Rodemack

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Rodemack
Wappen von Rodemack
Rodemack (Frankreich)
Rodemack
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Thionville
Kanton Yutz
Gemeindeverband Communauté de communes de Cattenom et Environs
Koordinaten 49° 28′ N, 6° 14′ OKoordinaten: 49° 28′ N, 6° 14′ O
Höhe 154–242 m
Fläche 9,96 km2
Einwohner 1.131 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 114 Einw./km2
Postleitzahl 57570
INSEE-Code
Website www.mairie-rodemack.fr

Kirche mit Marktplatz

Rodemack (deutsch Rodemachern, lothringisch Ruedemaacher) ist eine französische Gemeinde mit 1131 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört dem Gemeindeverband Cattenom et Environs an.

Da seine mittelalterliche Substanz weitgehend erhalten ist, wird Rodemack auch das kleine lothringische Carcassonne (frz. La Petite Carcassonne Lorraine) genannt. Rodemack zählt zur Vereinigung der schönsten Dörfer Frankreichs (frz. Les plus beaux villages de France).[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rodemack liegt im Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Deutschland, etwa sechs Kilometer von der luxemburgischen und 20 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Rodemack gehören die Ortsteile Esing, Faulbach und Seming (1793: Simming).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 9. Jahrhundert schenkte Ludwig der Fromme das Gebiet dem Kloster Fulda. Da die Entfernung zwischen Fulda und Rodemack beträchtlich ist, tauschte Abt Huoggi das Gebiet gegen andere Territorien mit Abt Reginas von Echternach.

1190 besetzte Arnoux I. das Gebiet und errichtete eine erste Burg an der Stelle der heutigen Burg. Die neuen Herren von Rodemack erweiterten ihre Herrschaft kriegerisch bis an die Grenzen von Metz.

1492 gingen alle Güter der Herren von Rodemack an den Markgrafen Christoph I. von Baden über. Sein Enkel Christoph II. begründete die Seitenlinie Baden-Rodemachern. 1542 eroberte eine französische Armee die Festung. Durch den Vertrag von Crépy fiel Rodemack 1544 jedoch an Spanien. 1552 wurde der Ort wiederum französisches Gebiet, um 1559 durch den Vertrag von Cambresis wieder spanisch zu werden.

Dieses wechselhafte Schicksal zog sich weiter durch den 30-jährigen Krieg, nach dessen Ende die spanische Krone erneut das Sagen in Rodemack hatte. Es kam zu weiteren Besitzwechseln zwischen Frankreich und Spanien, bis Frankreich ab 1678 die Oberhand gewann. Der französische Anspruch wurde jedoch erst 1769 im Vertrag von Versailles bestätigt. Im 18. Jahrhundert verwüstete eine Feuersbrunst zahlreiche Häuser von Rodemack.

1792 wurde Rodemack von den Truppen des Grafen von Braunschweig eingenommen. Die Verteidiger durften auf Intervention von Marschall Luckner den Ort verlassen. Die letzte militärische Belagerung erfuhr Rodemack 1815 durch die Preußen, die sich nach erheblichen Verlusten jedoch zurückziehen mussten.

1821 wurde die Festung von Rodemack geschleift.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 534 506 488 650 771 804 1.065

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Pierre Obry: Rodemack et ses seigneurs jusqu’en 1659. Metz 1948
  • Sylvain Chimello: Rodemack. Serge Domini Editeur, Thionville 1998
  • Fridolin Weber-Krebs: Die Markgrafen von Baden im Herzogtum Luxemburg (1487–1797). Porta Alba Verlag, Trier 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rodemack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rodemack auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)