Carpin

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Carpin
Carpin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Carpin hervorgehoben
Koordinaten: 53° 21′ N, 13° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Neustrelitz-Land
Höhe: 77 m ü. NHN
Fläche: 63,64 km²
Einwohner: 865 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17237
Vorwahl: 039821
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 025
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Marienstraße 5
17235 Neustrelitz
Webpräsenz: www.amtneustrelitz-land.de
Bürgermeisterin: Karin Doster-Di Rosa (Die Linke)
Lage der Gemeinde Carpin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

Carpin ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Süden Mecklenburg-Vorpommerns (Deutschland). Sie wird vom Amt Neustrelitz-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Neustrelitz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Carpin liegt im Naturpark Feldberger Seenlandschaft, der Südteil mit dem 101 Meter hohen Galgenberg und dem Schweingartensee im östlich von Neustrelitz liegenden Ableger des Müritz-Nationalparkes. Neben dem Rödliner See, der nicht zum Gemeindegebiet gehört, ist das Gebiet durch viele weitere Seen, so den Schweingartensee und den Carpiner See innerhalb der Mecklenburgischen Seenplatte sowie einer hügeligen, im Westen sehr waldreichen Landschaft gekennzeichnet. Höchster Punkt im Gemeindegebiet sind die Serrahner Berge mit 113,7 m ü. NHN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile[2]

  • Bergfeld
  • Carpin
  • Georgenhof
  • Goldenbaum
  • Thurow
  • Zinow

und die Wohnplätze

  • Dianenhof
  • Goldenbaumer Mühle
  • Serrahn
  • Steinmühle

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Urkunde vom 3. Februar 1393 wurde der Ort Carpin erstmals genannt.[3] In dieser Urkunde sind u. a. die Dörfer Bergfeld, Goldenbaum und Carpin aufgeführt. Das Dorf Carpin ist jedoch bedeutend älter und - wie viele Orte der Umgebung - slawischen Ursprungs. Im Gemeindegebiet Carpins wurden im Jahre 1996 archäologische Untersuchungen durchgeführt, in deren Ergebnis Siedlungsreste dokumentiert werden konnten, die bis 4000 Jahre vor Christus datiert worden sind. Damit befindet sich der Ort Carpin wohl auf dem ältesten bekannten Siedlungsgebiet in Mecklenburg. In Bergfeld sind bei Grabungen auch steinzeitliche Funde entdeckt worden. Der Name Carpin hat seinen Ursprung in der Slawischen Sprache (altpolabisch). Carp (auch Karp) bedeutet Ding, Klotz im Wasser. Zusammen mit dem Suffix -in bedeutet Carpin Karpfenteich. Der Ort ist in diesem Sinne danach bezeichnet worden.

Besonders auffallend ist, dass Carpin und einige Nachbarorte (wie Serrahn und Bergfeld) keine Kirchen haben. Diese wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört und danach nicht wiederaufgebaut.

In Carpin errichtete Grossherzog Georg 1833 das Jagdhaus Schweizerhaus, in dem er 1860 auch verstarb. Das Jagdhaus wurde Pfingsten 1945 durch Brandstiftung zerstört.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 2002 wurden aus der aufgelösten Gemeinde Rödlin-Thurow die Orte Thurow und Zinow aus- und in die Gemeinde Carpin eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt durch einen goldenen Schräglinksbalken, belegt mit sechs grünen Buchenblättern, oben in Rot ein schräg fliegender silberner Seeadler mit ausgebreiteten Flügeln, unten in Blau ein silberner Karpfen.“[5]

Das Wappen wurde unter der Nummer 348 in die Wappenrolle des Landes am 13. August 2013 eingetragen (Entwurf: Heraldiker Stefan Schuster; Grafik: Andreas Meenke).[6]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der Gemeinde Carpin

Die Flagge der Gemeinde Carpin ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Blau, Weiß und Rot gestreift. Der blaue und rote Streifen nehmen jeweils ein Fünftel der Länge des Flaggentuchs ein, der weiße Streifen drei Fünftel. In der Mitte des weißen Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Domänenpächterhaus im Ortsteil Bergfeld (ursprünglich Witwensitz der Strelitzer Herzogin Christiane Emilie von Schwarzburg-Sondershausen)[7]
  • Alte Schmiede in Bergfeld - seit 1985 mit Heimatstube und seit den 1990er Jahren Informationsstelle für den Müritz-Nationalpark
  • Im Wald bei Goldenbaum ist die rund 700-jährige Goede-Gendrich-Eiche zu finden, die an den beliebten Jagdschriftsteller und Forstmann erinnert. Er hatte von 1923 bis 1927 als Sohn des Försters in Goldenbaum gewohnt.
  • Hügelgräber im Wald südlich von Goldenbaum

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde führt die Bundesstraße 198 von Neustrelitz ins uckermärkische Prenzlau. Auch die Bahnstrecken Neustrelitz–Thurow und Thurow–Feldberg, deren Betrieb im Jahr 2000 eingestellt wurde, führen durch Gemeindegebiet. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich heute in Blankensee und Neustrelitz, die Anbindung an Neustrelitz wird täglich mit den Linienbussen der MVVG sichergestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Rehmer: Carpin. Ein Bauerndorf in Mecklenburg-Strelitz erzählt; 2001
  • Jochen Rehmer: Gemeinde Carpin; 700 jahre Orts-und Heimatgeschichte; 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carpin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Carpin unter www.amtneustrelitz-land.de
  3. registriert unter MUB Nr. 12486
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  5. a b § 1 der Hauptsatzung der Gemeinde
  6. Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern
  7. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 1. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 55–59.