrwiller
Kirche St. Wendelin

Rohrwiller (deutsch: Rohrweiler, auch Rothweiler[1]) ist eine Gemeinde mit 1708 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass in Frankreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Rohrwiller fließt die Zorn in die Moder.

Die südwestliche Seite des Dorfes wird von der Departementsstraße D29, die sich dort für eine kurze Strecke in zwei Arme verzweigt, tangiert. Auf der Südostseite gibt es einen Anschluss an die Autoroute A35.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft Lichtenberg kaufte das Dorf Rohrweiler 1342 von den Grafen von Ötingen.[2] Zwischenzeitlich verpfändet, wurde das Dorf 1401 wieder ausgelöst.[3] Als nach Gebietserwerb im 14. Jahrhundert die Ämter Ingweiler und Buchsweiler der Herrschaft Lichtenberg zu umfangreich gewordenen waren und neu organisiert werden mussten, wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts unter anderem das Amt Pfaffenhofen ausgegliedert und verselbständigt.[4] Als auch dieses durch weiteren Gebietszuwachs erneut geteilt werden musste, entstand das Amt Offendorf noch vor 1440[5], zu dem auch Rohrweiler gehörte.[6]

Elisabeth, eine der beiden Erbtöchter Ludwigs V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474), heiratete Graf Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Elisabeth, erbte sie die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg, zu der auch das Amt Offenheim – und damit Rohrweiler – gehörte.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die zweite, nicht bereits in der Grafschaft Hanau-Lichtenberg liegende Hälfte der ehemaligen Herrschaft Lichtenberg und darin auch das Amt Offendorf mit Rohrweiler. Der zu diesem Zeitpunkt regierende Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte die Reformation in seiner Grafschaft und auch den durch die Erbschaft hinzu gewonnenen Gebieten konsequent durch, die nun lutherisch wurden.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kam das Amt Offendorf unter französische Oberhoheit. Im Zuge dieses Prozesses erhielt das Dorf wieder eine römisch-katholische Pfarrei.[7]

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III. 1736, fiel Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Offendorf – an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, Landgraf Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde Rohrweiler französisch.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1798[8] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2013
430 1040 1092 1140 1287 1441 1448 1672 1708

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rohrwiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matt, S. 7.
  2. Eyer, S. 66.
  3. Eyer, S. 71.
  4. Eyer, S. 238.
  5. Vgl.: Eyer, S. 98.
  6. Eyer, S. 239.
  7. Knöpp, S. 15.
  8. Matt, S. 7.