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Carpin

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Wappen Deutschlandkarte
Carpin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Carpin hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 21′ N, 13° 15′ OKoordinaten: 53° 21′ N, 13° 15′ O
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Neustrelitz-Land
Höhe: 77 m ü. NHN
Fläche: 64,11 km²
Einwohner: 793 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17237
Vorwahl: 039821
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 025
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Marienstraße 5
17235 Neustrelitz
Website: www.Amt-Neustrelitz-Land.de.
Bürgermeister: Claus Weber (Bündnis 90/Die Grünen)
Lage der Gemeinde Carpin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Karte

Carpin ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Süden Mecklenburg-Vorpommerns (Deutschland). Sie wird vom Amt Neustrelitz-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Neustrelitz verwaltet.

Das Gemeindegebiet von Carpin liegt im Naturpark Feldberger Seenlandschaft, der Südteil mit dem 101 Meter hohen Galgenberg und dem Schweingartensee im östlich von Neustrelitz liegenden Ableger des Müritz-Nationalparkes. Neben dem Rödliner See, der nicht zum Gemeindegebiet gehört, ist das Gebiet durch viele weitere Seen, so den Schweingartensee und den Carpiner See innerhalb der Mecklenburgischen Seenplatte sowie einer hügeligen, im Westen sehr waldreichen Landschaft gekennzeichnet. Höchster Punkt im Gemeindegebiet sind die Serrahner Berge mit 113,7 m ü. NHN.

Umgeben wird Carpin von den Nachbargemeinden Blankensee im Norden, Grünow im Osten, Feldberger Seenlandschaft im Südosten, Wokuhl-Dabelow im Süden, Neustrelitz im Westen sowie Blumenholz im Nordwesten.

Gemeindegliederung

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Zur Gemeinde gehören die Ortsteile[2]

und die Wohnplätze

  • Dianenhof
  • Goldenbaumer Mühle
  • Serrahn
  • Steinmühle

Bergfeld ist bereits 1322 erstmals als Berkvelde belegt, was niederdeutsch für „Birkenfeld“ steht und erst später in den heutigen Sinn umgedeutet wurde.[3] In Bergfeld sind bei Grabungen auch steinzeitliche Funde entdeckt worden. Für einige Jahrhunderte (1506–1798) war in Bergfeld[4][5] ein Pachtgut der Familie von Thomstorff. Später war lange die Familie der Oberamtmänner Cunitz Pächter der 583 ha-Domäne des Freistaates Mecklenburg-Strelitz.

Carpin wurde erstmals in einer Urkunde vom 3. Februar 1393 zusammen mit benachbarten Dörfern (u. a. Bergfeld und Goldenbaum) genannt.[6] Bergfeld ist noch länger urkundlich belegt (s. u.), doch kann bei Carpin und Goldenbaum wegen ihrer slawischen (genauer: polabischen) Benennung von einem bedeutend höheren Alter ausgegangen werden. Willich leitet den Namen von slaw. karp „Karpfen“ ab und geht davon aus, dass er vom See auf den Ort übertragen wurde.[7] Im Gemeindegebiet Carpins wurden im Jahre 1996 archäologische Untersuchungen durchgeführt, in deren Ergebnis Siedlungsreste dokumentiert werden konnten, die bis 4000 Jahre vor Christus datiert worden sind. Damit befindet sich der Ort Carpin wohl auf dem ältesten bekannten Siedlungsgebiet in Mecklenburg. In Carpin errichtete einst Großherzog Georg 1833 das Jagdhaus Schweizerhaus, in dem er 1860 auch verstarb. Das Jagdhaus wurde Pfingsten 1945 durch Brandstiftung zerstört.

Goldenbaum erschien in der oben erwähnten Urkunde von 1393 erstmals als Goldenbowe (siehe auch andere mecklenburgische Dörfer dieses Namens). Der Name ist ursprünglich ebenfalls polabisch: abgeleitet von goląb „Taube“, was sich tatsächlich auf die Vögel bezogen haben oder auch Beiname eines Gründers/Bewohners gewesen sein kann. Die deutschen Siedler verstanden den Namen nicht und deuteten ihn zur heutigen Form um.[8]

Besonders auffallend ist, dass Carpin und einige Nachbarorte (wie Serrahn und Bergfeld) keine Kirchen haben. Diese wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört und danach nicht wiederaufgebaut.

Die Region gehörte in den 1920er Jahren zum Ritterschaftlichen Amt Strelitz, als Teil des (vormaligen) Stargardischen Kreises, zu DDR-Zeiten zum Kreis Neustrelitz im Bezirk Neubrandenburg, bis 1994 als Landkreis Neustrelitz geführt und nachfolgend zum Landkreis Mecklenburg-Strelitz sowie ab 2011 zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, mit Sitz in Neustrelitz.

Eingemeindungen

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Am 1. Juli 2002 wurden aus der aufgelösten Gemeinde Rödlin-Thurow die Orte Thurow und Zinow aus- und in die Gemeinde Carpin eingegliedert.[9]

Wappen von Carpin
Wappen von Carpin
Blasonierung: „Geteilt durch einen goldenen Schräglinksbalken, belegt mit sechs grünen Buchenblättern, oben in Rot ein schräg fliegender silberner Seeadler mit ausgebreiteten Flügeln, unten in Blau ein silberner Karpfen.“[10]
Wappenbegründung: Durch den Karpfen als redendes Element wird die Bedeutung des slawischen Ortsnamens wiedergegeben. Er bedeutet so viel wie Karpfenteich. Der Seeadler ist das Zeichen für den Müritz-Nationalpark, die Buchenblätter stehen für den Wald auf dem Gemeindegebiet, insbesondere den Buchenbestand der Serrahner Berge, der seit dem Jahr 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Früher war es Jagdgebiet der Mecklenburg-Strelitzer Herzöge, zu DDR-Zeiten Staatsjagdgebiet. Die Buchenblätter weisen anhand einer Zahlensymbolik auf die sechs Ortsteile der Gemeinde hin.

Das Wappen und die Flagge wurde von dem Carpiner Stefan Schuster entworfen und vom Neubrandenburger Andreas Meenke gestaltet. Es wurde zusammen mit der Flagge am 13. August 2013 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 348 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Flagge der Gemeinde Carpin.
Flagge der Gemeinde Carpin.

Die Flagge ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Blau, Weiß und Rot gestreift. Der blaue und rote Streifen nehmen jeweils ein Fünftel der Länge des Flaggentuchs ein, der weiße Streifen drei Fünftel. In der Mitte des weißen Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.[11]

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE CARPIN * LANDKREIS MECKLENBURGISCHE SEENPLATTE“.[11]

Sehenswürdigkeiten

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Verkehrsanbindung

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Durch die Gemeinde führt die Bundesstraße 198 von Neustrelitz ins uckermärkische Prenzlau. Auch die Bahnstrecken Neustrelitz–Thurow und Thurow–Feldberg, deren Betrieb im Jahr 2000 eingestellt wurde, führen durch Gemeindegebiet. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich heute in Blankensee und Neustrelitz, die Anbindung an Neustrelitz wird täglich mit dem RegioBus der MVVG sichergestellt.

  • Jochen Rehmer: Carpin. Ein Bauerndorf in Mecklenburg-Strelitz erzählt. 2001.
  • Jochen Rehmer: Gemeinde Carpin. 700 Jahre Orts- und Heimatgeschichte. 2013.
Commons: Carpin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise und Gemeinden 2024 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Carpin unter www.Amt Neustrelitz-land.de.
  3. Cornelia Willich: Ortsnamen in Mecklenburg-Strelitz. In: Mecklenburg-Strelitz. Beiträge zur Geschichte einer Region, Bd. 2 (2002), S. 6–23, hier S. 20.
  4. Vgl. u. a.: Georg Krüger: Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. Brünslow, Neubrandenburg 1925, S. 119 ff.
  5. Reprint: Verlag Stock & Stein, Schwerin 1994. ISBN 3-910179-26-6.
  6. Registriert unter MUB Nr. 12486.
  7. Cornelia Willich: Ortsnamen in Mecklenburg-Strelitz. In: Mecklenburg-Strelitz. Beiträge zur Geschichte einer Region, Bd. 2 (2002), S. 6–23, hier S. 10.
  8. Cornelia Willich: Ortsnamen in Mecklenburg-Strelitz. In: Mecklenburg-Strelitz. Beiträge zur Geschichte einer Region, Bd. 2 (2002), S. 6–23, hier S. 17.
  9. StBA-Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002.
  10. Hauptsatzung § 1 Abs. 1. (PDF; 272 kB)
  11. a b Hauptsatzung § 1. (PDF; 272 kB).
  12. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 1. In: Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3, Thomas Helms Verlag, Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 55–59.