Penzlin

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Penzlin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Penzlin
Penzlin
Deutschlandkarte, Position der Stadt Penzlin hervorgehoben
Koordinaten: 53° 30′ N, 13° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Penzliner Land
Höhe: 56 m ü. NHN
Fläche: 115,47 km²
Einwohner: 4252 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 17217, 17219
Vorwahlen: 03962, 039928
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 115
Adresse der
Stadtverwaltung:
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin
Webpräsenz: www.penzlin.de
Bürgermeister: Sven Flechner (WPL)
Lage der Stadt Penzlin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Brandenburg Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-Parchim Beggerow Borrentin Hohenbollentin Hohenmocker Kentzlin Kletzin Lindenberg (Vorpommern) Meesiger Nossendorf Sarow Schönfeld (bei Demmin) Siedenbrünzow Sommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Utzedel Verchen Warrenzin Datzetal Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Galenbeck Genzkow Basedow (Mecklenburg) Basedow (Mecklenburg) Duckow Faulenrost Gielow Kummerow (am See) Malchin Neukalen Alt Schwerin Fünfseen Göhren-Lebbin Malchow (Mecklenburg) Nossentiner Hütte Penkow Silz (Mecklenburg) Walow Zislow Mirow Priepert Peenehagen Wesenberg (Mecklenburg) Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte) Blankensee (Mecklenburg) Blumenholz Carpin Godendorf Grünow (Mecklenburg) Hohenzieritz Klein Vielen Kratzeburg Möllenbeck (bei Neustrelitz) Schloen-Dratow Schloen-Dratow Userin Wokuhl-Dabelow Beseritz Blankenhof Brunn (Mecklenburg) Neddemin Neuenkirchen (bei Neubrandenburg) Neverin Sponholz Staven Trollenhagen Woggersin Wulkenzin Zirzow Ankershagen Kuckssee Penzlin Möllenhagen Altenhof (Mecklenburg) Bollewick Buchholz (bei Röbel) Bütow Fincken Gotthun Grabow-Below Groß Kelle Kieve Lärz Leizen Ludorf Massow Melz Priborn Rechlin Röbel/Müritz Schwarz (Mecklenburg) Sietow Stuer Vipperow Wredenhagen Zepkow Grabowhöfe Groß Plasten Hohen Wangelin Jabel Kargow Klink Klocksin Moltzow Moltzow Torgelow am See Varchentin Vollrathsruhe Burg Stargard Burg Stargard Cölpin Groß Nemerow Holldorf Lindetal Pragsdorf Bredenfelde Briggow Grammentin Gülzow (bei Stavenhagen) Ivenack Jürgenstorf Kittendorf Knorrendorf Mölln (Mecklenburg) Ritzerow Rosenow Stavenhagen Zettemin Altenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Altentreptow Bartow (Vorpommern) Breesen Breest Burow Gnevkow Golchen Grapzow Grischow Groß Teetzleben Gültz Kriesow Pripsleben Röckwitz Siedenbollentin Tützpatz Werder (bei Altentreptow) Wildberg (Vorpommern) Wolde Groß Miltzow Kublank Neetzka Petersdorf (bei Woldegk) Schönbeck Schönhausen (Mecklenburg) Voigtsdorf Voigtsdorf Woldegk Dargun Demmin Feldberger Seenlandschaft Neubrandenburg Neustrelitz Waren (Müritz)Karte
Über dieses Bild

Penzlin (umgangssprachlich auch: Punschendörp) ist eine Stadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Stadt ist Sitz der Verwaltung des Amtes Penzliner Land, dem drei weitere Gemeinden angehören. Der Ort bei Neubrandenburg ist ein Grundzentrum.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama von Penzlin, Blick nach Norden

Die Stadt liegt am östlichen Rand des Müritz-Nationalparkes, 28 Kilometer östlich von Waren (Müritz) und 110 Kilometer nördlich von Berlin. Der Große Stadtsee im Südosten Penzlins, ein See der Mecklenburger Seenplatte, ist wie die anderen Seen der Seenplatte ein Produkt der letzten Eisvorstöße der Weichseleiszeit, zwischen den Endmoränenzügen des Pommerschen (Nordosten) und des Frankfurter Stadiums (Südwesten).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Werder, im Vordergrund der Große Penzliner Stadtsee

Ortsteile:[3]

Postleitzahlen

Das Gemeindegebiet gliedert sich in folgende postalische Orte:

  • 17217 Alt Rehse (mit Ortsteil Wustrow)
  • 17217 Groß Vielen (mit Ortsteil Zahren)
  • 17217 Klein Lukow (mit Ortsteilen Carlstein und Groß Lukow)
  • 17217 Mallin (mit Ortsteilen Meierei und Passentin)
  • 17217 Mollenstorf (mit Ortsteil Ave)
  • 17217 Penzlin (mit Ortsteilen Lübkow, Neuhof, Siehdichum und Werder)
  • 17219 Groß Flotow (mit Ortsteil Klein Flotow)
  • 17219 Marihn

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name und Slawenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Penzlin ging aus einer slawischen Siedlung hervor. Am Penzliner Stadtsee befindet sich eine slawische Wehranlage aus dem 10. bis 13. Jahrhundert. Sie wird auch als Englischer Garten bezeichnet.

Der Ort wurde zuerst um 1170 mit dem altpolabischen Personennamen Parcelin erwähnt in der (verfälschten) Bestätigungsurkunde des Klosters Broda. Im 13. Jahrhundert hieß er zunächst Pancilin, dann Pentzelyn und 1263 schließlich Pentzelin.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Burg Penzlin auf die historische Ortsmitte

Der deutschrechtliche Ort muss vor 1226 gegründet worden sein. 1263 bestätigt Fürst Nikolaus I. von Werle den „cives“ von Penzlin die Privilegien, die sein Vater Heinrich Borwin II. ihnen gegeben hatte. Seit 1263 ist Penzlin Stadt, bewidmet mit Schweriner Recht. In dieser Zeit wird die Alte Burg gebaut. Spätestens seit 1274 war Penzlin Sitz eines landesherrlichen Vogtes.

1291 wurde Heinrich I. von Werle von seinen Söhnen ermordet, und einer der beiden (Heinrich II.) verschanzte sich in Penzlin bis 1300. Seit 1316 gehörte der Ort zur Herrschaft Werle-Güstrow. Um 1350 war Klaus von Plasten Pfandinhaber der Stadt, 1378 folgte der Landeshauptmann Wedege von Plote, dieser teilte die Herrschaft ab 1397 mit der Fam. von Voss. Danach verpfändeten die Fürsten die Stadt 1414 an die Herren von Maltzan.

Im 14. Jahrhundert wurde die gotische Backsteinkirche St. Nikolai gebaut. Waren die Bürger der Stadt und die Bewohner des Landes Penzlin bis 1436 im Wesentlichen den Herren von Werle untertan (Werle fiel 1436 an Mecklenburg), begann ab 1414 die mit wenigen Unterbrechungen über 500 Jahre währende Ansässigkeit des Rittergeschlechtes von Maltzan auf der Burg Penzlin. Offiziell wurde Penzlin am 16/18. Juli 1501 unter Bernd von Maltzan Familienlehen. Seit 1777 waren die Rechte als Stadtherren aber stark eingeschränkt. Noch vor dem Dreißigjährigen Krieg werden 1560 in der Burg der Hexenkeller eingerichtet und in Penzlin und wie in anderen Orten Mecklenburgs zumeist Frauen als Hexen verfolgt, gefoltert und ermordet. Der Hexenprozess gegen Benigna Schultzen erstreckte sich über zwölf Jahre von 1699 bis 1711 und war einer der längsten in der Geschichte der Hexenverfolgungen.

Mehrere Brände wüteten in der Stadt. 1558 brannte Penzlin vollständig ab.

17. und 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1725 verschonte ein Stadtbrand nur zwei Häuser von 150. Auch der hohe, schlanke Kirchturm fiel den Flammen zum Opfer.

Seit 1752 wohnte der 1751 bei Waren geborene spätere Dichter Johann Heinrich Voß in Penzlin und besuchte die Klippschule und 1759 die Stadtschule des Ortes. Er blieb dem Ort verbunden und schrieb 1826: „In Penzlin war es, wo ich zuerst Vater und Mutter lallte und die ersten Eindrücke der Kindheit empfing; ein artiges Städtchen auf einer Anhöhe mit alter Mauer, bebuschten Wall und einer verfallenden Burg; ein weites, sanfthügeliges Stadtgebiet von betriebsamsten Grund; Waldungen von Eichen und Buchen, fischreiche Seen durch Wiesenbäche zusammenfließend; umher eine Menge adliger Güter, die dort absetzten und einkauften; eine durch Fleiß und Verkehr wohlhabende und mutige Bürgerschaft von einfachen Sitten.“

Neuere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1833 wurde der mühsam erworbene Wohlstand der Stadt bei einem Brand vernichtet. 116 Scheunen brannten nieder. Von 1879 bis 1889 war der spätere Burgenforscher Otto Piper Bürgermeister von Penzlin. Sein Hauptwerk Burgenkunde ist ein Standardwerk der deutschsprachigen Burgenforschung. 1885 erfolgte der Anschluss Penzlins an das Eisenbahnnetz der Mecklenburgischen Südbahn auf der Strecke Neubrandenburg-Parchim. Im Zuge von Reparationsleistungen wurde die Strecke 1945/46 abgebaut.

Durch die Novemberrevolution 1918 verloren die Maltzans die letzten Rechte gegenüber den Bürgern der Stadt, die Gerichtsbarkeit sowie das Patronatsrecht über Kirche und Schule. Penzlin war eine kleine Landstadt. Neben Handel, Handwerk oder Gewerbe betrieben die Bürger meist noch eine kleine Landwirtschaft.

Am frühen Morgen des 30. April 1945 rückte die Rote Armee kampflos in die Stadt ein. „Plünderungen, Vergewaltigungen, Erschießungen und Freitode hörten nicht auf. In Penzlin haben sich etwa 230 Personen das Leben genommen. Es war ein Inferno. Am 1. Mai wurde die Stadt von den Russen angesteckt. Penzliner, welche löschen wollten, wurden behindert und bedroht“.[4]

Im Dezember 1945 verhaftete die sowjetische Geheimpolizei NKWD neun Jugendliche wegen angeblicher Zugehörigkeit zum „Werwolf“. Ein sowjetisches Militärtribunal verurteilte zwei zu Todesstrafen, sieben zu Haft zwischen 10 und 25 Jahren. Bei der Beerdigung eines der Opfer 1950 geriet die Trauerfeier mit 300 Teilnehmern aus Penzlin zu einer Demonstration gegen die gerade gegründete DDR. Seither durften in der DDR in Haft Gestorbene nicht mehr öffentlich beerdigt werden.[5]

Die durch die sowjetischen Brandstiftungen 1945 teilweise zerstörte Innenstadt wurde zur DDR-Zeit mit Wohnhäusern verschiedener Typen bebaut.

1989 nahmen viele Bürger an den Montagsdemonstrationen in Penzlin teil und kämpften somit im „Kleinen“ für die Wende zu einer demokratischen Neuordnung in Deutschland.

1990 wurde Penzlin Modellstadt der Städtebauförderung in den neuen Ländern. In der Folgezeit wurde mit der Sanierung des Burgbereichs und des historischen Stadtkerns durchgeführt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 2008 gehört nach Eingemeindung das Dorf Alt Rehse mit Wustrow zur Stadt Penzlin.[6] Am 7. Juni 2009 wurden die Gemeinden Groß Flotow, Groß Vielen, Marihn und Mollenstorf mit insgesamt etwa 1000 Einwohnern in die Stadt Penzlin eingegliedert.[7] Am 1. Januar 2011 wurde die Gemeinde Klein Lukow mit ihren Ortsteilen Carlstein, Groß Lukow und Klein Lukow in die Stadt eingemeindet.[8] Am 1. Januar 2012 folgte Mallin mit dem Ortsteil Passentin.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alt Rehse wurde 1182 als reze erstmals erwähnt. Das Gut Rehse gehörte im Mittelalter dem Prämonstratenserkloster Broda, danach vielen verschiedene Eigentümern u.a. auch der Familie von Maltzan.

Groß Flotow fand 1418 erstmals Erwähnung. Die frühgotische erste Kirche stammt schon aus dem 13. Jahrhundert.

Groß Vielen wurde 1170 als Groten Vylim erstmals genannt. Das große Torhaus wurde 1740 erbaut, das Gutshaus 1905. Die Familien von Peccatel, Holstein, Oertzen und Wenck gehörten u.a. zu den Besitzern des Gutes.

Mallin wurde erstmals 1348 urkundlich erwähnt. Das Herrenhaus Mallin entstand 1871. Die Familie von Maltzan war seit dem 15. Jahrhundert bis 1857 im Besitz des Gutes.

Voßfeld: Gutsbesitzer waren um 1896 Major Otto von Schlieffen und danach Kammerherr Carl Otto Graf von Schlieffen.

Flurnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Teufelsbrück
  • Smor
  • Galgenberg

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtparlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2009

Nach der Fusion der Gemeinde Alt Rehse (mit dem Ortsteil Wustrow) wurden zwei Vertreter aus der Gemeinde in das Penzliner Stadtparlament gewählt, damit auch diese neuen Ortsteile eine gewählte Vertretung besitzen. Somit erhöhte sich die Zahl der Abgeordneten auf 15. Durch die neuerliche Eingliederung weiterer umliegender Gemeinden in die Stadt betrug die Einwohnerzahl fast 4000. Bei der Wahl am 7. Juni 2009 wurden damit regulär 15 Vertreter für das gesamte neue Stadtgebiet gewählt.

Die erst im Frühling 2009 gegründete Wählergemeinschaft Penzliner Land erreichte aus dem Stand 40,7 % der Stimmen und löste so die CDU (29,2 %) als stärkste Partei ab. Die SPD rutschte auf deutlich unter zehn Prozent ab und hat die wenigsten Stimmen erhalten. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Partei /
Wählergemeinschaft
Stimmen
(absolut)
Stimmen
(relativ)
Abgeordnete
CDU 1416 29,2 % 4
Die Linke 510 10,5 % 2
SPD 259 5,3 % 1
FDP 693 14,3 % 2
WPL1 1978 40,7 % 6
gesamt: 4622 100 % 15

1 WPL – Wählergemeinschaft Penzliner Land

Insgesamt waren 3284 Personen wahlberechtigt, gewählt haben 1675, was einer Wahlbeteiligung von 51 % entspricht. Die Summe der Stimmen kann maximal das dreifache der Anzahl der Wähler betragen, da jeder Wähler drei Stimmen hatte.[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Landtagswahl am 17. September 2006 wurde auch der Bürgermeister in Penzlin neu gewählt. Es stellte sich nur der damals parteilose (seit 2009 WPL) Amtsinhaber Sven Flechner zur Wahl. Er wurde mit 90,2 % der abgegebenen Stimmen für die nächsten sieben Jahre in seinem Amt als Bürgermeister der Stadt Penzlin und damit Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Penzliner Land bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 91 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten, vorn in Gold am Spalt ein halber schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, ausgeschlagener roter Zunge und einer halben goldenen Lilie auf dem Kopf, hinten neunmal von Rot und Silber geteilt.“

Das Wappen wurde 1995 neu gezeichnet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Penzlin ist gleichmäßig und quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Rot und Gold (Gelb) gestreift. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils ein Drittel der Länge der beiden Querstreifen übergreifend, das Wappen der Stadt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverwaltung von Penzlin hat einen hauptamtlichen Bürgermeister an der Spitze der Verwaltung. Sie übernimmt gleichzeitig als geschäftsführende Gemeinde des Amtes Penzliner Land die Verwaltung der zugehörigen Gemeinden. Der Bürgermeister der Stadt Penzlin ist in Realunion der Leitende Verwaltungsbeamte der Amtsverwaltung des Amtes Penzliner Land. Auch vor dem Zusammenschluss des Amtes Möllenhagen mit dem Amt Penzlin war die Stadt geschäftsführende Gemeinde des damaligen Amtes Penzlin.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Marien-Kirche Penzlin im Januar
Burg Penzlin
Slawischer Burgwall Grapenwerder
Penzliner Stadtsee

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Penzlin

Kirche St. Marien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Marien ist eine dreischiffige Hallenkirche aus Backsteinen mit vier Jochen und einem quadratischen Westturm mit Seitenhallen und einer Portalvorhalle. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert, die Südkapelle (frühgotisch) wohl aus dem 13. Jahrhundert. Der Turm wurde 1725 bis zur Firsthöhe des Langhauses abgetragen. Der Theologe Erhard Johann August Wüstney 1791–1854 war in der Gemeinde von 1817 bis 1837 als Pastor tätig. 1877 bis 1878 wurde die Kirche durch Georg Daniel umfassend restauriert. Zusätzlich wurde an der Ostseite ein Chorjoch angefügt. Im Westen wurde anstelle des erhaltenen Turmunterbaues mit einem Glockengeschoss ein über das Dach ragender Turm neu errichtet. Beträchtlich waren die Umbauten im Innern bis hin zur Ausstattung. In den Schiffen wurden die hölzernen barocken Voutendecken massiv eingewölbt und in die Seitenschiffen kamen massive Emporeneinbauten. Die Patronatsfamilie von Maltzahn war auch der Auftraggeber des Umbaus.

Alte Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der Alten Burg erfolgte im 13. Jahrhundert, der Hexenkeller[10] folgte 1560. Sie war Nebenresidenz der Fürsten von Werle und ab 1501 Stammsitz der Familie von Maltzan. Die Burg war seit dem 18. Jahrhundert zum Teil unbewohnbar und ist seit 1941 im Besitz der Stadt. Die Sanierung der erhaltenen Reste der Burg erfolgte ab 1991. Heute befindet sich das Museum in der Burg.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Penzliner Museum zeigt die Geschichte der Hexenverfolgung in Mecklenburg. Es ist in der Alten Burg untergebracht. Dort finden regelmäßig ein mittelalterliches Burgfest (am vorletzten Wochenende im August), die Walpurgisnacht und andere Feste statt.

Slawische Burgwälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der slawische Burgwall am Penzliner Stadtsee ist eine kleinere Anlage, die durch Wälle geschützt war. Sie stammt aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, wurde aber auch noch in der frühdeutschen Zeit weiter genutzt. Die Anlage wurde auf einer Halbinsel im See errichtet und zusätzlich durch einen breiten Graben zum Festland hin geschützt. Dieser Graben ist in vegetationsarmen Jahreszeiten gut zu sehen. Die Wehranlage ist ungefähr 40 Meter breit und 70 Meter lang und hat einen ovalen Grundriss. Sie hat zwei größere Tore, eines in Seerichtung und eines in Richtung Penzlin. Ein weiterer Burgwall, der Grapenwerder, befindet sich im Norden der Stadt. Dieser Wall ist kreisförmig, hat einen Durchmesser von etwa 160 Metern und erhebt sich 60 m ü. NHN.

Slawische Landwehrwälle: Im Süden der Stadtmarkung zwischen Klein-Vieler See und Prillwitz befindet sich die Eiserne Pforte -Isern Purt (Iserne Porte), eine altslawische Landwehr mit zwei Wällen und einem Wassergraben. Diese Wehranlage war eine Grenzbefestigung, die unter Ausnutzung der natürlichen Hindernisse, wie dem Weden-See, dem kleinen Stadtsee, dem Rosenholz nach Prillwitz folgend ein wehrsam ausgerüstetes Hindernis darstellte. Eine alte Karte zeigt den mittelalterlichen Wasserstand und-lauf, man sieht zwischen Weden-See und dem kleinen Stadtsee einen Flurnamen, Teufelsbrück. Ein teils sumpfiger Graben und teils ein wasserführender Bach führte vom Klein Vieler-See bis nach Prillwitz/Zippelow. An den Enden des Weden-Sees (Ost-West) ist die Anlage noch als Bodendenkmal mit ca. 2 bis 3 Meter hohen Erdwällen erhalten.

Weitere Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachwerkhaus Hirtenstraße
  • Ehemaliges Krankenhaus von 1867 als zweigeschossiger, rotsteiniger Fachwerkbau
  • Die Neue Burg - das zweigeschossige Herrenhaus der Maltzans von 1810, liegt etwas oberhalb der Alten Burg und ist seit 2008 ein Bürgerzentrum.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Jüdischen Friedhof am südwestlichen Stadtrand „Am Ziegelkamp“ sind etwa 55 Grabsteine erhalten.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Penzlin ist in der Region bekannt für seine große musikalische Vielfalt, die sich vor allem in einigen Chören und vielen Musikgruppen/Bands zeigt.

Es gibt drei Chöre, die als eingetragene Vereine existieren und einige weitere, ohne diesen Rahmen. Der Penzliner Männerchor ist der älteste Chor Penzlins mit dem Gründungsjahr 1907 und bekam 2008 beim „Punschendörper Sängertreffen“ durch einen Vertreter des mecklenburg-vorpommerschen Kultusministeriums die Zelter-Plakette verliehen. Der Frauenchor Penzlin ist 1977 gegründet worden, der gemischte Kirchenchor 1987. Weiterhin gibt es noch den Chor der Regionalen Schule, des AWO-Kindergartens und der Kinderchor der evangelischen Kirchgemeinde. Neben der Blaskapelle Penzlin, gegründet 1971, existieren noch ein gutes Dutzend weiterer Musikgruppen/Bands.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Rest der alten B 192, kurz vor dem westl. Ortseingang

Die Stadt Penzlin ist direkt an zwei Bundesstraßen angeschlossen: Die B 192 als Verbindung nach Westen, Richtung Waren (Müritz), und nach Neubrandenburg im Osten. Die B 193 verbindet Penzlin nach Süden mit Neustrelitz. Die B 104 in Richtung Lübeck und polnische Grenze, ist über die Kreisstraße 21 (Richtung Norden) erreichbar.

Die Bundesautobahn 20 ist über die B 192 Richtung Neubrandenburg zu erreichen, über Waren (Müritz) die A 19.

Weitere Kreisstraßen, erschließen die umliegenden Ortsteile Penzlins und die anderen Gemeinden des Amtes Penzliner Land. Die Kreisstraße 10 verbindet Penzlin über Groß Vielen, Ankershagen und Wendorf mit Schloen und Klein Plasten. Über die Ortsteile Lübkow, Siehdichum und Alt Rehse führt die Kreisstraße 20 nach Wulkenzin. Die schon erwähnte K 21 verbindet Penzlin über Rahnenfelde, Lapitz und Chemnitz mit der B 104.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg bestand ein Anschluss an das Schienennetz. Die Gleise der Mecklenburgischen Südbahn verbanden Penzlin mit Neubrandenburg und Waren (Müritz). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Teile dieser Bahnlinie als Reparationszahlung demontiert. Zwischen Möllenhagen und Neubrandenburg wurde die Strecke nicht wieder aufgebaut. Der Bahndamm ist noch immer fast überall zu erkennen. Der Abschnitt von Möllenhagen nach Waren (Müritz) wird regelmäßig benutzt vom Betonwerk in Rethwisch, einem Ortsteil von Möllenhagen.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der öffentliche Personennahverkehr wird von der Personenverkehr Müritz GmbH betrieben. Es bestehen regelmäßige Busverbindungen nach Waren (Müritz), Neubrandenburg und Neustrelitz. Weiterhin existieren mehrere Linien, die die Dörfer des Amtsgebietes morgens und am frühen Nachmittag anfahren. Innerhalb Penzlins gibt es drei Haltestellen. Eine westliche in der Warener Chaussee, direkt vor der Amtsverwaltung (vor 2005 etwa 400 m südwestlicher gelegen), den Busbahnhof am Bahnhofsplatz, und drittens am östlichen Ortsausgang in der Neubrandenburger Chaussee, gegenüber dem Friedhof.[11]

Noch bis kurz nach der Wende gab es ein Busdepot der Personenverkehr GmbH Müritz in Penzlin.

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil der Stadt ist an ein Fernwärmenetz angeschlossen. Die Betreiberfirma ist eine GmbH, die sich zu 100 % im Besitz der Stadt Penzlin befindet. Weiterhin wurde nach der Wende eine neue Kläranlage für Penzlin und einige umgebende Dörfer gebaut und die Stadt an das Gasnetz angeschlossen. 2010 wurde westlich von Penzlin ein Windpark mit fünf Windkraftanlagen errichtet.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regionale Schule „Johann Heinrich Voß“ und die Grundschule Penzlin sind derzeit die einzigen öffentlichen Schulen in der Stadt. Die Regionale Schule ist ein Zusammenschluss aus der Haupt- und Realschule, die beide ebenfalls den Namen Voß trugen. Das Gymnasium ist mittlerweile geschlossen worden. Vor 1990 gab es eine POS, eine Sonderschule und eine EOS.

Die frühkindliche Betreuung wird durch mehrere Kindergärten/Kitas sichergestellt, die von der evangelischen Gemeinde und der AWO betrieben werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benigna Schultzen, um 1700 in einem Penzliner Hexenprozess angeklagt, gefoltert und freigelassen
  • Conrad Lüder von Pentz (1728–1782), Genealoge
  • Johann Heinrich Voß (1751–1826) Dichter und Übersetzer der Epen Homers, er wuchs in Penzlin auf und war Hauslehrer in Ankershagen
  • Erhard (Johann August) Wüstney (1791–1854), Theologe, Pastor
  • Eduard Napp (1804–1882), Rektor in Penzlin, 1848/49 Mitglied der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung
  • Eduard Danneil (1806–1878), Pädagoge, Historiker und Chronist
  • Otto Piper (1841–1921), Bürgermeister, Burgenforscher
  • Anna Stiegler (1881–1963), Politikerin in Bremen (SPD, USPD), Widerstandskämpferin
  • Hein Mück aus Bremerhaven, eigentlich Heinrich Soltziem (1895–1967 in Penzlin), Seemann, Bremerhavener Stadtoriginal, Titel eines bekannten Schlagers
  • Maltzahn oder Moltzahn, uradeliges Geschlecht mit einer Stammeslinie Penzlin die von Georg von Maltzahn (1501–1562) begründet wurde.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Penzlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conrad Daniel Graf von Blücher-Altona (1764–1845), Oberpräsident von Altona
  • Joachim August Alms (1803–1847) entdeckte 1830 das Santonin, einen Wirkstoff gegen u.a. Spulwürmer.
  • Eduard Danneil (1806–1878), Pädagoge, Historiker und Chronist
  • Ernst Behrend (1851–1912), preußischer Beamter und Schriftsteller
  • Rudolf Beyer (1852–1926), Bürgermeister, ließ die Uferpromenade errichten.
  • Marie Hager (1872–1947), deutsche Landschafts- und Architekturmalerin
  • Reinhard Piper (1879–1953), Verleger und Kunsthistoriker
  • Ludwig Karnatz (1879–1939), Schriftsteller
  • Anna Stiegler (1881–1963), deutsche Politikerin (SPD) im Bremen
  • Rudolf Haaker (1887–?), Landtagsabgeordneter (CDU)
  • Gottfried Holtz (1899–1989), evangelischer Theologe
  • Siegfried Heuer (1927–2009), Schuldirektor, Autor, Heimatforscher, Ortschronist und Verfasser der Chronik der Stadt Penzlin - eine Dokumentation
  • Gerd Gombert (1935–1993), deutscher Maler

Werder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Penzlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. http://www.amt-penzliner-land.de/penzlin/auf_einen_blick/datenfakten.php?&id=1&navid=2
  4. Vgl. Zeitzeugenbericht. In: Joachim Schultz-Naumann: Mecklenburg 1945. 2. Auflage. Universitas-Verlag München, 1990. ISBN 3-8004-1215-2. S. 173-174.
  5. A. Kaminsky [Hrsg.]: Orte des Erinnerns: Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR. Bonn 2007. S. 262 f.
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  8. Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern. 1. bis 19. Januar 2011 (PDF; 60 kB) Statistisches Landesamt MV
  9. http://www.landkreis-mueritz.de/aktuelles/wahlen/files/gemeinderatswahl_e.pdf
  10. Details dazu siehe [1]
  11. http://www.pvm-waren.de/strecken-fahrplaene/linienuebersicht-fahrplane