Bollewick

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Bollewick führt kein Wappen
Bollewick
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bollewick hervorgehoben
Koordinaten: 53° 21′ N, 12° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Röbel-Müritz
Höhe: 86 m ü. NHN
Fläche: 26,69 km2
Einwohner: 633 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17207
Vorwahl: 039931
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 013
Adresse der Amtsverwaltung: Marktplatz 1
17207 Röbel/Müritz
Webpräsenz: www.amt-roebel-mueritz.de
Bürgermeister: Bertold Meyer
Lage der Gemeinde Bollewick im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

Bollewick [boˈleːvɪk] ist eine Gemeinde und „Bioenergiedorf[2] im Südwesten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Röbel-Müritz mit Sitz in der Stadt Röbel/Müritz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bollewick liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte, wenige Kilometer südwestlich der Müritz. Das Gemeindegebiet zwischen Müritz und oberer Elde ist durch Felder, kleine Wälder und Seen gekennzeichnet, die höchste Erhebung bildet der Mohrberg mit knapp 112 m ü. NN. Zwei Siedlungsachsen bestimmen die Gemeinde: in Nord-Süd-Richtung an der Landstraße von Röbel/Müritz nach Wredenhagen und in Ost-West-Richtung in einem weiten Bogen von Erlenkamp nach Spitzkuhn. Die Stadt Röbel ist nur drei Kilometer entfernt.

Zu Bollewick gehören die Ortsteile Nätebow, Spitzkuhn und seit dem 7. Juni 2009 auch Kambs[3] und Wildkuhl.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bollewick

Der Name Bollewick mit seinen Bestandteilen bolle (rund, bauchig) und wick (germ. Suffix wig, wik = Platz bzw. Dorf, entlehnt aus lateinisch vicus = Dorf) bedeutet also Runddorf.

Von der frühen Besiedlung des Gebietes zeugen zwei Großsteingräber in der Nähe des Dorfes. Bollewick wurde als Ortsteil von Nedebuh (heute Nätebow) im 13. Jahrhundert durch den Ritter von Werle Konrad Büne gegründet. Die Ersterwähnung stammt vom 21. Januar 1261. Das Dorf befand sich jedoch damals etwa 1200 Meter weiter westlich am fast kreisrunden Wackstower See.

Der Standort wurde aufgegeben wahrscheinlich wegen des hohen Grundwasserstandes am Seeufer. Bereits zu Anfang des Dreißigjährigen Krieges stand das Dorf wüst. Bollewick wurde ab dem 18. Jahrhundert als langgezogenes Straßendorf an der jetzigen Stelle angelegt. Nach oftmaligem Besitzerwechsel und allmählichem Wiederaufbau wurde die Gemeinde Anfang der 1930er Jahre verstärkt aufgesiedelt.

Kambs

Das Patronat der Kirche von Kambs erhielt im Mittelalter um 1330 durch Tausch Bischof Heinrich von Havelberg von Fürst Johann III. von Werle. Das Dorf befand sich seit 1295 teilweise in der Hand der Familie von Ketelhodt deren Besitz 1790 an die Familie von Flotow. überging; bald danach war es bis 1945 eine herzogliche/staatliche Domäne. Die Familien von Moltke und von Maltzan und im 15. Jahrhundert die Familien von Rohr, von Knuth und Reichknecht besaßen Anteile am Dorf. Das Gutshaus, ein eingeschossiger Fachwerkbau vom Anfang des 18. Jahrhunderts, ist nach 1945 verfallen. Ein alter Guts-Pferdestall ist heute ein Wohnhaus.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Bollewick

  • Die Scheune Bollewick von 1881, Wahrzeichen der Gemeinde, ist mit 125 × 34 Metern Grundfläche die größte Feldsteinscheune Deutschlands. Bis 1991 wurde sie landwirtschaftlich genutzt, dann als Veranstaltungszentrum mit Hotel und Ladenzeilen umgebaut.
  • Die frühgotische, kreuzrippengewölbte Dorfkirche Nätebow aus Backstein, einst Wehrkirche, dann mehrfach umgebaut bzw. erweitert. Ausstattung: Schnitzaltar von 1522, Patronatsloge vom 17. Jahrhundert.
  • Die gotische Dorfkirche Kambs aus Feldstein und mit Gewölbe stammt vom 13. Jahrhundert; der schiffsbreite Westturm und die Vorhalle sind vom 14. Jh.
  • Gutsanlage Wildkuhl von um 1883 mitGutshaus aus Fachwerk; heute soziale Hofgemeinschaft für behinderte Menschen mit 82 ha großer Parkanlage.
  • Seit 2006 gibt es einen Irrgarten in Bollewick [5]
  • Großsteingrab Bollewick 1

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit vielen Einfamilienhäusern und neu erschlossenen Wohngebieten hat sich Bollewick mittlerweile zu einem attraktiven Dorf entwickelt, in dem sich viele Gewerbetreibende niedergelassen haben. Der Fremdenverkehr spielt neben der Landwirtschaft die größte Rolle.

Bioenergiedorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Juli 2010 wurde auf dem Milchwirtschaftshof eines zugezogenen niederländischen Bauern in Anwesenheit der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner und des Landeslandwirtschaftsministers Till Backhaus ein Grund- und Gedenkstein für die Errichtung der ersten Biogasanlage in Bollewick gelegt. Sie soll dazu beitragen, dass der Ort in absehbarer Zeit als Bioenergiedorf ein autarkes Nahwärmenetz erhält.[6] Seit Februar 2013 versorgt die Abwärme der Anlage, die vor allem Strom erzeugt, 54 Haushalte und ersetzt das Heizen mit Gas und Öl.[7]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bollewick liegt an der Verbindungsstraße von Röbel/Müritz zur Bundesstraße 198. Die Autobahn-Anschlussstelle Röbel der Bundesautobahn 19 (Berlin–Rostock) ist etwa acht Kilometer entfernt. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Malchow und Waren (Müritz).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bollewick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2017 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.wege-zum-bioenergiedorf.de/index.php?id=2117&GID=0&OID=1030&KID=24&firma=68
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  4. Gutshäuser und Schlösser Mecklenburg-Vorpommern: Gutshaus Kambs bei Röbel.
  5. http://www.irrgarten-bollewick.de/startseite/geschichte/ Homepage des Irrgartens mit Daten zur Geschichte; abgerufen am 1. Juli 2014
  6. Vgl. Aigner setzt auf Biomasse als Energiequelle, dpa, 6. Juli 2010[1]
  7. ndr.de: Bollewicker heizen nun mit Bioenergie (15. Februar 2013)