Datzetal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Datzetal
Datzetal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Datzetal hervorgehoben
Koordinaten: 53° 40′ N, 13° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Friedland
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 41,06 km²
Einwohner: 875 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17099
Vorwahlen: 039601, 039606, 039608
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 028
Adresse der Amtsverwaltung: Carl-Leuschner-Str. 1
17098 Friedland
Webpräsenz: www.gemeinde-datzetal.de
Bürgermeister: Jan Umlauft
Lage der Gemeinde Datzetal im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Brandenburg Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-Parchim Beggerow Borrentin Hohenbollentin Hohenmocker Kentzlin Kletzin Lindenberg (Vorpommern) Meesiger Nossendorf Sarow Schönfeld (bei Demmin) Siedenbrünzow Sommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Utzedel Verchen Warrenzin Datzetal Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Galenbeck Genzkow Basedow (Mecklenburg) Basedow (Mecklenburg) Duckow Faulenrost Gielow Kummerow (am See) Malchin Neukalen Alt Schwerin Fünfseen Göhren-Lebbin Malchow (Mecklenburg) Nossentiner Hütte Penkow Silz (Mecklenburg) Walow Zislow Mirow Priepert Peenehagen Wesenberg (Mecklenburg) Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte) Blankensee (Mecklenburg) Blumenholz Carpin Godendorf Grünow (Mecklenburg) Hohenzieritz Klein Vielen Kratzeburg Möllenbeck (bei Neustrelitz) Schloen-Dratow Schloen-Dratow Userin Wokuhl-Dabelow Beseritz Blankenhof Brunn (Mecklenburg) Neddemin Neuenkirchen (bei Neubrandenburg) Neverin Sponholz Staven Trollenhagen Woggersin Wulkenzin Zirzow Ankershagen Kuckssee Penzlin Möllenhagen Altenhof (Mecklenburg) Bollewick Buchholz (bei Röbel) Bütow Fincken Gotthun Grabow-Below Groß Kelle Kieve Lärz Leizen Ludorf Massow Melz Priborn Rechlin Röbel/Müritz Schwarz (Mecklenburg) Sietow Stuer Vipperow Wredenhagen Zepkow Grabowhöfe Groß Plasten Hohen Wangelin Jabel Kargow Klink Klocksin Moltzow Moltzow Torgelow am See Varchentin Vollrathsruhe Burg Stargard Burg Stargard Cölpin Groß Nemerow Holldorf Lindetal Pragsdorf Bredenfelde Briggow Grammentin Gülzow (bei Stavenhagen) Ivenack Jürgenstorf Kittendorf Knorrendorf Mölln (Mecklenburg) Ritzerow Rosenow Stavenhagen Zettemin Altenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Altentreptow Bartow (Vorpommern) Breesen Breest Burow Gnevkow Golchen Grapzow Grischow Groß Teetzleben Gültz Kriesow Pripsleben Röckwitz Siedenbollentin Tützpatz Werder (bei Altentreptow) Wildberg (Vorpommern) Wolde Groß Miltzow Kublank Neetzka Petersdorf (bei Woldegk) Schönbeck Schönhausen (Mecklenburg) Voigtsdorf Voigtsdorf Woldegk Dargun Demmin Feldberger Seenlandschaft Neubrandenburg Neustrelitz Waren (Müritz)Karte
Über dieses Bild

Datzetal ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Sie wird vom Amt Friedland, angesiedelt in der Stadtverwaltung Friedland, verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datze-Wehr bei Roga

Der 2003 neu gebildete Gemeindename deutet auf die Lage beiderseits der Datze hin, die im Urstromtal zwischen Friedland und Neubrandenburg verläuft. Der nördliche und westliche Teil des Gemeindegebietes liegt auf dem Werder, einer bis zu 84 m ü. NN liegenden Grundmoräne, die zahlreiche kleine abflusslose Tümpel und Seen aufweist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde am 1. Januar 2003 aus den vormals selbständigen Gemeinden Sadelkow und Salow gebildet.[2] Daneben gehören folgende Ortsteile zu Datzetal: Bassow, Roga, Pleetz und Sadelkow Siedlung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Datzetal wurde am 1. Januar 2003 aus den vormals selbständigen Gemeinden Sadelkow und Salow gebildet.

Geschichteder Ortsteile
Kirche in Bassow

Bassow wurde erstmals 1397 urkundlich erwähnt und gehörte damals schon als Pertinenz (Nebengut) zu Pleetz sowie als Lehen der Familie Bertikow. Seit 1469 im Besitz der Hahns wurde Bassow im Zuge des großen Hahnschen Güterkonkurses von 1815 verkauft und gelangte 1816 in den Besitz des Amtmanns (von) Michael, dessen Nachkommen Bassow bis zur Bodenreform nach 1945 besaßen. Das kleine klassizistische Herrenhaus brannte unmittelbar nach 1945 aus ungeklärten Gründen ab.[3] Seit 2003 gehört Bassow zur Gemeinde Datzetal.

Pleetz: Die ehemalige Burg in Pleetz an der Handelsstraße von Neubrandenburg nach Friedland wurde 1366 erstmals erwähnt und war Mitte des 14. Jahrhunderts Rittersitz. In der Frühen Neuzeit entstand auf dem Areal der Burg ein Gutshof. Er war im Lehsbesitz der Familie von Bertikow und seit 1469 der Familie (von) Hahn. Das erhaltene unsanierte Gutshaus entstand als Fachwerkhaus am Anfang des 18. Jahrhunderts, der zweieinhalbgeschossige Fachwerkanbau im späten 19. Jahrhundert.[4]

Pleetz war ein politisch bedeutendstes Landgut im mecklenburgischen Südosten. Als Gutsbesitzer erlangten die Hahns 1469 das mit Pleetz verbundene erbliche Amt des Landmarschalls der Herrschaft Stargard. Erblandmarschall war eines der ranghöchsten politischen Ehrenämter im altmecklenburgischen Staat, wo es zeitgleich stets drei Erblandmarschälle (Mecklenburg, Wenden, Stargard) gab. Das mit Pleetz verbundene Amt hatte für 450 Jahre bis 1918 ein von Hahn. Seit 2003 gehört Pleetz zur Gemeinde Datzetal.

Kirche in Roga

Roga wurde 1366 erstmals urkundlich erwähnt.[5] 1415 war das Dorf Sitz eines Schulzenamtes.[6] In der Frühen Neuzeit gehörte Roga zunächst der Familie Basedow, dann, seit 1608 und bis ins 19. Jahrhundert, der Linie Basedow-Hahn.[7] Das Verwalterhaus des Gutes stammt von 1890. Anfang der 1830er Jahre zählte Roga 229 Einwohner.[8]
In der romanischen Dorfkirche Roga aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, zu deren Kirchspiel auch Bassow gehörte, ist eine bemerkenswerte Renaissance-Kanzel erhalten.

Kirche in Sadelkow

Sadelkow taucht erstmals 1380 in einer Urkunde auf. Der Ort oder Teile davon hatten seit dem Mittelalter viele Besitzer und bedienten zahlreiche Stiftungen. Im 16. Jahrhundert besaßen die Gentzkow und die Ihlenfeld den Hauptteil des Gutes, später waren die Ahrenstorff, seit 1912 die Lowtzow Besitzer.[9] Das eingeschossige Gutshaus stammt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Auf den südöstlich oberhalb des im Tal der Datze gelegenen Dorfes gelegene Flächen wurden ab 1936 aufgrund des Reichserbhofgesetzes an einer neuangelegten Straße, dem sog. Siedlungsweg, beidseitig 15 Erbhöfe eingerichtet. Sie wurden zumeist an zweite oder dritte Bauernsöhne vergeben. Seit 2003 gehört Sadelkow zur Gemeinde Datzetal.

Dorfkirche in Salow

Salow wurde 1385 erstmals in einer Urkunde genannt. Die Feldsteinkirche als ältestes Bauwerk stammt von 1308. Der Fachwerkkirchturm mit Spitzhelm wurde 1968 wegen Baufälligkeit abgerissen. Zum Zwecke des Wiederaufbaus des Turms gründete sich 2008 der Salower Kirchturmverein; die geschätzten Kosten von 300.000 Euro sollen vorwiegend durch Spenden aufgebracht werden.

Ort und Gut besaßen im 14.- bis 15. Jahrhundert das Rittergeschlecht Bertikow. Das Gut hatte dann wechselnde Besitzer. Der zum Gu Pleetz gehörige Hauptteil von Salow gehörte ab 1469 der Familie von Hahn. Nach deren Konkurs erwarb es 1815 der Oberhauptmann Wilhelm von Oertzen. Um 1800 waren in Salow die letzten Bauernstellen im Gut aufgegangen. Ältere Teile des Gutshauses stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts, der jüngere, zweigeschossige Anbau von 1892.[10]

Nach 1990 wurden in Eigeninitiative und mit Förderprogrammen die Straßen und Gehwege sowie viele Häuserfassaden erneuert. Im ehemaligen Gutshaus entstand das Dorfzentrum Salow mit dem Gemeindezentrum, einem Jugendclub und einer Gaststätte sowie einer Keramikwerkstatt und der Heimatstube. Salow wurde 1998 und 2003 zum Schönsten Dorf des Landkreises Mecklenburg-Strelitz auzgezeichnet.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens: „In Gold ein blauer Wellenschrägfaden, begleitet: oben von einer roten Rose, unten von einem sechsspeichigen, zwölfschaufligen roten Mühlrad.“

Die Flagge der Gemeinde ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Gelb, Blau und Gelb gestreift. Die äußeren gelben Streifen nehmen jeweils ein Viertel, der blaue Mittelstreifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuches ein. In der Mitte des blauen Streifens liegt, zwei Drittel der Höhe des Flaggentuches einnehmend, das Wappen der Gemeinde. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5 zu 3.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feldsteinkirche in Bassow
  • Feldsteinkirche in Roga aus dem 13. Jahrhundert
  • Feldsteinkirche in Sadelkow
  • Feldsteinkirche in Salow von um 1308
  • Datzetaler Kultur- und Begegnungsstätte im Speicher Salow
  • Gutshaus Pleetz vom 18. Jahrhundert
  • Aufsiedlerhäuser in Salow

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupterwerbszweig in der Gemeinde Datzetal ist nach wie vor die Landwirtschaft. Daneben bestehen unter anderem kleine Betriebe im Kfz- und Landmaschinenservice, Elektroinstallations- und Holzverarbeitungsbetriebe. Nahe Salow liegen ergiebige Tonvorkommen, deren Abbau in Zukunft möglich scheint. Zudem gibt es in Pleetz zwei Keramikhöfe und drei landwirtschaftliche Betriebe die der dortigen Bevölkerung Arbeitsplätze geben.

Der Ortsteil Sadelkow liegt an der B 197 (NeubrandenburgAnklam). Nur wenige Kilometer südlich von Datzetal führt die A 20 vorbei (Anschlussstelle Neubrandenburg-Ost). Der nächste Bahnhof befindet sich in der rund 15 Kilometer entfernten Stadt Neubrandenburg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Datzetal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gebietsänderungen 2003 (PDF; 27 kB), Statistisches Landesamt
  3. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag, Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 1, S. 49–54.
  4. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag, Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 2, S. 702–707.
  5. Franz Christian Boll: Geschichte des Landes Stargard bis zum Jahre 1471, mit Urkunden und Regesten, Bd. 2. Hofbuchhandlung von G. Barnewitz, Neustrelitz 1847, S. 280, Urkunde Nr. 175.
  6. Franz Christian Boll: Geschichte des Landes Stargard bis zum Jahre 1471, Bd. 2. Neustrelitz 1847, S. 363.
  7. Georg Christian Friedrich Lisch: Geschichte und Urkunden des Geschlechts Hahn, Bd. 2, Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1849, S. 169.
  8. Gustav Hempel: Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Mecklenburger Landes, Teil 1: Allgemeine geschichtlich-geographische Beschreibung. Verlag von Edmund Frege, Güstrow 1837, S. 483.
  9. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag, Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 2, S. 815–818.
  10. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. sArchitektur und Geschichte. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3), Thomas Helms Verlag, Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, Band 2, S. 819–824.
  11. Hauptsatzung der Gemeinde Datzetal. Gemeinde Datzetal, 27. Dezember 2011, abgerufen am 19. Januar 2016 (PDF; 66 kB).