Melz

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Wappen Deutschlandkarte
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Melz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Melz hervorgehoben

Koordinaten: 53° 20′ N, 12° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Röbel-Müritz
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 18,04 km2
Einwohner: 344 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17209
Vorwahl: 039923
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 097
Adresse der Amtsverwaltung: Marktplatz 1
17207 Röbel/Müritz
Website: www.amt-roebel-mueritz.de
Bürgermeister: Martin Haulsen (Die Linke)
Lage der Gemeinde Melz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

Melz ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Röbel-Müritz mit Sitz in der Stadt Röbel/Müritz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Melz am Melzer See liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte, zwischen Röbel/Müritz und dem oberen Eldetal. Das leicht hügelige Gelände um Melz erreicht 76 m ü. NHN. Die Stadt Röbel/Müritz ist etwa acht Kilometer entfernt, Priborn etwa drei Kilometer.

Umgeben wird Melz von den Nachbargemeinden Röbel/Müritz im Norden, Südmüritz im Nordosten, Priborn im Osten, Buchholz im Südosten, Kieve im Südwesten sowie Bollewick im Westen und Nordwesten.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Augusthof, Friedrichshof, Karbow und Melz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Melz war schon zu Beginn der Bronzezeit vor etwa 3800 Jahren besiedelt. Hierauf weisen die Stabdolch-Funde der Ausgrabungen von 1970 hin. 1298 taucht Melz erstmals in einer Urkunde auf. Zu den Besitzern der Güter in Melz gehörten unter anderem die Familien von Werle, von Hahn, von Knuth[2] und zuletzt (von 1732 bis 1945) von Ferber. Deren Nobilitierung fand 1704[3] auf Grundlage des Erwerbs eines alten Ritterlehen statt. Zu Melz erhielt 1798 Hans Adam von Ferber die Indigenatsrechte der eingeborenen Ritterschaft anerkannt.[4] Neben den Funktionen eines Gutsbesitzers und weiteren standesgemäßen Karrieren beim Militär nahem die Familienmitglieder ebenso eine Laufbahn im Staatsdienst an. Der Melzer Gutsbesitzer Dr. jur. August von Ferber wurde Landesgerichtsrat.[5] Der Jurist lebte mit seiner Frau Ottilie von Bornstedt in Ludwigslust.[6] 1868[7] richtete die Gutsbesitzersfamilie eine Fundation für erkrankte Kinder namens von Ferber-Melz`sche Wilhelminen-Stiftung zu Schwerin ein, welche über 1916 hinaus Bestand hatte.[8]

Kurz vor der großen Wirtschaftskrise, 1928, umfasste das Allodialgut Melz als eines eingerichteten Familienfideikommiss 1152 ha, davon waren 216 ha Waldbesitz. Dazu gehörten Friedrichshof, Augusthof und Melzer Mühle mit weiteren 216 ha. Das Besitztum war verpachtet an Frau Neckel, der Domänenpächterin zu Kambs bei Röbel. Auch der 24 ha kleine Augusthof wurde damals in Pacht gegeben, an Heinrich Reuper. Gutsbesitzerin war jener Zeit Anna Catharina von Ferber.[9] Sie lebte in Schwerin und war Konventualin zu Kloster Dobbertin. Als letzter Gutsherr galt formell der Neffe Horst von Ferber,[10] liiert seit 1934 mit Käthe Pregler, aus Nürnberg stammend. Der Gutsbesitzer hatte zuvor ein Technik-Studium aufgenommen.[11] Als Hauptwohnsitz wählte das Ehepaar aber das Gutshaus in Priborn.[12]

Das nach 1810 errichtete Gutshaus wurde im Mai 1945 durch Brandstiftung zerstört.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeister) aus 5 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende Ergebnisse[13]:

Partei/Bewerber Prozent Sitze[14]
Die Linke 43,93 3[15]
CDU 22,99 1
Einzelbewerberin Sommerfeld 21,12 1
Einzelbewerberin Mößner 11,96 1

Bürgermeister der Gemeinde ist Martin Haulsen (Die Linke), er wurde mit 76,06 % der Stimmen gewählt.[16]

Wappen, Flagge, Dienstsiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge. Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „GEMEINDE MELZ“.[17]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfkirche Melz aus Backstein von 1816; der Vorgängerbau vom Ende des 13. Jahrhunderts wurde dabei abgerissen.

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Melz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Melz ist heute ein modernes Dorf mit zahlreichen neuen Eigenheimen. Die Landwirtschaft sowie kleine Handwerksunternehmen prägen die Gemeinde, die ihre Einwohnerzahl im Gegensatz zum Trend in Mecklenburg weitgehend konstant gehalten hat.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 198 von Plau am See nach Neustrelitz führt durch das Gemeindegebiet. Die Autobahn-Anschlussstelle Röbel der Bundesautobahn 19 (Berlin–Rostock) ist etwa zwölf Kilometer entfernt, der nächste Bahnhof zirka 16 Kilometer und liegt in Mirow.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 2005 gebildete Förderverein Dorf-Kirche-Melz, der 2008 bereits 50 Mitglieder zählte, setzt sich für die Sanierung der Dorfkirche, die Verbesserung der Wasserqualität des Melzer Sees, die Würdigung einer historischen Persönlichkeit von Melz, des Architekten Hermann Willebrand, und die Beteiligung an der Gestaltung des Dorflebens ein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harry Wüstemann: Die Dolche und Stabdolche in Ostdeutschland. Prähistorische Bronzefunde. Abteilung VI Bd. 8, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1995.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Melz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2021 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Friedrich Ludwig Anton Hörschelmann: Friedrich Ludwig Anton Hörschelmann's genealogische Adelshistorie, erster Teil des ersten Bandes, Erfurt 1772, S. 103 f.
  3. A. Balthasar, J. A. Dinnies, C. Gesterding: Die Familie v. Ferber auf Thurow in Neuvorpommern. In: Theodor Pyl (Hrsg.): Pommersche Genealogien. Vereinsschrift der Greifswalder Abtheilung der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde. Band 2, Heft 1. Selbstverlag, Greifswald 1868, S. 72–74 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).
  4. Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. In: Ernst Heinrich Kneschke im Verein mit mehreren Historikern (Hrsg.): Standardwerk der Genealogie. 3. (Eberhard - Graffen). F, Ferber (Mecklenburg). Friedrich Voigt, Leipzig 1861, S. 229–230 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).
  5. Hermann Genzken: Die Abiturienten des Katharineums zu Lübeck (Gymnasium und Realgymnasium) von Ostern 1807 bis Ostern 1907. Beilage zum Jahresbericht 1907. 1907. Progr. Nr. 900 Auflage. Abiturienten des Gymnasiums von Ostern 1807 bis Ostern 1907, 625. v. Ferber, August. Gebrüder Borchers GmbH, Lübeck 1907, S. 53 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).
  6. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1900. In: "Der Gotha" - Hofkalender. Erster Jahrgang Auflage. Adelige Häuser nach alphabetischer Ordnung, Bornstedt. Justus Perthes, Gotha Januar 1900, S. 107–108 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).
  7. Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin. 1868. No. 1 – 93 Auflage. I. Staats-und Landes-Verfassungssachen. Bärensprung, Schwerin 1868, S. VIII (google.de [abgerufen am 22. Februar 2022]).
  8. Groszherzoglicher Mecklenburg-Schwerinscher Staatskalender. 1916. In: Groszherzogliches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Öffentliche Bekanntmachung. 141. Auflage. Bärensprung, Schwerin 1916, S. XIV (google.de [abgerufen am 22. Februar 2022]).
  9. Ernst Seyfert, Hans Wehner, W. Baarck: Niekammer`s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher, Band IV. Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe von Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts mit Angabe der Gutseigenschaft, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. In: Mit Unterstützung vieler Behörden und der Landbünde zu Güstrow und Neubrandenburg (Hrsg.): 4. Letzte Ausgabe. 4. Auflage. IV Reihe Paul Niekammer. Verlag von Niekammer`s Adreßbüchern G.m.b.H., Leipzig 1928, S. 204 f. (g-h-h.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).
  10. Jahresbericht über das Herzogliche Gymnasium zu Blankenburg am Harz. Ostern 1897 bis Ostern 1898. 1898. Progr. No. 727 Auflage. Während des Schuljahres 1897/98 haben folgende Schüler das Gymnasium besucht: Obersekunda. Otto Kircher, Herzogl. Hof-Buchdrucker, Blankenburg (Harz) 1898, S. 11 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).
  11. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1911. In: "Der Gotha" - Hofkalender. Fünfter Jahrgang Auflage. Briefadelige Häuser nach alphabetischer Ordnung. F, Ferber. Justus Perthes, Gotha November 1910, S. 226–228 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 22. Februar 2022]).
  12. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B. 1941. Teil B. Adelige Häuser des seit Anfang des 15. Jahrhunderts bis zur Neuzeit nachgewiesenen deutschen Erbadels (späterer rittermäßiger Erbadel, patrizischer Stadtadel, Reichsbriefadel, Landesbriefadel, Uradel und alter Adel nichtdeutschen Ursprungs, Offiziers-und Beamtenadel). In: "Der Gotha" - Hofkalender. Vorgänger des GHdA, seit 2015 GGH. 33. Auflage. Ferber. Justus Perthes, Gotha 22. Oktober 1940, S. 155–158 (d-nb.info [abgerufen am 20. Februar 2022]).
  13. Wahlergebnisse auf www.amt-roebel-mueritz.de
  14. Reihenfolge nach Stimmenanteil
  15. Es wurden wegen fehlender Kandidaten nur zwei Sitze vergeben.
  16. Wahlergebnisse auf www.amt-roebel-mueritz.de
  17. Hauptsatzung § 1